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Lange Rezensionen 1 - 5 von 262 im Genre »Pop« und Land »Norwegen« (insgesamt 514)

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Hanne Kolstø: While we still have Light
( 2015, Jansen Plateproduksjon /Musikkoperatørene JANSEN058 )

Und Hanne Kolstø macht einfach weiter: Ein Album nach dem anderen, dies ist bereits ihr fünftes seit 2011, und es ist wieder hervorragend, slightly avant-garde, ausgeklügelt produziert, vielseitig und mit Power arrangiert und vor allem eingängig. Das macht der Norwegerin derzeit keiner nach: Popmusik von einer konstanten Brillanz. Nach dem textlich direkteren Vorgänger besticht »WHILE WE STILL HAVE LIGHT« wieder mehr durch Raffinesse und kluges Songwriting in einer souveränen Mischung aus dunkel und Pop. Wobei »souverän« garantiert nicht meint, dass sie und ihr vielköpfiges Team die sichere Bank gewählt hätten, im Gegenteil.

Diesmal hat der etablierte Avantgarde-Komponist Eivind Buene leicht aparte Streicherarrangements beigesteuert, und das sorgt hin und wieder für eine ungewöhnliche Färbung der mit viel Aufwand produzierten Songs. Es sind zwar einfache, klare Lieder, aber mit Instrumentenfülle, einem geradezu akribischen Sound Design ausgeführt, reich und voluminös, aber nie erschlagend oder bombastisch. Wunderbar, wie etwa im letzten Song »White Noise Static« überraschend noch ein Saxofonsolo von André Roligheten (Albatrosh) alles zuvor Gehörte toppt und abrundet. Ob Hanne Kolstø in 12 Monaten wohl wieder mit einem neuen, tollen Album aufwartet? Wir wagen es nicht träumen. (ijb)



Mehr CDs von Hanne Kolstø



Siehe auch:
Eivind Buene
André Roligheten


Hanne Kolstø: While we still have Light

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-phy: Love Songs From Mars
( 2003, Apricot Records /Freibank )

Sie wollen so viele CDs wie möglich verkaufen. Sie wollen durch die ganze Welt touren. Und auch weit außerhalb Norwegens soll man ihre Musik genießen. Es sei ihnen gegönnt, weil berechtigt. Denn die drei Ladies Ellen Ersfjord (Bass, Gesang), Ingrid M. Tolstad (Gitarre, Gesang) und Vigdis Sjelmo (Schlagzeug, Percussion) bieten wunderbar kompakte wie zugleich verspielte Songs - mal durchaus gediegen krachig, dann wieder melodisch eingängig.

Durchaus lassen sich Vorlieben oder auch Vorbilder erkennen: U2, The Cure, die B-52 und immer wieder auch Blondie - gerade was den Gesang angeht. Aber -phy ist eine dieser seltenen Gruppen, die sich einerseits in einer Traditionslinie bewegen und doch eine ganz eigene Richtung eingeschlagen haben mit diesem zupackendem Debütalbum, dieser erfrischenden Sommerplatte, diesem rezeptfreiem Anti-Depressivum. (frk)

 -phy: Love Songs From Mars

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3-11 Porter: Surround Me
( 2008, Stereo Deluxe Records SDX0169678CD )

In unserer übersexualisierten Welt ist ein wahrer Moment der Sinnlichkeit Gold wert. So wie es aber 3-11 Porter angehen, verpufft jede Magie. Die Norweger Per Arne Bertheussen, Svein Hansen und Sängerin Tracee Lewis Mayn hauchen ihre Vocals über die Rillen – und sind dabei das Gegenteil von sexy. Einschmeichelnd rekeln sich auch die schlaffen Beats über extraflauschige Synthieflächen, geradezu anbiedernd harmlos und in ihrem Verständnis von 90er-TripHop, Lounge und 60er-Soul leider nie auf der Höhe der Zeit.

Dabei ist die Melange an sich natürlich alles andere als einseitig. Mal gibt es Anklänge von Worldbeats, spanischen Flamenco-Gitarren oder gleich jazzige Ambienten. Unter dem Strich eint neben der immerwährend-chilligen Behäbigkeit der Songs aber der Fakt: Allesamt sind sie formidable musikalische Fototapeten für die Berieselung moccafarben getünchter Kaffeebars, in denen es nur um das möglichst dezente Nebenbei geht. Und so werden sich hier die Geschmacksgeister scheiden: Manch einer mag hierzu »tolle Entspannungsmusik« sagen, der andere »seelenloses Geplänkel«. Manch einer freut sich über die »nostalgisch anheimelnden Klänge«, andere sehen darin nur »entkräftete Popmusik«. (maw)

 3-11 Porter: Surround Me

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a-ha: Time and Again – the Ultimate a-ha
( 2 CDs, 2016, Rhino /Warner 081227947200 )

Ob man »Take on me« irgendwann überdrüssig wird? Ob man je wieder eine zweite Hits-Kollektion von a-ha brauchen wird? Ob das norwegische Trio auch nach der zweiten Reunion wieder elf Jahre aktiv sein wird, bis zum nächsten groß verkündeten Bandende? Fragen, die in Anbetracht dieser neuerlichen Kompilation aufkommen. Der Überhit »Take on me« wird vermutlich auch noch in Jahrzehnten im Pop-Radio rauf und runter gespielt werden, und das zu recht. Darüber hinaus ist allerdings nicht anzunehmen, dass Menschen, die nicht explizit Fans von a-ha sind, dann noch weitere »Hits« kennen werden.

1991 erschien »Headlines and Deadlines – The Hits of a-ha«, mit dem Besten der ersten vier Alben. Da ist alles Wertvolle an Hits drauf, und dabei hätte man es belassen können, denn weitere Zusammenstellungen variierten diese 16 Songs nur wenig. Zum Zwanzigjährigen im April 2005 gab's »The Singles 1984|2004« mit 19 sowie »The Definitive Singles Collection« mit 17 Hits bis 2002(!). Und nach nur weiteren zwei Studio-CDs gab's zum Abschluss der zweiten Bandphase das Jubiläums-Album »25« mit restlos allen 33 (auch den Promo-)Singles und sechs weiteren Tracks, fast eine oftmals als »Anthologie« bezeichnete Sammelpackung.

Was also ist nach einem weiteren (zumal lauen) Reunion- und Comebackalbum zum nun 30. Bandjubiläum dazugekommen, das eine fünfte Kollektion rechtfertigen und attraktiv machen könnte? Unverblümt, man darf es geradezu sarkastisch lesen, gab man ihr gleich den Titel »TIME AND AGAIN«, zu deutsch »Wieder und wieder«. Nun, um die Käufer zu locken, gibt es nun neben den 19 ausgewählten Singles auf der ersten CD ausschließlich Remixes auf CD2: drei aus den Achtzigern, einer aus den Neunzigern (diese »previously unissued«) und ganze zehn (»previously issued«) aus den Jahren 2000 bis 2010. Als einziger Bonus lassen sich zwei okaye Neubearbeitungen der ersten beiden Hits »Take on me« und »The Sun always shines on TV« finden.

Also »ULTIMATE« ist diese Veröffentlichung bedauerlicherweise eindeutig nicht. Wem die Hits genügen, der nehme die 1991er CD (die man doch besser als 25th Anniversary Edition herausgebracht hätte), wer etwas tiefer ins Gesamtwerk eintauchen möchte, greife zu »25«. Die 16 Remixes sind fast komplett zum Vergessen, und, was man wirklich auch mal deutlich sagen muss: Sooo geniale Hitautoren sind a-ha nun wirklich nicht. Nach den drei großen Knallern vom ersten Album haben sie doch stets von diesem Jugenderfolg gezehrt. (Daher hier wohl auch das Jugendporträt als CD-Cover.) Zu viele von den wieder und wieder als »biggest hits« feilgebotenen Singles sind doch eigentlich eher schwache Songs. Ohne »Take on me« würde (jenseits von ergebenen Fans) kein Hahn nach halbgaren Liedern wie »Cry Wolf«, »Touchy!« oder dem schamlosen »Take on me«-Recycling »You are the one« krähen. Besser, man hört a-ha als feine Albumband und widmet sich »Scoundrel Days« oder »Minor Earth Major Sky«. Diese »Immer wieder«-Collections müssen ein Ende haben! (ijb)



Mehr CDs von a-ha


Zum Artikel über a-ha

 a-ha: Time and Again – the Ultimate a-ha

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Greta Aagre & Erik Honoré: Tuesday Gods
( 2017, Jazzland /Edel 377 903 7 )

Nachdem ihre erste Duoplatte »YEAR OF THE BULLET« 2012 als Verwandte von »UNCOMMON DEITIES« gesehen werden konnte, so ist die Nachfolgerin »TUESDAY GODS« klar als Schwester von Erik Honorés zeitgleich erschienener Hubro-CD »UNREST« erkennbar. Beide erzählen deutlich von Unruhe, entstanden in einer Zeit persönlicher Umbrüche und Turbulenzen. Doch wo das vorwiegend instrumentale, dunklere »UNREST« dies musikalisch stärker mit Brüchen hörbar und erfahrbar macht, ist das Songalbum »TUESDAY GODS« mit Honorés Texten von einer schwebenden Homogenität geprägt; die zarten, von Greta Aagre präsent und effektfrei gesungenen Lieder kleidete Honoré in komplexe Soundskulpturen, aus denen die jahrelange Arbeit mit dieser, seiner ureigenen, subtilen Punkt-Stilistik spricht.

Mit den beiden spielte Bjorn Charles Dreyer auf allen Stücken Gitarre, doch sein Spiel mischt sich filigran in die ausgefeilten Klangbilder, wie man es häufig von Eivind Aarset kennt. Das alles erinnert stark an Sidsel Endresens großartiges Album »UNDERTOW«, wo Gitarrist Roger Ludvigsen vergleichbar schwebend mitwirkte. Auf beiden Alben tritt außerdem sehr sporadisch Nils Petter Molværs Trompete auf, hier zudem auf zwei Stücken André Kassen am Saxofon. Auch die herbstlich gedankenversunkene Atmosphäre lässt an »UNDERTOW« denken, wenngleich »TUESDAY GODS« lichter und optimistischer wirkt. Beide sind ganz und gar großartige Werke, souverän und weise: Jazzlands schönste CD seit langer Zeit, vielleicht sogar seit »UNDERTOW«, und das war vor 17 Jahren. (ijb)



Mehr CDs von Greta Aagre & Erik Honoré



Siehe auch:
Bjorn Charles Dreyer
Yūgen

Sidsel Endresen

André Kassen


Greta Aagre: Tuesday Gods

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