Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 11 - 20 von 1137 im Genre »Pop« (insgesamt 2005)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Greta Aagre & Erik Honoré: Tuesday Gods
(2017, Jazzland /Edel 377 903 7 ) - Norwegen

Nachdem ihre erste Duoplatte »YEAR OF THE BULLET« 2012 als Verwandte von »UNCOMMON DEITIES« gesehen werden konnte, so ist die Nachfolgerin »TUESDAY GODS« klar als Schwester von Erik Honorés zeitgleich erschienener Hubro-CD »UNREST« erkennbar. Beide erzählen deutlich von Unruhe, entstanden in einer Zeit persönlicher Umbrüche und Turbulenzen. Doch wo das vorwiegend instrumentale, dunklere »UNREST« dies musikalisch stärker mit Brüchen hörbar und erfahrbar macht, ist das Songalbum »TUESDAY GODS« mit Honorés Texten von einer schwebenden Homogenität geprägt; die zarten, von Greta Aagre präsent und effektfrei gesungenen Lieder kleidete Honoré in komplexe Soundskulpturen, aus denen die jahrelange Arbeit mit dieser, seiner ureigenen, subtilen Punkt-Stilistik spricht.

Mit den beiden spielte Bjorn Charles Dreyer auf allen Stücken Gitarre, doch sein Spiel mischt sich filigran in die ausgefeilten Klangbilder, wie man es häufig von Eivind Aarset kennt. Das alles erinnert stark an Sidsel Endresens großartiges Album »UNDERTOW«, wo Gitarrist Roger Ludvigsen vergleichbar schwebend mitwirkte. Auf beiden Alben tritt außerdem sehr sporadisch Nils Petter Molværs Trompete auf, hier zudem auf zwei Stücken André Kassen am Saxofon. Auch die herbstlich gedankenversunkene Atmosphäre lässt an »UNDERTOW« denken, wenngleich »TUESDAY GODS« lichter und optimistischer wirkt. Beide sind ganz und gar großartige Werke, souverän und weise: Jazzlands schönste CD seit langer Zeit, vielleicht sogar seit »UNDERTOW«, und das war vor 17 Jahren. (ijb)



Mehr CDs von Greta Aagre & Erik Honoré



Siehe auch:
Bjorn Charles Dreyer
Yūgen

Sidsel Endresen

André Kassen


Greta Aagre: Tuesday Gods

Offizielle Website

Nach oben

ABBA: The Definitive Collection
(2001, Polar /Universal 549.974-2 ) - Schweden

Die Zeit adelt doch (fast) jedes Hitwunder. Und so kommt es, dass man als Teenie ABBA während ihrer Erfolge von 1973 – 1982 »irgendwie mochte«, sich danach für seine »jugendlichen Geschmacksverirrungen« schämte und zur Jahrtausendwende, als allerortens nostalgisch verbrämte ABBA-Jubiläen gefeiert wurden, die alten Scheiben wieder aus dem Schrank kramte. ABBA war inzwischen Kult geworden, und es stellte sich nicht mehr die Frage, OB man ihre CDs besaß, sondern WELCHE.

»THE DEFINTIVE COLLECTION« enthält alles, was das Oldie-Herz begehrt – mit 37 Songs auf zwei CDs alle Single-A-Seiten, dazu als Bonus je einen Remix von »Ring Ring« und »Voulez-Vous«. Ein 32seitiges Booklet über den beruflichen wie privaten Aufsteig und Fall der beiden schwedischen Ehepaare (Frida war jedoch eigentlich gebürtige Norwegerin) erhebt dieses liebenswert-naive Pop-Paket tatsächlich zur »definitiven Sammlung«. (peb)



Mehr CDs von ABBA



Siehe auch:
Agnetha Fältskog
Nils Landgren


 ABBA: The Definitive Collection

Offizielle Website

Nach oben

Jennie Abrahamson: Reverseries
(2017, How Sweet The Sound /Indigo ) - Schweden

Das blasse Schneewittchen schläft nicht. Sie schmachtet hinter der Dornenhecke nach dem aufregenden Leben und füllt ihre Nächte mit elaborierten Edel-Elektropop-Sounds. Da wir hier in Schweden sind, sind die Songs auf Jennie Abrahamsons fünften Album »REVERSERIES« von unterkühlter Eleganz. Die Musikerin, die in den vergangenen Jahren als Background-Sängerin ausführlich mit Peter Gabriel auf Tour war, schreibt perfekte Songs für gehobene Hipster. Um in der Märchennmetapher zu bleiben: Mit Jennie Abrahamson sind wir im Palast der Schneekönigin angekommen. Alles ist von unnahbarer Schönheit. Es glitzert und funkelt in diesen festlichen Räumen. Aber es auch kalt, sehr kalt. Denn es gibt hier nichts, an dem wir uns reiben könnten. Dem kleinen Kai aus Anderssons Märchen wird es hier kühl ums Herz.

Selbst Liebeslieder wie »Bloodlines«, in denen die Chanteuse naiven Lolita-Charme mit selbstbewusster Jung-Madonna-Attitüde kombiniert und die Synthies in 80er-Manier weit aufdreht, sind hoch künstliche Gebilde. Das balladige »Down To The Water« ist ein Sahnestückchen Supertüftelpop mit Americana-Anklängen, das gleichwohl so künstlich blubbert wie Waldmeisterbrause. »Safe Tonight« punktet mit melodramatischen Anklängen. Über Veränderung in ihrem Leben und die aktuelle Weltlage hat sie hier geschrieben, sagt Jennie Abrahamson. Und man denkt eine halbe Minute nach und kommt dann zu dem Schluss, dass das doch sehr banal ist. Und die Rezensentin legt als Gegengift den wunderbar garstigen Elektropopsong »Maailmanloppu« der völlig unbekannten Finnen Eleanoora Rosenholm auf. Weltuntergang und Gattenmord: Wäre das nicht eine Alternative für Schneewittchen? (emv)



Mehr CDs von Jennie Abrahamson



Siehe auch:
Eleanoora Rosenholm

Jennie Abrahamson: Reverseries

Offizielle Website

Nach oben

Anna Abreu: Now
(2008, Sony BMG 88697 398222 ) - Finnland

Anna Abreu, eigentlich Anna Eira Margarida Mourão de Melo e Abreu, wurde zwar 2007 in der dritten Idols-Staffel (finnische Version der Castingshow Pop Idol) »nur« Zweite hinter Ari Koivunen, aber bekam dennoch einen Plattenvertrag bei Sony BMG. Erwartungsgemäß schrieb sie auch auf ihrem zweiten Album »NOW« kein Lied komplett selbst, wirkte nur mit, wie bei den nicht-englischen Stücken »Perdoa-Me« oder »No Estragues El Momento«. Keine Passage der Instrumentierung stammt von ihr, die Tochter eines portugiesischen Vaters und einer finnischen Mutter singt »nur«. Aber sie singt erstklassig.

Sie serviert nicht Pop pur, sondern würzt ihre zehn Songs kräftig mit R & B, wie in »Junkie For Your Love«. Und sie scheint noch ganz andere musikalische Vorlieben zu haben: So gab sie in den Idols-Sendungen nicht nur die (bei ihrem Aussehen und ihrer Stimme) erwarteten Lieder von Alicia Keys zum Besten, sondern auch »Jumala« von Apulanta oder »I Love Rock 'n' Roll« von Joan Jett & The Blackhearts. Nach Apulanta klingt »NOW« freilich nicht, stattdessen nach Anna Abreu mit einem Schuss Shakira oder – nicht ganz so geglückt – Amy Winehouse (in »Done With Her«). Fazit: Der 37-Minüter ist eines der besseren Popalben, dank einer ausgezeichneten Anna Abreu, die just, im März 2009, zum zweiten Mal in Folge mit der »Emma« als »Beste weibliche Künstlerin« ausgezeichnet wurde.

Noch eine kleine Randbemerkung: Anna Abreu spricht in der finnischen Synchronisation von »Die Simpsons – Der Film« spricht Rod Flanders. (nat)



Siehe auch:
Ari Koivunen
Apulanta

Don Johnson Big Band


Anna Abreu: Now

Nach oben

Ace Of Base: Happy Nation
(1993, Mega Records 517.749-2 ) - Schweden

Reichen sinnentleerte und primitivste elektronische Rhythmen, Friede-Freude-Eierkuchen-Texte, eine Blondine, eine Brünette und zwei Männlein aus, um die breite Masse glücklich zu machen – HAPPY NATION? Mitnichten. Im Gegensatz zu ihren Landsleuten ABBA, die mit »Voulez-vous« einen Megahit landeten, ist bereits der erste Track »Voulez-vous Danser« vielmehr eine Lachnummer.

Die Band, die irgendwie den Anfang der Neunziger verschlafen hat und sich in übelster 80er-Jahre-Optik präsentiert, überzeugt musikalisch in keinster Weise – doch irgendwie haben sie es bewerkstelligt »All That She Wants« in enorme Chart-Höhen zu hieven. Ace Of Base ist die richtige Wahl für alle jene Seligen, welche ihre Erfüllung in monotonem Ganzkörperzucken finden, den Blick verklärt gen Discokugel gerichtet. Alle anderen fahren besser mit dem fünften Track: »Waiting For Magic«. Für diese CD sollten wir eigentlich die Bewertung »0 Sterne« einführen. (nat)

 Ace Of Base: Happy Nation

Offizielle Website

Nach oben

Acid House Kings: Sing Along With Acid House Kings
(2005, Labrador LAB075 ) - Schweden

Süßspeisen-Pop. So wie eine mehrstöckige, mit allerlei Kitschkram bestückte Hochzeitstorte. Aber so cool im angesagten 60ies-Retro-Sound, dass der Gesamteindruck völlig sophisticated wirkt. Acid House Kings, das mit dem Gründungsdatum 1991 heute bereits zu den Paten des Anorak-Pop zählende Quartett, spielt sehr geschickt mit Versatzstücken aus braven Motown-Girlsbands, ein bisschen Belle & Sebastian, Schlageranklängen, Bezügen zum Chanson und einer kleinen Verbeugung vor Astrud Gilbertos Bossanova-Stil.

Wer sich Frühlingsgefühle im November bewahren will, dem sei »SING ALONG WITH«, das vierte Album der Schweden, ans Herz gelegt. Schon allein deshalb, weil die Band so wohlmeinend ist, eine Karaoke-CD beizulegen, damit die treuen Fans die schlimmsten Winterdepressionen einfach wegsingen können. Wer aber nach zu viel Torte zur Abwechslung auch nach einer Essiggurke verlangt, sucht hier vergebens. Und manchmal schrammen die sehr geschickt und liebevoll arrangierten Drei-Minuten-Songs mit ihren Boy-Girl-Happy-End-Naivität haarscharf an der Grenze zur Zuckervergiftung vorbei. (emv)



Mehr CDs von Acid House Kings



Siehe auch:
Verschiedene: Labrador 100

 Acid House Kings: Sing Along With Acid House Kings

Offizielle Website

Nach oben

Acorn: Here & There & Back
(2008, Herzog Records 6418770801958 ) - Finnland

Das Gewöhnliche entdecken? Acorn aus Helsinki bieten dazu zwölf Anlässe, die zwar nicht gänzlich zupacken, jedoch mit vielseitiger Instrumentierung und Charakterstärke die Beliebigkeit in Schach halten. Im bunten Acorn-Kosmos verwischen Zeit und Raum genauso wie die musikalischen Grenzen. Irgendwo in den weiten Feldern zwischen Country, Bluegrass und Pop liegen die Songs in der Ackerfurche; geerdet und mit der Bodenhaftung ausgestattet, die immer auch ein bisschen rückständig wirkt.

Gut und gerne könnte dieses Quartet auch aus dem mittleren Westen der USA stammen, wo sich Banjo und Slidegitarre die schwieligen Hände schütteln. Mit Arbeitermentalität ist aber dieses Album nicht ausgestattet, vieles klingt beschwingt und unbeschwert, was vor allem der klaren Stimme Christa Renwalls zu verdanken ist. Kein Song mag so richtig aufhorchen lassen, vielleicht weil ab einem gewissen Alter Überraschungen eher als lästig denn spannend wahrgenommen werden. So bleibt nur noch die Freundlichkeit haften, mit der dieses doch eher blasse Werk vorüberhuscht. (maw)

 Acorn: Here & There & Back

Offizielle Website

Nach oben

Adiam: Black Wedding
(2016, Vertigo) - Schweden

Bitterer Honig. Diesen Geschmack könnte man auf der Zunge haben, wenn man »BLACK WEDDING« lauscht, dem ersten Longplayer von Adiam. Die schwedische Sängerin mit eritreischen Wurzeln, die bislang mit zwei EPs auf sich aufmerksam gemacht, verbirgt existenzielle Verweiflung hinter eleganten Dancefloor-Tracks. Soul, R&B, Elektropop und Disco treten hier in glühendem Schwarz vor den Altar. Als Produzent hat Dave Sitek von TV On The Radio hier seine Finger federführend im Spiel. Kein Wunder, dass bei atemlos treibenden Tracks wie »Bigger« zwischenzeitlich ziemlich abgerockt werden kann!

Adiam traut sich trotz Major-Label-Vertrag und hochpolierten Sounds etwas: Denn zu den Albumhöhpunkten gehört unzweifelhaft die percussionlastige Ballade »Sleep« : Eine unsentimentale, leise depressive Ode an die Schlaflosigkeit. Adiam mag zwar auf den ersten Blick ungemein cool und streetwise daherkommen. Aber hinter der stylishen Inzenierung hat Adiam einen sehr sensiblen, klaren und verletzlichen Blick auf die Dinge. Und in zurückgenommenen, basslastigen Songs wie »Desert Island« ist die schwarze Seele des Soul die eigentlich bestimmende Kraft. (emv)

 Adiam: Black Wedding

Offizielle Website

Nach oben

Adna: Night
(2014, Despotz) - Schweden

Adnas Songs wirken auf die Zuhörer so, wie das »Kleine Schwarze«, das klassische weibliche Kleidungsstück: Bewusst reduziert und von eleganter Einfachheit. Zurückhaltend arrangiert, als scheuten sie sich davor, zu sehr ins Rampenlicht zu streben. Pathetische Geschichten oder übertriebene Melodramen will die knapp 20jährige auf ihrem Debütalbum »NIGHT« nicht erzählen. Lieber will sie flüchtigen Gefühlszuständen nachspüren, die mit Worten ohnehin nur schwer zu beschreiben sind. Umso besser, dass sich die Wahlberlinerin entschieden hat, den Erstling in nur fünf Tagen und fünf Nächten aufzunehmen: So wirken Songs wie das von Cello- und Pianoklängen umschmiegte Titelstück so, als trete Adna nachts um halb zwei gerade in einer kleinen Bar auf, wo Folksters, Popsters und Chansonniers heimlich Händchen halten.

Angenehm träumen lässt es sich zu diesen Songs. Die Sehnsucht kippt gerade noch nicht in Melancholie. Nachdenklichen Tracks wie »Thoughts« sind bar aller Erdenschwere. Sie kommen leicht daher, und zärtlich sowieso. Dass kleine Ballade und brüchiges Chanson mehr gemeinsam haben, als man gemeinhin annimmt, macht die Nachwuchskraft mit Songs wie »Rain« deutlich. Und was könnte man Schöneres über ein erstes Album sagen, als dass einem hier das Herz ganz weit aufgeht? (emv)



Mehr CDs von Adna

 Adna: Night

Offizielle Website

Nach oben

Albert Af Ekenstam: Ashes
(2017, Kning Disk /Cargo ) - Schweden

Die Kunst der selbstbewussten Verlangsamung: Albert Af Ekenstam hat es in dieser Disziplin bereits in jungen Jahren zur Meisterschaft gebraucht. Dass weniger unbedingt mehr ist, hat der schwedische Singer-Songwriter auf seinem Debütalbum »ASHES« instinktiv verstanden. Es ist herbstlicher Kammerpop, den der Musiker aus Göteborg hier auf hohem Niveau präsentiert. Dieses Terrain zu durchwandern, ohne auf Abwege Richtung Kitsch und Seichtheit zu geraten, das ist nicht einfach. Unbestritten im Mittelpunkt steht die warme, differenzierte Stimme Ekenstams, der uns melancholische Geschichten erzählt, ohne dabei in Weinerlichkeit zu verfallen. Es ist von zurückhaltender Lebensweistheit, was uns der Mann in minimalistischen Songs wie »The Devil Bird« erzählt. Ein Referenzmusiker, der sofort in den Sinn kommt, ist Kurt Wagner von Lambchop. Und natürlich die Chef-Wehmutsband Choir Of Young Believers!

Man muss hier schon sehr genau hinhören, um die raffinierte Einfachheit der Arrangements gebührend zu würdigen: Wenn etwa ein lebensweises Piano oder eine sensible Trompete einsetzen oder die fabelhafte Landsfrau Sumie Naganao als Gastsängerin agiert. Und ganz, ganz vorsichtig fügt Ekenstam in Tracks wie »Angel Liz« eine Prise Pop-Sensibilität hinzu. In ruhiger Schönheit schwelgen: Mit dem Schweden geht das bestens! (emv)



Mehr CDs von Albert Af Ekenstam



Siehe auch:
Choir Of Young Believers

Albert Af Ekenstam: Ashes

Offizielle Website

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 11 - 20 von 1137 im Genre »Pop« (insgesamt 2005)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel