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Lange Rezensionen 1 - 5 von 66 im Genre »Folk« und Land »Dänemark« (insgesamt 100)

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Haugaard & Høirup: Om Sommeren
( 2003, Gofolk /Nordpool GO0203 )

Fröhlich juchzend, ja vor Lebensglück jubilierend hüpfen die beiden Dänen in das erste Stück auf ihrer Sommer-CD. Wenn Morten Alfred Høirup mit atemberaubend schnellen Akkordwechseln seine Gitarre schrammelt und Geiger Harald Haugaard dazu in unvergleichlicher Eleganz den Bogen tanzen lässt, fühlt man sich unweigerlich an irische Jigs und Reels erinnert.

»Dabei können wir gar nichts anderes spielen als dänische Musik«, kontert der Fiddler verschmitzt und weist darauf hin, dass Dänemark schon immer Einflüsse aus England, Irland und Frankreich in seine Volksmusik integriert hat. Das soll uns nur recht sein, so lange sie so schmelzend schön in den Balladen daherkommt, so feurig bei den schnellen Tanzpassagen, so episch weit ausholend, wenn Høirup mal seine Stimme erhebt. Eine CD ohne Fehl und Tadel; ein meisterhaftes Folk-Duo, dem die Welt gehört – sofern diese zuzuhören bereit ist. (peb)



Mehr CDs von Haugaard & Høirup



Siehe auch:
Karen + Helene
Phønix

Harald Haugaard

Harald Haugaard & Anders Mogensen


 Haugaard & Høirup: Om Sommeren

Offizielle Website

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Abild: Methea
( 2010, Gofolk GO0910 )

Alles kommt ja wieder, irgendwann. Manchmal kommt auch etwas wieder, was man gar nicht vermisst hatte, alldieweil man von dessen Existenz nichts wußte. Abild aus Dänemark schaffen hier Abhilfe, mit Hilfe einer Legende, mag sie stimmen oder nicht: im Jahre 1767 gab es eine jüngste Tochter namens Mette Marie (nein, nicht diese Prinzessin, die ist doch Norwegerin). »METHEA«, so der Titel dieser CD, war ihr Spitzname. Jacobsen der Nachname. Eines Tages ward sie 16, stellen wir sie uns blond und hübsch vor. Ihr reicher Vater beauftragte einen Musiker aus Odense, ein Liederbuch für die Maid zu schreiben. Und wie es halt so ist: von der Maid ward nie wieder gehört, aber das Liederbuch wurde 230 Jahre später entdeckt.

Anna Aagaard Hansen (sieben A im Namen, aber nur eine Geige), Theis Juul Langlands (p), Jonas Kongsted Fredriksen (vi, va, mand) und Frey Thyrré Klarskov (g, acc) bemühen sich, die Lieder ins Heute zu retten: redlich, aber doch vergeblich. Es klingt nach Kinderreim, es klingt nach Seilspringen, nach Pippi Langstrumpf (aber vielleicht ist es ja auch umgekehrt, »Dans På Dækket«). Die Melodien nerven, die Band tut zu wenig, um auch nur einen kleinen Spannungsbogen aufzuspannen. Stellt sich also die Frage, ob man jedes Liederbuch, das man irgendwo auf einem verstaubten Speicher findet, unbedingt vertonen muss. (tjk)

 Abild: Methea

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Afenginn: Opus
( 2016, Westpark /Indigo 87315 )

Warum es diesmal eine Doppel-CD wurde, erklärt Afenginns Mastermind Kim Rafael Nyberg im Cover: Er war aufgrund eines Plantarismuskelrisses in Tasmanien ebendort gefesselt und hatte 40 Tage und Nächte Zeit. Diese nutzte er, um einen Großteil des Materials für »OPUS« zu schreiben.

Die Doppel-CD ist in vier Teile untergliedert, Nyberg vergleicht das mit einem symphonischen Aufbau. Jeder Teil ist anders thematisiert und klanglich fokussiert. Insgesamt zaubern Afenginn erneut ein buntes Kaleidoskop aus nordischem Folk, jazzigen Harmonien, weitläufigen Einflüssen aus der ganzen Welt und klassisch anmutenden Strukturen, die die durchkomponierten Teile der Stücke bestimmen. Neben Nyberg an Mandoline und Piano gehören Rasmus Krøyer (cl, bcl), Niels Skovmand (vi), Erik Olevik (cello, b), Kaare Munkholm (vib, marimba, p) und die beiden Percussionisten Knut Finsrud und Ulrik Brohuus) zur Band. Dazu kommen noch Gäste an Posaune und Trompete und der Cittern-Meister Ale Carr.

In den ersten beiden (bzw. auf der ersten CD) klingen Afenginn fast wie sonst, sehr kontrolliert und strukturiert wirkt die Musik und erinnert hier und da an das Penguin Café Orchestra. Der dritte Teil ist der beste, hier beschäftigen sich Afenginn ganz deutlich mit orientalischen Klängen, sind teilweise als nordeuropäisch nicht mehr zu erkennen. Der letzte Teil hingegen ist ausgesprochen vokal ausgerichtet, die vielen Sänger erinnern an mittelalterliche Choräle. Ein sehr ambitioniertes Werk, das seinem Namen durchaus gerecht wird. (tjk)



Mehr CDs von Afenginn



Siehe auch:
Basco
Dreamer's Circus


 Afenginn: Opus

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Analogik: Klunser Beats
( 2011, Jenka Music JENKACD08 )

Das Nebelhorn trötet gleich zu Beginn durchdringend. Das ist bitter nötig, damit wir in diesem unübersichtlichen Stilgewaber nicht verloren gehen und mit unserem Bötchen womöglich noch an einer Klippe zerschellen, die unverhofft vor uns aufragen mag. Analogik könnten als gewiefte Strandräuber aus den weißen Schwaden auftauchen und triumphierend ihre Enterhaken schwingen. Das Sextett aus dem dänischen Århus sind respektlose Freibeuter, die in ihrer Kindheit womöglich zu viele Abenteuer-Kassetten gehört und dann das wilde Treiben an ihren Spielekonsolen fortgesetzt haben. Auf »KLUNSER BEATS« entsteht eine aberwitzige Mischung aus Balkan-Beats, Italowestern-Klamottereien, Gigolo-Attitüden, elektronischen Bliepereien, Hip-Hop-Dicke-Lippe-Machen und Zigeunertanzmusik. Hallo?

Nichts hier hallo! Hier geht es um Spaß und Tanzboden-Seeligkeit, beschwingt, ironisch und verspielt. Die Oma schwooft mit dem Enkel, der Erbonkel drückt die appetitliche Nichte ein bisschen zu eng an den Schmerbauch, und darüber flackern Kerzen und Discokugel gleichermaßen wild. Die teils bärtigen Sechs aus Dänemarks Norden zelebrieren wie einst M. Walking On The Water einen charmanten Dilettantismus, der natürlich keiner ist, sondern von Könnern an den Instrumenten dargeboten wird, die teils aus dem tiefernsten Jazz kommen. Himmel aber auch! Saxophon und Konsolen bilden die Vorhut dieser Provinzanarchisten, die mit wildem Geschrei daherkommen, aber zwischendurch zur Stärkung völlig relaxed ihren Aquavit trinken. Das Glas nachfüllen, bitte! (emv)



Mehr CDs von Analogik

 Analogik: Klunser Beats

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Baltinget: Classic
( 2003, Gofolk GO0103 )

Ein weiterer Beweis für die volksmusikalische Nähe von Dänemark zur britischen Insel: Das dänische Quintett erinnert an die englische Folk-Bewegung vergangener Jahrzehnte mit seiner freundlich-distinguierten Retro-Spielart. Tove de Fries' Geige fiedelt die Melodien meist unisono mit Jesper Vinther Petersens Akkordeon; manchmal überreichen sich die beiden Instrumente auch wie ein langjährig vertrautes Tanzpaar respektvoll die Lead-Passagen.

Kontrabass, Gitarre und Perkussion stützen mit beschwingter Rhythmik, wobei auffällt, dass Drummer Jesper Falch die potenzielle Wucht eines Schlagzeugs konsequent vermeidet und statt mit Stöcken nur (fast zu) unaufdringlich mit Besenschlagwerk begleitet. Überhaupt kommen Tänzer bei Baltinget nie übermäßig ins Schwitzen – stattdessen können sie sich an der Eleganz ihrer Walzer und »Hopsas« erfreuen. Was, wenn man sich nun aber doch mal in Ekstase tanzen will? (peb)



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 Baltinget: Classic

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