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Lange Rezensionen 1131 - 1137 von 1137 im Genre »Pop« (insgesamt 2005)

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Marius Ziska: Recreation
(2013, Stargazer Records /Broken Silence HJF256 ) - Färöer

Der isländische Musiker Pétur Ben sagte nach einem Auftritt beim färingschen G!-Festival: »Ich denke wirklich, dass die Färöer Inseln zu den Flecken Erde zählen, wo wundervolle Dinge passieren können. Ich glaube sie sind ein magischer Ort«. Beim eben diesem G!-Festival entdeckte Stargazer Records 2012 Marius Ziska, der dort nun mit »RECREATION« debütiert. Zusammen mit seiner dreiköpfigen Band und etlichen Gästen hat er neun Singer-Songwriter-Kompositionen zwischen Folk, Pop und Rock eingespielt.

Die fragilen Akustikmelodien untermalen Ziska, Allan Tausen (Gitarre, Gesang), Heðin Ziska Davidsen (Gitarre, Sitar, Ukulele, Synth, Gesang) und Brandur Jacobsen (Schlagzeug, Gesang) mit Synthie-Sounds. Die Lieder verbreiten oft eine zerbrechlich-nachdenkliche Stimmung, doch dazwischen stampft »Love« aus den Boxen, setzen Gastbläser (Posaune, Tuba, Trompete) Akzente wie im beschwingten »One In The Masses«. Die Kapelle aus Søldarfjørður füllt 34 Minuten mit stimmigen, schönen Songs samt eingängigen Refrains, sehr gut produziert von Jens L. Thomsen. Eine Frage bleibt: Wieso kommen mir »Walk The Road« und Passagen von »Into The Silence« so bekannt vor? (nat)



Mehr CDs von Marius Ziska



Siehe auch:
John Tchicai

Marius Ziska: Recreation

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Frida Ånnevik: Synlige Hjerteslag
(2011, Grappa /Galileo GRCD4330 ) - Norwegen

Sie hat wirklich Soul. Mit einer leicht rauchigen und gleichzeitig samtig weichen Stimme singt die Norwegerin in ihrer Heimatsprache, die ja nicht gerade bekannt ist für geschmeidig klingenden Wortklang und Vokalreichtum. Doch Frida Ånnevik schreibt feine Songs und bewegt sich im Jazz-beeinflussten Pop-Umfeld so stilsicher und gewandt wie einst Joni Mitchell oder jüngst etwa Bon Iver oder – um innerhalb ihres Landes zu bleiben – wie ihr musikalisch wesensverwandter Kollege Thomas Dybdahl. Im reduzierten Tempo singt Frida Ånnevik nachdenklich, melancholisch und introvertiert und reizt dadurch nur umso mehr, ihre Musik zu ergründen. Bereits 2009 erhielt sie den Grappa-Preis für Newcomer; nun liegt ihr Debüt vor.

Produziert hat Andreas Mjøs, selbst Musiker bei den großartigen Jaga Jazzist sowie Produzent für Susanne And The Magical Orchestra oder die jungen samischen Sänger von Adjagas; er ist genau der rechte Partner für das junge Talent. Unbeeindruckt von kommerziellen Regeln und Normen zieht er mit seinem Schützling ein völlig eigenes Ding durch – und formt genau dadurch das erstaunliche Talent der Sängerin nur umso plastischer heraus. Scheu, aber natürlich und völlig ungekünstelt performt die 26jährige Frida mit herzerfrischender Offenheit ihren Northern Soul. Wenn das mal keine große Hoffnung ist?! (peb)



Mehr CDs von Frida Ånnevik



Siehe auch:
Jagga Jazzist
Susanna And The Magical Orchestra

Thomas Dybdahl


Frida Ånnevik: Synlige Hjerteslag

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Æ & Dem: Gjendødsligheta
(2014, Clearpass Records) - Norwegen

Zurück zu den alten Werten. Zu den Zeiten, als das Attribut Singer-Songwriter nicht wahllos auf jeden bärtigen Barden angewandt wurde, der drei Akkorde auf der Gitarre spielen und wehleidig vor sich hinnölen konnte. Denn was tut der Liedermacher anderes als Geschichten erzählen? Und sie im besten noch gut zu erzählen, also abwechslungsreich, nuanciert und voller Spannungsbögen? Dem Nordnorweger Erling Ramskjell gelingt das nämlich ziemlich gut! Unter seinem Nom De Plume Æ & Dem erschafft er auf seinem Debütalbum einen hoch anregenden Mix, der sich zwischen den Polen Pop, Rock und Folk bewegt und sich in allen drei Genres hörbar wohlfühlt.

Unsentimentale Balladen? Bitteschön! Angenehm angetüterte Walzer, die im Torkelschritt daherkommen? Kein Problem! Bluesig angehauchte, rauhbeinige Gefühlsschau zu später Stunde? Bereitet keine Mühe! Rockige Ausbrüche? Aber gerne doch! Folknahe Songs vom Unterwegssein zwischen Irgendwo und Nirgendwo? Voilà! Æ & Dem gelingt es, sich als souveräner Wandler unangestrengt zwischen den Stilen zu bewegen. Die Sensibilität des Singer-Songwriters ist aber die Konstante, die sich durch diese elf kundig arrangierten Tracks zieht, die übrigens sämtlich im norwegischen Dialekt eingesungen sind. Und auch wenn man kein Wort versteht: Langweilen tut uns Herr Ramskjell hier an keiner Stelle. Und vom grundlosen Nölen zur Klampfe hält der Mann sicher nichts. (emv)



Siehe auch:
Æ
Erling & The Armageddonettes


 Æ & Dem: Gjendødsligheta

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Christian Älvestam: Self 2.0
(2012, Pivotal Recordings) - Schweden

In jedem noch so harten Kerl schlummert eine weiche, harmonieverliebte Seite. Er muss sie nur herauslassen! Christian Älvestam hat das jetzt getan: Der schwedische Sänger und Gitarrist, der bislang in den Extrem-Metal-Formationen wie Scar Symmetry oder Bloodbath aktiv war, begibt sich auf seiner Solo-EP »SELF2.0« auf Abwege. Und, Überraschung!, der wilde Mann aus dem hohen Norden hat eine heimliche Vorliebe für symphonischen Synthie-Pop, Abteilung 80er-Jahre-Zuckerguss. Sagen wir OMD, sagen wir A-ha, dann kommen wir der Sache schon näher. Älvestam, der sich als großer Fan von Michael Cretu und Sandra outet, trägt hier dick auf: Emotionen in Cinemascope, bedeutungsschwangere Gesten und üppige Orchestrierung einschließlich ausgedehntem Saxophon-Solo im Opener »Once Adreamed«. Uff!

Inbrünstiger Schöngesang ist unbedingt Herzenssache für Älvestam. Umflort von leichter Tragik und latentem Herzschmerz. Und Gitarren-Eskapaden wie in »Time To Let Go«, wie wir sie seit den Zeiten von Van Halen nicht mehr gehört haben. Dass er mitunter nahe an der Grenze zum Edelkitsch vorbeischrammt, nimmt der Musiker billigend in Kauf. Wer sich auf eine Zeitreise in die guten alten Zeiten machen will, in denen man noch im Bombast-Pomp schwelgen konnte ohne rot zu werden, ist hier genau richtig. Mit großer stimmlicher Bandbreite und einem Händchen für melodramatische Emotionen verbeugt sich Älvestam hier ehrfürchtig vor dem großen Jahrzehnt des Synthie-Pop. Dass er dabei nicht als Erneuerer des Genres auftritt, wollen wir im gnädig verzeihen. Denn spätestens mit der gefühligen Ballade »En Knippa Ljung« hat er sich endgültig in den verträumten Winkel unseres Herzens geschlichen. (emv)



Siehe auch:
Scar Symmetry
Bloodbath

A-ha


Christian Älvestam: Self 2.0

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Ölvis: Ölvis
(2004, Resonant RESCD 03 ) - Island

Denkt man Island, denkt man an Geysire, Gletscher, an Elfen und an sphärische Musik, mittels derer man jene Fabelwesen hervorzulocken sucht. Dabei gibt es in jener Sparte recht Grausiges, was sich allein darin erschöpft, orchestrale Klangteppiche auszulegen, die statisch vor sich hin wabern und, genauer gehört, nicht recht haltbar sind. Es gibt aber – glücklicherweise – auch das genaue Gegenteil: am Spannungsfeld minimaler Veränderungen interessierte Musik.

Womit wir bei Ölvis alias Örlygur Thor Örlygsson angelangt wären, dem nach Stafrænn Hákon zweiten großen Musiker der Nordinsel, der sich nicht der Gefälligkeit, sondern dem Experiment verschrieben hat. Seine gleichnamige CD ist dabei zugleich aus einem Guss wie variantenreich und entschieden nicht so manieriert, wie zuweilen Sigur Ros daher kommen. Gewiss geht es auch hier nicht ohne eine gewisse Dosis Pathos vonstatten, wenn Ölvis seine halluzinierenden Soundmuster abliefert. Aber wer es kann, der kann es eben auch. (frk)



Mehr CDs von Ölvis



Siehe auch:
Stafrænn Hákon

 Ölvis: Ölvis

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Jørn Simen Øverli: Pengenes Oppmuntrende Virkning
(2003, Kirkelig Kulturverksted FXCD 263 ) - Norwegen

Man muss schon genau hinhören, um Øverlis Songs und »Balladen« mit ihrer ganzen Spannbreite zu verstehen. Der norwegische Sänger begeisterte sich seit langem für die Musik von Hans Eissler und Kurt Weill und ließ sich zu 17 Titeln inspirieren, die auf seiner CD mit dem schönen Titel »Die aufmunternde Wirkung des Geldes« zu hören sind.

Musikalisch untermalen Banjo, Gitarre und Akkordeon mal romantisch, mal kratzbürstig scharf die ins norwegische transponierten Texte, deren politische Sprengkraft einst als »entartet« galt. Øverlis musikalische Arrangements und Textübertragungen mögen für deutsche Ohren nicht gleich eingängig sein, lohnen aber ein mehrmaligen Hinhören auf jeden Fall. Unter anderen mit im Team musizieren Saiten-Spezialist Stian Carstensen und Trompeter Arve Henriksen, die hier einmal mehr ihre musikalische Vielseitigkeit beweisen. (mls)



Mehr CDs von Jørn Simen Øverli



Siehe auch:
Stian Carstensen mit Frode Alnæs & Arild Andersen
Arve Henriksen

Jørn Simen Øverli & Sølvguttene


Jørn Simen Øverli: Pengenes Oppmuntrende Virkning

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Erlend Øye: Legao
(2015, Bubbles) - Norwegen

Erlend Øye ist ein kleiner Schelm. Da führt uns der Ober-Nerd aus Bergen mit derzeitigem Wohnsitz in Sizilien scheinbar in ein südlich flirrendes La-La-Land. In dem aus allen Boxen leichtfüßiger Reggae-Pop klingt! Und dann geht esin »LEGAO« inhaltlich um all die grausamen Probleme des modernen Beziehungslebens. Dabei ist doch hinlänglich bekannt, dass Eifersucht die größte Spaßbremse ist! »Fence Me In ist so ein feiner Track, in dem uns Erlend Øye die bittere Medizin mit tropischem Schoko-Rum-Aroma serviert.

Der Msnn miit der übedimesionierten Schlaumeie-Brille hat keinerlei Lust, das erdenschwere Erwachsenendasein zu akzeptieren. Wo bleibt denn das lächelnde Savoir-Vivre? Lieber zelebriert Øye eine fröhliche Mélange aus Pop, Reggae, Folk, Clubmucke, 60er-Filmmusik, Tiefenentspannung und augenzwinkernder Naivität. Und viel, viel Zärtlichkeit! Unterstützt von seinen bestens aufgelegten Mitstreietern, die er auf seiner Bildungsreise in Ländern von Italien bis Island am Wegesrand getroffen und einfach mitgenommen hat. Allein die reduzierten Bläser-Einsätze von Mitgliedern des isländischen Reggae-Kollektivs Hjálmar rechtfertigen den Kauf des Albums! (emv)



Mehr CDs von Erlend Øye



Siehe auch:
Kings Of Convenience
Hjálmar

The Whitest Boy Alive


Erlend Øye: Legao

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