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DVD-Rezensionen 1 - 5 von 52 (insgesamt 52)

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22 Pistepirkko: Sleep Good - Rock Well
(2005, Bone Voyage Bone-0015)

Fünfzig Gigs in fünfzig Städten in fünfzig Tagen. Die 2001er-Tour des finnischen Trios war zugleich Mut-, Kraft- und Bestandsprobe. Wie geht ein Team, das nach zwanzig gemeinsamen Jahren eher Familie statt Freundeskreis bildet, mit dieser Anstrengung um?

Das eher unspektakuläre »On The Road«-Wesen der Nordlicher hat nun zum ersten Mal Andreas Haaning Christiansen rund um die Uhr mitgefilmt: Das morgendliche, verkaterte Gezerre in der eigenen Bettwäsche, obskure Autogrammjäger, die mit ihrem Deutsch-Englisch in der Düsseldorfer Kälte stehen gelassen werden und natürlich die allabendlichen Auftritte auf den Brettern, die vorgeben, die Welt zu bedeuten.

Aber die inzwischen nicht mehr ganz jungen Musiker sind Realisten und wissen um ihren Status, den sie auch in Einzel-Interviews betonen: Das hier ist immer noch Untergrund. Und so fallen die Gigs auch eher puristisch und soundmäßig etwas mager aus. Nein, eine exzellente Liveband waren sie noch nie – viel zu mehrschichtig, subtil und ambivalent sind ihre Alben, um sie ohne Abstriche mit drei Musikern live umsetzen zu können. Zudem setzen Pressetermine, interne Differenzen und die Rastlosigkeit des Rock'n'Roll-Lebens den Dreien zu. Am Ende überwiegt die Freude, wieder ins blaugetünchte finnische Heim einzukehren und die Erkenntnis: Ausgeschlafen rockt sich's besser!

Eine Vielzahl an Amateur-Aufnahmen, Slideshows mit Fotos aus Kindheit und Anfangstagen, Live-Tracks und weiteren kommentierten Touraufnahmen ergänzt dieses charmantes Low Budget-Rockumentary über eine sympathische Band. (maw)



Siehe auch:
22 Pistepirkko (CD-Rezension)


Zum Artikel über 22 Pistepirkko

 22 Pistepirkko: Sleep Good - Rock Well

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Arch Enemy: Live Apocalypse
(2006, Century Media Century Media)

Meine Fresse, kann diese Frau grunzen! Frontsau Angela verplempert keine Zeit mit unnötig langen Ansagen, sondern haut einen Song nach dem anderen raus – und die 2.500 Fans im restlos ausverkauften Londoner Forum danken es ihr: Enthusiastisch singen sie mit, surfen über die Menge, recken Teufelshörner in die Höhe. Nach einer guten Stunde brüllt die schwitzende Masse nach mehr. Natürlich erfüllen die Schweden ihren Wunsch: eine weitere Viertelstunde volle Dröhnung, das Publikum geht bis zur letzten Sekunde mit und tobt bis auf den letzten Emporenplatz. Angela schwenkt am Ende die schwedische Flagge, die ihr ein Fan aus der ersten Reihe überreicht. Was für eine geile Liveband!

Doch nach dem Abspann stellt sich die Frage: Moment, das Konzert war am 17.12.2004 – wieso veröffentlicht Arch Enemy die erste (Live)-DVD erst anderthalb Jahre später? Michaels Bruder Christopher Amott, Gitarrist und Gründungsmitglied, stand hier zum letzten Mal mit Arch Enemy auf der Bühne – Grund genug ihm mit DVD 1 der »LIVE APOCALYPSE« Tribut zu zollen. Erwähnt sei nebenbei die astreine Bild- und Tonqualität (wahlweise als Stereo, Dolby 5.1 Surround oder DTS 5.1 Surround) des kompletten Mitschnitts, insgesamt 19 Songs, ohne überflüssige Spielereien der Kameraleute.

DVD 2 fährt jede Menge Bonusmaterial auf: einen zehnminütigen »Tour! Tour! Tour!«-Film, sowie einen Mini-Film über die UK-Tour 2005. Danach plaudern Daniel und Michael im »Gear-Talk« eine Viertelstunde über ihre Ausrüstung und mehr. Interessantes erfährt der Zuschauer in den Interviews: etwa, wie sich Michael fühlte, als sein Bruder die Band verließ, dass Rob Halford für Angela den besten Sänger aller Zeiten darstellt, oder was wäre, »if I wasn't in Arch Enemy ...«.

Es flogt ein Blick hinter die Kulissen des Video-Drehs zu »My Apocalypse«, eine ausführliche Bilder-Slideshow und mehrere Promo-Videos: »Ravenous«, »We Will Rise«, »Nemesis«, »My Apocalypse«. Bei »Nemesis« kann man außerdem zwischen der normalen Version und dem Director's Cut wählen – oder kann die Unterscheide in der dritten Variante (Split-Screen) direkt vergleichen. Zu guter Letzt gibt es drei Livesongs in Multi-Angle Version: Bei »Dead Eyes See No Future«, »Bury Me An Angel« plus »Heart Of Darkness« kann man sich statt der normalen Version nach Wunsch auf einen der Musiker konzentrieren: Angela, Daniel oder das Trio Mike/Chris/Sharlee stehen zur Auswahl.

Empfehlung: Macht mit beim speziellen Triathlon zu dieser DVD: Kaufen, anschauen, freuen. (nat)



Siehe auch:
Arch Enemy (CD-Rezension)

 Arch Enemy: Live Apocalypse

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Arch Enemy: Tyrants Of The Rising Sun – Live In Japan
(2008, Century Media 9978367)

Zwei Jahre nach »LIVE APOCALYPSE«, dem Mitschnitt vom Auftritt Ende 2004 im Londoner Forum, schmeißen Arch Enemy die näxte DVD auf den Markt. »TYRANTS OF THE RISING SUN – LIVE IN JAPAN« zeigt den Gig der Schweden im Tokioer Shinkiba Studio Coast, Teil der Asien-Tour Anfang 2008.
Eine Minute klatschen die Fans, recken Teufelshörner, bis sich ein schwarzgekleideter Daniel Erlandsson hinters Drumkit klemmt. Fast eine weitere vergeht bis er endlich erlösend auf die Becken klopft, das ebenfalls schwarzgekleidete Saitentrio spielend auf die Bühne tritt. Und endlich, endlich betritt Angela die Bühne, stößt den ersten tierischen Röchler ins Mikro. Die Fronterin im weißen »Pure Fucking Metal«-Outfit hat die Meute für die kompletten 95 Minuten im Griff – die jeweiligen Soloauftritte der Musiker beiseite gelassen.

Ja, mit dem zu »RISE OF THE TYRANT«-Album zurückgekehrten Christopher Amott ist das Quintett wieder eine Live-Supermacht. Schlag auf Schlag, ohne Verschnaufpause: Intro, »Blood On Your Hands«, »Ravenous«, »Taking Back My Soul«. Respekt. Kurze Ansage, weiter geht's, »Dead Eyes See No Future« kracht aus den Verstärkern, es folgt »Dark Insanity«. Erst vor »The Day You Died« wendet sich Angela an die Fans, widmet das, durch einen japanischen Film inspirierte Stück, dem japanischen Publikum. Der DVD-Betrachter fühlt sich dank der erneut ausgezeichneten Bild- und Tonqualität (wahlweise Stereo, Dolby 5.1/ DTS 5.1 Surround) fast, als sei er mittendrin, wenn die Japaner alles andere zurückhaltend den Schweden huldigen und kräftig mitgrölen. Nach einer halben Stunde hämmert Daniel mittlerweile klatschnass, aber ungebremst aufs Schlagzeug, liefert zehn Minuten später mühelos ein knapp vierminütiges Solo ab, weiter geht's: Es ist erst Halbzeit. Noch eine Dreiviertelstunde Spielspaß, bis sich Arch Enemy mit »Fields Of Desolation« und Outro endgültig verabschieden.

Das Konzert ist nun vorbei, doch nicht die DVD: Die Rubrik »Special Features« beinhaltet »The Road To Japan«, ein 45minütiges Road-Movie, mit ausführlichen Interviews der Band, angefangen mit »Bandyoungster« Angela. Versuche den Arch Enemy-Kulte im fernen Osten zu erklären, unternehmen auch Tetsu Miyamoto (Toys Factory Records) und Taka Okunu vom Burrn!-Magazin – das die Schweden via Leserwahl gleich in fünf Kategorien mit Auszeichnungen überhäufte: Beste Gruppe, bester Gitarrist, bester Schlagzeuger, bestes Album und bester Songwriter. Wo sie auch gehen schreiben die Schweden Autogramme für die Fans oder lassen sich mit ihnen fotografieren. Fazit des Road-Movies: Japan ist bunt, laut – und verrückt nach Arch Enemy.

Zu guter Letzt gibt's noch drei Promoclips: »Will Live Again« und »Revolution Begins« sowohl als Original wie auch »Band Performance«-Version. Summa summarum starke, gutgemachte 150 Minuten einer starken Band. (nat)

 Arch Enemy: Tyrants Of The Rising Sun – Live In Japan

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Björk: Biophilia Live
(2014, One Little Indian/Cinema Purgatorio)

»Biophilia« erschien im Oktober 2011 mit großem Brimborium, in diversen preislich intensiven Luxuseditionen und als »bahnbrechend« vermarktet, wurde von der Kritik zumeist als (über-)ambitioniertes, aber auch überkandideltes Comeback besprochen, von vielen Fans und Allgemeinheit allerdings zumeist lauwarm aufgenommen. Keine der Melodien konnte sich in Erinnerung halten, und auch nach vielfachem Hören konnten allenfalls Hardcore-Fans die Songs benennen oder auseinander halten. Zwei Jahre später, die kostspielige Tour zum Album wurde teils verhalten, teils ratlos aufgenommen, ließ Björk den Tourneeabschluss im Londoner Alexandra Palace filmen und im Frühjahr 2014 als Konzertfilm in die Kinos bringen.

Schließlich erschien unter dem Albumtitel »BIOPHILIA LIVE«, wahlweise als 3xLP+1DVD, 2xCD+1DVD oder 2xCD+Blu-ray, Björks bereits 12. Video-Album. Es ist zugleich ihr 6. offizielles Live-Album zum (nach offizieller Zählung) 7. Studio-Album (nur zu »Medúlla« gab es kein Livealbum). Leider liegt uns zur Besprechung nur ein komprimierter Vimeo-Link in mittelmäßiger Bild- und Tonqualität des 96-minütigen Konzertfilms vor, weshalb die Besprechung der restlichen Elemente des Albums und eine angemessene Würdigung des Gesamtpakets außen vor bleiben muss.

Wikipedia verrät, dass der Film unter der Regie von Nick Fenton (der auch die Montage verantwortete) Peter Strickland entstand. Letzterer trat bereits mit drei, von einigen verehrten, von anderen mit Indifferenz gestraften Filmen in Erscheinung: »Katalin Varga« (2009), »Berberian Sound Studio« (2012) und zuletzt »The Duke of Burgundy« (2014). Die Bilder fing der versierte Kameramann Brett Turnbull ein. All dies verspricht einen beeindruckend originellen und ambitionierten Konzertfilm, doch das Ergebnis ist verwunderlicher und enttäuschender Weise in erster Linie eine weitere konventionelle Konzertaufzeichung mit ein paar hübschen Naturbildern und einer von David Attenborough gesprochenen Begrüßung. Das wird vor allem die Fans erfreuen, vermag darüber hinaus jedoch nicht allzu viel Faszination auszulösen.

Der größte Anreiz des Films liegt sicher darin, dass sich all jene, die sich die hochpreisigen Tickets der Tournee nicht leisten konnten, eine gute Ahnung der Show nach Hause (oder in den Kinosaal in Reichweite) holen können. Damit erfüllt »BIOPHILIA LIVE« mit Sicherheit seinen Zweck, mit abgefahrenen Projektionen reizvoll anzusehender Visuals aus Mikrofauna, Milchstraßen, Vulkan- und Ozeanwelt, mit makellos dargebotenen Performances der Mitwirkenden, inklusive dem eindrucksvollen Chor, und studiomäßig cleanem Sound. Als Dokument fein, als Konzertfilm leider ein nicht eingelöstes Versprechen, besonders in Anbetracht der Möglichkeiten und Björks Ambitionen. (ijb)

 Björk: Biophilia Live

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Björk: Medúlla Special – Double DVD Edition
(2005, One Little Indian/Universal 9868397)

Wenig Künstler verfolgen ihren Weg so kompromisslos wie Björk ... und haben auch noch Erfolg damit. Ihr Album »MEDÚLLA« realisierte die Isländerin nur mit Stimmen, und manch einer mag sich gefragt haben, wie das alles gemacht wurde. Antwort liefert diese Doppel-DVD, deren Betrachtung von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend wie ein Krimi ist.

Gebrauchsanweisung: Zunächst höre man am besten noch einmal konzentriert das Album an. Wer das nicht ohnehin im Schrank stehen hat, kann dies hier noch mal in hochwertigem Dolby-Surround tun. Dann lässt man sich von der 45minütigen Doku »The Inner Or Deep Part Of An Animal Or Plant Structure« über die Entstehungsgeschichte des Albums informieren, worin nicht nur Björk selbst bereitwillig Auskunft gibt, sondern auch die Vokal-Zauberer Rahzel, Dokaka oder Mike Patton in Aktion zu bewundern sind, in verteilten Studio-Schauplätzen wie New York, London, Reykjavik, den Kanarischen Inseln und Salvador.

Dann wechsle man zur zweiten DVD mit den drei Musikvideos zu »Oceania«, »Who Is It« und »Triumph Of A Heart«, die als wahre visuelle Meisterwerke immer wieder neue Details offenbaren. Daran anschließend empfiehlt sich – neben zwei weiteren Bonus-Videos zu den Nummern »Desired Constellation« und »Where Is The Line« – der halbstündige »Behind The Scenes«-Film zum Dreh von »Triumph Of My Heart«.

Jenes von Spike Jonze gedrehte Video fußt auf dem isländischen Mythos von der Katze, die sich um den vernachlässigten Hof kümmern muss, während der Ehepartner durch die Bars zieht. Die Statisten in der Kneipe – überwiegend Künstler und Björks Freunde – geben dem Song durch sehenswerte Gesangseinlagen ein völlig neues Gesicht. Eine Maßstäbe setzende Musik-DVD. (peb)



Siehe auch:
Björk (CD-Rezension)

 Björk: Medúlla Special – Double DVD Edition

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