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Lange Rezensionen 61 - 64 von 64 im Genre »Beats« und Land »Finnland« (insgesamt 100)

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Vibrakööri: Pidemmän Kaavan Mukaan
( 2006, Samsara Records SAMCD 001 )

Wer sagt denn, dass die angeblich so schwerblütigen und trauerkloßigen Finnen nicht bisweilen leicht und verspielt sein können? Geht doch! Mit dem guten alten Weltmusik-Genre betritt das seit 15 Jahren aktive Quintett aus Helsinki zwar reichlich ausgetretene Pfade, aber na wenn schon! Reggae und Ska, Zydeco und Blues, Tango und TexMex und Herzschmerz sowieso. Vibräkööri sind eine gute-Laune-Truppe, die ohne viele Mucken höchst animiert aufspielen. Tanzen soll und muss man dazu. Selbst wenn der gemeine Westeuropäer von den finnischen Texten so gut wie nichts versteht. Und auch wenn die Nordlichter zwischendurch sehr nach den mexikanischen Melodrama-Superstars Maná klingen.

Die Band rund um Mastermind Teero Pulkkinen kultiviert auf »PIDEMÄÄN KAVAAN MUKAAN« virtuos die ganze Bandbreite der Gefühle – von traurig bis unverschämt glückselig hippelig. Bahnbrechend originell ist das nicht, aber immer vergnüglich. Diese Jungs verstehen ihr Handwerk und schaffen es, schwerelos in leichte Lüfte abzuheben. Nicht das Verkehrteste in einer Welt voller Zwänge. (emv)

 Vibrakööri: Pidemmän Kaavan Mukaan

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View: Leave a Comment
( 2017, Vild Music /Cargo CARCD209 )

Dass in Helsinki jüngst eine lebendige und qualitativ reiche Rapszene gewachsen ist, hat sich hierzulande noch nicht herumgesporochen. Während andere Rapper ihrer Muttersprache treu bleiben, haben Wortkünstler wie Noah Kin oder View mit englischen Texten auch ein internationales Publikum im Auge. Juuso Ruohonens egozentrische Mischung aus demonstrativ verletztlich ausgestellter Selbstanklage und sexuell aufgeladener Angeberei erinnert an seinen kanadischen Kollegen Abel Tesfaye alias The Weeknd, an dem er sich offenbar orientiert - aber auch dessen Landsmann Drake, der etwas sensiblere Frank Ocean und der Texaner Travis Scott können einem in den Sinn kommen. Ruohonen aka View ist jedoch nicht zimperlich, es geht um »Bad Habits«, um blutige Nasen, diverse Trips und Rauschzustände, teure Autos und Champagner, um Depression und Schmerz – und (natürlich) um (Hetero-)Sex.

Dass Views Texte und die von Joonas Laaksoharju produzierten Tracks deutlich am amerikanischen HipHop mit Popappeal orientiert sind (das Promovideo zur CD wurde gleich in New York City gedreht), mag erst einmal wenig überraschend klingen, doch als komplettes Album mit diversen Gästen bekommt »LEAVE A COMMENT« eine ziemlich bestechende Power. Käme View nicht aus Helsinki, sondern aus dem anglophonen Raum, er wäre längst bekannter. Was von alldem Pose und was »echtes« Leben ist, bleibt dabei – genretypisch – herzlich egal, denn die ebenso futuristische wie latent finstere Produktion, die griffig zeitgemäß daherkommt und sich mit druckvollen Bässen an Grime, Trap und Future-RnB anlehnt, und Views energischer Vortrag machen dieses abwechslungsreiche Debütalbum hörenswert. (ijb)



Mehr CDs von View

 View: Leave a Comment

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Vladislav Delay: Kuopio
( 2012, Raster-Noton /Kompakt R-N 144 )

Vor einem Jahr stand hier noch: »Mehr davon!« Doch hätte man sich nicht träumen lassen, dass der Meister sich noch einmal steigert. Auf der Stelle getreten ist er ja ohnehin selten, doch nun darf unumwunden eingestanden werden, dass Sasu Ripatti alias Vladislav Delay sein bestes Album aufgenommen hat und sich auf der Höhe seiner Kunst befindet. Der (nord-)europäische Techno hat in letzter Zeit wenig Innovation hervorgebracht, doch »KUOPIO« begeistert vom ersten Moment an durch Fantasie und Originalität. Während »VANTAA« ein starkes, aber recht gleichförmiges und zumeist ruhiges Raster-Noton-Debüt war, tanzen auf »KUOPIO« die Rhythmen oft so wild und eindrucksvoll, dass einem die Ohren schlackern.

Die Minimal-EP »ESPOO« vor ein paar Wochen war gerade mal eine – wenn auch tolle – Vorstudie zu dem, womit »KUOPIO« nun aufwartet. Mit sperrigen, dabei immer eingängigen Rhythmen und superb und detailreich gestalteten Sounds zaubert Delay eine durchweg spannende, in jedem Moment präzise und Aufmerksamkeit erweckende, hochkomplexe (Stern-)Stunde elektronischer Musik.

Als einen sich unablässig voranentwickelnden Fluss von Stimmungen, Ideen, Emotionen, feinen Verästelungen aus Rhythmuspartikeln oder treibenden Beats und reichen Soundwelten, die oft wie vollkommen ungehört erscheinen, bestreitet Delay acht so abwechslungsreiche wie dichte Varationen von Techno 2012. Dabei arrangiert er nur die besten Einflüsse aus seinem eigenen Werk, aus Dubtechno, Basic Channel, Elektro und Abstract/Minimal in einer Weise, dass man das Gefühl hat, elektronische Musik ganz neu zu erleben. Keine Spur von Retro. State of the Art. (ijb)



Mehr CDs von Vladislav Delay



Siehe auch:
Vladislav Delay Quartet
Ripatti

AGF

Sistol


 Vladislav Delay: Kuopio

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Tuomo Väänänen: A Small Flood
( LP, 2017, Ljudverket /Honest Jon's Ljudverket 009 )

»Eine kleine Flut« nennt Tuomo Väänänen sein Debütalbum, dazu zeigt das Cover drei am Strand tollende Hunde – und auf der Rückseite eine Eule. Dieser assoziative Gestus führt auf schöne und treffende Weise in die charmante musikalische Welt, die der finnische Produzent über 52 Minuten bzw. vier LP-Seiten ausformuliert hat. Zu Beginn meint man womöglich noch, die sich über sechs bis sieben Minuten lang entwickelnden Ambient-Techno-Stücke seien etwas vage oder unentschlossen (einem wunderbar entspannten Stück gab Väänänen selbstbewusst den Titel »Sloth«, also »Faultier«) – und streckenweise sind sie ja auch näher am Raumklang, als dass sie einen klaren Drive vorgäben. Da schaut man sich schon mal um, ob die Vogelstimmen vom Fenster oder von der Stereoanlage kommen.

Doch gerade dieses Understatement aus sanften Klangbildern und warmen Dub-Rhythmen macht »A SMALL FLOOD« so unwiderstehlich. Seit sich Väänänens Landsmann Vladislav Delay aus der Musikszene zurückgezogen hat und zuletzt darüber hinaus Mika Vainio früh verstorben ist, besteht eine deutliche Lücke in der progressiven elektronischen Musik Finnlands. Mit seinem Label Ljudverket beginnt Väänänen hier anzuknüpfen; Vesa-Matti Kiviojas EP war 2017 ein starkes Statement, das auf ein tolles Album hoffen ließ. »A SMALL FLOOD« setzt dort mit seinem sparsamen Autoren-Techno an und erinnert gleichermaßen an Delays schwebendes letztes Album »VISA« wie an Mokiras latent trancehafte und knisternde Dub-Exkursionen. Und was ganz hervorragend an dieser Platte ist: Sie funktioniert ebenso als leise Ambient-Musik bei Tage wie als basslastige LP in voller Lautstärke am Abend als auch zum Abtauchen über Kopfhörer mitten in der Nacht. Väänänen weiß, wie man eine spartanisch schillernde Soundwelt entwirft und im richtigen Moment vor der Gleichförmigkeit bewahrt. (ijb)



Siehe auch:
Vesa-Matti Kivioja
Vladislav Delay

Mokira


Tuomo Väänänen: A Small Flood

Audio-Link Offizielle Website

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