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Lange Rezensionen 11 - 20 von 346 im Genre »Jazz« und Land »Norwegen« (insgesamt 620)

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Frode Alnæs; Arild Andersen & Stian Carstensen: Julegløggen
( 2003, Kirkelig Kulturverksted FXCD 274 )

Von der »Sommerbrise« (Vorgängeralbum) zum »Weihnachtspunsch«: Alnæs, Andersen und Carstensen fühlen sich in jeder Jahreszeit zuhause. Verschmitzt, ungemein elegant und liebevoll in jedem Ton intonieren die Drei altbekannte Jul-Gassenhauer wie »Bjelleklang«, »White Christmas« oder »Stille Natt«.

Gerade weil diese Burschen so meisterhaft mit Gitarre, Kontrabass und Akkordeon umgehen, musizieren sie sehr reduziert - hier sitzt jede Note, jede Verzierung, aber auch jede Pause. Mal flott swingend bei »Rudolf Er Rød På Nesen«, dann wieder liebervoll-zärtlich in »Et Lite Barn Så Lystelig« oder lyrisch bei der Eigenkomposition »Vitae Lux«: Das Trio begegnet den Weihnachtsweisen mit Respekt und dennoch ohne Kitsch; es beweist Witz und zerstört dennoch nicht die feierliche Andacht. Dieser Spagat gelingt bei kaum einer Christmas-CD, und deswegen zählt diese Scheibe zu den besten ihrer Art. (peb)



Mehr CDs von Frode Alnæs & Arild Andersen & Stian Carstensen



Siehe auch:
Verschiedene: 30 Years' Fidelity
Jimmy Rosenberg & Stian Carstensen

Matthias Eick

Stian Carstensen & Farmers Market


Frode Alnæs: Julegløggen

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Misha Alperin: Blue Fjord
( 2004, Jaro 4249-2 )

Mitte der Achtziger Jahre, als Mikhail Alperin noch in Russland wohnte, schrieb er spontan in seinen Zeitplaner »Alperin, Misha – Oslo, Norwegen«. Warum er das tat, weiß er bis heute nicht – hatte er doch kein besonderes Interesse, nach Norwegen zu ziehen. Zehn Jahre später erhielt der Pianist dann von der Norwegischen Akademie einen Lehrauftrag und wohnt bis heute in Oslo.

Die Aufnahmen dieser CD entstanden jedoch schon 1993, als der Ukrainer vom Osloer »Blue Fjord« allenfalls ein Bild in seinem Kopf hatte. Das muss jedenfalls in den frühen Morgen- oder Abendstunden sein; es präsentiert sich still, majestätisch und doch gänzlich unpathetisch. Dabei fühlt sich der Chef des Moscow Art Trios zum lebhaften Süden ebenso hingezogen wie zur nordischen Stille, wie etwa die hektisch sich im Kreis drehende »Toccata« beweist. Ab und zu spitzen auch noch moldawische Einflüsse durch, die der Pianist bei seinen späteren ECM-Aufnahmen dann völlig aus dem Spiel ließ. (peb)



Siehe auch:
Moscow Art Trio
Verschiedene: Russian Soul


Misha Alperin: Blue Fjord

Offizielle Website

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Amherst: A Light Exists in Spring
( 2010, Norcd NORCD1092 )

Akademiker am Werk: Das Quartett Amherst hatte sich 2006 an der norwegischen Musikhochschule gefunden und ihr Können bei etlichen Auftritten vor allem in der literaturverwandten Jazzszene unter Beweis gestellt. Der Ansatz bei den Aufführungen von »LIGHT EXISTS IN SPRING« ist ein höchst intellektueller und multimedialer: Da die Texte auf Gedichten von Emily Dickinson basieren, wird die Musik bei ihren Live-Performances unterbrochen von Lesungen und begleitet von Live-Video Mixing.

Davon merken wir beim Anhören des Amherst-Debüts natürlich nichts, doch der stille, kammermusikalische Gestus von Sängerin Ingvild Koksvik Amundsen, Saxofonistin Lene Anett Killingmo, Bassistin Ellen Andrea Wang sowie Pianist Lars Jakob Rudjord fasziniert durch seine Reduktion, formale Strenge und ernste Konzentration. Ein unkontrollierter Ausbruch oder eine spontane freudige Überschwang würde der Musik aber trotzdem gut tun. (peb)



Siehe auch:
Lars Jakob Rudjord Ensemble
Ingvild Koksvik

Karl Seglem

Roger Johansen


 Amherst: A Light Exists in Spring

Offizielle Website

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Arild Andersen Group: Electra
( 2005, ECM /Universal ECM1908 | 982 4337 )

Der Bassist Arild Andersen hat sich schon immer gerne mit Mythen wie klassischen Stoffen beschäftigt – sei es mit dem mysteriösen Atlantis im Norden namens Hyperborean oder Sigrid Unsets Novelle »Kristin Lavransdatter«. Nun hat er sich sowohl zeitlich wie räumlich noch weiter von seiner Heimat entfernt und widmet sich der griechischen Tragödie »Elektra« des Sophokles: eine Auftragsarbeit im Rahmen der auch kulturellen Feierlichkeiten zur Olympiade in Athen. 18 Szenen – so schlicht nennt er seine musikalische Dramatisierung, die einerseits auf Rhythmisierung setzt und zugleich der griechischen Vokalistin Savina Yannatou viel Raum lässt.

Es ist eine ernste Produktion geworden, die entsprechend Konzentration bei gleichzeitiger Gelassenheit verlangt und einen im Gegenzug im dritten oder vierten Schritt belohnt: für den Moment, in dem man den satten und ein wenig stoischen Bass Andersens mit den hellen und zuweilen fordernden Stimmen von Yannatou und ihren Mitsängerinnen zu vereinen weiß. Wobei gesagt werden darf, dass sich Andersen einen äußerst kompetenten Kreis von Unterstützern aufgebaut hat, als da wären Arve Henriksen, Eivind Aarset, Nils Petter Molvaer, Paolo Vinaccia, Patrice Héral und einige mehr. (frk)



Siehe auch:
Arild Andersen
Arve Henriksen

Eivind Aarset

Nils Petter Molvær


Arild Andersen: Electra

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Arild Andersen; Paolo Vinaccia & Tommy Smith: In-House Science
( 2018, ECM /Universal ECM 2594 | 6716897 )

Es beginnt mit einer einfachen Melodie, die Arild Andersen auf seinem Bass zupft, nachdem er sich mit seiner Loop-Station einen feinen Tieftonteppich zurecht gewoben hat. Es ist das Motiv von »Mira«, Titelstück des letzten Trio-Studioalbums. Am Ende dieser Live-CD werden wir eine Demonstration all dessen gehört haben, was Trio-Jazz zu offenbaren vermag. Schon während des Openers lässt Tommy Smith mit forschem, vollen Ton und energischen Linien erahnen, wohin die Reise zu gehen vermag, aber sowohl er als auch Paolo Vinaccia am Schlagzeug bewahren noch für einen langen Moment den romantischen Duktus, den dieses erste Stück einfordert; der italienische Wahlnorweger etwa, indem er kaum einmal Mal die Snare spielt.

Das ändert sich unmittelbar mit Beginn des zweiten Stücks, »Science«, mit dem grandiosen Finale »In-House« bildet es die titelgebende und musikalische Spange um dieses Konzert. Andersen beginnt hier mit grummelnden Basstönen, das Feuer zu schüren, wechselt später in einen Walkingbass, über den Smith sich anschickt, seine lodernden Riffs erklingen zu lassen. Vinaccia treibt das Trio wahlweise durch geradliniges Spiel an oder umgarnt die Solisten mit seiner feinen Arbeit an den Becken. All dies steigert sich über das Konzert hinweg so sehr, dass Smith seine nervösen Phrasen gegen Ende dem Publikum regelrecht vor die Füße wirft, in abseitigen Skalen, bisweilen in rettungslos überblasenem Ton – und das sprichwörtlich bis zum letzten Atemzug. Dazwischen werden die Themen übergeben und übernommen, man trifft sich für einige Takte und geht wieder solierend auseinander – und alles ist reinster Bop, noch viel energetischer und gelöster als auf der 2008er »BELLEVILLE«-Live-CD. Nur einmal, nämlich zur Mitte des Albums und damit genau zur rechten Zeit, gibt es für die Akteure und das Publikum eine Atempause, wenn Andersen, erneut am Looper, Arco-Klänge erzeugt, über die er dann das »Hyperborean«-Motiv aus der gleichnamigen Platte entwickelt.

Wenn man am Ende dieses Parforceritts noch mal den Blick auf den Albumtitel wirft, müsste man der Band eigentlich den Vorwurf machen, das Thema glatt verfehlt zu haben, denn »wissenschaftlich« ist das alles überhaupt nicht. Aber gerade das ist das Erfrischende an dieser Produktion ... und das aus dem Hause ECM, in dem der wohlgesetzte Ton gegenüber dem ungestümen Derwisch doch so oft den Vorzug erhält. Insgesamt erfreuen wir uns über eine offensichtliche »neue Leichtigkeit« bei ECM, die zuletzt schon einige der aktuellen Produktionen bei ECM auf angenehmste Weise durchzogen hat. (stv)



Mehr CDs von Arild Andersen & Paolo Vinaccia & Tommy Smith



Siehe auch:
Arild Andersen
Arild Andersen Group

Andersen im Trio mit Vassilis Tsabropulos und John Marshall

Radka Toneff


Arild Andersen: In-House Science

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Arild Andersen: Sagn
( 1991, ECM /Universal 849.647-2 )

Arild Andersen genießt den Status einer grauen Eminenz: Als Kontrabassist hat er auf unzähligen Einspielungen mitgewirkt, und solo ebnete er den Weg für die mittlerweile in Norwegen etablierte Verschmelzung von Folklore und Jazz. Aus diesem Grund setzte »SAGN« damals Maßstäbe, aber auch wegen des brillanten Zusammenspiels von Saxofonist Bendik Hofseth, Pianist Bugge Wesseltoft und Gitarrist Frode Alnæs, mit dem Andersen einige Jahre zuvor schon eine verführerische »Sommerbrise« zu Gehör brachte.

Trotz beachtlicher Alben auf hohem Niveau reichten jedoch spätere Aufnahmen des norwegischen Bassisten nicht mehr an die jazz-folkloristische Tragweite von »SAGN« heran. Zu einzigartig war die ergreifende Leistung von Sängerin Kirsten Bråten Berg, zu fantasievoll-einfühlsam die niemals aufdringliche Begleitung von Percussionist Nana Vasconcelos, als dass Andersen so ein Album noch einmal hätte wiederholen können. (peb)



Mehr CDs von Arild Andersen



Siehe auch:
Arild Andersen Group
Andersen / Vinaccia / Smith

Bertine Zetlitz

Radka Toneff


Arild Andersen: Sagn

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Arild Andersen; Vassilis Tsabropulos, John Marshall: The Triangle
( 2004, ECM /Universal 038.121.2 )

Mit dem griechischen Pianisten Vassilis Tsabropoulos und dem Engländer John Marshall am Schlagzeug führt der große norwegische Bassist das Konzept von »ACHIRANA« fort und fügt dem Klaviertrio tatsächlich ein paar neue Aspekte hinzu. Aus kleinen, einfachen Motiven vom Piano oder einem Bass-Ostinato entwickeln sich größere Bögen, die sich verändern und wiederholen, komplexe Strukturen bilden.

Tsabropoulos kommt hörbar aus der Klassik (das Arrangement von Ravels »Pavane« stammt von ihm). Was ihm an »Swing« abgeht, macht er mit melodischem Einfallsreichtum wett; zudem stammt ein Großteil der Kompositionen aus seiner Feder. John Marshall erweist sich einmal mehr als eigenwilliger Drummer: Er scheint ziemlich hinter dem Beat, vor allem seine Snare macht ihn einzigartig. Andersen selbst soliert formidabel, und es gibt kaum einen Bassisten, der so phantastisch klingt. Nicht nur die sehr schöne Ballade »Cinderella Song« beweist, dass in dieser anspruchsvollen Musik auch viel Emotion steckt. (tjk)



Siehe auch:
Arild Andersen
Andersen im Trio mit Paolo Vinaccia und Tommy Smith

Arild Andersen Group

Terje Rypdal


Arild Andersen: The Triangle

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Gine Gaustad Anderssen: Heim
( 2016, Losen Records LOS 165-2 )

Gine Gaustad Anderssen kommt aus dem kleinen Örtchen Tennfjord, unweit von Ålesund im Bundesland More og Romsdal. Obwohl sie bereits als Kind Lieder schrieb und aufnahm, in Trondheim und Göteborg (bei Prof. Anders Jormin) jeweils einen Abschluss machte und mit zahlreichen Bands unterwegs war, ist »HEIM«, im Alter von 36 Jahren, das Debütalbum der Sängerin und Pianistin. Dafür versammelte sie eine norwegisch-schwedische Band mit Gitarrist Carl Emil Svensson, den Bassisten Fredrik Nilsson und Johannes Lundberg (der das Album mit Gine koproduzierte) und Schlagzeuger Hermund Nygård. Hinzu stießen drei Gäste, darunter Trompeter Arve Henriksen und Saxofonist Thomas Gustafsson (Jahrgang 1948) aus Värmland.

Von den acht Songs schrieb Gine sechs selbst, zu einem Stück von Astor Piazzolla schrieb sie norwegische Texte, und ein Lied borgte sie sich von Kari Bremnes. Stilistisch lässt sich »HEIM« als lyrische, unprätentiöse Mischung aus Jazz(tunes) und Pop(songs) beschreiben, ein wenig introvertiert und melancholisch, aber häufig auch zart tänzelnd in seiner Beschwingtheit. Nicht aufregend, aber durchaus charmant. (ijb)



Siehe auch:
Fredrik Nilsson
Kari Bremnes

Joakim Milder, Tobias Sjögren & Johannes Lundgren

Arve Henriksen


Gine Gaustad Anderssen: Heim

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Ivar Antonsen & Vigleik Storaas: Dialogues
( 2010, Ponca Jazz Records PJRCD 118 )

Mit Duo-CDs zweier Pianisten ist es mitunter schwer: klanglich sind sie kaum zu unterscheiden. Nur gut, dass das Cover Auskunft gibt: links hört man Ivar Antonsen, rechts spielt Vigleik Storaas. Beide sind außerhalb Norwegens nicht allzu bekannt. Antonsen war 20 Jahre in Californien zuhause, er spielte mit Ben Webster und Art Farmer, mit Karin Krog und dem frühen Jan Garbarek. Storaas kann mit John Scofield und Chet Baker, Palle Danielsson und John Surman kontern, und mit Karin Krog. Obendrein konnte er zuletzt mit einigen eigenen Aufnahmen überzeugen.

Sechs der zehn Stücke sind von den Pianisten, dazu Standards wie »All The Things You Are« und »Angel Eyes«. Das ist gut anzuhören, beide swingen auch ohne Rhythmusgruppe manchmal heftig - »Up And Running« sei angeführt. Auch positiv: sie erschlagen sich nicht gegenseitig mit Tönen und Noten, begleiten subtil und hören zu. Schönstes Stück ist Dave Brubecks »In Your Own Sweet Way«, das sie gar nicht so süßlich wie sonst üblich anlegen. (tjk)



Siehe auch:
Vigleik Storaas
Vigleik Storaas Trio


Ivar Antonsen: Dialogues

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Dag Arnesen Trio: Pentagon Tapes
( 2017, Losen Records LOS 160-2 )

Nein, der Titel führt in die Irre, wird aber sogleich im Innencover aufgeklärt: Mit dem US-Verteidigungsministerium hat Arnesen oder seine Musik gar nichts zu tun – lediglich der Raum im Aufnahmestudio in Bergen trägt den gleichen Namen. Damit ist leider das interessanteste über diese CD schon gesagt. Dag Arnesen ist ein Pianist aus Norwegen, und als 1950 geborener Musiker kann er auf eine 40-jährige Karriere zurückblicken, die ihm immerhin Auftritte mit Carla Bley, Joe Henderson oder Elvin Jones bescherte. Sein aktuelles Trio hat bereits eine CD veröffentlicht, auf »GRIEG, TVEITT & I« verknüpfte er Folk und Klassik mit Jazz.

Die »PENTAGON TAPES« stellen die reinrassigere Jazz-Seite von Arnesen in den Vordergrund. Mit Ole Marius Sandberg am Kontrabass und Ivar Thormodsæter am Schlagzeug bildet er ein konventionelles Piano-Trio, in dem die Rollen fest verteilt sind: Einer soliert, die anderen begleiten. Das geschieht ohne Anlass zu Fehl und Tadel, großes Lob ist jedoch auch nicht angebracht. Alle sind solide Musiker und gefallen fast in der begleitenden Rolle besser. Die Hälfte der Stücke stammt von Arnesen, am besten gefällt die Ballade »Summer Morning Mist«. Die Standards »What Is This Thing Called Love« und Brubecks »In Your Own Sweet Way« sind auch schön anzuhören. Das reicht jedoch nicht, um dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben – zudem ist der Bass ganz traurig nach hinten gemischt und im Trio-Sound kaum zu hören. (tjk)



Siehe auch:
Dag Arnesen, Terje Gewelt & Pål Thowsen
Jens Fossum

Ulver

Bergen Big Band


Dag Arnesen: Pentagon Tapes

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