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Lange Rezensionen 46 - 50 von 50 im Genre »Avantgarde« und Land »Finnland« (insgesamt 74)

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Edvard Vesala Sound & Fury: Ode To The Death Of Jazz
( 1990, ECM /Universal 843.196-2 )

Edward Vesala, der große Individualist des europäischen Jazz, natürlich auch absoluter Nonkonformist am Schlagzeug, wollte zeitlebens Neues schaffen: Die üblichen Jazz-Stilistiken waren allenfalls Sprungbrett für seine musikalischen Visionen. Vesala war aber auch ein besonderer Bandleader, betrachtete er doch seine (meist viel jüngeren) Musiker wie seine Söhne, und Proben (ohne Noten!) zogen sich gelegentlich bis zur körperlichen Erschöpfung hin.

Vesala verlangte viel von seinen Musikern, aber die Ergebnisse sprechen auch für sich. Auf »ODE« ist das Sound & Fury in Bestbesetzung: die Saxophonisten Jorma Tapio, Jouni Kannisto und Pepa Päivinen, Trompeter Matti Riikonen, Jimi Sumen (g) und Iro Haarla (p, acc, harp), am Bass Uffe Krokfors, dazu Tim Ferchen (marimba) und Taito Vainio (acc). Große Stücke hat der große Meister geschrieben, so etwa das superbe »Sylvan Swizzle«, der fast schlüpfrige Tango »A Glimmer Of Sepal« – in Komposition wie Orchestrierung finden sich Strawinsky, Mingus, Coleman, Sun Ra, Ellington –, aber es ist Vesala pur, und auch Dank ausgezeichneter Soli gehört diese CD zu Edward Vesalas besten. (tjk)



Mehr CDs von Edvard Vesala & Sound & Fury



Siehe auch:
Jimi Sumen
Iro Haarla


Edvard Vesala: Ode To The Death Of Jazz

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Vilma Timonen Quartet: VTQ
( 2007, Texicalli Records TEXCD083 )

Vilma Timonen lehrt Folkmusik an der Sibelius Akademie und war eine der ersten Kantele-Musiker, welche die elektrische Kantele spielten oder das Instrument auf unterschiedlichste Weise in Bands einsetzten. Nun scharrt sie drei Mitstreiter um sich und debütiert mit dem »VTQ«, dem Vilma Timonen Quartet. Gemeinsam mit Bassist, Schlagzeuger/Perkussionist Mikko Hassinen und Gitarrist Topi Korhonen bringt die Musikerin Kantele, Folk und Jazz zusammen. Die zehn Lieder selbst sind eine Mixtur aus Vilmas Kompositionen sowie traditionellen Melodien. Sie bauen eine Brücke von der klassischen Folk-Bühne zu einem kleinen Jazzclub – und zeigen, wie vielgestaltig die Kantele Klanglandschaften bereichern kann.

Trotz des experimentellen, avantgardistischen Ansatzes ist die Musik des Finnenvierers niemals sperrig oder überfordernd, ermöglicht einen leichteren Zugang für »Laienhörer« als es etwa bei Jouhiorkesteri der Fall ist. Bis VTQ Bühnen in unseren Breitengraden erreichen, muss der geneigte Hörer mit dem einzigen Livesong auf dem Debüt vorlieb nehmen: »Lost & Found« besticht mit seiner wunderschöner Perkussion bereits im Mittelteil des Albums und beschließt als »Akustik-Live-Version« die 50minütige Spielzeit. (nat)



Mehr CDs von Vilma Timonen Quartet



Siehe auch:
Jouhiorkesteri
Ruuti

Ilkka Heinonen Trio


 Vilma Timonen Quartet: VTQ

Offizielle Website

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Vuk: Esittää Maj Karma –Yhtyeen Laluja
( EP, 2008, Johanna Kustannus Oy MGSCD 472 )

Maj Karma avantgardistisch umgesetzt: Die finnisch-amerikanische Sängerin Vuk alias Emily Cheeger covert auf dieser zwanzigminütigen EP Lieder der finnischen Rock-Metal-Combo. Deren Singer Herra Ylppö designte übrigens das Booklet und Gitarrist Häiriö Piirinen tritt zweimal als Hintergrundsänger in Erscheinung: Im Opener »Elena Leeve« vom 2003er Album »METALLISYDÄN« sowie in »Salassa Kuin Murhat« vom 2000er »ÄÄRI«. Vuk, die den Ausdruck »World Music« hasst, debütierte 2003 mit »EXILE!« und bezeichnet ihren Stil selbst als experimentelle Musik / melodramatischen Pop.

Sie interpretiert die ursprünglichen metallischen Rocksongs völlig neu: Ihr klarer, meist dunkler, reservierter Gesang streift selten höhere Lagen und drückt den Stücken seinen eigenen Stemple auf. Außerdem instrumentiert die New York-Helsinki-Pendlerin sie eigenhändig mit Harmonium, Kantele, Schlagzeug, Perkussion, Akkordeon, Blockflöte. Hoch her geht's im finalen »Valaiden Laulu«: Da spielt Erno Haukkala (Alamaailman Vasarat) Tuba und Zugposaune, Martti Vesala bläst die Trompete, Olli Piippo das Saxofon, Ilja Juutilainen trommelt und Ville Valos kleiner Bruder Jesse greift zum Bass. Die fünf Songs sind nicht wieder zu erkennen – aber äußerst spannend, überraschend umgesetzt. (nat)



Siehe auch:
Maj Karma
Alamaailman Vasarat


 Vuk: Esittää Maj Karma –Yhtyeen Laluja

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Waltari & Avanti! Symphony Orchestra, Riku Niemi: Yeah! Yeah! Die! Die! Death Metal Symphony in Deep C
( 1996, EMI 7243-8-38236-0-4 )

Ein Symphonieorchester, eine Opernsängerin, Computerklänge – und mittendrin eine finnische Metal-Band. Das Ergebnis, eine Art Death-Metal-Oratorium, klingt genauso abgedreht, wie die Besetzung vermuten lässt. Und noch mehr, denn das Orchester ist nicht, wie so oft, wenn Rocker zu Streichern greifen, nur ein »Auffetten« der Klangfarbe, ein Fischen im Publikum von Klassik und Symphonischem Kitschrock, wie von Deep Purple oder Metallica gern betrieben. Alles hier ist mit gehörigem Druck und musikalischem Sachverstand durchkomponiert, und dem Orchester macht es hörbar Spaß, eine der Hauptrollen in diesem Höllenmärchen zu spielen.

Denn es geht um den Selbstmord eines Computers, die schützende Hand eines Engels und einen vermittelnden, einsamen Menschen. Die drei Gesangsstile, Metal-Gegrunze, Opernsopran und Musicaltenor, mischen sich wider Erwarten perfekt und kreieren drei sehr profilscharfe Rollen. Die Story ist ein wilder Ritt durch die Stile, heftiges Gitarrengeprügel steht neben Computersound-Collagen, Chöre klingen neben Metal-Hiphop. Das Ganze ist so bescheuert und gleichzeitig genial integriert, dass es nur aus Finnland kommen kann. Ein Geniestreich von Waltari – leider nur ein ziemlich einmaliger. (sep)



Siehe auch:
Waltari

 Waltari: Yeah! Yeah! Die! Die! Death Metal Symphony in Deep C

Offizielle Website

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Ø: Konstellaatio
( 2014, Sähkö /Boomkat Sähkö-028 2LP/CD )

Er ist eben immer noch der Meister. Trotz zahlloser Veröffentlichungen unter seinem bürgerlichen Namen und in sonstigen Ensembles nutzt Mika Vainio sein Alias »Ø« in eher weiten Abständen. In gut 20 Jahren erscheint mit »KONSTELLATIO« nun das fünfte Ø-Album (neben einer Duo-CD mit Alva Noto und sieben z.T. kurzen EPs), wie gewohnt treu und konsequent unter dem Sähkö-Label, das er 1993 mit Tommi Grönlund gründete und mit der EP »Röntgen« startete. Nach wie vor pflegt Vainio als »Ø« seine vorwiegend reduzierte, oft minimalistische Seite (Darf man das guten Gewissen »Ambient« nennen? Eher nein.). Während das Kinderfoto auf dem Cover ein persönliches, introspektives Album verspricht, ist der Titel »Konstellation« gar im kosmischen Sinne gemeint, ganz im Kontrast zu Vainios gesamten letzten, eher »irdischen« Alben. Hier weisen bereits die Titel in eine Richtung Naturmystik und Kosmos.

Man darf sich auf eine recht unnahbar kühle Klangwelt einstellen; erst im letzten Track »Takaisin« (»Zurück«) tritt dann doch noch ein überraschend warmer, gleichförmig pulsierender Beat auf. Davor, zwischen licht und zart funkelnden Tönen und radikal tiefen Bässen, brillant in etwa »Elämän puu« (»Baum des Lebens«), lotet Vainio eine extreme Dynamik aus, oder bleibt, wie in »Talvipäivä, Vanha Motelli« (»Winter, altes Motel«) und »Metsän sydän« (»Herz des Waldes«) schemenhaft und in streckenweise verhaltener Stille. Klar, das ist nicht mehr die Neuerfindung elektronischer Musik. Eine überragende Platte ist Vainio dennoch gelungen — zweifellos eine seiner besten. (ijb)



Mehr CDs von Ø



Siehe auch:
Mika Vainio
Pan Sonic

Vainio/Deforce

Björk


 Ø: Konstellaatio

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