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Lange Rezensionen 1 - 153 von 153 im Genre »Metal« und Land »Norwegen« (insgesamt 315)

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Emperor: In The Nightside Eclipse
( 1994, Candlelight Candle 03CD )

Meilenstein! 1994: Eines der finstersten und atmosphärischsten Alben des Genres baut das Fundament für den symphonischen Black Metal. Das absolute Kultwerk »IN THE NIGHTSIDE ECLIPSE« ebnet den Weg für Bands wie Dimmu Borgir oder Cradle Of Filth. Die jungen Emperor füttern völlig kitschbefreit diabolisch lärmende Rhythmen mit kunstvollen Melodien und verteufelt geilen Gänsehaut-Keyboards. Giftiges Kreischen wechselt mit düsterem Gesang oder gesprochenen Passagen, fette Riffs paaren sich mit gewaltig galoppierendem Bass/Schlagzeug.

Eine epische Hymne mit Chören und orgelartig eingesetzten Keyboards eröffnet das Kultalbum. Die Kaiser halten das Niveau bis zum Ende. Auf dem rau produzierten Longplayer-Debüt peitschen neun bitterböse, intensive Stücke aus den Boxen, ohne einen einzigen schwachen Moment: Komplizierte Tempiwechsel, fulminante Melodiebögen, Ihsahns einzigartige Stimmakrobatik, virtuose Arrangements, überraschend eingesetzte Akustikgitarren. Extrem. Innovativ. Infernalisch gut. Schwarzmetallenes Herz, was willst du mehr? Höchstnote: 6.6.6. (nat)



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Siehe auch:
Dimmu Borgir
Ihsahn


 Emperor: In The Nightside Eclipse

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1349: Revelations of the Black Flame
( 2009, Candlelight CANDLE261CD )

Zwiespältig ist sie, die neue Scheibe von 1349 um den Satyricon-Schlagzeuger Kjetil »Frost« Haraldstad. So zelebriert die 1997 in Alvheim gegründete Truppe auf »REVELATIONS OF THE BLACK FLAME« eine Art »Dauer-Intro«: Viel Ambientgeplätscher statt heftigen Schwarzmetall-Gewitters; wenig erinnert an frühere Zeiten – Stichwort: »HELLFIRE« (2005). Der Bandname bezieht sich übrigens auf das Jahr 1349, in dem die Pestepidemie Norwegen heimsuchte und die Bevölkerung stark dezimierte – apropos: Stark dezimiert wird hier auch der Black Metal-Anteil:

Während Fronter Ravn röchelt und faucht, schreddern Gitarrist Archaon und Basser Seidemann selten heftig über ihre Instrumente wie in »Maggot Fetus… Teeth Like Thorns« oder »At The Gate...«, meist dominieren düster-atmosphärische (Füll-)Passagen wie »Horns« oder »Solitude« den Dreiviertelstünder. Fazit: Fans der frühen Veröffentlichungen, werden sich mit den neuen 1349 schwer tun – vielleicht hätte sich Norwegens Ex-Knüppelbande passend zum radikalen Stil auch einen neuen Namen überstülpen sollen. (nat)



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Siehe auch:
Satyricon

 1349: Revelations of the Black Flame

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Above Symmetry: Ripples
( 2011, Inside Out 4945540 )

Eben hießen sie noch Aspera, nun mussten sich die Norweger um Sänger Atle Pettersen, warum auch immer, umbenennen: Unter dem Namen Above Symmetry veröffentlichen sie ihr Debüt »RIPPLES« erneut, mit drei neuen Songs, Videoclip zu »Traces Inside« und mit neuem Cover.

Zur vollständigen Bewertung der ersten zehn Songs, bitte bei Aspera nachlesen, hier nur die Kurzfassung. Durchdachtes, abwechslungsreiches, glasklar produziertes Album mit technisch hochwertigen, keyboardlastigen Songs à la Pagan's Mind, mit Querverweisen auf Symphony X, Circus Maximus, Dream Theater und Pain Of Salvation. Fehlende Eigenständigkeit und zu kurze Halbwertszeit führen zum Punktabzug.

Zu den drei Bonustracks kann ich nur soviel sagen: Zwei sind überarbeitete Versionen der bereits bekannten Lieder »Traces Inside« und »Ripples«, das einzige neue Stück ist »Trails Of Clarity«. Wie sie klingen entzieht sich meiner Kenntnis, da sie nicht Teil dieser Promo-CD sind. Möge es der geneigte Hörer selbst ergründen. (nat)



Siehe auch:
Aspera

 Above Symmetry: Ripples

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Achenar: Sacred Duality
( 2014, Eigenverlag - )

Achenar waren eine der Bands auf dem »Norsk Urskog – Vol.III«-Sampler (2011), die Lust auf mehr machten – und damals ein gerade ein Jahr junges Soloprojekt von Åsmund Folkestad, der Achenar ins Leben rief, um atmosphärischen (Black) Metal zu schaffen. Nun, drei Jahre später, ist es endlich so weit: Folkestad und seine willigen Mitstreiter Glenn Remy (Gesang/Bass) und Vegard Liverød (Schlagzeug legen ihre Debüt-EP »SACRED DUALITY« vor.

Die fünf überlangen Songs haben schwarzmetallische Wurzeln aus denen melancholische, atmosphärische Melodien emporwachsen. Wenngleich die Norweger nichts neu erfinden, haben sie doch einige vielversprechende, hörenswerte Aspekte. Vor allem der harsche, grimmige Gesang überzeugt während der gesamten Spieldauer, nicht nur zu den schnellen Passagen wie im Titeltrack, sondern auch zu den schön schleppend hypnotischen Midtempo-Abschnitten, wie in »Morgenstjerne«. Mit »Under Nordlyset«, einem Ausreißer – da zum einen instrumental (Synthies) und zum andern durch seinen sphärischen Klangkosmos, setzt das Trio einen unerwarteten Schlusspunkt. Fazit: Macht immer noch Lust auf mehr, ich bin gespannt auf das erste »richtige« Album. (nat)



Siehe auch:
Norsk Urskog – Vol. 3 2011

 Achenar: Sacred Duality

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Aeternus: …And The Seventh His Soul Detesteth
( 2013, Dark Essence Records KAR071 )

Nach siebenjähriger Abstinenz kehren Aeternus um Sänger / Gitarrist / Bassist Ares (Ex-Gorgoroth) zurück: Mit dem Album » ...AND THE SEVENTH HIS SOUL DETESTETH« sowie dem neuen Schlagzeuger Phobos (Malsain, Gravdal) und neuem Gitarristen Specter (Gravdal, Tortorum). Unter der Bezeichnung »Dark Metal« verquirlt die 1993 gegründete Kapelle Death und Black Metal, unterbrochen durch eingeschobene Akustikgitarren-Passagen wie in »Spurcitias« oder dem komplett instrumentalen »Hubris«.

Nicht nur diese willkürlich wirkenden Einschübe irritieren, generell fragt sich der geneigte Hörer in welches Genre die Gitarren unterwegs sind: Die Soli jaulen irgendwo zwischen klassischem Heavy und Prog durch die Gegend, die Riffs torkeln durch diverse Genres. Sehr nach das-hab-ich-exakt-so-schon-mal-gehört klingt die schwarzmetallische Gitarrenmelodie in »Ruin And Resurrect« – wenn mir nur einfiele wo. Generell fällt einiges auf dem 52-Minüter in die das-hab-ich-so-ähnlich-schon-mal-gehört-Schublade; trotzdem bleiben die zehn Lieder, leider auch nach mehrmaligem Hören, nicht im Ohr hängen. Bitte Aeternus, gebt uns mehr gelungene Momente, wie dem geilen Groove in »Reap What You Saw«, oder erklärt eure Akustikgitarren zum Leitmotiv – und benutzt sie nicht nur als beliebig wirkende Versatzstücke.

PS: Die limitierte Ausgabe enthält als Bonus die »DARK SORCERY« aus dem Jahre 1995. (nat)



Siehe auch:
Gorgoroth
Galar


 Aeternus: …And The Seventh His Soul Detesteth

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Age Of Silence: Acceleration
( 2004, The End Records TE047 )

Mal wieder finden sich bekannte Musiker zu einem Kunstprojekt zusammen. Sänger Lars »Lazar« Nedland (Borknagar, Solefald), die Gitarristen Joacim »Extant« Solheim und Helge »Kobbergaard« Haugen, Bassist Lars Eric »Eiking« Si (Khold, Tulus), Keyboarder Andy Winter (Winds) sowie Jan Axel »Hellhammer« Blomberg (Mayhem, Winds, Arcturus) musizieren äußerst gekonnt – aneinander vorbei. Oder anders ausgedrückt: Eine Handvoll guter Solisten gibt noch lange kein gutes Orchester.

Obendrein trifft Metal auf Progrock, bereichert um neoklassische Streicherpassagen, Avantgardistisches, Psychedelisches oder Elektro-Sprenkel. Die »Geschäftstexte« von Aktien bis zu Arbeit(salltag) und Rechnungen steigern das Chaos für den Hörer zusätzlich. Wer über mehr Zeit als die Dreiviertelstunde Dauer von »ACCELERATION« verfügt, gerne knobelt, rätselt und bevorzugt mehrere Bands gleichzeitig einen einzigen Song spielen hört, hat gute Chancen sich in die Musik Age Of Silences hineinzufinden. (nat)



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Siehe auch:
Arcturus
Borknagar

Tulus

Mayhem


 Age Of Silence: Acceleration

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Ages: Malefic Miasma
( 2015, Black Lodge BLOD095CD )

Ages? Aus Schweden? Nie gehört. Kein Wunder, legt die Truppe aus Falun mit »MALEFIC MIASMA« (nach drei Singles) erst ihren Langspiel-Einstand vor – und der macht Lust auf mehr. In den ersten Takten und immer wieder dazwischen gestreuten Passagen des Openers »At the Behest of Reason« beweist das Trio, dass es ebenso gut Akustik- wie Stromgitarre spielen kann. Außerdem zeigt es ein gutes Händchen für abwechslungsreiches Songwriting, das die Stücke mit Längen zwischen viereinhalb und sechs Minuten auch brauchen.

Erst 2011 von Hvergelmer, alias Andreas Olander (Gesang, Gitarre, Bass), und Multiinstrumentalist Eldhrimnir, alias Daniel Beckman (Keyboards, Hintergrundgesang, Programmierung, Violine, Ud), gegründet, verstärkten sie sich später mit Bassist Brice Leclercq (Ex-Dissection, Ex-Nightrage, Ex-Satyricon live). Vereint zelebrieren sie melodischen, aber klirrend kalten Black Metal, mit packenden Riffs à la Iskald, leicht an Dissection angelehnten Melodien, vielschichtigem Gesang und lockerem Groove. Akzente setzen Geige, Ud und plötzliche irritierend poppige Keyboardtupfen, und vervollkommnen Stücke wie den Opener, »Absent Tribulation« oder »Ardent Storms«. Lediglich die Produktion dürfte noch etwas differenzierter sein – und wer bzw. was hat eigentlich das Schlagzeug eingespielt? Abgesehen davon: Spannende Scheibe, die neue Maßstäbe im schwedischen Melodic Black Metal setzen könnte. (nat)



Siehe auch:
Iskald
Dissection

Nightrage

Satyricon


 Ages: Malefic Miasma

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Altaar: Altaar
( 2013, Indie Recordings INDIE101CD )

Zwei Lieder in 34 Minuten? Und das als LP verkaufen? Altaar trauen sich was. Das Quintett eröffnet sein Debüt »ALTAAR« mit dem Stück »Tidi Kjem Aldri Att«, das gemächlich durch psychedelische Doom-Landschaften wabert: Hypnotische Synthies, monotone Gitarren, Zeitlupen-Schlagzeug. Sehr bedächtig bauen die Norweger einen Spannungsbogen auf – sehr bedächtig bauen sie ihn wieder ab. Dann sind die 20 Minuten vorbei, der Hörer findet sich im zweiten Stück wieder, das den Ambient-Ausklang des ersten aufnimmt.

Wer sich fragte, wo die zwei Teilzeitsänger Andreas Tylden und Espen T. Hangård abgeblieben sind, der erhält nach vier Minuten in »Dei Absolutte Krav Og Den Absolutte Nåde« die heiser krächzende Antwort. Sie erheben ihre Stimmen zu schneidenden Gitarren aus den Ambient-Klängen, weitere drei Minuten später galoppiert das Schlagzeug richtig los – das muss der angekündigte Black Metal-Anteil sein. Abrupt versinkt der Fünfer wieder in seiner erdrückenden, dunklen Welt und wabern weitere vier Minuten durch noisige Ambient-Wolken. Hat es das gebraucht?

Fazit: Altaar haben originelle Ideen, doch überzeugen nicht auf die ganze Länge. Ein beklemmendes Hörererlebnis – und keine Scheibe für Ungeduldige. (nat)



Siehe auch:
Kvelertak

 Altaar: Altaar

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Animal Alpha: Animal Alpha
( EP, 2004, Racing Junior RJCDS030 )

Mit der Vier-Song-EP betreten Animal Alpha die Manege des Musikzirkuses: Knappe 16 Minuten lang gewittert zeitweise an Atrox erinnernder Schizometal mit groovigen Rockattacken auf die Besucher ein. Dröhnende Gitarren vermischen sich mit markerschütternden Stimm-Attacken der Frontlöwin: Wenn Agnete kreischt, schreit, zetert, wimmert oder verspielt die Tonleiter hochklettert können sich Sandra Nasic und Konsorten warm anziehen.

Der Opener zeigt fauchend seine Krallen; nach entspannten Momenten mit zerbrechlichem Gesang explodiert »Bundy« – und das zugehörige Video erschreckt kleine Kinder. Die anderen drei Songs des Quintetts spielen ebenso mit Tempo-/Stilwechseln. »Trøbbel«, dem norwegischen Titel zum Trotz mit englischem Text, beinhaltet sogar Funk-Elemente, wogegen »Waltz« sehr langsam beginnt und zum Zurücklehnen einlädt, aber aufgepasst: Das ändert sich noch. Insgesamt ein außerordentlicher Auftritt der nicht in ein Raster passenden Norweger. (nat)



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Siehe auch:
Atrox
Djerv


 Animal Alpha: Animal Alpha

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Ansur: Axiom
( 2006, Candlelight CANDLE 154CD )

Faszinierend – wie vier Musiker so aneinander vorbeispielen können. Spätestens beim dritten Track »Interloper« verliert der Hörer die Lust, das offizielle Debüt der Norweger zu verstehen: Sänger/Basser Espen Aulie krächzt unmotiviert im Hintergrund, Drummer/Percussionist Glenn Ferguson scheppert und rasselt völlig unpassend vor sich hin, die Gitarristen Torstein J. Nipe und Stian Svenne reißen willkürlich an den Saiten, zum Abschluss des Neunminüters brabbelt Espen Unverständliches.

In dem Stil verwechselt das Quartett auf kompletter Länge »AXIOM«s eingängige Abwechslung mit gekünstelter Komplexität und wirft dem Rezensenten ein einladendes Melodiefragment zum Fraß vor, nur um zwei Sekunden später literweise synthetisches Schlagzeug-Ketchup samt Metalcore-Gebrüll-Mayo drüber zu schütten. Sorry Jungs; damit verderbt ihr wirklich jeglichen Appetit auf den Nachfolger des in »CARVED IN FLESH« umbenannten Demos. Etwas mehr Harmonie und nicht jede der wirklich guten Ideen im Keim zu ersticken, das würde enorm herlfen. (nat)

 Ansur: Axiom

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Arcturus: Aspera Hiems Symfonia / Constellation / And My Angel
( 2002, Candlelight CANDLE067 )

Einen optimalen Einstieg in Arcturus' Frühgeschichte bietet diese Doppel-CD: Neben der Wiederveröffentlichung des 1995er Debüts »ASPERA HIEMS SYMFONIA« gibt es die Promo-Rarität »CONSTELLATION« (1994) plus die »MY ANGEL«-EP (1991), sowie zwei neue Songs »The Deep Is the Skies« und »Cosmojam«. Das Debüt überarbeiteten die norwegischen Black Metaller allerdings; zum einen optimierten sie den Klang, zum anderen veränderten sie Details, wie etwa neuen klaren Gesang, oder tauschten ein Keyboardintro gegen Gitarre.

Die ehemals Mortem genannte Band wechselte ihre Besetzung häufig, weckt dadurch die Vorstellung einer Black Metal-Supertruppe: So spielten hier Mitglieder von Mayhem, Emperor, Ulver und Dimmu Borgir. Auf »CONSTELLATION« steht kurzzeitig Samoth (Satyricon, Emperor) an der Gitarre, doch schon für den Erstling ersetzt ihn Carl August Tidemann. Genug der Vorrede. Arcturus faszinieren mit ihren bombastischen, extravaganten Hymnen. Garm (Ulver) keift, kreischt schwarzmetallisch, flechtet klare Passagen ein; sphärische Keyboards wehen über Hellhammers (Mayhem) wuchtige (Doublebass-)Drums. Die zweite Scheibe grollt deutlich angriffslustiger aus den Boxen: Eisige Gitarren lassen »Du Nordavind« zum zweiten Mal stürmen. Eine Empfehlung an alle Freunde harter Klänge, die über den Black Metal-Tellerrand hinaus blicken. (nat)



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Siehe auch:
Satyricon
Emperor

Ulver

Dimmu Borgir


 Arcturus: Aspera Hiems Symfonia / Constellation / And My Angel

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Asmegin: Arv
( 2008, Napalm /SPV NPR 263 )

Asmegin sind – das »bandifizierte« Chaos: Bereits vor dem Aufnahmen zum Debüt »HIN VORDENDE SOG OG SØ« stieg der Sänger Bjøm Olav Holter aus, der erst 2001 Auðrvinr Sigurdsson ablöste. Ihn ersetzte 2003 Erik Fossan Rasmussen, der gleichzeitig mit Lars Are und Sareeta die Truppe komplettierte. Letzterer verließ sie allerdings 2005 wieder – wie auch Schlagzeuger Tommy und Basser Tomas. Irgendwie haben es die verbliebenen Mitglieder um den letzten verbliebenen Gründer Marius Olaussen (Gitarre, Bass, Mandoline, Akkordeon, Klavier, Mellotron) dennoch geschafft den Zweitling »ARV« einzuspielen.

Neben Erik, Marius und Raymond Häkenrud (Gitarre, Bass, Gesang, Klavier) sicherte sich der Sessionmusiker Lars Fredrik Froislie (Hammondorgel, Klavier, Mellotron) während den Aufnahmen einen Platz in der Stammbesetzung – und Erik klemmte sich hinters Schlagzeug. Das Ergebnis klingt manchmal ebenso chaotisch, wie die Besetzungswechsel: Im Opener »Fandens Mælkebøtte« oder Titeltrack gelingt es dem Quartett – partiell mit Gastgeigerin plus zwei Gastsängerinnen verstärkt – noch gekonnt Metalriffs mit Folkmelodien sowie zarte Violinen mit donnernden Bass-Drums zwei Gastsängerinnen zu verbinden. Doch in anderen Stücken/Passagen spielen die Instrumentalisten häufiger nebeneinander her bis aneinander vorbei. Leider. (nat)



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 Asmegin: Arv

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Aspera: Ripples
( 2010, Inside Out 0505152 )

Lupenreiner Prog Metal aus Norwegens Kinderstube: Gerade mal 20 Lenze zählen die Musiker von Aspera bei Erscheinen ihres Debüts »RIPPLES«. Das hört man dem Quintett aus Skien allerdings nicht an: Die Stücke sind durchdacht, abwechslungsreich und wurden von Jens Bogren (Opeth, Paradise Lost, Hammerfall) glasklar produziert. Auf ein kurzes Intro folgen neun technisch hochwertige, keyboardlastige Songs à la Pagan's Mind, mit Querverweisen auf Symphony X, Circus Maximus, Dream Theater und Pain Of Salvation.

Das ist zugleich das Problem der Jungspunde um den ausdrucksstarken Sänger Atle Pettersen: Um im übersättigten Markt sicher Fuß zu fassen, sollte ihr 55-Minüter noch eigenständiger klingen. Außerdem beißt sich leider kein Lied über die Spielzeit hinaus im Ohr fest. Zugute halten muss man Pettersen, Gitarrist Robin Ognedal, Bassist Rein T. Blomquist, Schlagzeuger Joachim Strøm Ekelund und Keyboarder Nickolas Main Henriksen allerdings, dass ein Lied vom Kaliber »Between Black & White« die zukünftige Marschrichtung anzeigt: Steil nach oben. (nat)



Siehe auch:
Pagan's Mind
Pain Of Salvation

Above Symmetry


 Aspera: Ripples

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Atrox: Terrestrials
( 2002, Season Of Mist /Soulfood SOM 058 )

Atrox passen in keine Schublade, und das macht ihre Musik so faszinierend. Wegen brettharter Gitarren und geknüppelter Bassdrums finden die Norweger im Metal-Genre die meisten Anhänger. Dabei weisen die hochkomplexen, von zahlreichen Breaks und Tempiwechseln durchzogenen Songs auch viele Parallelen zu moderner Kunstmusik auf – zu klassischer Avantgarde, Frank Zappa oder Gentle Giant.

Dazu schwingt sich die Stimme von Monika Edvardsen, kleine Schwester der Ex-Sängerin von The Third And The Mortal und mit jener gemeinsam aktiv bei Tactile Gemma, behende in die höchsten Lagen und turnt dort in so halsbrecherischen Tonsprüngen herum, dass sie der grandiosen Diamanda Galas oder auch – der stimmlich ähnlichen – Kate Bush Konkurrenz macht. Tja: Wie nennt man nun diese Musik? »Schizo-Metal« schlagen Atrox selbst vor. Jedenfalls wirkt sie so verstörend und vielschichtig wie ein wirrer Traum. (peb)



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Siehe auch:
Tactile Gemma
The Third And The Mortal



Zum Artikel über Atrox

 Atrox: Terrestrials

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Audrey Horne: Youngblood
( 2013, Napalm NPR468 )

Audrey Horne zeigen uns 2013, was eine Steigerung ist: Classic Rock, mehr Classic Rock, Audrey Horne! Die Norweger um Sänger Toschie klingen auf ihrem vierten Album »YOUNGBLOOD« klassischer als die Originale von Led Zeppelin bis Thin Lizzy – und umschiffen damit gekonnt sämtliche Plagiatsklippen. Wenn »Straight Into Your Grave« nicht so nach Audrey Horne klänge, könnte es auch aus den (späten) Siebzigern stammen; grandiose Gitarren, großer Refrain … nur, was soll das nervige, wie ein Wecker klingende Piepsen?

Die zehn Songs Minuten klingen mal bluesig, mal hardrockig, aber glänzen immer mit viel Groove, satt blubbernden Bassläufen, überragenden Melodien, tollen Arrangements, plus kleinen Extras wie Orgel oder Perkussion und sind perfekt, warm produziert. Der Fünfer aus Bergen ehrt mit diesem 43-Minüter seine Vorbilder – und befördert sie mit einer spielerischen Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht, ins Jahr 2013. PS: Einzig das etwas simpel gestrickte »There Goes a Lady« fällt als Hymnen-Anwärter weg. (nat)



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