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Lange Rezensionen 1 - 10 von 79 im Genre »Folk« und Land »Schweden« (insgesamt 128)

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Lena Willemark & Ale Möller: Nordan
( 1994, ECM /Universal 523.161-2 )

Das Repertoire von »NORDAN« – dem grimmigen Nordwind – schöpft aus dem volksmusikalischen Reichtum des schwedischen Mittelalters. Die Liedersammlung von Lena Willemark und Ale Möller beruht auf jahrhundertealten Balladen und Hirtengesängen, die sie mit archaischer Strenge, überwältigender Klarheit und dezenten Jazz-Klangfarben inszenierten. Und das auch noch mit einer atemberaubenden Klangqualität, die der Wirkung dieser Musik ungeahnte Horizonte öffnet.

Willemark lernte das Geigenspiel und den traditionellen Gesang noch bei den Alten in ihrer mittelschwedischen Heimat, und Möller wirft sein phantastisches Können auf Mandola, Dulcimer, Harfe, Akkordeon und Flöten in die Waagschale. Bestimmend wirken auch der perfekt stützende Kontrabass von Palle Danielsson und das schneidende Saxofon Jonas Knutssons. Ein meisterhaftes und tief ergreifendes Folk-Panoptikum ohne jeglichen Makel, das wegeisend für Gruppen wie Hedningarna und Garmarna wirkte. (peb)



Mehr CDs von Lena Willemark & Ale Möller



Siehe auch:
Stemmenes Skygge
Lena Willemark

Garmarna

Jonas Knutsson


Lena Willemark: Nordan

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Ahlberg, Ek & Roswall: Vintern
( 2012, Dimma /Westpark WP 87237 )

Violine, Gitarre und Nyckelharpa sind zusammen eine recht ungewöhnliche Besetzung, sie verbinden Alt mit Neu. Das trifft ziemlich genau, was Emma Ahlberg, Daniel Ek und Niklas Roswall mit den obigen Instrumenten – auch in der jeweils korrekten Reihenfolge – fabrizieren.

Sie trafen sich einen Winter (»Vintern«) hindurch in ihren Häusern und brachten immer Lieder mit, die ihnen jeweils von älteren Musikern und Lehrern gezeigt worden waren. Die meisten Stücke stammen also aus den Regionen Medelpad und Skåne. Die drei Schweden haben die Polskas, Walzer und Schottische für ihre Instrumente arrangiert – mit der Gitarre klingen die oft über hundert Jahre alten Lieder frisch und frech. Dazu kommen noch einige eigene Kompositionen – und schon hat man ein sehr gutes Album moderner alter Volksmusik aus Schweden in Händen. (tjk)

 Ahlberg, Ek & Roswall: Vintern

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Sara Ajnnak: Rahtjat
( 2016, S.A. Records /Broken Silence )

Von ruhiger Schönheit. Meditativ und selbstbewusst. »RAHTJAT«, das zweite Album der aufstrebenden jungen Sami-Künstlerin Sara Ajnnak, überzeugt vor allem durch seine Gelassenheit. Der Blick der Musikerin richtet sich auf die grundlegenden Dinge: Die Zukunft der traditionellen Rentierzucht der Samen. Und die drohende Umweltzerstörung im äußersten Norden Schwedens. Im fast schon poppig daherkommenden »Reäjnnou Neäjdda« etwa geht es um ernste Themen: Um den Kampf ums Bewahren der Lebensgrundlage ihres Volkes. Und damit ihrer eigenen Identität. Denn Sara Ajnnak ist unter Rentierzüchtern aufgewachsen.

Sara Ajnnak ist eine Vertreterin der jungen Sami-Generation, die zwar großen Respekt vor dem überlieferten Liedgut ihrer Vorfahren hat, aber dieses Material behutsam in die Moderne bringt. Da eifert sie großen Vorbildern wie Mari Boine nach, die den Joik respektvoll für andere Musikstile geöffnet hat. Durch »RAHTJAT« ziehen sich Anklänge an den Singer-Songwriter-Pop ebenso wie an den Blues. Und vertragen sich bestens mit der Tradition! Denn das Album, übrigens zu großen Teilen in der vom Aussterben bedrohten Un-Samisprache gesungen, lädt zur Besinnung ein. Zum Ruhigwerden. Und ist auf diese Weise ein gänzlich kitschfreier Gottesdienst in der Natur. (emv)



Siehe auch:
Mari Boine

Sara Ajnnak: Rahtjat

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Alla Fagra: Våta Pussar
( 2009, Nordic Tradition /VMG NTCD14 )

Eine bunte Truppe, die da als Malmöer Straßenmusikanten durch das Booklet strolcht. Die rein akustische Musik der Truppe um die beiden Sänger Julia Westberg und Dan Svensson wird man wohl üblicherweise im Folk-Regal einordnen, doch sie sperrt sich dagegen – eigentlich fast untypisch für das recht traditionell ausgerichtete Label Nordic Tradition.

Wie kleine Trolle klettern Alla Fagra immer wieder aus dem Folk-Fach heraus und schnüffeln in den angrenzenden Regalen herum: Frech, unkonventionell und respektlos geben sich die Kompositionen dem klassischen Instrumentarium mit Maultrommel, Geige, Viola und Bouzouki zum Trotz. Die fünf Schweden sind ein perfektes Beispiel dafür, dass Folklore lebendig bleiben wird, wenn sie sich – wie meist in Skandinavien – immer wieder häutet und neu erfindet. Gute Laune garantiert, und wunderschön das beschauliche Schluss-Instrumental »Kväll«! (peb)

 Alla Fagra: Våta Pussar

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Vokal Ensemble Amanda: Amanda Chante Haiti
( 2012, Footprint Records FRCD 058 )

Amanda ist viel mehr als ein Chor: Theatertruppe, Tanzensemble, Ausbildungsstätte und verschiedene weiter Betätigungsfelder findet man bei der 1981 gegründeten Gruppe mit Basis in Göteborg. Ihre durchdachten und spektakulären Produktionen erhielten viele Preise und begeisterten das Publikum u.a. in Meran und sogar Brasilien.

Für dieses Projekt haben sie sich prominente und kompetente Verstärkung geholt: Sten Källman ist als Saxophonist bekannter (z.B. Den Fule), er ist aber schon als 18-jähriger Austauschstudent in Haiti gewesen und hat sich mit der dortigen Musik beschäftigt. Schon in den 80ern hat er mit Amanda gearbeitet, die neuerliche Kooperation trägt reife Früchte. Der Chor sing traditionelle Songs, allesamt von Källman arrangiert. Die Schweden in unterschiedlichen Besetzungen singen kreolisch, begleitet werden sie ausschließlich von ein paar Trommlern. Man vermisst auch sonst nichts, der Chor ist ausgesprochen gut! (tjk)



Siehe auch:
Den Fule

Vokal Ensemble Amanda: Amanda Chante Haiti

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Anders och Patrik: På Väg
( 2006, Nordic Tradition /Indigo NTCD05 )

Hinter den beiden Vornamen verbergen sich Anders Larsson und Patrik Andersson. Das Duo hat sich der Wiederbelebung älterer Volkslieder aus Schweden, hauptsächlich aus Södermanland (oder Sörmland, südlich von Stockholm gelegen, dort liegen Nyköping, Eskilstuna und Strängnäs) verschrieben. Andersson spielt Violine, Larsson Mandola und singt gelegentlich.

Die Stücke sind überwiegend überliefert, allerdings haben Larsson und Andersson auch eigene Kompositionen beigesteuert. Diese sind die »Zweitverwertung« aus der Dance Show »Etyder«, wofür die beiden die Begleitmusik besorgten. Larsson und Andersson sind gute Instrumentalisten, und was sie spielen, hat Hand und Fuss. Insbesondere das elfminütige »Rotation I Svarta Kläder« ist sehr interessant. Larsson hat zudem eine sehr angenehme Singstimme. Insgesamt also durchaus hörenswert, wenn auch Larsson und Andersson der schwedischen Volksmusik keine nennenswerten Impulse liefern – dazu ist »PÅ VÄG« dann doch zu brav. Das Duo trennte sich irgendwann nach dieser Aufnahme. Zumindest Larsson hat auf dem Label weitere CDs veröffentlicht; die Homepage des Duos existiert nicht mehr.

Anmerkung: Das erste Stück heißt »Mörkö« - es ist allerdings nicht dem finnischen Eishockey-Spieler Marko Anttila gewidmet, dessen Spitzname ebenso lautet. Der hünenhafte Stürmer Anttila war mit mehreren Toren maßgeblich am Titelgewinn der finnischen Nationalmannschaft bei der WM 2019 in Bratislava beteiligt: Eines gegen Schweden im Viertelfinale, das einzige Tor des Halbfinales gegen Russland und zwei im Finale gegen Kanada machten Marko »Mörkö« Anttila zum Volksheld. (tjk)

 Anders och Patrik: På Väg

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Ára: Vuoste Virdái
( 2014, Westpark 87251 )

Hinter Ára steht vor allem Simon Issát Marainen, der nicht nur als Joiker und Sänger ganz vorne steht, sondern auch die Texte verfasst hat. In diesen befasst er sich mit Vergangenheit und Zukunft, mit Natur und Mystik und dem Leben an sich – und mit dem Stand der Sami in der Gesellschaft, etwa in »Bálvaleaddjit«, wo er anklagt: Lange waren die Sami die Sklaven des Staates, und er fragt: Hatten die Sami einen Wert, eine Würde, und haben sie das jetzt? Die Antwort gibt er ein paar Songs weiter, gegen Ende tauscht er den traditionellen Joik gegen Gesang in samischer Sprache: »Leage sápmelaš, leage sápmelaš« wiederholt er minutenlang – Sei Same!

Und gerade daran hält sich Marainen mit seinen fünf Mitmusikern, darunter Frida Johansson (Keyboards, Violine, Gesang) und Johan Asplund (Trompete und Flügelhorn) nicht so ganz, wenn man sich die Musik anschaut. Da schielen Ára doch ziemlich weit in Richtung Pop und Rock. Leider gelingt ihnen die Vermählung traditioneller archaischer Elemente mit Mainstream nicht allzu gut, trotz Marainens unbestreitbaren Joik- und Gesangsqualitäten. Aber die Songs schweben qualitativ in den Sphären zwischen Gabalier und Goisern, und wirken teilweise ungelenk zusammengeschustert. Das kann man besser und spannender gestalten. (tjk)

 Ára: Vuoste Virdái

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Erik Ask-Upmark: Himlens Polska
( 2007, Nordic Tradition /Indigo NTCD07 )

Er ist nahezu der einzige, der sich mit schwedischer Volksmusik beschäftigt und diese auf die keltische Harfe überträgt: Erik Ask-Upmark ist auf den einschlägigen Harfen- und anderen Folk-Festivals regelmäßig vertreten, sowohl als Solokünstler wie auch mit der Band Svanevit. Er scheut sich aber keineswegs, Genregrenzen zu überspringen: Er spielt alte Musik mit Barockern und Heavy Metal mit den Rockern. Zudem ist er als Dozent tätig und hat die »Riksspelman«-Auszeichnung erhalten, also ist er ein Meister-Musiker in Schweden.

Das ist er wahrlich: Diese seine erste CD unter eigenem Namen wurde von der Kritik hochgelobt. Ask-Upland gebührt zum einen Respekt, die über lange Zeit in der Versenkung verschwundene Harfe aus ihrem Dornröschenschlaf herausgeholt zu haben, zum anderen ist er der erste, der schwedische Volksmusik solo auf der Harfe spielt. »HIMLENS POLSKA« bietet, was der Name verspricht: Himmlische Polskas! Ask-Upland holt die Harfe aus ihrer verträumten Ecke, lässt die Saiten tanzen und spielt mit rhythmischem Feuer und melodischer Raffinesse. Gleich zu Beginn kombiniert er zwei Polskas zu einem kraftvollen Ruf auf die Tanzfläche, das Titelstück stamm ursprünglich aus Finnland (»Taivaallinen Polska«) und ragt ebenso heraus wie das folgende »Slip Polska«, das von irischen Ursprüngen in schwedische Polska und wieder zurück mäandert. Aus einem Klassiker aus Schonen macht er mit Obertönen sein »Flagioletten«, mit dem »Norsk Brudmarsch«, also dem norwegischen Hochzeitsmarsch, beendet Erik Ask-Upmark eine herausragende CD. (tjk)

Erik Ask-Upmark: Himlens Polska

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Bazar Blå: Twenty
( 2016, bazarpool CD015 )

Quantitativ ist der Output von Bazar Blå nicht allzu beeindruckend: In 20 Jahren ihres Bestehens (daher auch der Titel der CD) haben sie es gerade auf sechs Tonträger gebracht. Qualitativ sieht die Sache anders aus: »TWENTY« ist ein ebenso großer Wurf wie seinerzeit »NYSCH«. Der Sound des Trios ist nach wie vor einzigartig.

Johan Hedin spielt verschiedene Nyckelharpa, auf unterschiedliche Weise zudem: Er streicht, zupft, spielt Akkorde und klingt entsprechend nach Geige, Gitarre oder ganz eigen. Björn Meyer spielt diverse akustische und elektrische Bassgitarren sowie Bass-Mandola, auch er kann seine Sounds den Stücken anpassen und auch sehr variabel spielen. Das gilt nicht minder für Fredrik Gille an verschiedensten Percussion-Instrumenten. Zusammen fühlt sich das an wie viel mehr als drei Instrumente, und die Musik klingt nach ganz viel mehr als schwedische Volksmusik. Diese ist lediglich die Basis, Hedin forscht ständig nach alten Volksweisen und überlieferten Tänzen, die drei Musiker haben aber die halbe Welt bereist und überall etwas mitgenommen: Gille klangerzeugende Geräte, Meyer Ideen und Inspiration. Das alles bringen sie auf sehr eigene Weise unter einen Hut, manchmal sehr ruhig, manchmal lebhaft sprudelnd. Aber immer hat die Musik von Bazar Blås einen schönen, klaren Flow, und immer bleibt sie irgendwie schwedisch. Grandios beispielsweise Hedins Komposition »Stillheten«, das sich kontemplativ um eine melodische Figur dreht und sich dennoch permanent weiterbewegt. (tjk)



Mehr CDs von Bazar Blå



Siehe auch:
Maria Kalaniemi
Bäckström / Hedin / Knutsson


 Bazar Blå: Twenty

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Ulrika Bodén: Kôrksangern
( 2011, Westpark 87227 )

Ulrika Bodén geht auf »KÔRKSANGERN« wieder auf Forschungsreise durch ihre heimische Provinz Ångermanland hoch im schwedischen Norden und widmet sich folkloristischen Hymnen, Liebes- und sogar Weihnachtsliedern. Gefunden hat sie alle diese kleinen Schätze in einer Liedersammlung des Dichters Nicke Sjödin (»Nickes lilla psalmbok«), der die Texte dazu in den heimischen Dialekt übersetzte.

Sie hat sich Unterstützung geholt: Martin von Schmalensee (g, b, mand, bj), Niklas Roswall (nyckelharpa), Mattias Pérez (g), Gustav Hylén (tp) und Sofia Sandén (voc) sind von ihren sonstigen Projekten bekannt und begleiten sie einfühlsam. Ihre hohe, klare Stimme hat Charme und Ausdruck, das hat sie ja bei Ranarim schon bewiesen. Herzallerliebst und sehr munter ist »Om Pa Berga Häll I Skogen Ä Jäg«, zum Schluss gelingt ihr sogar eine wunderschöne und gar nicht kitschige Version von »Stille Nacht« - Respekt, das hat noch niemand geschafft. (tjk)



Mehr CDs von Ulrika Bodén



Siehe auch:
Ranarim
Kalabra


Ulrika Bodén: Kôrksangern

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