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Lange Rezensionen 6 - 10 von 23 im Genre »Beats« und Land »Grenzgänger« (insgesamt 25)

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Galaxian: Blowback
( EP, 2017, Foul-Up DOWN3, 12" / digital )

Hinter Galaxian verbirgt sich der aus Glasgow stammende Produzent Mark Kastner, der auch das Label Doppelganger Records verantwortet. »BLOWBACK« hat er allerdings in einem langen Prozess gemeinsam mit dem Dänen Nicolai Vesterkær Krog ausgearbeitet, der die Platte auf seinem neuen Label Foul Up als dritte Vinyl-Veröffentlichung 2017 (von insgesamt vier) herausbrachte. Er habe Kastners Werk schon lange geschätzt und ihn deshalb mit der Anfrage einer neuen Produktion kontaktiert.

Aus hundert Trackvorschlägen wurden dann in langer Feinarbeit die acht dieser Platte herausgefiltert und zur Veröffentlichungsreife gefeilt. Mit knapp 30 Minuten ginge »BLOWBACK« zwar auch als Album durch, doch Producer und Label möchten es als EP verstanden wissen, wohl weil aus der Zusammenstellung mehr das Gefühl des Herumexperimentierens spricht als ein signifikantes Statement. Da ist was dran, denn beide Seiten der 12" vergehen wie im Flug, wobei eine ganze Menge verschiedener Ideen und Stilelemente zum Zuge kommen. Geradlinigere Tracks wie »Forget About It« oder das rasante »Tunnel Vision« knüpfen an Galaxians Club-Produktionen an, lassen sich auch trotz unwirscher Klänge in einem guten DJ-Set unterbringen, während z.B. »Parasitic Seduction« deutlich geräuschhafter und damit experimenteller auftritt. Überhaupt punktet die EP mit reichen Sounds und Kontrasten, wenn sich auch nicht alle Tracks im einzelnen gleichermaßen festhaken. (ijb)



Siehe auch:
Misantrop
Beastie Respond

Metalized Man


 Galaxian: Blowback

Audio-Link Offizielle Website

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Lars Graugaard & Moritz Baumgärtner: What Actually Happened
( 2016, clang /clang.cl clang049 )

Unermüdlich haut Lars Graugaard seine (Download-)Platten raus; meist sind es eher EPs oder Mini-Alben, doch experimentell und spontan sind sie mit jedem Mal. Diesmal hat sich der dänische Avantgardist mit dem jungen schweizer-deutschen ModernJazz-Schlagzeuger Moritz Baumgärtner (Lisbeth Quartett, Das Rosa Rauschen, Melt Trio, Chat Noir) zusammengetan, so dass ihr gemeinsames Werk, an einem Tag im Mai 2016 in Berlin salopp dahinimprovisiert, einen charmant-rasanten Jazzrock-Drive bietet.

Mit dem eröffnenden »Space Twist« wähnt man sich vielleicht noch in einem David-Lynch-Soundtrack, doch schon bald wird der Trip eher spritzig hektisch, ein großer Teil des 35-minütigen Albums ist Rhythmus pur, ja man könnte es Drum&Bass-Improv nennen - wenngleich der Bass-Puls aus Laptop-Sounds und dunkel wabernden Effekten entsteht und ansonsten das komplexe, halb elektronische, halb handgemachte Schlagzeug- und Perkussion-Gestrüpp alles andere als tanzbodengeeignet ist. Passend hingegen wäre der Bandname Infernal Machines, doch der ist ja bereits für Graugaards vorletztes Album des laufenden Jahres vergeben. (ijb)



Siehe auch:
Lars Graugaard
Lars Graugaard, Moritz Baumgärtner & Keisuke Matsuno

Chat Noir

Infernal Machines


Lars Graugaard: What Actually Happened

Offizielle Website

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Nils Petter Molvær & Moritz von Oswald: 1/1
( 2013, Emarcy /Universal 060253743670 )

Mit wem man auch spricht - allerorts scheint Einigkeit zu herrschen, dass Nils Petter Molvær seine besten Tage lange hinter sich und seit »den Tagen von KHMER« (=den beiden ECM-Alben vor 15 Jahren) nichts Interessantes mehr vollbracht habe. Dieses etwas harsche Urteil steht in einer gewissen Spannung zu den regelmäßigen Werbeslogans, dass der Startrompeter »mit seinem neuen Album [endlich] wieder an die innovativen Qualitäten von KHMER anknüpft«. Keine Frage, diese Sprüche werden auch jede zweite Rezension dieser Kollaboration mit den von Oswalds garnieren - oder auch: »innovative Begegnung zweier stilbildender Genies«. Dabei ist Molvær ein bisschen arm dran: Er kommt einfach nicht aus seiner Haut, dass er keinen seiner Fans verprellen, aber um jeden Preis als konstant origineller Musiker (an-)erkannt werden will, wie es ihm mit »KHMER« beschieden wurde.

Nach der Trennung von Eivind Aarset, einem Intermezzo mit Gitarrengenialist Stian Westerhus und einem Orchesterwerk mit dem derzeit höchst im Kurs stehenden Komponisten Rolf Wallin ging Molvær Anfang 2013 mit Moritz und Neffe Laurens von Oswald ins Berliner Studio. Die gute/schlechte Nachricht: Das Ergebnis klingt haargenau so, wie man es erwartet. Eine solche Platte war wohl unausweichlich; man hat eigentlich das Gefühl, dass es sie schon lange geben musste.

Und doch: Die inflationär gebrauchte Phrase »stilbildender Musiker« trifft seltenst so zu wie im Falle Moritz von Oswalds. Seine Meriten zu resümieren würde den Rahmen dieses Texts flott sprengen; für den Fall der Bildungslücke daher bitte andere Quellen zu Rate ziehen. Trotz seiner unbestrittenen Verdienste um die Verquickung von Genres und die Auffrischung der Popularität norwegischer »Jazz«-Musik in den späten Neunzigern kann es auch Molværs Vita nicht mit der von Oswalds aufnehmen. Das gilt entsprechend für die Musik. Im schlechtesten Fall klingen Tracks wie »Further«, als würden zwei unterschiedliche Platten nebeneinander her laufen. Molvær trötet etwas verloren die Melodiefetzen, die man von ihm kennt und erwartet, nur etwas mehr Hassell-Ambient-mäßig als sonst, während Oswalds pulsierende Beats straff überzeugen. Bei der Live-Premiere auf dem Punkt-Festival 2013 wurde diese Divergenz noch eindringlicher als auf der etwas matschigen CD; allein wenn Molvær atonale Geräusche aus der Trompete zog, stellte sich ein spannungsvolles Miteinander her. Ob die LP-Ausgabe diesem überwältigenden Klangbild näher kommt, lässt die PromoCD nicht beurteilen. (ijb)



Siehe auch:
Nils Petter Molvær
Bugge Wesseltoft & Henning Schwarz

Stian Westerhus


Nils Petter Molvær: 1/1

Video-Link

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Nuage: Neida
( LP, 2015, Project Mooncircle PMC145; Digital File )

»NEIDA« von Nuage wird offiziell als EP angekündigt — und wird auf Vinyl womöglich auch als solche verkauft. Doch die acht Tracks der digitalen Ausgabe (darunter keine Remixes oder alternative Versionen) bilden mit ihren 44 Minuten eine volle Albumlänge — besonders wenn man bedenkt, dass viele Alben durch das Vinyl-Comeback heutzutage wieder rund eine halbe Stunde Laufzeit haben.

Nuages Wurzeln im Drum&Bass lassen sich hier noch gut erkennen, und auch wenn von Seiten seines Labels die Kategorien »2-Step / Deep House / UK Garage« angegeben werden, weist sein genre-umspannender Stil doch weit darüber hinaus, ist auf unaufdringliche Weise ganz gegenwärtig, könnte auch, bei aller Tanzbarkeit, »Autoren-Dubstep« für zu Hause sein. Gleichwohl, ein gewisser House-Touch ist der Musik hie und da nicht abzusprechen.

Recht sonnig und eher un-nordisch tritt Nuage nun, nach zwei vorhergehenden LPs, auf »NEIDA« in Erscheinung. Dabei sei eine längst vergessene, etwas düstere Abenteuergeschichte aus dunklen und kalten nordischen Ländern, eine Heldenreise durch die Kräfte der Natur und an die Grenzen der eigenen Kraft, Inspiration gewesen. Es spricht für den Produzenten, dass er zwischen den Stilen und zwischen den Ländern — Nuage lebt in St. Petersburg — wandelt, für jeden Track einen eigenen Stil findet und zugleich doch ein rundes und nicht zuletzt kurzweiliges Album mit klanglichem und gestalterischem Reichtum geschaffen hat, bei dem der ganze Abenteuerballast keine Rolle mehr spielt. (ijb)

 Nuage: Neida

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Otso: Dendermonde
( EP, 2016, Elli Records EL03 )

Otso Lähdeoja versteckt sich auf allen Cover- und Pressefotos hinter einer kruden Bärenmaske, da sein Vorname in der antiken finnischen Sprache »Bär« bedeutet. Otso ist Komponist, Gitarrist, Digital-Klangforscher und hat einen Doktortitel in Musik der Pariser Universität und ist Postdoctoral Researcher an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Zudem hat er bereits eine stattliche Diskografie mit Crossover- und Multimedia-Projekten, Ensembles, diversen Gruppen, Poesie, Installation und Tanzperformances zwischen Finnland, Kanada, Belgien und Frankreich. »Wo ist der Horizont deiner Vorstellungskraft?« fragt er im kurzen Beitext dieser CD.

Tja, diese kleine finnische Elektronik-Platte trägt also große Ambitionen in sich, auch wenn man das so auf den ersten »Blick« nicht vermutet. Die vier Tracks sind zwischen den Genre-Stühlen Ambient, Musique Concrète, Elektroakustik-Noise und Psychedelic Postrock angesiedelt; Otso spielte die diversen elektronischen Aufnahmen in Kanada und der Schweiz ein, zusätzlich mischte er noch Gäste mit Moog und Harmonikas dazu. Spannend ist diese Kreuzung aus Alt und Neu, schamanistischer Elektroakustik und verspieltem Indiepop, verknurpsten Geräusche und effektgeladenen Blues-Gitarren. Oder anders gesagt. »DENDERMONDE« ist, dass Welt, dass wir manchmal versuchen, versuchen wir zu erreichen, wenn das nicht genug ist, oder wenn es uns das Material für den anderen zu suchen können geben würde. Alles klar?

Eine abenteuerliche Reise - oder vielmehr: ein kleiner Ausflug. Denn das größte Manko der CD: Mit vier Tracks über zwanzig Minuten ist sie einfach zu kurz. Ein ganzes Album wäre toll. (ijb)

 Otso: Dendermonde

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