Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 3 von 3 im Genre »Beats« und Land »Arctic area« (insgesamt 3)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Nanu Disco: In Search Of The Roots
( 1998, SisTus /ULO CD 13 )

Gut möglich, dass mancher schier erstarrt. Möglich auch, dass man den Lautstärkeregler hoch schiebt, bis die Nachbarn klopfen. Nicht auszuschließen, dass mancher lange nachdenkt, um das Gehörte zu entschlüsseln. Denn was das Nanu Disco-Projekt um den Nuuk Posse-Rapper John Olsen, den DJ Starman und die beiden Sängerinnen Regine Bech und Kagutikaq Duneq sowie zwei Dutzend Freunde und Mitstreiter aus der Musikszene Grönlands da auf die Beine gestellt haben, ist schon wirklich ein Hammer.

Sie bedienen sich am pompösen Discosound der Achtziger und mixen dies mit historischen Aufnahmen von Inuitgesängen der Zehner- und Zwanziger-Jahre. Sie erzählen im Radioton von den Mythen der Bärenjagd und jagen hernach alle auf die Tanzfläche. Ironie? Zeitgemäße Würdigung vergangener Traditionen? Das also kommt dabei heraus, wenn Nanu in die Disco geht und uns einlädt, ihm beim Tanzen zu zusehen. (frk)



Siehe auch:
Nuuk Posse

 Nanu Disco: In Search Of The Roots

Nach oben

Netherworld: Algida Bellezza
( 2019, Glacial Movements GM039 )

Netherworld ist das Musikerpseudonym von Alessandro Tedeschi aus Rom, der seit 15 Jahren das Ambient-Label Glacial Movements betreibt, und die Wahl dieses Namens verrät bereits, dass ihn eine besondere Faszination für nordische bis eisige (Klang-)Welten umtreibt. Sowohl sein eigenes bisheriges Schaffen als Musiker – sein Debüt 2004 trug den Titel »ETERNAL FROST«, und es folgten weitere Konzeptalben wie 2007 »MØRKETID«, 2013 »ALCHEMY OF ICE« und 2017 das Eisalbum »HIMORU« im Duo mit Eraldo Bernocchi – als auch die rund 40 CDs, die er über sein Label bislang veröffentlichte, unterstreichen dies unübersehbar, so findet sich dort beispielsweise der »Nordic Ambient« des norwegischen Duos Pjusk oder die Arktis-Soundtrackalben von Machinefabriek.

Letztgenannter, der niederländische Künstler Rutger Zuydervelt, zeichnet zudem zuverlässig für die die oftmals wunderbar haptischen Coverdesigns von Glacial Movements verantwortlich, was die Alben regelmäßig zu ebenso einladenden wie inspirierenden Sammlerstücken macht, teils unter Zuhilfenahme von Fotografien anderer Künstler. Dies gilt auch für Netherworlds eigenes Album, das bereits vor vier Jahren aufgenommen wurde: Titel und Interpret wurden ins qualitativ hochwertige Digipak eingeprägt, und als Covermotiv dient ein Schlittenhund im Schneesturm, von Carsten Egevang in Ostgrönland fotografiert. Hintergrund der Motiv- und Namenswahl ist: die Titel der Stücke sind die lateinischen Namen verschiedener in der Arktis lebender Tierarten: Vulpes lagopus ist der Polarfuchs, Somniosus microcephalus der Grönlandhai, Orcinus orca offenkundig der Orca- oder Schwertwal, Monodon monoceros der Narwal, und Ursus maritimus ist der Eisbär.

Tedeschi zieht mit diesem Album eine spannende geistige Querverbindung: Produziert hat er die Stücke unmittelbar nach der Geburt seiner Tochter im November 2015; sein Ansatz war die Frage nach »Parallelen zwischen der Schönheit, Unschuld und Zerbrechlichkeit einer Neugeborenen« und der Flora und Fauna in den fragilen arktischen Ökosystemen. Nachdem Carsten Egevang mit seinem Fotografieprojekt auf aussterbende Aspekte der traditionellen grönländischen Kultur aufmerksam machen will, zu denen die massiv verringerte Population der Schlittenhunde und natürlich der dramatische Einfluss der Klimaerwärmung in der arktischen Region zählen, ist unüberhörbar auch die Musik dieses eindringlichen (Dark-)Ambient-Konzeptalbums von dunklen Tönen geprägt. Dabei zeichnen sich die eindringlichen Stücke nicht nur durch emotionale Atmosphäre aus, deren gewisse winterliche Kraft quasi mustergültig das Prädikat »Nordische Musik« verdient, sondern auch durch feingliedrige Kompositionen und Strukturen. »ALGIDA BELLEZZA« – was in etwa »gefrorene Schönheit« bedeutet – funktioniert gleichermaßen als großangelegte, massive Klanglandschaft wie als assoziative Suite feiner Stimmungsgemälde. (ijb)



Siehe auch:
Machinefabriek
Pjusk


 Netherworld: Algida Bellezza

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Nach oben

Nuuk Posse: NP
( 1994, ULO CD 105 )

Eine derart hochwertige und musikalisch dichte Produktion wie »NP« gab es bisher in Grönland nicht wieder. Und dabei spielen die Jungs um John Olsen, der für die meisten Texte verantwortlich zeigt, keinen erwarteten Folk aus dem musikalischen Fundus grönländischer Jagdkultur.

Vielmehr - und das mag überraschen - bieten Nuuk Posse allerbesten HipHop, garniert mit all den instrumentalen Tricks und Kniffen, die diese Musikgattung verlangt. Gesungen, gesprochen und gerappt wird in Dänisch, Englisch und dem Dialekt der Sisimuiter Inuit; erzählt wird meist vom nicht gerade ausfüllenden Leben in den Sozialbauten der Hauptstadt, das man durch das Naschen am Gettogestus ferner Weltstädte aufzuwerten versucht. Und doch liegt ein ganz eigener Ton auf den Stücken; sind diese von einer besonderen Aura umwoben. Eine raue, spannende und abwechslungsreiche Platte - nicht nur für den HipHop-Fan. (frk)



Siehe auch:
Nanu Disco

 Nuuk Posse: NP

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 1 - 3 von 3 im Genre »Beats« und Land »Arctic area« (insgesamt 3)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2020, Design & Programmierung: Polarpixel