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Lange Rezensionen 1 - 5 von 1137 im Genre »Pop« (insgesamt 2005)

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(((S))): Phantom
(2010, AF Music AFM083S ) - Dänemark

Wer sich hinter wabernden Synthieklängen im Halbdunkel verbirgt und die Welt in stylishes Schwarz taucht, der will vielleicht nicht gefunden werden. Will sich nicht dem Tageslicht aussetzen. Denn im Hellen würde offenkundig, dass das dänische Quartett mit dem »ungooglebaren Bandnamen« auf seiner zweiten Veröffentlichung »PHANTOM« durchweg geborgte Kleidung trägt, die seit schon seit 30 Jahren sorgsam aufgebügelt wird. Massive Referenzen an die blassen Dandy-Weltverächter aus den 80ern wie New Order oder Visage. Plus eine große Portion dick aufgetragenem Hedonismus aus ebenjenem »ich blende, also bin ich-Jahrzehnt«. Die Flagge der selbstbewusst-affektierten Poseure wollen sie wie ein Triumphbanner vor sich hertragen. Schade nur, dass sich der Stoff nur lustlos bauscht.

Obwohl Songs wie »Lonely Is The Lighthouse« durchaus tanzbare Dekadenz verbreiten, trägt die selbstverliebte Retro-Attitüde der Band kein ganzes Album. Da reicht es auch nicht, mit den nachtaktiven Goth-Jüngern zu flirten und das Kajalschwarz dick auf den Lidrand aufzutragen. Harmlosigkeit, Seichtheit und leichte Goutierbarkeit beißen sich mit der eigentlich intendierten, rätselhaften Düsternis. (((S))) aber sind ungefähr so geheimnisvoll wie Lothar Matthäus. (emv)



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 (((S))): Phantom

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-phy: Love Songs From Mars
(2003, Apricot Records /Freibank ) - Norwegen

Sie wollen so viele CDs wie möglich verkaufen. Sie wollen durch die ganze Welt touren. Und auch weit außerhalb Norwegens soll man ihre Musik genießen. Es sei ihnen gegönnt, weil berechtigt. Denn die drei Ladies Ellen Ersfjord (Bass, Gesang), Ingrid M. Tolstad (Gitarre, Gesang) und Vigdis Sjelmo (Schlagzeug, Percussion) bieten wunderbar kompakte wie zugleich verspielte Songs - mal durchaus gediegen krachig, dann wieder melodisch eingängig.

Durchaus lassen sich Vorlieben oder auch Vorbilder erkennen: U2, The Cure, die B-52 und immer wieder auch Blondie - gerade was den Gesang angeht. Aber -phy ist eine dieser seltenen Gruppen, die sich einerseits in einer Traditionslinie bewegen und doch eine ganz eigene Richtung eingeschlagen haben mit diesem zupackendem Debütalbum, dieser erfrischenden Sommerplatte, diesem rezeptfreiem Anti-Depressivum. (frk)

 -phy: Love Songs From Mars

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1000 Gram: Ken Sent Me
(2012, Fixe Recordings /Broken Silence FIXE006 ) - Grenzgänger

Musik für ZEIT-Leser: Die jung-dynamische Zielgruppe sollte / müsste / muss »KEN SENT ME« begeistern. 1000 Gram, alias Moritz Lieberkühn und sein Göteborger Trio, spielen auf ihrem Debüt legeren Songwriter-(Indie-)Pop. Haarscharf balanciert die deutsch-schwedische Truppe am Abgrund des seichten und/oder schon-mal-Gehörten vorbei: Zumindest beim ersten Durchlauf klingt der 56-Minüter zu glattgebügelt, zu nett, zu gefällig. Nach mehrmaligem Hören gewinnt das Album jedoch an Wert, nicht zuletzt dank des Gesangs, der wunderbar mit den Gitarrenmelodien harmoniert.

Von den 13 Songs schafft zwar keiner die Ohrwurm-Hürde, doch hat das Quartett mit Liedern wie »Cut Me Some Slack« und dem reich instrumentierten Abschluss »Steps Into Unknown Territory« einige Hinhörer im Gepäck. Diverse Gäste an Keyboard, Perkussion sowie Gastsängerin Anna Roxenholt setzen Akzente. Ein Hinweis für die Romantik-Fraktion: Der Berliner Lieberkühn folgte seiner Herzensdame Anna Roxenholt (New Found Land) in deren Heimatstadt, wo er Alexander Simm (Gitarre, Keyboard), Jacob Öhrvall (Bass, Keyboard) plus Joel Wästberg (Schlagzeug) kennen lernte, mit denen er 1000 Gram gründete. (nat)



Siehe auch:
New Found Land

 1000 Gram: Ken Sent Me

Offizielle Website

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22:22: Where To Go?
(2007, Some Guys Ab SOMEGUYS001 ) - Schweden

»WHERE TO GO?« fragt das schwedische Trio auf seinem Debüt - und gibt gleich zehn mögliche Antworten: Vom Opener »I Think I'm Moving To Copenhagen« bis zum letzten Song »I Think I'm Moving To London« ziehen die Jungs aus Dalarna/Stockholm noch Schottland, Las Vegas, Buenos Aires, Paris, Metropolis, Addis Abeba, Stockholm oder schlicht »Home« in die engere Wahl. All diese Orte stellen sie auf eine Elektro-Pop mit (Disco)Beats-Basis, doch während dieser in Paris zur langsamen Liebes-Schnulze wird, groovt, klopft, pocht er dagegen in Buenos Aires.

Die Kindheitsfreunde Daniel Sjöblom (»is singing the songs«), Erik Östholm (»is just happy«) und Daniel Lundberg (»is beating the beat«) peppen die Stücke mit Gästen auf, an Flöte, Saxofon, Geige oder Gesang. Mikrofon-Daniel driftet dabei von ungemein hohen Tonlagen wie in »Stockholm« zu einem Refrain in »Addis Abeba«, welcher ebenso von Michael Monroe (Hanoi Rocks) stammen könnte. Ein interessanter Einstand im Elektronica-Sektor - mal sehen wohin die Zukunft 22:22 führt. (nat)



Siehe auch:
Hanoi Rocks
Michael Monroe


 22:22: Where To Go?

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23:23: Softest Wave
(2012, Eigenverlag) - Finnland

Ein Album, aus dem heimischen Schlafzimmer heraus entstanden. Für Sami Vierula offenkundig ein entspannter Ort, an dem die Gitarre psychedelisch scheppern darf und die Grundstimung tiefenentspannt ist. Um nicht zu sagen: Hemdsärmelig! Der Musiker, der sich nach der Uhrzeit benannt hat, zu der sein Blick zu fortgeschrittener Abendstunde beim Werkeln am Solomaterial häufig schweifte, macht aus seiner Vorliebe für das Groovy-Gefühl der späten 60er keinen Hehl, aber schmuggelt feine elektonische Verfremdungseffekte ein. Lustvoll trabt hier mitunter ein Gaul in den den Sonnenuntergang über der weiten Prärie. Mit dem flummiball-leichten Indiepop von Delay Trees, wo er als Sänger und Gitarrist aktiv ist, hat Vierula nichts am Hut. Obwohl er dem sehnsüchtigen Schönspiel in Songs wie »Sweetheart« nicht wirklich abgeschworen.

»SOFTEST WAVE« heißt der Erstling des Mannes aus Helsinki. Was ein wenig in die Irre führt, denn allzu sanftsäuselig geht es hier nicht zu. Obwohl der emotionale Höhepunkt »PleasePleasePlease« ein flehentliche Pop-Hymne an die Herzensperson ist, sich bloß nicht zu entfernen, das diese ein Herz aus Stein haben müsste, um sich nicht erweichen zu lassen. Das Album ist übrigens auf Bandcamp zu hören, und wer mag, kann Vierula auch finanziell durch den Kauf in MP3-Form unterstützen (emv)



Mehr CDs von 23:23



Siehe auch:
Delay Trees

 23:23: Softest Wave

Offizielle Website

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