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Lange Rezensionen 101 - 106 von 106 im Genre »Klassik« und Land »Schweden« (insgesamt 106)

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Anne Sofie von Otter:
mit Brad Mehldau: Love Songs
( 2 CDs, 2010, Naïve V5421 )

Anne Sofie von Otter hörte Brad Mehldaus Duoalbum mit Renée Fleming und bekam sofort Lust, ihn um eine ähnliche Zusammenarbeit zu bitten. Gedacht, getan, schnell kam man zusammen; Mehldau, zwar klassisch ausgebildeter Pianist, aber höchst renommiert als brillanter, stilistisch unlimitierter Jazzstar, ist stets dankbar für Chancen, auch in der »E-Musik« - Achtung, Wortspiel! - ernstgenommen zu werden, schrieb ihr sieben Liebeslieder zu Gedichten von E. E. Cummings, Sara Teasdale und Philip Larkin. Das ergibt ein kurzes und solides Album, wobei Mehldaus Stärken eindeutig nicht in der Kompostion klassischer Kammermusik liegen. Die Lieder bemühen sich um Leichtigkeit, bleiben aber, bei aller optimistischen Grundstimmung, ziemlich angestrengt und unsinnlich.

Ganz anders das zweite Album, das die Kollektion von Liebesliedern erst richtig interessant macht, das dreizehn französische Chansons sowie englische und schwedische Lieder verschiedenster Herkunft völlig neu präsentiert, als ebenbürtige Begegnung von Jazzpiano - unaufdringlich, leise improvisierend, wofür Mehldaus Fans (zu denen sich auch der Rezensent seit 15 Jahren rechnet) ihn schätzen - und klassisch geschultem, latent opernhaftem Gesang. Das Ergebnis ist keine Popmusik, trotz Léo Ferré, Joni Mitchell, Michel Legrand, Brel, Demy, McCartney und gleich zwei mal Barbara, sondern eine melancholisch-eindringliche und trotzdem leichtfüßige Auswahl jenseits von Stil- und Genregrenzen. (ijb)

Anne Sofie von Otter: mit Brad Mehldau: Love Songs

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Anne Sofie von Otter:
Music for a While – Baroque Melodies
( 2005, Deutsche Grammophon /Universal 00289 477 5114 )

Mit »MUSIC FOR A WHILE« legt Anne Sofie von Otter wieder einmal ein Barock-Recital vor, das neben hervorragender Interpretationen durch die sorgfältige Programmauswahl besticht. Zusammen mit Jory Vinikour, Jakob Lindberg und Anders Ericson widmet sie sich vorwiegend englischen und italienischen Barockstücken des frühen 17. Jahrhunderts.

Die CD gliedert sich in drei größere Teile. Im ersten Teil erklingen italienische Lieder sowie Arien aus Barockopern von Ferrari, Frescobaldi, Caccini, Monteverdi, Strozzi. Frappierend, wie durch Verzicht auf die übliche Continuo-Begleitung mit einem tiefen Streichinstrument gänzlich neue, »unverbrauchte« Höreindrücke entstehen. Der Mezzo-Sopranistin Anne Sophie von Otter, die andernorts auch mal einen Pop-Ausflug wagt, kommt dies sichtlich entgegen – verleiht es ihrer Stimme doch auch deutlich mehr Authentizität. Zudem entpuppen sich Instrumentalstücke wie z. B. Kapsbergers »La Capona« und später »Arpeggiata« als wahre Kleinode und angenehme Hör-Intermezzi.

Der zweite Teil ist ganz dem Liedschaffen des großen englischen Barockkomponisten Henry Purcell gewidmet. Hier findet sich auch das Titelstück »Music for a while«, das der Oper »Ödipus« entnommen ist. Im dritten Teil erklingen vier Lieder von John Dowland und die Robert Johnsons »Fantasia«. Fazit: Eine abwechslungsreiche Barock-CD, die für Anhänger der Mezzo-Sopranistin wie für Kenner der Barockliteratur gleichermaßen interessant sein dürfte! (ano)

Anne Sofie von Otter: Music for a While – Baroque Melodies

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Anne Sofie von Otter:
Watercolours – Werke von Larsson, Alfvén, Nystroem, Rangström, Nordquist, De Frumerie, Linde, Aulin
( 2004, Deutsche Grammophon /Universal 474.700-2 )

Mit »WATERCOLOURS« legen Mezzo-Sopranstar Anne Sophie von Otter und ihr Klavierbegleiter Bengt Forsberg nach dem Album »Wings In The Night« (1996) eine weitere, 33 schwedische Folksongs umfassende CD vor.

Furios gleich zu Beginn der »Kyssande vind« (Kuss des Windes) von Lars-Erik Larsson. Wie sehr hätte man sich gewünscht, es ginge so weiter. Doch leider verblassen einige der ausgewählten und zwischen 1910 und 1950 entstandenen Lieder. Zu deutlich spürbar sind Qualitätsunterschiede, trüben quasi fragmentarische Schlüsse und innere Zerrissenheit mancher Songs das Hörvergnügen. Anne Sophie von Otter und Bengt Forsberg agieren immer dann am stärksten, wenn Dynamik oder Ironie ins Spiel kommen und sich Stücke entwickeln, so z. B. bei »Till Havs« (Auf See) oder »Äppelträd och päronträd« (Apfelbäume und Birnbäume).
Trotz mutiger und routinierter Interpretationen dürfte die CD daher wohl eher eingefleischte schwedische Liedgutfreunde begeistern denn ein breiteres Publikum. (ano)

Anne Sofie von Otter: Watercolours – Werke von Larsson, Alfvén, Nystroem, Rangström, Nordquist, De Frumerie, Linde, Aulin

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Dag Wirén:
Dag Wirén: Sinfonien Nr.2 op.14 und Nr.3 op.20 · Konzertouvertüre Nr.1 op.2 und Nr.2 op.16
( 2000, cpo 999 677-2 )

Dag Wirén (1905–1986) ist ein Komponist mit überschaubarem Œuvre, den man allenfalls durch eine im Norden recht populäre Streicherserenade kennt. Ein Neutöner war er nie, doch fällt es auch schwer, seine musikalische Sprache griffig zu beschreiben. Trotz einiger neoklassizistischer Momente bleibt sie ganz der romantischen Tradition verbunden.
Eine Art von »nordischem Ton« sucht man vergebens, ebenso wie Rückgriffe auf Elemente der Volksmusik. Wohl aber stehen Wiréns Werke deutlich unter französischem Einfluß.

Farbliche Elemente verbinden sich mit formal übersichtlichen Verläufen zu originellen Partituren. Was dabei scheinbar mühelos und überhaupt nicht nach »Handwerk« klingt, präsentiert sich motivisch allerdings straff organisiert. Dies gilt freilich mehr für die beiden dreisätzigen Sinfonien als für die als Gelegenheitswerke konzipierten Konzertouvertüren. Plakatives Pathos oder auf simple Wirkung ausgelegte Gesten sind Wirén jedoch vollkommen fremd.

Dem peniblen Thomas Dausgaard stand mit dem Orchester aus Norrköping ein in sich abgerundeter Klangkörper zur Verfügung, der sich den Kompositionen mit großer Aufmerksamkeit widmet. (mku)



Siehe auch:
Dausgaard dirigiert Gudmundsen-Holmgreen
Thomas Dausgaard & Swedish Camber Orchestra

Dausgaard dirigiert Franz Berwald


Dag Wirén: Dag Wirén: Sinfonien Nr.2 op.14 und Nr.3 op.20 · Konzertouvertüre Nr.1 op.2 und Nr.2 op.16

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Dag Wirén:
Dag Wirén: Streichquartette Nr. 2 – 5
( 2005, Daphne 1021 )

Wer sich mit dem »Streichquartett« immer schon etwas schwer getan hat – hier wird er einen Zugang zu diesem klanglich in sich geschlossenen Ensemble bekommen. Denn die vier Werke von Dag Wirén (1905 – 1986) präsentieren sich keineswegs als esoterisch, überanstrengt oder (was typisch für die Zeit nach 1945 wäre) zwanghaft avangardistisch – sondern, trotz ihres Ernstes, geradezu heiter. Bei Wirén klingt nichts gewollt; vielmehr zeigt sich im musikalischen Material eine spielerische Freude, selbst im tragisch angehauchten 5. Quartett.

»Im Grunde genommen will ich denen, die meine Musik hören, die gleichen Eindrücke und Gefühle vermitteln, wie ich sie selber hatte, als diese Musik entstanden ist.« Mit diesem subjektiven, ganz ohne Spekulation auskommenden Bekenntnis musste Wirén natürlich ein Außenseiter bleiben. Umso wichtiger ist die Produktion des Lysell Quartets – eine rundum hervorragende Einspielung, die eine Lanze bricht: für Wirén, für das Streichquartett und für einfach wundervolle Musik. (mku)

Dag Wirén: Dag Wirén: Streichquartette Nr. 2 – 5

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Trio ZilliacusPerssonRaitinen:
Dedicated to Trio ZilliacusPerssonRaitinen
( 2011, Phono Suecia PSCD189 739197100189 )

Das Streichtrio ZilliacusPerssonRaitinen, 1999 gegründet, hat sich den Ruf als eines der interessantesten in Schweden ansässigen Kammermusikensembles erspielt, schwedische »Grammis Awards« inklusive. Cecilia Zilliacus, Violine, Johanna Persson, Viola, und Kati Raitinen, Cello, arbeiten ständig daran, das Repertoire für Streichtrio auszuloten, auszuweiten und in Form von Arrangements (Goldberg-Variationen) und Auftragsarbeiten zu bereichern, da es schlicht viel zu wenige Werke für diese Besetzung gibt, gerade wenn man das Repertoire für Streichquartett als Vergleich nimmt. Interessant - und nicht einfach zu erklären, dass sich das Quartett sowohl bei Komponisten als auch beim Publikum als so viel beliebter entwickelt hat.

Das Programm mit fünf jeweils grob 15-minütigen Auftragswerken beginnt mit Sven-David Sandströms latent neoklassizistischen »5 Stücke[n] für Streichtrio«, das, wie der Titel bereits ankündigt, kein rundes Werk ergibt, sondern als sprung-, ja fragmenthafte Reihe einzelner, im Grunde nicht zusammenkommender Einfälle stehen bleibt. Spielerisch zauberhaft, tänzelnd gar, ebenso abrupt kontrastreich wechselt Sandström mit jedem »Satz« die Erscheinung. Frisch, doch auch ein wenig zu unprägnant.

Während Frederik Österlings Dreisätzer »Montag« das Trio um einen Rekorder erweitert und die eine oder humorvolle zeitgenössische Überraschung bietet, entwickeln sich die »Fünf Stücke« von Tebogo Monnakgotla in eigenartig romantischer Weise zu einer Art von hypnotischem »Update« jugendlich Schönbergscher Ansätze. Beide Werke beeindrucken durch postmoderne Stilistik, eine Vielzahl von Assoziationen weckend.

Herausragend allerdings ist Frederik Hedelins »Akt«. Der Komponist manipuliert die Streicher mit beunruhigend irritierenden, irisierenden Methoden. Die Musiker nennen »Akt« ein sehr atmosphärisches Stück, doch fasziniert vielmehr die Feingliedrigkeit und klanggestalterische Fantasie Hedelins, die aus gänzlich anderen Musikgenres (elektronische Avantgarde etc.) herüber geweht zu sein scheint. Und auch Mirjam Tallys »Winter Island« erweitert das Klangbild in unerwarteter Weise: die Instrumentalisten kommentieren das Spiel durch abstrakte Vokalisierungen. Experimentell, ja, doch zwar nichts »Neues« - was den Wert der Ideen nicht kleinreden soll. Jedes dieser fünf Werke ist zweifelsfrei die Entdeckung wert. (ijb)



Siehe auch:
Sven-David Sandström
Verschiedene schwedische Komponisten

Kati Raitinen


Trio ZilliacusPerssonRaitinen: Dedicated to Trio ZilliacusPerssonRaitinen

Offizielle Website

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