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Lange Rezensionen 341 - 346 von 346 im Genre »Jazz« und Land »Norwegen« (insgesamt 620)

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Dhafer Youssef: Divine Shadows
( 2006, Jazzland /Universal 060249877224 )

Zugegeben: Dhafer Youssef ist kein Skandinaver; er ist neben Rabih Abou-Khalil und Anouar Brahem der wohl beste Oud-Spieler. Doch der seit 1990 in Europa lebende Musiker, der sich besonders durch seine Experimentierlust auszeichnet, hat für »DIVINE SHADOWS« ein norwegisches Dream-Team aus dem Dunstkreis von Nils-Petter Molvær und Bugge Wesseltoft um sich geschart. Folgerichtig veröffentlicht er die CD auf Wesseltofts für alle NuJazz-Spielarten offenem Jazzland-Label.

Mit Eivind Aarset (Gitarre), Arve Henriksen (Trompete), Jan Bang (Samples), Audun Erlien (Bass, Bass-Balalaika), Rune Arnesen (Drums, Samples) und Marilyn Mazur (Udu, Cymbals) sowie dem Osloer Session String Quartet gelingt Youssef eine faszinierende Reise quer durch alle Kulturkreise und Genres: Arabische Ornamentik verbindet sich mit kühlen Ambient-Loops, luftige Oud-Meditationen und heisere Trompeten erheben sich über zuckenden Beats und verzerrt singenden Gitarren. Ist das Ambient, Jazz, Folklore oder Klassik? Von allem ein bisschen und doch keines so richtig. Jedenfalls bestes Kopfkino, zum Entspannen ebenso geeignet wie zum Aufwachen – wozu der sorgfältig aufgebaute Klang einen guten Teil beiträgt: Die akustischen Instrumente und synthetisch erzeugten Sounds fügen sich harmonisch ineinander, und das ist keineswegs selbstverständlich. (peb)



Siehe auch:
Eivind Aarset
Arve Henriksen

Marilyn Mazur


Dhafer Youssef: Divine Shadows

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Tor Yttredal & Vigleik Storaas: Chamber
( 2015, Inner Ear /Musikkoperatørene INEA21 )

Wer angesichts der reduzierten Besetzung, des dunklen Covers mit dem laublosen Ast und des Titels »CHAMBER« eine fast spartanisch anmutende Duo-Scheibe vermutet, die statt hörbarer Musizier- und überhaupt Lebensfreude lediglich musikalische Strenge und etudenhaftes Exerzieren vermutet, hat bis zum zweiten Komma dieses Satzes halbwegs Recht, danach aber überhaupt nicht mehr. Natürlich geben hier der Sopransaxophonist Tor Yttredal und der Pianist Vigleik Storaas nicht die Spaßkapelle vom Ballermann, sondern zelebrieren ein sehr intimes Miteinander zweier Seelenverwandten.

Aber streng oder gar bar jeder Lebensfreude klingen die Stücke keineswegs – die beiden Norweger verstehen ihre Zwiegespräche ausgesprochen interessant zu gestalten. »The Illusionist’s Lullaby« wirkt sogar wie ein aufgeschreckter Sperlingsschwarm, so vogelwild pfeift Yttredal, im Diskant vorzüglich konterkariert von Storaas – bis sich das Stück nach eineinhalb Minuten beruhigt wie der Sperlingsschwarm, wenn der Habicht wieder von dannen geschwebt ist. Das Titelstück ist mit über sieben Minuten das längste, behutsam baut Storaas Akkordarpeggien auf, erst nach zwei Minuten kommt Yttredal (der das Stück komponiert hat!) mit einer sehr schönen Melodie hinzu. Zuletzt geben sie noch zwei Fremdkompositionen, Cole Porters »I Love You« und das sehr schöne »Answer Me, My Love« von Fred Rauch. Insgesamt ein vorzügliches Duo-Album, natürlich eher kontemplativ denn fulminant. (tjk)



Siehe auch:
Vigleik Storaas Trio
Vigleik Storaas

Tor Yttredal / Bjergsted Jazz Ensemble


Tor Yttredal: Chamber

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Zanussi Five: Alborado
( 2006, Moserobie Music m.m.p. cd 049 )

Der norwegische Kontrabassist Per Zanussi (Jg. 1977, der Nachname stammt von seinem italienischen Vater) gehört zu den profiliertesten seiner Zunft, vor allem wenn es um phantasievollen Jazz fernab des Mainstream geht. Das klappt auch mit seinem Ensemble Five sehr gut, kein Wunder bei den illustren übrigen vier: Per Oddvar Johansen sitzt am Schlagzeug, dazu kommen drei Saxophonisten mit Kjetil Møster, Rolf-Erik Nystrøm und Eirik Hegdal – allesamt Größen in der norwegischen Szene, entsprechend lassen sie ihre Hörner heulen, schluchzen, fiepen, schreien und tanzen.

Zanussi lässt sein Quintett eine sehr energetische, farbige und manchmal wilde Musik spielen, die ständig changiert zwischen schönen Melodien von fast romantischer Zärtlichkeit (»Solitude Amidst The Suns«), kakophonen Saxophonen und Energieeruptionen – das alles über Zanussis und Johansens Grooves: Auch die sind sehr variabel von statisch bis offen, mit Afro Beat-Einflüssen und rockigen Passagen (»Zoanthropy Part 1« - der 2. Teil ist ein herrlich wildes polyrhythmisches Konglomerat). In »Interlocutor« erfreuen sie sich sogar an ziellos-sinnfreien Klangexkursionen, Zanussi greift auch gelegentlich zur Singenden Säge. Das beste und längste Stück haben sie sich für den Schluß aufgehoben: »Asso Di Picche« ist ein ebensolches. Insgesamt ein aufregender Spaß! (tjk)



Siehe auch:
Per-Oddvar Johansen
Kjetil Møster

Eyolf Dale

Eirik Hegdal


 Zanussi Five: Alborado

Offizielle Website

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Elin Ødegaard & Rune Klakegg: I Will Wait For You
( 2000, VIA Music VCD 380 )

»I WILL WAIT FOR YOU«, eine Duo-Aufnahme der Sängerin Elin Ødegaard und des Pianisten Rune Klakegg, als »Jazz« zu bezeichnen, ist gewiss nicht ganz falsch. Aber ebenso wenig trifft das wirklich ins Schwarze. Die beiden Norweger interpretieren zehn wohlbekannte Jazz-Standards in gänzlich unerwarteter Weise. Ødegaard und Klakegg ziehen die Songs gleichsam aus, entfernen den Swing, reißen Harmonien ein und bauen sie anders wieder auf – sodass oft nur die Melodie des ursprünglichen Songs bleibt. So entstehen quasi neue Lieder, die dem Kunstlied näher stehen als dem Jazz.

Diese reduzierten, ernsten Interpretationen sind sehr gewöhnungsbedürftig, »When I Fall In Love« oder »You Must Believe In Spring« hat man so bisher kaum gehört. Rune Klakegg spielt keine Note mehr als nötig, Elin Ødegaards Stimme wirkt beim ersten Hören distanziert und kühl; dieser Eindruck relativiert sich aber zunehmend. Wenn man sich darauf einlässt und nicht ständig auf Bass, Schlagzeug und »mitschnippbare« Rhythmen wartet, wird man mit sehr interessanten Versionen von »Long Ago And Far Away« oder »Once Upon A Summertime« belohnt. (tjk)



Siehe auch:
Rune Klakegg & Scheen Jazzorkester

Elin Ødegaard: I Will Wait For You

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Jørn Øien Trio: Diging In The Dark
( 2010, Bolage BLGCD011 )

Wenn man nicht weiß, wer Jørn Øien ist, könnte man meinen, er sei der namensgebende Schlagzeuger des Trios. Der allerdings heißt Torstein Lofthus, viel beschäftigter Drummer bei Dutzenden Bands wie Shining, Elephant9, Maria Solheim oder Torun Eriksen. Und sein scheinbar chaotisches, ungeheuer kompliziertes und doch extrem grooviges Schlagzeugspiel ist beim ersten Hören der CD einfach übermächtig.

Dann aber, wenn man die Schlagzeug-Faszination überwunden hat, tritt Jørn Øiens Klavierspiel in den Vordergrund. Er gilt als einer der besten Jazzpianisten des Landes, und das ist er wohl auch - selbst wenn er sich hier zurücknimmt und in sein Trio zurücktritt, dem noch Bassist Per Zanussi angehört. Und so ist die Musik der drei tatsächlich ein Gemeinschaftswerk rund um den wirbelnden Perkussionisten Lofthus. Aus seinem klingenden Urnebel schälen sich die Songs heraus, die zwar eindeutig "Modern" sind, aber dennoch - und das liegt an dem unverschämten Drive des Trios - spannend anzuhören wie ein Krimi. Eine Jazz-CD mit Anspruch, hohem Niveau - und ohne Star-Allüren des eigentlichen Namensgebers. (sep)



Siehe auch:
Beady Belle
Jens Fossum

Elephant9

Geir Lysne Listening Ensemble


Jørn Øien Trio: Diging In The Dark

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Hildegunn Øiseth: Valencia
( 2013, Losen Records /New Arts International LOS121-2 )

Auf dem Cover steht der Name der Chefin groß über den drei Sidemen, doch das dritte eigene Album der aus dem ostnorwegischen Hedmark stammenden Trompeterin Hildegunn Øiseth ist ein glanzvolles Quartettwerk. Daher sollen ihre drei schwedischen Mitmusiker, Pianist Tommy Kotter, Bassist Peter Janson und Schlagzeuger Anders Kjellberg, die während der 1990er Jahre mit ihr Bohuslän Big Band spielten, ausdrücklich erwähnt sein, zumal die neun Stücke der CD zu nahezu gleichen Teilen von allen vier Musikern beigesteuert wurden. Und auch Studio- und Labelchef Odd Gjelsnes darf nicht unterschlagen werden, spielte er doch eine entscheidende Rolle, da sein Studio Barxeta in Reichweite des spanischen Valencia titel- und stimmungsgebend waren.

Klar, welcher Musikfan denkt da nun nicht an Miles Davis' »Sketches of Spain«..? Doch lassen wir diese alte Scheibe im Regal stehen und lauschen dem ganz gegenwärtigen Traditionsjazz von Hildegunn Øiseth, die mühelos einen klanglichen Brückenschlag zwischen ihrer nordischen Herkunft und dem südländischen Aufnahmeort schafft. Fast dialogisch wechseln nachdenklich melodische Stücke und schwungvollere Passagen, mit nicht direkt hektischer, vielmehr kantenreicher und rhythmusverliebter Farbe. Selbst das Piano pflegt vorwiegend diesen frischen Modus. Mit »VALENCIA« empfiehlt sich die weitgereiste, zurückhaltende Musikerin als markante Trompetenstimme der skandinavischen Jazzwelt. (ijb)



Siehe auch:
Bohuslän Big Band
Trondheim Jazz Orchestra


Hildegunn Øiseth: Valencia

Offizielle Website

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