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Lange Rezensionen 6 - 10 von 50 im Genre »Avantgarde« und Land »Finnland« (insgesamt 74)

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Berghäll Triality: The Arctic
( 2019, Eclipse Music ECD 201876 )

Joakim Berghäll ist – neben seinen Beteiligungen am Tsuumi Sound System und dem Helsinki-Cotonou Ensemble – vor allem für seine freigeistigen Projekte in kleinen Besetzungen bekannt, insbesondere seine Dialogue-CDs sind hochgelobt. Die Triality versammelt drei hochkarätige Musiker mit einer ungewöhnlichen Kombination von Instrumenten. Der Multiinstrumentalist Berghäll beschränkt sich hier auf Baritonsaxophon und Bassklarinette, dazu kommen Kari Ikonen am Moog Synthesizer und präpariertem Klavier, schließlich Kalle Kalima an E-Gitarre und einer sechssaitigen Bassgitarre. Eine herkömmliche Rhythmusgruppe fehlt.

Das hat natürlich Auswirkungen auf den Sound – es schwebt und fließt, es wogt und ebbt auf und ab. »THE ARCTIC« vertont arktische Landschaften und das Nordmeer, und versinnbildlicht auch die sich verändernden Lebensbedingungen, etwa durch den Klimawandel. Berghäll, Kalima und Ikonen schaffen mit intensiver Interaktion hochspannende und komplexe Klanglandschaften, teilweise sehr raue und spröde Stimmungen. (tjk)



Siehe auch:
Kari Ikonen
Joakim Berghäll

Kalle Kalima

Tsuumi Sound System


 Berghäll Triality: The Arctic

Offizielle Website

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Alexei Borisov & Anton Nikkilä: Where Are They Now
( 2007, N&B Research Digest NBRD-08 )

Die Texte des Russen Alexei Borisov, gelesen mit schleppender Grabesstimme, sind ziemlich dada – Namen und Daten, wirre Bilder, Notizenfetzen. Die elektronischen Klänge des Finnen Anton Nikkilä sind das musikalische Pendant dazu. Kein Wunder also, dass die beiden, die sich einst bei einem Interview kennenlernten, nun gemeinsam Musik machen.

Obwohl, Musik: naja. »Akustische Kunst« sollte man dieses Wüten verzerrter und überlastet knirschender Gitarren, Schlagzeuge, Samples vielleicht eher nennen, die die beiden noch mit einigem Rest- und Störgeräusch anreichern, das schmerzhaft nach kaputtem Gerät klingt. Und doch ist das alles musikalisch, weil strukturiert, komponiert, improvisiert. Unter seltsamen Titeln wie »Automated Management System For The Seafood Industry« ballen sich die Noisemassen wie von selbst zu Beats, die plötzlich beinahe lässig sind.

Aus geschredderten 50er-Swing-Loops steigt so etwas wie ein Hauch Melancholie auf und geht unverhofft ans Herz. In diesem Track, »Metaphysics Of Swing«, sagt Borisov (wie man in der Übersetzung nachlesen kann) Sachen wie »The nature of vocal pop is always different. Sound of glass, ignition is possible«. »Achtung entflammbar« also – wer sich als Hörer auf die unverwechselbare Ästhetik des Duos einlässt, könnte tatsächlich Feuer fangen. Vor Begeisterung. (sep)



Mehr CDs von Alexei Borisov & Anton Nikkilä

Alexei Borisov: Where Are They Now

Offizielle Website

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Candy Cane: Fay-ra-Doowra
( 2007, Jukeboss JUKE010 )

Endlich liegen sie in meinem Player, die von Lapko wärmstens empfohlenen Candy Cane. Und ja: Dieses Quartett klingt wirklich ganz anders. Extravagant vermischt es auf »FAY-RA DOOWRA« verschiedenste Klänge: Ein bisschen Noise hier, ein paar Punkrhythmen dort, ein paar gequält, seltsam verzerrt wirkende Gastbläser, alles zertrümmerndes Schlagwerk, zartes Glockenspiel, flinke Finger hetzen furios übers Klavier. Den Gesang dosiert Fronter Marko Neuman (Gitarre, Perkussion, Keyboard) äußerst sparsam, in manchen der Dutzend Lieder unterstützt ihn ein Mikrogrunzer oder eine Gastsängerin, die zwischen ihren Klargesang gelegentliche Jauchzer à la Agnete Kjølsrud (Animal Alpha) mogelt.

Der 1995 in Tampere gegründeten Gruppe samt Gästen gelingt trotz diesem avantgardistischen Gemenge ein majestätisches, orchestrales Gesamtwerk. Knappe 38 Minuten dauert das zweite Album von Neumann, Gitarrist/Bassist Tomi Isoviita, Gitarrist Miikka Salonen sowie Schlagzeuger Raine Näsi – aber die haben es in sich. Eine unglaubliche Fülle von Instrumenten – zu den bereits genannten gesellen sich gelegentlich Posaune, Mandoline, Saxofon, Cello –, Effekten, Details, und versteckten Melodien fordert des Hörers ganze Aufmerksamkeit. Und genau dieses anspruchsvolle Wesen wird Candy Cane vor dem Schicksal ihres Namensgebers bewahren: Wie die rotweißen Zuckerstangen der Massenproduktion zum Opfer zu fallen. (nat)



Siehe auch:
Lapko
Split (Verilöyly, Navigatios, Cahier)

Animal Alpha


 Candy Cane: Fay-ra-Doowra

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Cleaning Women: Aelita
( 2004, BV-9 )

Die Cleaning Women sind bekannt als Männer in Minirock und Strumpfhosen, für ihre selbstgebauten Instrumente wie Metall-Schlagzeug und in Wäscheständer eingeschweißte Gitarrenhälse, sowie für entsprechend schräge Musik. Für »AELITA« haben sie sich von Jakov Protazanovs (Soviet Union 1924) gleichnamigem Science Fiction-Stummfilm inspirieren lassen.

Das Ergebnis kommt als kuriose Mischung aus Industrial, tanzbarem Pop, Metal und schrägem Humor daher. Sphärenklänge wie bei Roger Corman oder Ed Wood treffen auf herrlich sinnfreien Krach, Theremin-Gefiepe und Geschepper. Kinderliedartige Melodien kontrastieren mit verschrobenen Harmonien und metallenen Latin-Rhythmen. Als Höhepunkt wäre »Hotel Jungle Fever« mit Dancefloor-Hitpotential zu nennen: Davon findet man auf der CD auch ein Video; außerdem einen Ausschnitt von »Aelita«. »Intergalactic Industrial Techno Rock« – skurril, witzig, abwechslungsreich und auf hohem Niveau. (tjk)

 Cleaning Women: Aelita

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Ektroverde: Arpeggio
( 1999, Bad Vugum BAD-87CD )

Dass die Grenzen zwischen Krautrock, Jazz, elektronischen Klängen und psychedelischen Klangerkundungen fließen können – Ektroverde aus der Instrumentalrock-Hochburg Pori zeigen auf ihrem fünften Album »ARPEGGIO« entspannt und experimentierfreudig, wie das geht. Herausgekommen sind elegant-coole, großstädtisch wirkende Songs, die sich bestens als Chill-Out für die ganz frühen Morgenstunden eignen, wenn sich der Club langsam zu leeren beginnt.

Jazzige Klavierimprovisationen werden mit Synthieklängen kontrastiert, ein selbstbewusster Bass und ein intelligent-präzises Schlagzeug geben das Grundgerüst vor, die Gitarre geht auf Abenteuersuche und klingt zwischendurch wie ein Dudelsack. Akkorde werden mit kleinsten Veränderungen wiederholt – und die Möglichkeiten der Improvisation scheinen unerschöpflich. Was kaum verwundert, da Ektroverde ein sich häufig veränderndes Musikerkollektiv ist, in dem aber die Hauptakteure von Pharaoh Overlord und Circle wie Jussi Lehtisalo prägend sind. Ziemlich spacig, aber sehr dynamisch und – Überraschung! – äußerst tanzbar. (emv)



Mehr CDs von Ektroverde



Siehe auch:
Pharaoh Overlord
Circle

Moon Fog Prophet


 Ektroverde: Arpeggio

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