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Lange Rezensionen 11 - 20 von 71 im Genre »Folk« und Land »Dänemark« (insgesamt 110)

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Drivtømmer: Drivtømmer
( 2011, Dannevirke Records DR-011 )

Ganz schön flott unterwegs, diese mittelalten Herren aus der dänischen Provinz! Drivtømmer, das Projekt um den gestandenen Sänger und Gitarristen Ole Lundberg, hebt auf seinem selbst betitelten Debütalbum die musikalische Welt wahrlich nicht aus den Angeln. Gleichwohl: Diese gestandenen Mannsbilder zelebrieren den guten alten Folkrock mit ansteckender Spielfreude und jeder Menge raubeinigem Charme. Klar, das ist Konsens-Musik zum Wohlfühlen und hohem Wiedererkennungswert: Die gefühligen Refrains kann man nach zweimaligem Hören problemlos mitsingen und das dänische Bier schmeckt sicher bestens dazu. Vor allem, wenn man sich dann auf die Tanzfläche wagt und die Herzensdame kräftig herumwirbeln darf!

Hoffnungslos altmodische Traditionalisten sind diese Treibhölzer (so lautet der Bandname in der Übersetzung) aber keinesfalls: Diese Jungs sind neugierig geblieben, experimentieren mit hörbarem Gusto mit Reggae-Rhythmen und orientalischen Klängen, bevor sie sich wieder dem einheimischen Liedgut zuwenden. Drivtømmer sind angenehm uneitel, beherrschen ihr Handwerk und haben hörbar einen Riesenspaß am eigenen Tun. Die kleinen Freuden des Lebens mit Schmackes feiern: Das muss man erstmal so überzeugend hinkriegen! (emv)

 Drivtømmer: Drivtømmer

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Drones & Bellows & Dragseth Duo: Hiimstoun
( 2004, Gofolk Go0804 )

Politische Grenzen sind meist willkürlich, und so macht es fast immer Sinn, in der Grenzregion zweier Länder nach musikalischen Wurzeln zu graben. So etwa in Nordfriesland und dem westlichen Südjütland. Und so tat sich das Dragseth Duo aus Husum – bestehend aus Manuel Knortz und Kalle Johannsen – mit dem dänisch/schottisch/deutschen Quintett Drones & Bellows zusammen für eine Spurensuche nach alten Liedern aus dem Marschland.

Charakteristisch für die Region Sonderjylland-Schleswig: die fünf Sprachen/Dialekte, die man in diesem kulturellen Schmelztiegel findet. Und so wird denn hier auch Platt, Hochdeutsch, Friesisch, Sønderjysk und Hochdänisch gesungen; mal derb und rau, dann wieder mit einer bäuerlich-unbeholfenen Romantik – eben ganz so wie die Landschaft. Die mit Gitarren, Geigen, Flöten, Akkordeon, deutschem Dudelsack und anderen traditionellen Instrumenten dargebotenen Lieder behandeln Themen, die das Leben schrieb: den Walfang, eine Hochzeit auf Jordsand, den (mit Bonanza-Zitat versetzten) »Schimmelreiter« oder eben das Wattenmeer. Kurz: ein abwechslungsreicher und konzeptionell lohnenswerter Brückenschlag, der viel von der Begeisterung aller Beteiligten vermittelt. (peb)

 Drones & Bellows: Hiimstoun

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Elof & Wamberg: Byen Sover
( 2015, GO‘ Danish Folk GO1315 )

In 2010 fand sich dieses Duo, um mit Folk Music zu experimentieren – das muss man auch, wenn man mit einer solch ungewöhnlichen Besetzung unterwegs ist: Tobias Elof spielt Ukulele, und hat einen Bachelor in Folk Music, als erster Ukulele-Spieler. Sein Partner Nicolaj Wamberg hat einen ebensolchen als Bassist, dazu hört man ihn auf Violine und Piano. Für ihr Debut-Album wurden sie 2013 für den Danish Music Award Folk nominiert. »BYEN SOVER« ist also bereits das zweite des Duos.

Fast sämtliche Stücke haben sie zusammen komponiert, dazu schleichen sich zwei Traditionals ins Repertoire. Das klingt mal romantisch, altmodisch und lieblich, dann aber auch sehr schwungvoll, leicht jazzig und modern. Was auch sehr positiv auffällt: Elof und Wamberg lassen sich Zeit, lassen den Sound luftig und leicht. Alle Stücke haben die Stadt als Thema, der Titel bedeutet »Die Stadt schläft«. Stilistisch schränken sie sich nicht sehr ein: »Måneskin« bezaubert mit Reggae-Rhythmen und Gästen an Viola und Pandeiro. In »Horsholmsgade« brilliert Wamberg mit dem Bogen. Sehr charmant ist dieses ungewöhnliche Duo allemal. (tjk)

 Elof & Wamberg: Byen Sover

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Euzen: Sequel
( 2011, Westpark /Indigo 87213 )

Als erste Assoziation denkt man an eine Mischung aus Björk und Valravn - erstere eine Isländerin, letzteres eine Band mit vorrangig dänischen und färöischen Mitgliedern. Auch Euzen stammen aus Dänemark, haben mit Maria Franz jedoch eine norwegische Sängerin an der Front stehen, die eine ähnlich ausdrucksstarke Stimme vorweisen kann wie eben Bjørk oder Valravn-Sängerin Anna Katrin Egilstrøð. Wie so viele skandinavische Bands auch schaffen es Euzen, folkloristische Einflüsse auf eine moderne elektronische Basis zu stellen und mit unkonventionellen Arrangements und vertrackten Beats zu einen individuellen Musikkosmos zu verschmelzen.

»SEQUEL«, das bereits zweite Album der Kopenhagener ist in der Summe zwar etwas poppiger und damit eingängiger ausgefallen als das erste Werk »EUDAIMONIA« – was der Faszination der Musik jedoch in keiner Weiste schadet. Bis auf »Vilje« singt Maria Franz alle Lieder in englisch; interessanterweise fesselt jedoch gerade dieser norwegische Song – eingeleitet durch eine elektronisch manipulierte »Tribal Voice« – mit am stärksten und zeigt so die Wurzeln der absonderlichen Musik sehr schön auf. Auch der im eigenen »Lava Studio« aufgenommene Klang gibt keinen Anlass zur Kritik. Für die eher düsteren Momente in unserem Leben ist dieser Gothic-Folk-Pop daher der perfekte Begleiter. (peb)



Mehr CDs von Euzen



Siehe auch:
Björk
Valravn


 Euzen: Sequel

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Falgren Busk Duo: Duet
( 2010, Gofolk GO0310 )

Dieses gleich tönende Gefiedel vieler Volksmusik-Truppen kann mitunter auch für Folk-Fans nervtötend sein. Der Violonist Bjarke Falgren und der Pianist Nikolaj Busk bilden jedoch gemeinsam ein Duo, das diese Behauptung aufs Heftigste widerlegt. Behutsam, ja scheu tastend beginnen sie ihren Reigen, so als hätten sie fast Angst, ihre Instrumente zu berühren. Beim genaueren Hinhören entdeckt man jedoch, wie viel Ausdruck und unterschiedliche Klangfarben sie in ihren Tastenschlag und Bogenstrich legen.

Und wenn wie in »Arlecchino« das Ganze prächtig aus zu swingen beginnt, dann spüren wir: Hier sind zwei feingeistige und äußerst erfahrene Folk-Virtuosen am Werk, die gern, sehr gern über den Tellerrand blicken und Jazz, Klassik und Pop streifen, immer vor allem auf der Suche nach bezaubernden Melodien. Auch wenn man sich manchmal wünscht, Falgren und Busk würden eine Zahn zulegen, so stellt sich beim Hören ein entspanntes Grinsen ein angesichts so viel Eleganz und musikalischer Offenheit. (peb)



Siehe auch:
Dreamers Circus

 Falgren Busk Duo: Duet

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Fionia String Band: Råt For Usødet / Rough'n'Ready
( 2016, GO´Danish Folk Music 0616 )

Die dänische Insel Fünen heißt auf Lateinisch Fionia, und die drei Mitglieder dieser Band sind durchaus stolz darauf, von dort zu stammen, sind die Menschen doch sehr freundlich dort – das glauben wir jetzt einfach mal, genauso wie dass die Fionia Stringband, bestehend aus zwei Geigern und einem Pianisten, zum Besten in der dänischen traditionellen Folk-Szene gehört.

Das ist nämlich kein Wunder, denn Michael Graubæk und Thies Langlands gewannen mit ihrem Duo Rannok den dänischen Music Award 2011, letzterer ist auch bei Habadekuk zugange. Der dritte im Bunde ist eine Generation älter als die beiden studierten Volksmusiker: Jes Kroman ist jedoch eine Institution in Sachen Folklore-Fiedel, außerdem hat er sich lange mit kanadischem Folk beschäftigt. Zusammen spielen sie eine Auswahl älterer Stücke der dänischen Volksmusik-Literatur – ziemlich originalgetreu, ohne neumodische Sperenzchen. Das machen sie richtig gut, aber insgesamt klingt das doch reichlich altbacken. Da helfen auch zwei Gäste an Saxophon und Posaune nicht viel. (tjk)



Siehe auch:
Rannok
Habadekuk


 Fionia String Band: Råt For Usødet / Rough

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Færd: Logbok
( 2006, Tutl SHD71 )

Gewiss: Diese CD kommt sehr bieder daher. Eine Geige wimmert, die Quetschkommode ackert, die akustische Gitarre perlt ein nettes Pling-Pling. Und lange ist nirgendwo eine Steckdose in Reichweite, bis schließlich doch mal eine E-Gitarre eingestöpselt wird. Doch dieser erste, oberflächliche Eindruck täuscht gründlich. Denn das Trio Færd um Peter Uhrbrand geht auf ganz verblüffend einleuchtende Weise zurück zu den Wurzeln des nordischen Folk, wenn es unter anderem traurige dänische Balladen, ruppig färöische Traditionals und ausgelassene schwedische Polkas mit einer gewissen puristischen Strenge einspielt. Und weiter reicht der Horizont über die Shetlands nach Holland und dann im weiten Bogen bis nach Neuseeland.

Dabei gefällt besonders die sich langsam aufbauende Stringenz vieler Titel – und ihre Langzeitwirkung, hört man sich nur ein bisschen in diese Produktion hinein. Ein Muss ist der Song »Sinklars Vise«, bei dem ein bärtiger Männerchor eine düstere Ballade aus Kriegszeiten des 17. Jahrhunderts anstimmt. Ebenso beeindruckend der elegische und zugleich bilderstarke »Walz For Frieda«, der in eine Polka überführt wird, komponiert von Wolfgang Meyering für eben dessen Tochter Frieda. Tja, so macht Folkmusik immer wieder und von neuem Spaß. (frk)



Siehe auch:
Wolfgang Meyering
Færd, Jullie Hjetland, Irene Becker, Piere Dørge


 Færd: Logbok

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Habadekuk: Kaffepunch
( 2014, GO‘ Danish Folk GO 0714 )

Wahrscheinlich haben die acht Dänen bei Bandgründung zuviel vom »KAFFEPUNCH« genossen, das ist nämlich eine Mischung aus Kaffee, Zucker und nicht näher definiertem Schnaps. Aber der dämliche Bandname ist das einzige, was an Habadekuk nicht so recht mundet – so viel Power findet man in der dänischen Folk-Szene nämlich selten.

Habadekuk sind viel mehr als eine Folk-Band – neben Violine, Akkordeon und Kontrabass sind hier eher Jazz-übliche Instrumente zu hören: Saxophon, Trompete und Posaune nebst Piano und Drums gehören nicht zu traditioneller Gerätschaft. Die Musiker um Kristian Bugge (vi) und Theis Langlands (p) sind auch ausgewiesene Jazzer. Die Songs sind zwar größtenteils olle Kamellen, aber der Dänen-Achter katapultiert sie mit Schmackes ins 21. Jahrhundert. Wilde Polkas und lyrische Walzer werden so mit Big Band-ähnlichen Bläsersätzen, Rock und Latin-Rhythmen verquirlt, dass man kaum sitzen bleiben kann. Kein Wunder, dass die Band beim großen Skagen Festival den Folkmusic Award kassierte. (tjk)



Mehr CDs von Habadekuk



Siehe auch:
Dwight Lamb, Jensen & Bugge
Baltic Crossing


 Habadekuk: Kaffepunch

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Mads Hansens Kapel: Mor Dig Først, Spørg Bagefter
( 2019, GO´Danish Folk Music GO 0419 )

Zuerst das Vergnügen, die Sorgen später! Das ist das Motto und der CD-Titel der Mads Hansens Kapel, einer jungen Folk-Band, deren Mitglieder von den Inseln Fünen und Jütland stammen. Keiner von ihnen allerdings heißt Mads Hansen – ihre Namen haben aber mindestens drei, teilweise gar vier Teile, zur Strafe werden sie hier nicht genannt. Obwohl das zugegeben ungerecht ist, denn die Band ist schlichtweg super!

Die Jungs sind mit traditioneller dänischer Volksmusik aufgewachsen – und zwar mit der Variante, die man nicht nur tanzen kann, sondern tanzen muss. Allerdings haben alle einen größeren stilistischen Background, das hört man tatsächlich jedem an. Den alten Stücken hauchen sie neues Leben ein, und präsentieren das Ergebnis mit Violine (na gut: Jonas Lærke Clausen) und Klarinette (Martin Strange Lorenzen) im Vordergrund, mit Gitarre (Sebastian Boesgard Bloch Larsen), Piano (Julian Michael Svejgaard Jørgensen) und E-Bass im Hintergrund. Da bleibt kein Auge trocken, wenn der Dänen-Fünfer loslegt! Bassist Emil Ringtved Nielsen hat in »Snaldervals« die Ehre, die Melodie zu tragen, was er mit Bravour meistert. Das ganze Stück strotzt vor Humor und Liebe zum Detail – aber das kann man von der ganzen CD sagen. Ob Polka, Walzer oder sonstige Tänze: Die MHK beherrscht alles, arrangiert mit Hirn, spielt mit Herz und Virtuosität und sorgt somit für ein absolutes Highlight in der dänischen Folkmusik. Uneingeschränkte Empfehlung also! (tjk)

Mads Hansens: Mor Dig Først, Spørg Bagefter

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Harald Haugaard: Lys Og Forfald
( 2015, Pile House Records /Westpark PHR 0714 / WP 87287 )

In einer Spanne von sechs Jahren veröffentlichte der dänische Violinist und Komponist Harald Haugaard eine CD-Trilogie, deren letzter Teil »LYS OG FORFALD«, dt.: Licht und Zerfall, mit herbstlichen Motiven und dem Abschließen, dem Alleinsein spielt. Sollte man zumindest am Anfang gar nicht meinen, so viel Spielfreude sprudelt aus der Musik.

Wobei Haugaard ein sehr cleveres Konzept hat: die Melodien und der Geist basieren auf dänischer oder zumindest nordeuropäischer Tradition, gespielt wird allerdings eher moderne akustische Musik, in Kraft und Imagination durchaus mit Markku Lepistö vergleichbar. Haugaard arrangiert seine Stücke auch sehr stimmig und saftig: neben seinen Bandmitgliedern Kristine Elise Pedersen (cello), Mikkel Grue (g) und Sune Rahbek (perc) sind Tapani Varis (b) und bei einem Stück sogar die Fraunhofer Saitenmusik aus München dabei – mit denen hat Haugaard auch schon einige Konzerte gespielt. Natürlich darf auch Ehefrau Helene Blum nicht fehlen, ihre Stimme veredelt das ohnehin feine »Port Orford«. »Søstre Og Brødre«, Schwestern und Brüder, ragt aus einer sehr guten CD auch heraus, der absolute Höhepunkt ist »Skye-Havnen« mit einem instrumentellen Orkan. (tjk)



Mehr CDs von Harald Haugaard



Siehe auch:
Haugaard & Høirup
Haugaard & Mogensen

Helene Blum


Harald Haugaard: Lys Og Forfald

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