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Lange Rezensionen 1 - 5 von 1019 im Genre »Jazz« (insgesamt 1631)

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1982: Pintura
(2010, Hubro /Grappa HUBRO CD2510 ) - Norwegen

Schon die Besetzung klingt ebenso skurril wie zauberhaft: Hardanger-Fiedel, Harmonium, Schlagzeug. Kommen dann noch die Namen hinzu (Nils Økland, Sigbjørn Apeland, Øyvind Skarbø) hat man eine Ahnung, was einen erwarten könnte. Das Album jedoch übertrifft diese Erwartungen nochmals.

"Improvisierte Kammermusik" nennen die drei ihre Musik, die hier unter ihrem Trio-Namen 1982 auftreten. Man könnte auch "Spontan-Folk" oder "Ambient-Jazz" dazu sagen, wirklich treffen können all diese Namen nicht. Der Sound ist tatsächlich unvergleichlich: Der ebenso zarte wie manchmal rachitisch röchelnde Sound des Harmoniums. Die ebenso vollen wie manchmal erschrocken zitternden Melodielinien der Fiedel. Raschelnde Drums, die manchmal wie Alltags-(Stör)geräusche von nebenan oder draußen vor dem Fenster klingen. Alles drei verbindet sich zu träumerischen, tastenden Improvisationen, die ebenso schnell in sich zusammenfallen wie zu plötzlicher Schönheit erblühen können.

Die Sensibilität, die diese zerbrechliche Musik von den Instrumentalisten verlangt, ist enorm. Gleichzeitig klingen die acht Tracks so ungeheuer sicher und ausgefeilt, als habe ein Komponist die Musik bis ins allerletzte zarte Detail ausformuliert. Eine wundervolle CD im Sinn des Wortes - voller kleiner Wunder. (sep)



Mehr CDs von 1982



Siehe auch:
Nils Økland
Sigbjørn Apeland

Berit Opheim Versto

Nils Økland & Sigbjørn Apeland


 1982: Pintura

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Michael Aadal & Group: Abigail
(2013, Losen Records LOS 122-2 ) - Norwegen

Michael Aadal formierte seine Group 2008, »ABIGAIL« ist die zweite CD der Band. Der Gitarrist aus dem norwegischen Kristiansand hat klare Vorstellungen vom Klang seiner Musik: viel Luft weht durch die Kompositionen, die Inspiration durch die Natur wird immer deutlich. Stilistisch lässt sich Aadal nicht einschränken, die Musik steht Rock und Country bzw. Americana mindestens so nahe wie dem Jazz.

Vor allem die Kombination von Aadals Gitarre mit der Pedal Steel Guitar von Anders Hofstad Sørås ist ebenso ungewöhnlich im jazzigen Kontext wie reizvoll. Dazu kommt André Kassens Saxophon und die Rhythmusgruppe aus Ole-Bjørn Talstad (p), Audun Ramo (b) und Gunnar Sæter (dr). Das Titelstück setzt gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen, aber gerade die eher hymnischen Stücke wie »The Way Home« gefallen. Zum Schluss gibt es noch eine zweite Version von »Abigail« mit Gastsänger Stein Roger Sordal – diese ist fast noch besser als die erste. In jedem Fall besetzt Michael Aadal eine Nische, nennen wir es mal norwegischen Country Jazz. (tjk)



Mehr CDs von Michael Aadal & Group

Michael Aadal: Abigail

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Steinar Aadnekvam: Freedoms Tree II
(2018, Losen Records /In-Akustik LOS 195-2 ) - Grenzgänger

Der gebürtige Norweger Steinar Aadnekvam ist ein weitgereister Gitarrist, der zuletzt zwischen dem brasilianischen Recife und Stockholm pendelte. Aus diesen verschiedenen Einflüssen destilliert das im Vergleich zum Vorgänger unveränderte multinationale Trio eine Musik, die man am ehesten als »Afro-Jazz-Rock« bezeichnen könnte und gewohnt virtuos dargeboten wird. Genretypisch schlagen die Drums stets forsche Tempi an und zu einem agilen, teils funkigen Bass liefert Aadnekvam auf seiner akustischen Gitarre sehr solide Griffbrett-Arbeit ab. Darüber setzen alle Beteiligte meist wortlose Vokal-Linien.

So hört man sich durch neun an sich nicht schlecht gemachte, energiegeladene Songs, die mal mehr (»Freedom«), mal weniger (»For All«) Zug zum Tor haben. Aber so recht mag davon nach wie vor nichts hängen bleiben. Denn leider hilft all die Virtuosität nicht weiter, wenn es an der eigenen Handschrift mangelt. Zu uniform klingt das Ganze. So würde man etwa nicht vermuten, dass jeder der Musiker eigene Kompositionen zu diesem Album beigesteuert hat. Im Gegenteil: Keiner der Tracks schlägt ein wirklich neues Kapitel auf oder beschreitet gar stilistisch bisher unerhörte Wege. Vielmehr fühlt man sich stets an die großen Vorbilder erinnert, von denen einem etwa Al di Meola oder vielleicht auch Lionel Loueke einfallen. Und die Band liefert eigentlich kein stichhaltiges Argument, nicht bei den Originalen zu bleiben. Leider. (stv)



Mehr CDs von Steinar Aadnekvam

Steinar Aadnekvam: Freedoms Tree II

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Frøy Aagre: Cycle Of Silence
(2009, ACT /Contraire 9491-2 ) - Norwegen

Lyrisch und verträumt schlängelt sich das Sopran der norwegischen Saxophonistin, auf ihr Tenor verzichtet sie hier ganz. Ihren Ton kann man durchaus eigen nennen, ganz sicher ist sie kein Epigone eines bekannten norwegischen Saxophon-Weltstars. Eine feine Band hat sie beisammen, die sehr organisch und eingespielt klingt. Freddy Wike (dr) und Audun Ellingsen (b) begleiten konzentriert und aufmerksam, »Words On An Envelope« ist hierfür ein Paradebeispiel. Besonders Ellingsen überzeugt auch solistisch.

Wichtigster Mann in der Band ist jedoch Andreas Ulvo, mittlerweile einer der führenden Pianisten Norwegens – er ist der Klangarchitekt, wenn Frøy Aagre schweigt. Wenn sie spielt, spielt sie unaufgeregt und präsent, manchmal verspielt, meistens kontrolliert, wirkt hier und da etwas entrückt und fängt sich dann wieder – große emotionale Eruptionen entladen sich nicht. Kompositorisch hat Frøy Aagre auch einen persönlichen Stil: mit Köpfchen, aber nicht verkopft, melancholisch, aber nicht sentimental. (tjk)

Frøy Aagre: Cycle Of Silence

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Juhani Aaltonen & Raoul Björkenheim: Awakening
(2018, Eclipse Music ECD-201862 ) - Finnland

Anlässlich des Tampere Jazz Happening 2016 trafen sich – natürlich nicht zum ersten Mal – der große Altmeister (oder alte Großmeister) Juhani Aaltonen und Raoul Björkenheim, seines Zeichens ebenfalls einer der ganz wichtigen Musiker des finnischen Jazz zu einer seltenen Duo-Performance, die zum Glück mitgeschnitten wurde und nun von Björkenheim auf dem Eclipse-Label veröffentlicht wird.

Auf den ersten Blick mag diese Duo-Konstellation verwundern, ist doch gerade der Gitarrist Björkenheim nicht erst seit den Tagen von Krakatau eher für fulminante Musik bekannt, die sich gerne weit aus dem harmonischen Fenster lehnt. Doch auf den zweiten Blick ist das absolut schlüssig, ist doch Aaltonen selbst auch offeneren Strukturen gar nicht abgeneigt. Hier ist Aaltonen ausschließlich an der Flöte zu hören, Björkenheim spielt neben (elektrischen) Gitarren auch Viola da Gimbri. Zusammen sind die beiden viel mehr lyrisch als abenteuerlustig – vor allem Aaltonen erweist sich als Meister der Reduktion, um dessen getragene, manchmal Vibrato-geschwängerte Flöte die vergleichsweise wuseligen Gitarrentöne herumtollen wie kleine Wolfswelpen um das Muttertier. Außer jeweils einer eigenen Komposition haben sie die Stücke zusammen erarbeitet, wobei sie selbstverständlich viel Wert auf Agieren und Reagieren gelegt haben. Im letzten Stück »Eyes Of The Wise« schließlich agieren sie außerordentlich kraftvoll: Duo spielen ist eine ganz eigene Kunst – Aaltonen und Björkenheim beherrschen sie. (tjk)



Siehe auch:
Juhani Aaltonen
Raoul Björkenheim

Juhani Aaltonen & Heikki Sarmanto

Krakatau


Juhani Aaltonen: Awakening

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