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Lange Rezensionen 261 - 270 von 271 im Genre »Pop« und Land »Norwegen« (insgesamt 527)

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Rikard Wolff: Tango
( 2009, Kirkelig Kulturverksted FXCD 347 )

Der Tango ist keine wirklich vergnügliche Sache. Eigentlich. Aber da kommt ein norwegischer Schauspieler und Sänger daher und bringt eine unerwartete Leichtigkeit, Verspieltheit und augenzwinkernde Ironie in den »traurigen Gedanken, den man tanzen kann«, wie Tangodichter Enrique Santos Discépolo diesen Tanz treffend beschreibt. Rikard Wolff, Tausendsassa und Entertainer, interpretiert auf »TANGO« 13 Songs aus dem Repertoire des legendären argentinischem Sängers Carlos Gardel. Mit reichlich Verve!

Entstanden ist die norwegische Interpretation der klassischen südamerikanischen Variante der »wohllüstigen« Traurigkeit in Buenos Aires und Stockholm. Allein hat Wolff diese Annäherung nicht geschafft: Ohne die Unterstützung des famosen Carlos Corrales am Bandoeon, des temperamentvollen Pablo Agri an der Geige, des cool-stoischen Daniel Falasca am Bass und des einfühlsamen Andreas Linetzky am Piano wäre diese Aufnahme nur der halbe Spaß geworden. Dass Wolff die Gardel-Klassiker wie »Volver« und »Caminito« auf norwegisch darbietet, verleiht diesem interkontinenentalen Kulturaustausch noch eine gänzlich unerwartete Exotik. Aber es funktioniert! (emv)



Siehe auch:
Kari Bremnes & Rikard Wolff

Rikard Wolff: Tango

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Marte Wulff: Marte Wulff
( 2016, Propeller Recordings)

Leicht skeptisch blickt Marte Wulff auf dem Cover ihres fünften, selbst betitelten Albums. Dazu hat die norwegische Singer-Songwriterin überhaupt keinen Grund, denn 2016 feiert sie ihr »Zehnjähriges« als Berufsmusikerin. Die Frau aus Kristiansand mit der schwebenden, hellen Stimme kehrt nach einer Dekade hörbar zu ihren Wurzeln im sanften Folkpop zurück. Beim Vorgängeralbum hatte sie noch mit der großen Form experimentiert und mit dem Kristiansander Symphonikern musiziert. Der Fünftling der auf Norwegisch singenden Künstlerin, die in Deutschland weitgehend unbekannt ist, kommt bewusst zurückgenommen in der Tradition des klassischen Kammerpop daher. Fein arrangiert mit Streichern, Piano und Gitarre. Auch eine Trompete darf in Songs wie »På Gjerdet« glanzvolle Gastaufttritte hinlegen. Zu den bestens aufgelegten musikalischen Mitstreitern gehört übrigens auch eine begabte Newcomerin, die Sängerin Fay Wildhagen. Martte Wulff betreibt also zum Jubiläum auch noch Nachwuchsförderung, fein!

Im norwegischen Dialekt zu singen, das hat für die Sängerin mit Authentizität und Unmittelbarkeit zu tun. Dass sie hier beschwingte bis melancholische kleine Alltagsgeschichten erzählt, wird auch ohne jegliche Kenntnisse der Landessprache deutlich. »MARTE WULFF« ist ein wunderbar erwachsenes Album geworden, dass nicht zu großen Gesten ausholen muss, um nachdrücklich in Herz und Hirn Einzug zu halten. (emv)

Marte Wulff: Marte Wulff

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Young Dreams: Between Places
( 2013, Modular /Rough Trade MODCD161 )

Aus Bergen kommen nicht nur Black Metaller (oder ausnahmsweise experimentelle Post Metaller wie Krakow), sondern auch »tropische« Popmusiker: Young Dreams heißt die Kapelle, die sich mit »BETWEEN PLACES« somit am musikalischen Gegenpol zu Immortal, Enslaved, Blodhemn und Konsorten positioniert. Das Debüt des zwölfköpfigen Kollektivs um Sänger Rune Vanderskog und Komponist Matias Tellez bietet eine sonnige Mixtur aus elektronischem Indie-Pop, 60ies Einflüssen – und einigen Überraschungen: Beispielsweise die auf Mozarts Requiem basierende, chorale Einleitung in »Through The Turnstiles«. Woran mich »Fog Of War« (ab 93 Sekunden) erinnert, hab ich allerdings noch nicht herausgefunden.

Die Komplexität der ausgetüftelten neun Songs, die vielen Einflüsse, Details und Variationen, könnten an der hohen Zahl der (Mit)Musiker liegen: Außer dem engeren Kern, bestehend aus Matias’ Bruder / Bassist Pablo Tellez, Schlagzeuger Marius Erster Bergesen, Elektronerd Njål Strøm Paulsberg sowie Gitarrist Chris Holm, steuerten diverse Freunde Texte, Gesang und Instrumente bei. (nat)



Siehe auch:
Krakow
Immortal

Enslaved

Blodhemn


 Young Dreams: Between Places

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YoYoYo Acapulco: The Pleumeleuc Experience
( 2010, Bone Voyage /Cargo Km020 )

Zu einem sonnigen Tag, an dem man wunderbarerweise nicht müssen muss, könnte YoYoYo Acapulco den Soundtrack liefern. Und man könnte Arme schlenkernd zu diesem entspannt-exotischen Waldschratklängen am Seeufer entlanghüpfen und beglückt darüber nachsinnen, wie wunderbar Nordnorwegen und die Karibik miteinander harmonieren. Auf ihrem ersten Album mit dem sonderbaren Namen »THE PLEUMELEUC EXPERIENCE« schaffen die vier Dörfler ein eigenwilliges und unerwarterweise euphorisches Hinterwalduniversum, in dem die Ukulele die Hauptrolle spielt. Eine unbedingt die Lebensfreude steigernde Entdeckung, das!

Um stilistische Festlegungen schert sich das Quartett um Sänger Arne Martin Baerlund nicht. Wichtiger ist ihnen das Erzählen kruder Geschichten und das Einschlagen verschlungener Seitenpfade. Handgemacht geht es hier zu, aber in die Antifolk-Freak-Ecke gehören die Dorfbarden keineswegs gesteckt. YoYoYo Acapulco verbandeln Wavepop mit uriger Tanzmusik, lassen Ska-Jünger mit 60ies-Herzschmerz-Poppern knutschen. Jammen fast eine geschlagene Viertelstunde mit zunehmender Begeisterung über eine simple Tonfolge. Sind manchmal nachdenklich-melancholisch , öfter aber optimistisch und noch viel lieber abenteuerlustig. Aber auf eine entwaffnend-lockere, lächelnde Art. Wenn dieses Album ein Tier wäre, dann ein dreibeiniger Luchs mit schwankendem Gang. Sagt Baerlund. Dem ist nichts hinzuzufügen. (emv)



Mehr CDs von YoYoYo Acapulco

 YoYoYo Acapulco: The Pleumeleuc Experience

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Yune: Agog
( 2020, Core)

Wie die Luft flirrt über der Wüste! Die dänischen Indierocker Yune haben sich auf ihrem Debütalbum »AGOG« von menschenleeren, kargen Landschaften beeinflussen lassen. Von sparsamer Instrumentierung kann jedoch keine Rede sein: Der Sound der fünf Musiker aus Århus bewegt sich leichtfüßig zwischen meditativen Intermezzi, schwärmerischen Synthieklängen und feinnervigem Indierock und flirtet zudem hörbar mit Progressive-Elementen. Kompliziert, aber zugänglich ist hier eindeutig das neue Cool! Und darüber liegt die ausdrucksstarke Falsett-Stimme von Sänger Tobias Sachsen. Dazu kann man bestens seine Gedanken in alle Richtungen schweifen lassen!

Dänische Melancholie und nordafrikanische Wüsten-Tristesse halten im feinen »Odd One Out« einträchtig Händchen. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht! Zu viel preisgeben oder einfache Lösungen anbieten - das ist nicht die Sache der Dänen. Lieber sind lassen sie sich im ruhigen, tiefenentschleunigten »Part 2« treiben, wohin der Wüstenwind sie trägt. Leicht experimentell, immer eigensinnig, aber immer wieder für kleine Überraschungen gut. Wer weiß schon, was uns hinter der nächsten Ecke erwartet? Es könnte durchaus helles, gleißendes Licht sein! (emv)

 Yune: Agog

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Bertine Zetlitz: Sweet Injections
( 2003, Capitol /EMI 581515.2 )

Man erinnere sich: Ihr Debüt »MORBID LATE NIGHT SHOW« brachte Bertine zwei Grammys ein, zerfaserte jedoch zwischen billigem Discopop einerseits und - einigen wenigen - trefflich inszenierten TripHop-Meisterwerken andererseits. Auf ihrer dritten CD »SWEET INJECTIONS« - ein recht passender Titel für die klebrigen und dennoch unter die Haut gehenden Downbeat-Ohrwürmer - hält die junge Osloerin das Niveau besser, dringt dafür aber auch nicht mehr in die Spitzenposition damaliger Songs wie »Abigail« oder »Butcher's Son« vor.

Unterstützt von Top-Produzenten wie Howie B (Björk), Magnus Fiennes (Morcheeba) oder Richard X (Sugababes) gelang ihr schmissiger Synthie-Pop, der dank düsterer bis mystischer Untertöne nie zu glatt gebügelt klingt. Doch wie gesagt: Zum ganz großen Wurf entwickelt sich leider keiner der Songs. Für sie spricht allerdings, dass sie von Thomas Dybdahl als Gastsängerin eingeladen wird. (peb)



Mehr CDs von Bertine Zetlitz



Siehe auch:
Thomas Dybdahl

Bertine Zetlitz: Sweet Injections

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Frida Ånnevik: Synlige Hjerteslag
( 2011, Grappa /Galileo GRCD4330 )

Sie hat wirklich Soul. Mit einer leicht rauchigen und gleichzeitig samtig weichen Stimme singt die Norwegerin in ihrer Heimatsprache, die ja nicht gerade bekannt ist für geschmeidig klingenden Wortklang und Vokalreichtum. Doch Frida Ånnevik schreibt feine Songs und bewegt sich im Jazz-beeinflussten Pop-Umfeld so stilsicher und gewandt wie einst Joni Mitchell oder jüngst etwa Bon Iver oder – um innerhalb ihres Landes zu bleiben – wie ihr musikalisch wesensverwandter Kollege Thomas Dybdahl. Im reduzierten Tempo singt Frida Ånnevik nachdenklich, melancholisch und introvertiert und reizt dadurch nur umso mehr, ihre Musik zu ergründen. Bereits 2009 erhielt sie den Grappa-Preis für Newcomer; nun liegt ihr Debüt vor.

Produziert hat Andreas Mjøs, selbst Musiker bei den großartigen Jaga Jazzist sowie Produzent für Susanne And The Magical Orchestra oder die jungen samischen Sänger von Adjagas; er ist genau der rechte Partner für das junge Talent. Unbeeindruckt von kommerziellen Regeln und Normen zieht er mit seinem Schützling ein völlig eigenes Ding durch – und formt genau dadurch das erstaunliche Talent der Sängerin nur umso plastischer heraus. Scheu, aber natürlich und völlig ungekünstelt performt die 26jährige Frida mit herzerfrischender Offenheit ihren Northern Soul. Wenn das mal keine große Hoffnung ist?! (peb)



Mehr CDs von Frida Ånnevik



Siehe auch:
Jagga Jazzist
Susanna And The Magical Orchestra

Thomas Dybdahl


Frida Ånnevik: Synlige Hjerteslag

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Eline Hellerud Åsbakk: Av eller på
( 2019, Finito Bacalao Records FBCD248 )

Das Album »AV ELLER PÅ« verdeutlicht bereits auf den ersten Blick, durch unterkühlte Farb- und Motivwahl sowie mit Titeln wie »Kirkenes« und »Sne« (»Schnee«) seine nordnorwegische Herkunft. Singer/Songwriterin Eline Hellerud Åsbakk aus Tromsø legt damit nach einem »Minialbum« mit sieben Titeln ihre Debütplatte vor. Sie hat bereits mehrere Preise und Stipendien für ihre Kompositionen erhalten, und mittlerweile lebt sie in Oslo, wo sie unter anderem im Vokalensemble Oslo 14 singt.

Man spürt, dass Eline Hellerud Åsbakk viel aus ihrer Stimme herausholen und komplexe Stücke interpretieren kann. In den zehn Songs dieser CD hält sie sich allerdings oftmals ein wenig zurück, gibt sich lässig und laid-back, zumal ihre Kompositionen nicht auf große Gesten angelegt scheinen. Diese Zurückhaltung ist vielleicht ein wenig schade, zeugt aber auch von Elines Souveränität als Interpretin. Ebenso souverän ist auch die unaufgeregte Musik ihrer Band – Keyboard, Gitarre, Kontrabass und Perkussion sowie einmal als Gast eine Trompete (Ole Jørn Myklebust) spielen eine Art jazzige Popmusik, wie man sie gerade aus nordischen Ländern nicht selten hört. Insgesamt ist der jungen Musikerin hier ein durchweg schönes Album gelungen, in Tromsø aufgenommen und in Oslo fertig gestellt, das sie als beachtenswerte Nachwuchsstimme der norwegischen Musikszene präsentiert. (ijb)



Siehe auch:
Ole Jørn Myklebust
Arctic Philharmonic

Oslo 14 Vocal Ensemble


Eline Hellerud Åsbakk: Av eller på

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Æ & Dem: Gjendødsligheta
( 2014, Clearpass Records)

Zurück zu den alten Werten. Zu den Zeiten, als das Attribut Singer-Songwriter nicht wahllos auf jeden bärtigen Barden angewandt wurde, der drei Akkorde auf der Gitarre spielen und wehleidig vor sich hinnölen konnte. Denn was tut der Liedermacher anderes als Geschichten erzählen? Und sie im besten noch gut zu erzählen, also abwechslungsreich, nuanciert und voller Spannungsbögen? Dem Nordnorweger Erling Ramskjell gelingt das nämlich ziemlich gut! Unter seinem Nom De Plume Æ & Dem erschafft er auf seinem Debütalbum einen hoch anregenden Mix, der sich zwischen den Polen Pop, Rock und Folk bewegt und sich in allen drei Genres hörbar wohlfühlt.

Unsentimentale Balladen? Bitteschön! Angenehm angetüterte Walzer, die im Torkelschritt daherkommen? Kein Problem! Bluesig angehauchte, rauhbeinige Gefühlsschau zu später Stunde? Bereitet keine Mühe! Rockige Ausbrüche? Aber gerne doch! Folknahe Songs vom Unterwegssein zwischen Irgendwo und Nirgendwo? Voilà! Æ & Dem gelingt es, sich als souveräner Wandler unangestrengt zwischen den Stilen zu bewegen. Die Sensibilität des Singer-Songwriters ist aber die Konstante, die sich durch diese elf kundig arrangierten Tracks zieht, die übrigens sämtlich im norwegischen Dialekt eingesungen sind. Und auch wenn man kein Wort versteht: Langweilen tut uns Herr Ramskjell hier an keiner Stelle. Und vom grundlosen Nölen zur Klampfe hält der Mann sicher nichts. (emv)



Siehe auch:
Æ
Erling & The Armageddonettes


 Æ & Dem: Gjendødsligheta

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Jørn Simen Øverli: Pengenes Oppmuntrende Virkning
( 2003, Kirkelig Kulturverksted FXCD 263 )

Man muss schon genau hinhören, um Øverlis Songs und »Balladen« mit ihrer ganzen Spannbreite zu verstehen. Der norwegische Sänger begeisterte sich seit langem für die Musik von Hans Eissler und Kurt Weill und ließ sich zu 17 Titeln inspirieren, die auf seiner CD mit dem schönen Titel »Die aufmunternde Wirkung des Geldes« zu hören sind.

Musikalisch untermalen Banjo, Gitarre und Akkordeon mal romantisch, mal kratzbürstig scharf die ins norwegische transponierten Texte, deren politische Sprengkraft einst als »entartet« galt. Øverlis musikalische Arrangements und Textübertragungen mögen für deutsche Ohren nicht gleich eingängig sein, lohnen aber ein mehrmaligen Hinhören auf jeden Fall. Unter anderen mit im Team musizieren Saiten-Spezialist Stian Carstensen und Trompeter Arve Henriksen, die hier einmal mehr ihre musikalische Vielseitigkeit beweisen. (mls)



Mehr CDs von Jørn Simen Øverli



Siehe auch:
Stian Carstensen mit Frode Alnæs & Arild Andersen
Arve Henriksen

Jørn Simen Øverli & Sølvguttene


Jørn Simen Øverli: Pengenes Oppmuntrende Virkning

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