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Lange Rezensionen 1131 - 1140 von 1160 im Genre »Pop« (insgesamt 2045)

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Rikard Wolff: Tango
(2009, Kirkelig Kulturverksted FXCD 347 ) - Norwegen

Der Tango ist keine wirklich vergnügliche Sache. Eigentlich. Aber da kommt ein norwegischer Schauspieler und Sänger daher und bringt eine unerwartete Leichtigkeit, Verspieltheit und augenzwinkernde Ironie in den »traurigen Gedanken, den man tanzen kann«, wie Tangodichter Enrique Santos Discépolo diesen Tanz treffend beschreibt. Rikard Wolff, Tausendsassa und Entertainer, interpretiert auf »TANGO« 13 Songs aus dem Repertoire des legendären argentinischem Sängers Carlos Gardel. Mit reichlich Verve!

Entstanden ist die norwegische Interpretation der klassischen südamerikanischen Variante der »wohllüstigen« Traurigkeit in Buenos Aires und Stockholm. Allein hat Wolff diese Annäherung nicht geschafft: Ohne die Unterstützung des famosen Carlos Corrales am Bandoeon, des temperamentvollen Pablo Agri an der Geige, des cool-stoischen Daniel Falasca am Bass und des einfühlsamen Andreas Linetzky am Piano wäre diese Aufnahme nur der halbe Spaß geworden. Dass Wolff die Gardel-Klassiker wie »Volver« und »Caminito« auf norwegisch darbietet, verleiht diesem interkontinenentalen Kulturaustausch noch eine gänzlich unerwartete Exotik. Aber es funktioniert! (emv)



Siehe auch:
Kari Bremnes & Rikard Wolff

Rikard Wolff: Tango

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Wolfkin: Brand New Pants
(2006, Crunchy Frog FROG048-2 ) - Dänemark

Der Modezyklus ist eine bemerkenswerte Angelegenheit. Wähnte er Schlaghosen noch bis vor fünf Jahre in der hintersten Ecke seines Vergessen, so waren plötzlich ausgestellte Beine wieder modischer Chic. Jetzt, nachdem sich wieder so langsam Staub auf diesen Trend legt, kleiden uns zwei Dänen mit neuen Hosen ein. Die aus den 60ern.

Christian Gotfredsen und Lars Vognstrup (spielt auch Gitarre bei Junior Senior) haben ihre musikalische Zusammenkunft dem Zufall des Tür-an-Tür-Wohnens zu verdanken. Und ihre Platte verdankt vor allem der Gesamtmische aus nostalgischen Soundtagen und der gediegenen Schummerigkeit ihren Klang. Ein bisschen Crooner-Pop mit Hawaiigitarren, ein bisschen gepitchter Synthiekäse, psychedelische Wildläufe und Americana-Gewürz. Fertig ist ein Debütalbum, das mit Wärme und Tiefgang aufwarten kann, sich zwischendurch aber auch mal ein Nickerchen gönnt. Die Zügellosigkeit einer ganzen Generation von Schlaghosenträgern wird hier schmerzlich vermisst. (maw)

 Wolfkin: Brand New Pants

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Marte Wulff: Marte Wulff
(2016, Propeller Recordings) - Norwegen

Leicht skeptisch blickt Marte Wulff auf dem Cover ihres fünften, selbst betitelten Albums. Dazu hat die norwegische Singer-Songwriterin überhaupt keinen Grund, denn 2016 feiert sie ihr »Zehnjähriges« als Berufsmusikerin. Die Frau aus Kristiansand mit der schwebenden, hellen Stimme kehrt nach einer Dekade hörbar zu ihren Wurzeln im sanften Folkpop zurück. Beim Vorgängeralbum hatte sie noch mit der großen Form experimentiert und mit dem Kristiansander Symphonikern musiziert. Der Fünftling der auf Norwegisch singenden Künstlerin, die in Deutschland weitgehend unbekannt ist, kommt bewusst zurückgenommen in der Tradition des klassischen Kammerpop daher. Fein arrangiert mit Streichern, Piano und Gitarre. Auch eine Trompete darf in Songs wie »På Gjerdet« glanzvolle Gastaufttritte hinlegen. Zu den bestens aufgelegten musikalischen Mitstreitern gehört übrigens auch eine begabte Newcomerin, die Sängerin Fay Wildhagen. Martte Wulff betreibt also zum Jubiläum auch noch Nachwuchsförderung, fein!

Im norwegischen Dialekt zu singen, das hat für die Sängerin mit Authentizität und Unmittelbarkeit zu tun. Dass sie hier beschwingte bis melancholische kleine Alltagsgeschichten erzählt, wird auch ohne jegliche Kenntnisse der Landessprache deutlich. »MARTE WULFF« ist ein wunderbar erwachsenes Album geworden, dass nicht zu großen Gesten ausholen muss, um nachdrücklich in Herz und Hirn Einzug zu halten. (emv)

Marte Wulff: Marte Wulff

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Essi Wuorela: Valo
(2006, EMI 0946 344182 2 5 ) - Finnland

Ihr eigentliches Betätigungsfeld ist die A capella-Gruppe Rajaton, aber Essi Wuorela findet auch Zeit, ihren eigenen Projekten nachzugehen. Auf »VALO« kleidet sie sich in ein geschmackvolles Pop-Gewand mit ganz leichter Schräglage zum Iskelma (finn. Schlager), mal verträumt melancholisch, mal mittelflott trabend. In beiden Varianten kommt ihre klare, geschmeidige Sopranstimme sehr gut zur Geltung.

Die meisten der Songs stammen von Sanna-Liisa Ilkka, die auch Background singt und unter ihrem Künstlernamen Sansa inzwischen wesentlich bekannter ist. Zwei Kompositionen hat Anna-Mari Kähärä beigesteuert, eine J. Karjalainen. Ihre Band heißt Stuntmen, dazu gehören u.a. Lasse Sakara (g) und Osmo Ikonen (p, key). Produziert hat Douglas Pashley, mit Bedacht und durchaus luftig. Natürlich singt sie über die Liebe in diversen Facetten: »En Sua Saa« (Ich krieg Dich nicht) ist natürlich wenig fröhlich, auch der »Yksinäinen Sunnuntai« klingt wie ein einsamer Sonntag. »Sekaisin« und das fast schon schnelle »Jalat Itkee« sind auch richtig gut. Sehr schön auch der Rausschmeißer »Tänään Lähdetään« nur mit akustischer Gitarre und Cello. (tjk)



Siehe auch:
Anna-Mari Kähärä
J. Karjalainen

Rajaton

Sansa


Essi Wuorela: Valo

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Wäinötär: Wäinötär
(2005, Wolfgangrecords WOLFCD 030 ) - Finnland

Das erste Hören ruft ein »Au weia« hervor, so hemmungslos bedienen sich Wäinötär überall auf einem akustischen Rundgang, der von einem Värttinä-Konzert über einen Schlagerschuppen, am Friedhof vorbei in eine Teenie-Disco führt. Der Opener »Kokko« kommt eher schlagerhaft daher, »Susi« ist tanzbarer Mainstream-Pop-Rock, »Kihlaus« erinnert fast an türkische Pop. »Leino Lempi« klingt, als würden Värttinä mit Gewalt in die Charts drängen. Rockige Gitarren dominieren »Noita«, das beste Stück »Tuuli« bezaubert mit jazzig-leichtem Groove und Flöten.

Hinter Wäinötär stehen hauptsächlich die Sängerin Mirka Sirkkanen und Petri Savolainen, der neben Gitarre auch Mandoline, Kantele und diverse Tasten bedient. Hinzu kommt eine illustre Gästeschar: Lassi Logren, Hannu Rantanen und Jaska Lukkarinen waren zu der Zeit noch fest bei Värttinä. Jarmo Saari, Tapani Varis und Jukka Perko sind feste Größen in der Folk- bzw. Jazz-Szene. Nach mehrmaligem Hören weicht das anfängliche »Au weia« einem entschlossenen »Ja-irgendwie-schon-aber-andererseits-auch-wieder-nicht«. (tjk)



Siehe auch:
Värttinä

 Wäinötär: Wäinötär

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Yamon Yamon: This Wilderlessness
(2010, A TenderVersion /Alive TVR017 ) - Schweden

Das Schwierigste am Kunstpop mit Anspruch ist es, dass er nie, nie, nie bemüht daherkommen darf. Und nein, in Popsongs scheint nicht immer die Sonne, aber gegen dräuende Schatten ist eine elegante Leichtigkeit die effektivste Strategie. Bei Yamon Yamon aus Stockholm durchbrechen auf dem Erstlingswerk »THIS WILDERLESSNESS« selbstbewusste Sonnenstrahlen jegliche verkopfte Traurigkeit. Das Quartett setzt auf ein eigensinnig-kraftvolles Piano, perlende Gitarren und die sanfte Indiestreberstimme von Sänger Jon Lenblads, die sich wie ein schnurrende Katze an den intelligent-verschachtelten Songs reibt. Angeben tut hier keiner. Gehobenes Understatement.

Durch das Schaffen von Yamon Yamon schleichen Schatten von Lo-fi-Poptüftlern wie Wheat oder The Sea And Cake. Die ebenso mit verspielter Sanftheit siegen. Die Schweden entwerfen hier eine feine, flüchtige musikalische Melancholie, die nicht wirklich schmerzt, sondern nur eine unbestimmte Sehnsucht nach etwas entfernt Perfektem entfacht, das immer wieder im Dunst verschwindet. Yamon Yamon verlieren mühelos den Boden unter den Füßen und machen es sich selbstbewusst auf einer träumenden milchweißen Wolke bequem. Detailverliebt, ernsthaft, großäugig. Und sind ein überzeugender Beweis dafür, dass das scheinbar Zurückgenommene immer siegen wird. (emv)

 Yamon Yamon: This Wilderlessness

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Yast: Yast
(2013, Adrian Recordings /Broken Silence ) - Schweden

Ach, all die dummen Dinge, die wir aus verliebter Verirrung tun! Yast aus Malmö können ein Lied davon singen. Die fünf Schweden geben auf ihrem selbst betitelten Debütalbum die schwelgerischen Popträumer, die trotz aller enttäuschten Hoffnungen unbeirrt daran glauben, dass die Romantik keine bloße Schimäre ist. Schlunzige, mitunter psychedelische Schwärmer sind sie, die mit Songs wie dem gitarrenschnurrenden »Strangelove« in tiefenentspannter Grundhaltung luftige Popdrachen in den Himmel aufsteigenden lassen. Die Blumenkinder der 6oer hätten das nicht stilechter tun können.

Yast verbindem hippiesken Müßiggang mit großäugigem Tweepop, ohne dabei naiv zu wirken. Auf luftige Weise melancholisch geht es hier zu, wenn in gehobenen Falsett-Tönen über Einsamkeit und Verwirrung gesungen wird. Die Schultern hat man selbstredend in trotziger Abwehrhaltung hochgezogen. Musikalisch steht man mit zumindest anderthalb Beinen in den melodieverliebten Pop-Sixties mit angenehm hallenden Klampfenklängen. Ausflüge gen Surfrock wie im Track »Always On My Mind« zeigen, dass Yast auch gerne schauen, was jenseits ihrer Frühlingswiese liegt. Verliebte Jungs, diese Fünf! Wenn man die Liebe mit Tendenz zum gebrochenen Herz dazuzählt.
(emv)



Mehr CDs von Yast

 Yast: Yast

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The Yes Wave: The Yes Wave
(2011, Divine Records /Broken Silence ) - Dänemark

Anspruch und Wirklichkeit. Das sind die beiden Klippen, zwischen denen das kleine Boot des Erwachsenseins mit Vorliebe zerschellt. Die goldenen Träume und die graue Wirklichkeit und der rauhe Wind, der uns mit dem Verlust der hehren Illusionen in Gesicht und Seele bläst: Darum geht es beim selbst betitelten Debüt von the Yes Wave. Das Quartett um Sänger Jeppe Cornelius orientiert sich hörbar am ehrlichen Gutmenschentum eines Kurt Wagner von Lambchop oder eines Bruce Hornsby und blickt auf sehr handgemachte Weise dezidiert nach hinten, in eine fast sepiabraun eingefärbte Vergangenheit, in denen die Loser noch in Kneipen herumhingen, die Edward Hopper gemalt haben könnte. Die späten 60er, die frühen 70er, die fast noch unschuldig-folkige Welt, sie lassen grüßen.

Die Dänen könnten auch in einer namenlosen Kleinstadt im Mittleren Westen der USA gestrandet sein, wo sich Herzschmerz und Verkatertheit unspekatulär in den Armen liegen. Eine leise, countryrockige Traurigkeit trabt hier durch die Songs, einfühlsam unterstützt von sparsam orchestrierten Streichern und Trompeten. Hier sitzt jedes Wort, hier gibt es keine überflüssige Note. Die Stimme von Jeppe Cornelius klingt gleichermaßen abgeklärt wie selbstbewusst. So einfühlsam wie aufrecht. Hier blickt einer zurück und hat sich nichts vorzuwerfen: Wie im vielleicht schönsten Song des Albums, »Great Applause«, hat hier einer vom Leben reichlich Dresche bezogen, aber ist diesem Leben eben auch nichts schuldig geblieben. (emv)

The Yes Wave: The Yes Wave

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Maria Ylipää: Onerva
(2013, Jupiter/Texicali Records JUP-518 ) - Finnland

L. Onerva (eigentlich Hilja Onerva Lehtinen, 1882-1972) war Schriftstellerin, Feministin und Kritikerin, deren Bedeutung ihren (zumindest internationalen) Bekanntheitsgrad weit übertrifft. Sie stellte bürgerliche Lebensformen und christliche Sozialnormen in Frage und kämpfte gegen die Unterdrückung weiblicher Sexualität, insbesondere in ihrem skandalösen Roman »Mirdja« von 1908. Daneben verfasste sie viele Gedichte – diese werden hier vertont.

Die Kompositionen stammen von Anna-Mari Kähärä, die hier erneut ihre herausragenden Fähigkeiten unter Beweis stellt. Sie stellt die Gedichte in einen ernsten, meist ruhigen Rahmen, der Kunstlied, Pop und Chanson umfasst: Der Klang wird bestimmt von ihrem Piano und dem Cello von Riikka Lampinen, dazu kommen Verneri Pohjola (Flügelhorn), Marzi Nyman (Gitarre) und die Bassistin Sara Puljula. Ganz wenig Percussion sorgt in »Tahto« für latinbasierte Rhythmen. Fast Kirmesstimmung weht durch »Te Naiset« mit kräftigen Klavierkaskaden und verspielter Gitarre.

Im Zentrum steht selbstverständlich Maria Ylipää: Sie ist sowohl als Schauspielerin wie auch als Sängerin bekannt, wobei sie stilistisch sehr offen ist. Hier besticht sie durch große Klarheit und Ausdruck. Der Tango »Harmaat Päivät« ist ein Muster an stimmlicher Kraft und Einfühlsamkeit. (tjk)



Siehe auch:
Anna-Mari Kähärä
Verneri Pohjola

ZetaBoo


Maria Ylipää: Onerva

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Maria Ylipää & Emma Salokoski: Omani Uni
(2010, Texicalli Records JUP506CD ) - Finnland

Die Kombination passt: Emma Salokoski gehört seit Ende der 90er zu den führenden Stimmen zwischen Pop und Jazz in Finnland, Maria Ylipää ist in verschiedenen Disziplinen zuhause: Musik, Theater, Film. Mit dieser CD erfüllen sie sich ihren »eigenen Traum«, so der Albumtitel auf Deutsch. Entsprechend ambitioniert ist denn auch dieses zwischen Chanson, Kammerpop und Jazz angesiedelte Projekt, auf dem sie Gedichte vertonen. Zu den Textern gehören Mika Waltari und Paula Vesala, die Kompositionen stammen u.a. von Anna-Mari Kähärä, Olavi Louhivuori und Pekka Kuusisto.

Musikalisch setzen sie auf viele Farben: Gleich der erste Song, »Kauniin Naisen Laulu«, das Lied der schönen Frau, präsentiert die Jazzer Jukka Perko, Teemu Viinikainen, Antti Lötjönen und Olavi Louhivuori mit einem Streichquartett. Aus diesem Pool stammt die jeweils unterschiedliche Besetzung für alle zwölf Stücke, mit deutlichem Übergewicht auf Seiten der Streicher. Ylipää und Salokoski teilen sich das Mikro schwesterlich, die Duo-Songs haben aber zusätzlichen Charme, denn beider Stimmen klingen trotz ähnlicher Lage und Stil sehr gut zusammen. (tjk)



Siehe auch:
Emma Salokoski
Maria Ylipää

Olavi Louhivuori

Jukka Perko


Maria Ylipää & Emma Salokoski: Omani Uni

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