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Lange Rezensionen 11 - 20 von 64 im Genre »Beats« und Land »Finnland« (insgesamt 100)

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Desert Planet: Mario Built My Hot Rod
( 2005, 9PM /Indigo 031 )

Was würde wohl passieren, wenn Tüftler auf die abgedrehte Idee kämen, 8-Bit-Sounds aus der Amiga-Steinzeit der Computergeschichte mit den poppig-knalligen Tönen aus frühen Gameboy-Tagen (erinnert sich jemand an Pacman?) und dem nervigen Düddeldü-Düddelda von Spielautomaten zu mixen? Die überraschende Antwort: ein intelligentes, anregendes, witziges, ironisches und höchst tanzbares Album! Jukka Tarkiainen und Jari Mikkola von Desert Planet zeigen auf »MARIO BUILT MY HOT ROD«, dass Computer-Fuzzitum einen hohen Spassfaktor haben kann. Vor allem dann, wenn man sich noch Verstärkung von Eläkeläiset holt, die wunderbar betrunkene Backups singen. Oder Aavikko-Drummer Tomi Leppänen Akzente setzen lässt.

Die Songs verblüffen mit augenzwinkernden Verweisen auf die Glanztage von Vangelis, die guten alten Spaghetti-Western, Billig-Agentenserien der Seventies, Scheherazade-Reggae, Science-Fiction-Klamotten und Madame Butterfly. Klingt verrückt? Ist es auch! Aber macht ziemlich gute Laune, was sich die beidem Jungs aus Rovaniemi da einfallen lassen! (emv)



Mehr CDs von Desert Planet



Siehe auch:
Eläkeläiset
Aavikko

Mäkkelä's Trash Lounge


 Desert Planet: Mario Built My Hot Rod

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DJ Slow: This Is Now
( 2004, Tiger Records /BMG 82876.56387.2 )

Es ist nicht überliefert, ob DJ Slow dicke Goldketten zur behaarten Brust trägt und ob er die Käppi auch beim Schlafen aufbehält. Vielleicht ist er überhaupt die ganze Nacht wach und bastelt Stunde um Stunde an seinen treibenden E-Pop-Stücken aus dem Dunstkreis von Dance und Hip Hop, während alle Nase lang jemand vorbei kommt, der unförmige Polyesterhosen zu rosafarbenen Turnschuhen trägt.

Entsprechend fühlt sich der Diskjockey der Langsamkeit nicht akademischen Soundtüfteleien verpflichtet, sondern schöpft seine Kraft entschieden aus überfüllten und schweißgetränkten Discos, dessen Platten auflegendes Personal nicht müde wird, Soul- und Funkklassiker zu remixen, die wiederum die Vorlage für DJ Slows Muster werden. Herausgekommen sind jede Menge echter Perlen wie »Got To Funk« oder »Keep Moving«, was zugegebenermaßen nicht gerade intelligente Titel sind, die im Gegenzug aber manch erstorbene Party wiederbeleben dürften – bis die Polizei kommt und die Boxen mit nimmt. (frk)



Siehe auch:
Paleface
Slowhill


 DJ Slow: This Is Now

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Don Johnson Big Band: Records Are Forever
( 2009, Universal 2704337 )

Alle drei Jahre wieder… erscheint ein Album der Don Johnson Big Band. »RECORDS ARE FOREVER« knattert mit dem extrem groovenden »L.L.H.« los. Der Opener klingt, trotz diverser Gastmusiker, hundertprozentig nach DJBB; Tommy Lindgrens Schnellfeuer-Zunge kokettiert mit den fett groovende Rhythmen der Einmann-Gitarren-Bass-Drum-Abteilung Karis, perfekt pointiert durch Tastenfachmann Johannes. Bläser Pekka erhält in einigen der 13 Songs Schützenhilfe durch die Pohjola-Brüder, den Trompeter Verneri (Ultra Bra, Quintessence, Ilmiliekki Quartet, Suhkan Uhka, Silvio) plus Posaunist Ilmari (Ultra Bra, Silvio) wie in »Check The Record«, über dem ein Hauch von »Zigeuner«-Gitarrenmelodien weht.

Wie auf den Vorgängeralben zelebriert das Quartetts auch auf dem Viertling einen bunten Stilmix, vielleicht den größten bis dato: Er reicht vom blusig-souligen »Get It Right« mit Gastsänger Tuomo über »Dirt« à la Johnny Cash mit dem bewährten Mikro-Duo Emma Salokoski / Tommy Lindgren und dem ruhigen, schleppenden »Dead Man's Hand« – bei dessen »Spiel mir das Lied vom Tod«-Atmosphäre zusätzlich Gitarrist Petteri Sariola seine Hände im Spiel hat – bis zum beinah dancefloortauglichen »Rush« mit der Stimme Anna Abreus. »RECORDS ARE FOREVER« – vielleicht auch dieser in Helsinki, auf Lanzarote und in New York City entstandene 65-Minüter, mitsamt monumentalem 13-minütigen Schlusspunkt »All Hope«. (nat)



Mehr CDs von Don Johnson Big Band



Siehe auch:
Ultra Bra
Tuomo

Petteri Sariola

Anna Abreu



Zum Artikel über Don Johnson Big Band

 Don Johnson Big Band: Records Are Forever

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Eraser vs Yöjalka: Tarinat
( 2003, Exogenic Records /Wirikuta Distribution ExoCD 28 )

Das ist Krach, Leute. So richtig fetter Krach, geht es doch nur um schnelle, ineinandergeflochtene, reibungsarme Beats. Höchstens hin und wieder switcht irgendjemand an den Knöpfen, und ein paar helle Töne flitzen durch den Raum. Dazu macht sich ein stampfender Grundrhythmus auf den Weg, die Gehörgänge auszukleiden, damit sie schön glatt und blank bleiben.

Wie kann man die Musik nennen? Funsporttechno. Oder Elektrotrashmetalboogiewoogie. Oder auch Psy Trance, wie das Duo aus Helsinki selbst vorschlägt. Fast schon Gabba ist die Musik, aber dann doch eine Spur zu ausgelassen-fröhlich für Gabba. Dabei hat Eraser zehn Jahre lang Klavier gespielt, Yöjalka hat mal das Cello gestrichen. Und so gehen sie heute ganz andere Wege, nur dass sich jedes Stück wie das andere anhört und man schnell nicht mehr recht zuhört, während einen die Musik überflutet. Muss man mögen, muss man wirklich mögen. (frk)

 Eraser vs Yöjalka: Tarinat

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Eternal Erection: On Top
( 2005, Eat This Music ETM-7 )

So man(n)cheiner träumt davon – diese Finnen haben es: »Eternal erection«. Doch weder Punk noch Rock fabrizieren sie – nein, der Sound der Nordlichter basiert auf schwarzem Funk der 70er und 80er Jahre. Ja, richtig gehört: Schon beim Opener »Funky Bus Theme« des Drittlings geht der schwarze Funk ab. Die möglicherweise am wenigsten finnisch klingende Truppe reichert alte Disco- und Soul-Klänge mit modernem Hiphop, Pop, Rock an. Bereits seit zehn Jahren bringen Eternal Erection ihren selbstdefinierten »Nu Funk, Finnish Forest Funk, Dance Music«-Stil unter das Volk.

Nebst Fronter Rick Lover sorgen jede Menge Trompeten, Saxophon und Percussion samt spacigem Keyboard ebenso für eine authentische Atmosphäre wie die Kleidung – vermutlich trägt das Septett seine markanten Sonnenbrillen anlässlich der augenfreundlichen Anzüge. Gewandet in »funky clothes« erspielten sie sich einen ganz besonderen Ruf als Liveband: »On our gigs, we've always made the crowd dance and even go into trance. The gigs have also cured depression and inspired people's sex lives. Our mission is to bring joy to peoples lives«. (nat)

 Eternal Erection: On Top

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Fat Beat Soundsystem: Fala Fala
( 2004, Exogenic Break Records XBRCD20 )

»Fette Beats« im jamaikanisch-afroamerikanischen Stil fabriziert das Fat Beats Soundsystem, hinter dem sich bekannte Namen verbergen: Hepa Halme, DJ Bunuel, Jarmo Saari, Jukkis Kiviniemi und Abdissa Assefa haben sich verbündet und gemeinsam ihr Debüt »FALA FALA« gebastelt – trotz der Aktivitäten in ihren Hauptbands wie Reuna, Nu Spirit Helsinki, XL, Jarmo Saari Solu, Teddy Rok 7, Giant Robot oder Soul Tattoo.

Zu den gemächlichen, selten tanzbaren Reggaeklängen mit Schlagzeug, Bass, Synthiesound und Flöten singt das komplette Quintett, mal im Wechsel, mal vereinigt. Daneben stehen diverse Gäste am Mikro: Hosni rappt bei »Baba Sheriff« auf Französisch los, Father Metro ist bei »Embrace Fatness« beteiligt, Okou haucht am Ende – genauer gesagt vor dem ausufernden Hidden-Track – herzerweichend »Angel«. Dieses Album lädt zum Ausruhen ein. Bleibt die spannende Fragen: Wie setzen die Finnen das live um? (nat)



Siehe auch:
Nuspirit Helsinki
Giant Robot

Soul Tattoo

Jarmo Saari


 Fat Beat Soundsystem: Fala Fala

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Femme En Fourrure: Smell EP
( EP, 2015, Cocoa Music COCOA-017 )

Das Electro-House-Duo Femme En Fourrure (FEF) trat bereits mit einer Reihe von EPs sowie 2013 einem (bislang) rein digital veröffentlichten Album (»36-26-36«) in Erscheinung. Hinter dem französischen Alias »Frau im Pelz« verbergen sich der Produzent Juuso Malin und die Sängerin Sandra Tervonen aus Finnland. »SMELL« ist nach »The Beach« aus dem letzten Jahr nun die zweite EP auf dem Label Cocoa, das innovativen Multimedia-Künstlern eine Plattform bieten möchte. Hier sind FEF eigentlich ganz gut aufgehoben, schaut man sich mal die Videos zu ihrer Musik an, die im Internet kursieren.

Leider allerdings sind die drei Dark-Elektro-Popsongs, in denen es um sexuelle Ermächtigung und Selbstliebe gehen soll — der teilweise arg effektbeladene Gesang ist nur bruchstückhaft zu verstehen, erweckt aber nicht den Eindruck, dass die Texte das Thema allzu tiefschürfend behandelt (»hungry heart inside me«) — nicht so wirklich spannend ausgefallen. Einzelne Soundeffekte, speziell in »Shores«, tönen ganz sympathisch, doch das ganze metallic Effektprogramm wirkt in seiner Oldschoolhaftigkeit doch sehr auf der Höhe der gegenwärtigen altbackenen Retromoden. Da passt es, dass »SMELL« neben dem digitalen und der »special limited« 10"Vinyl-Release auch trendy auf Kassette (wie gesagt: multimedial) erscheint, mit einem zum Zeitpunkt der Rezension unbekannten »cassette only bonus track«.

Aber ach, wie schade, dass Inga »Hype Williams« Copelands abschließender, ziemlich cooler, dekonstruktivistischer Remix von »Blossoms« nur zwei Minuten lang geht. Von dieser tollen Innovatorin könnte man gut und gern die komplette EP-Länge genießen. Das bizarr-erotische Cover ist, muss man leider sagen, besser als die okayen Songs von FEF, die man bald vergessen hat. (ijb)



Siehe auch:
iamamiwhoami

 Femme En Fourrure: Smell EP

Video-Link Offizielle Website

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Fintelligens: Kokemusten Summa
( 2002, Rähina Records /Sony 510234-2 )

Seit der PISA-Studie wissen wir es: Intelligenz = Finnland. So stellt das finnische Duo dem schwedischen Wort »Intelligens« kurzerhand ein »F« davor, fertig ist der Bandname. Spätestens seit ihrem Debüt »RENESANSSI« anno 2000 kennt man die MCs Kimmo »Elastinen« Laiho und Henrik »Iso H« Rosenberg alias Fintelligens in der finnischen Rap-/Hiphop-Szene. Die Genre-Pioniere – eine Art »Fanta(stische) 4« Finnlands – tauchen sowohl in den Charts, wie auf Rockfestivals im Tausendseenland auf.

Von ihrem Drittling »KOKEMUSTEN SUMMA« verkauften Fintelligens mehr als 25.000 Alben, eine Menge für die örtlichen Verhältnisse. Auf »SUMME DER ERFAHRUNGEN« rappen und »hiphopen« die Helsinkier 50 Minuten über menschliche Beziehungen, über Frauen (»Beibe«), Freundschaft (»Luottamus«) und Musik (»Ryhmä-F«). Die 13 Songs sind allesamt in finnischem (Helsinki)-Slang, vermischt mit ein paar hübschen »finglischen« Ausdrücken à la »beibi, pleissi, feissi,…«. Genrefreunde mit Finnischkenntnissen sollten sich (mindestens) eine Scheibe der erfolgreichen Truppe zulegen. (nat)

 Fintelligens: Kokemusten Summa

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The Gentleman Losers: The Gentleman Losers
( 2006, Büro Büro001 )

Die Gentleman Losers lichten den Anker und machen sich auf ihren Weg. Durch die Schären von Turku, über sanfte Hügel, per Schiff, per Heißluftballon. Und man weiß gar nicht so genau, ob die Landschaft nun Schwingung geworden oder die Schwingung gar Landschaft geworden ist. Alles zerfließt in akustische Blenden, nimmt gemächlich Fahrt auf und schleicht tastend durch den Raum. Durch die Welt.

Die beiden Brüder Samu und Ville Kuukka nehmen sich Zeit für ihre abstrakten, zerfließenden Klangmodulationen, die wie Entschleuniger wirken. Die immerwährend instrumentale Musik wartet förmlich darauf, einem anderen Ton zu begegnen. Mal schaut eine mürrische, altgediente Fiedel vorbei, mal der Hall einer effektgeladenen E-Gitarre. Irgendwo in ganz weiter Ferne. Die ist mitunter so ausladend, dass man sich ein bisschen in ihrer Weitläufigkeit verloren vorkommt. Aber dann besinnt man sich einfach auf seine Geisteskraft und zaubert sich mit diesen Assoziations-Erregern seine eigene Welt. (maw)

The Gentleman Losers: The Gentleman Losers

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Giant Robot: Domesticity
( 2004, 9PM /Indigo 030 )

Bitte etwas Geduld haben. Denn es kann sein, dass man sein Urteil über Giant Robot schneller fällt als nötig. Denkt man doch, dass alles klar geht, sobald man dem Opener »Get Up« gelauscht hat, der treibenden, in die Beine gehenden Elektrofunk bietet. Und auch der nächste Song – »Public Shopping« – bleibt treu auf dieser Spur. Doch dann wird es eckiger, ziselierter; es weicht ab von der Vorgabe, allein ausgelassen-tanzbare Mucke vorzulegen. Und es kann sein, dass man von nun an unkonzentriert zuhört und die CD irgendwo ablegt.

Das wäre ganz ganz falsch. Denn Giant Robot wechselt behände zwischen krachigem HipHop und komplizierten Dubs, mixt Disco-Rhythmen mit R'n'B-Zitaten – ohne je ins Beliebige abzugleiten. Erst langsam erschließt sich einem daher das kreative Potential dieser überaus komplexen Produktion. Anders gesagt: Ein Urteil sollte man erst fällen, sobald man »DOMESTICITY« zehnmal gehört. Jeweils in voller Länge versteht sich. (frk)



Siehe auch:
Giant Räbät
Fat Beat Soundsystem

Nuspirit Helsinki


 Giant Robot: Domesticity

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