Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 21 - 30 von 332 im Genre »Pop« und Land »Schweden« (insgesamt 576)

Weiter

Zur letzten Rezension

Zeige   5 | 10 | 20 | alle   Rezensionen auf einer Seite

Nach oben

Antennas: Feeling Feline Tonght
( 2009, Novoton Records /Soulfood novo018 )

Dekadent, stylish, sexy und cool: Das dürfte der unbestrittene Achttausender-Gipfel sein, den es im Synthiepop zu erklimmen gilt. Die drei Antennas beschwören auf ihrem zweiten Album »FEELING FELINE TONIGHT«, die schwüle Atmosphäre eines plüschigen, blutrot ausgeleuchteten Nachtclubs nachts um halb drei. Pflegen hemmungslos den reinen Hedonismus. Lieben das Melodram. Mit deutlichen Anleihen beim britischen Wave-Pop der frühen 80er. Sagen wir etwa Spandau Ballet oder The Human League. Einschließlich gelegentlichen Falsettgesangs. Altmeister Mark Almond dürfte dies freuen. Und vielleicht wird er weise darüber lächeln, dass der Hang zu Weltverdruss nicht aus der Mode kommt.

Dass es doch immer noch funktioniert, das alte Spiel: Frustration und Überdruss mittels Pop in Kreativität zu kanalisieren. Die drei von der Insel Gotland tun das auf typisch schwedische Weise mit viel, viel Stil. Das ist weder sonderlich originell noch sonderlich neu, aber immer intelligent und meistens tanzbar. Am überzeugendsten ist das Trio überraschenderweise bei einem der (Fast)-Instrumentalstücke »Pentacle«, das unwiderstehlich bizzelt und diese Sogwirkung entwickelt, die stets aus kleinsten Variationen eines Themas entsteht. (emv)

 Antennas: Feeling Feline Tonght

Offizielle Website

Nach oben

Audrey: Visible Forms
( 2006, Sinnbus SR018 )

Kontemplativ veranlagte Menschen geraten ins Schwärmen, romantische bekommen feuchte Augen. Wenn Audrey musizieren, dann ist es, als wenn ein Kind im Kreis springt. Selbstvergessen in der Wiederholung und so intim nur auf sich selbst fokussiert, dass es ein besonderes Glück ist, wenn man daran teilhaben darf. Und man darf: Auf neun lichten Songs der vier Damen aus Göteborg, die auf ihrem Debütalbum ihre behutsame Formensprache weiter ausdifferenziert haben.

Mit der Hingabe und Sorgfalt, die uns schon auf ihrer EP ans Herz gewachsen war. Mit den langmütigen Songskizzen, die schier endlos wuchern. Mit den zurückhaltenden Melodien, die sehr getragen und elegant daher kommen. Ein paar Gitarrenpickings suchen noch nach tieferem Sinn, während wir uns mit purem Wohlfühlen schon begnügen würden. Die introvertierte Ästhetik wird noch leise verstärkt durch Streicherflächen und präzise Trompetenklänge, die wie das komplette Album wunderschön sublimiert klingen. Herzlichkeit ist keine Schande. Im Gegenteil. (maw)



Mehr CDs von Audrey



Siehe auch:
Solander


Zum Artikel über Audrey

 Audrey: Visible Forms

Offizielle Website

Nach oben

Backlash: Heliotrope
( 2004, SPR /Indigo spr 039 )

Keine Frage: In den seligen Achtzigern gab es jede Menge cooler Elektrobands, die man entsprechend gern rauf und runter hörte. Und das war erst aufregend, dann schön, dann mischten sich langsam Sentimentalitäten unter die Tanzenden und Zuhörenden. War es nicht mal schön und aufregend, diese Art von Musik zu hören? Wäre es nur dabei geblieben! Nein, heute muss es scheinbar Bands wie Backlash geben; eine Art Depeche Mode für Arme, für ganz Abgeschlagene; für welche, die sich nach jeder Note bücken, die da auf dem Asphalt liegt.

War man einst durchweg in der Lage, sich mit pathetischen Synthie-Mustern und leicht beleidigt-nasalem Gesang auf der Grenze zwischen Ernst, Bedeutung, Zitat und Ironie zu bewegen, so findet sich hier kaum noch eine nette, flotte Melodie, die man sich zu merken bereit wäre. Selten eine so uninspirierte CD gehört, die mit ihrem Versuch, eine große Zeit des Pop auszuweiden, geradezu schmerzt. (frk)

 Backlash: Heliotrope

Nach oben

Bad Cash Quartet: Outcast
( 2001, Warner 40405-2 )

Wären sie nicht talentiert, Schweden hätte es der 16jährigen Poprock-Prahlhans-Truppe nicht verziehen. Durchzechte Nächte, Groupies und Schlägerein mit dem eigenen Plattenboss führten nach ihrem Debüt und vorm großen Durchbruch dazu, dass sich Bad Cash Quartet plötzlich ohne Plattenvertrag auf der Bühne sahen. Doch wo Potenzial zu erkennen ist, ist die Industrie nicht nachtragend. Die Jungs aus Göteborg scheinbar schon.

Der Presse bis heute überheblich gegenüberstehend, schwelgen sie auch in »OUTCAST« in Selbstmitleid und Bitternis. Und wer so unachtsam mit allem umgeht, bei dem schleichen sich kleine Gesangspatzer mit der englischen Sprache ein, und ein Album verkauft sich kaum mehr als 900 Mal. Dann spricht auch keiner über die Musik dahinter, und keiner merkt, dass diese Band unglaublich große Rock-Pop-Stücke schreibt. Würden sie doch nur echtes Selbstbewusstsein entwickeln! (lic)



Mehr CDs von Bad Cash Quartet

 Bad Cash Quartet: Outcast

Offizielle Website

Nach oben

Daniel Badeie: Influence
( 2013, BB Productions BBP001 )

Daniel Badeie ist ein verspätetes Blumenkind. Ist ja völlig legitim, die Revolte der sanften Träumer 50 Jahre später nochmal auszurufen! Der dunkelhaarige Wuschelkopf breitet auf seinem Debütalbum »INFLUENCE« die Arme weit aus und hebt zum Solo-Segelflugzeugtrip ab. Hängt lächelnd seinen kleinen Utopien und schrulligen Alltagsbeobachtungen nach und demonstriert, dass kraftvolles jugendliches Ungestüm und friedliebendes Hippietum sich keinesfalls ausschließen (was übrigens auch schon im Musical »HAIR« überzeugend demonstriert wurde!) Im quirligen Sommerstückchen »Summerwine« (jajaja, wir haben die Verneigung vor Nancy Sinatra und Lee Hazlewood mitbekommen!) schreibt der Mann aus Uppsala mit Geburtsort Teheran eine unwiderstehliche Hymne auf laue, unbeschwerte Sommernächte. Heute fangen wir die Sonne ein und lassen sie nie mehr los!

Dass Herr Badeie in bester 60ies-Tradition auch systemkritisch sein kann, zeigt er in »Save Me From Your Politics«, in dem ein betrunkenes Piano den Leitwolf gibt. Psychedelisch vor sich hinschmachten kann der junge Mann mit der wandelbaren Stimme in Tracks wie »Fear« natürlich auch, bestens unterstützt von Bläsern und Streichern. Und Meister Dylan muss er in »Illusion« natürlich auch seine Referenz erweisen. Manche Dinge ändern sich eben nicht? Halt, falsch gedacht: Der neue Sehnsuchtsort der Provinzhippies weltweit ist nicht mehr das Swinging London der 60er, sondern das trendig-abgefuckte Berlin. Im euphorischen Mitsing-Gassenhauer »I`ll Walk With You« ist die deutsche Hauptstadt das coolste Ort, den man sich als frisch verliebtes Paar zum Weglaufen aussuchen kann! (emv)

Daniel Badeie: Influence

Offizielle Website

Nach oben

Barr: Skogsbo Is The Place
( 2008, Sakuntala Records SAK001 )

»Barr is Swedish for pine needle. And a seven piece making acoustic mayhem.« So steht es zumindest auf ihrer Myspace-Homepage. Ein Kollektivname, der Assoziationen von Naturverbundenheit, des Einklangs und von robustem Holz weckt. Und tatsächlich gerät das Debüt sehr organisch. Titel wie »Summerwind« hauchen einen befreiende Leichtigkeit über die Scheibe, atmen den würzigen Duft von nassem Moos und hier und da auch eine kleine Hippiebrise.

Fast pastoral wird es, wenn Patrik Andersson und Hanna Fritzon gleichzeitig singen, wie beim abschließenden »Sister – Lovers Alone«. Die Stimmen ergänzen sich gegenseitig und die Musik wird mit Cajun-Trommeln sanft abgerundet, so dass eine Stimmung der Friedfertigkeit entsteht. Eine Stimmung, die auch das gesamte Album trägt. Auf der Wiese zwischen Pop, Folk und Indie wurden schon jede Menge Songs verfasst – Barr zeichnen sie aber mit weichem Pastell, der nötigen Gelassenheit und stimmigen Instrumentierung. Immer ein bisschen nordisch-unterkühlt, aber durchweg gelungen. (maw)

 Barr: Skogsbo Is The Place

Offizielle Website

Nach oben

Baskery: New Friends
( 2011, Blue Rose Records)

Mit Baskery verhält es sich ungefähr so wie mit Miss Kitty, der rothaarigen Saloonbesitzerin aus der legendären 60er-Fernsehserie »Rauchende Colts«: Keck, leicht verrucht, aber superresolut und mit einem Herzen aus Gold. Ihre Ur-Enkelinnen, die drei Schwestern Stella, Greta und Sunniva Bundesson, sind mit tätiger Unterstützung von Banjo, Stehbass und Country-Klampfe in den Weiten der Prärie unterwegs, um mit einer flotten Mischung aus Bluegrass, Texicana, Kuhpunk, Goth Folk und einer sehr großen Prise Cowboyromantik das Städtchen Dodge City gehörig aufzumischen. Ihr hymnischer Schöngesang klingt mitunter so, als seien die Puppini Sisters in Kansas gestrandet.

Flotte Tempowechsel, strunzcooler Bass und die bisweilen hysterisch aufquieckende Vocals von Sunniva erinnern daran, dass die Schwestern in Jugendjahren eine ausgeprägte Liebschaft mit dem Rockabilly-Wave pflegten und als The Slaptones schon als Support von Ober-Stray-Cat Brian Setzer tourten. Als Baskery stehen die blonden Geschwister längst ihre eigene Frau. Auf ihrem Zweitling »NEW FRIENDS« geben sich die Schwedinnen auf angenehm selbstbewusste Art mal gefühl- mal temperamentvoll. Zartfühlend und sensibel im gefühligen »Rivers Of Home«, kratzbürstig und wild in »Shame And Dance«. Man möchte auf ihren rumpelnden Planwagen aufspringen und dem zartblauen Rauch der Lagerfeuer noch weiter, viel weiter nach Westen folgen. (emv)

 Baskery: New Friends

Offizielle Website

Nach oben

Bergman: Maximum Delirium Overdrive
( 2014, Play My Music /Musichelp )

Ein ernstes Jungmenschengesicht blickt uns vom Plattencover direkt in die Augen. Mädchen? Junge? Durchaus nicht eindeutig! Ähnlich verhält es sich mit der musikalischen Einordnung von »MAXIMUM DELIRIUM OVERDRIVE«, dem Debütalbum von Jonas Bergman. Die Beschäftigung mit inneren Befindlichkeiten, die der Schwede hier mit hoher Sensibilität pflegt, weist eigentlich ins Singer-Songwriterlager. Aber so einfach sind die Dinge nicht. Herr Bergman hat gleichermaßen einen Hang zu opulenten, synthielastungen Inszenierungen, wie ihn die britischen Dandys der New Romantics Anfang der 80er mit Verve pflegten. Damit es klar ist: Hier geht es mitunter sehr plüschig zu! Und man könnte in Tracks wie »The Gate« fast schwören, dass hier die unvergesslichen Visage zitiert werden!

Doch damit nicht genug: Bergman schweift in sanft psychedelische Gegenwelten ab, einschließlich sanft experimenteller Zwischentöne, wie im schön ausufernden »The Sea«. Und was fährt der Mann aus Kiruna für ein Instrumentarium auf, etwa im barock inszenierten Glanzstückchen »In My Garden«:gefühliges Piano, scmeichelnde Streicher und eine ins Falsett kippende Stimme! Dem Nordschweden gelingt hier noch nicht alles, aber hey! Langweilig wird es uns im angenehn verschachtelten Universum des Herrn Bergman nicht, wenn mit unerwarteten Tempowechseln aufwartet und keine Probleme damit hat, in mehrstimmige Harmoniegesänge auszubrechen! Holla! (emv)

 Bergman: Maximum Delirium Overdrive

Nach oben

Bernard Et Bianca: White Mountain Lies
( 2013, LjudAs Documents)

Endlose Prärielandschaften und staubtrockene Highways müssen in Göteborg gleich um die Ecke liegen. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass »WHITE MOUNTAIN LIES«, das Debüt von Bernard Et Bianca, so durch und durch amerikanisch klingt. Hinter dem Disneyfilm-Bandnamen verbergen sich fünf Musiker aus der schwedischen Hafenstadt, die hier hörbar auf den Spuren von Mumford And Sons wandeln und sich folglich dem gefühligen Country- und Americana-Rock verschrieben haben. Und, keine Angst: Hier geht es nicht beseelt und nachdenklich zu, sondern sehr handfest! Im Titelsong rocken die Fünf zu Fiedelklängen ab und reihen sich selbstbewusst unter die lange Liste der Loser ein, für die sich der amerikanische Traum partout nicht erfüllen will.

Kraftvoll kommen dies zwei Frauen und drei Männer daher. Und machen deutlich, dass sie sich in Underdog-Umgebung nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Sänger Martin Rörberg gibt überzeugend das kernige Rauhbein mit großem Herzen. Authentizität und Gefühlstiefe sind die Markenzeichen der Schweden, die sich in Kopf-Hoch-Balladen wie »The Chicago Typewriter« selbst aus voller Kehle Mut zusingen und sich zu betrunkenen Pianoklängen trösten. Die Sache ist nur die: Wer auf der Suche nach einer mutigen musikalischen Neubestimmung des reichlich abgeweideten Genres ist, der wird bei den Göteborgern nicht fündig werden: Die sind nämlich bekennende Traditionalisten. (emv)

 Bernard Et Bianca: White Mountain Lies

Offizielle Website

Nach oben

Big Fox: Big Fox
( 2012, Popup Records /Cargo )

Mädchen, die pfeifen? Nichts mit Hälseumdrehen, bitte! Denn Big Fox aka Charlotta Perers ist mit ihrem selbst betitelten Debütalbum ein wunderbar naseweises und sanft eigensinniges halbes Stündchen Pianopop geglückt, zu dem man nur beschwingt über kopfsteingepflasterte Gassen hüpfen mag, bis der lässig um den Hals geschwungene pastellfarbene Chiffonschal wie ein Kometschweif weht. Die Diseuse aus Malmö, die ihren Erstling größtenteils in Eigenregie in ihrer Wohnung eingespielt hat, ist eine moderne Wiedergängerin der fiktiven Heldinnen Holly Golightly und Lotta aus der Krachmacherstraße. Im Frühling, natürlich!

Bloß sich nicht verbiegen lassen vom ernsthaften Erwachsenenleben, dem Big Fox im Song »Grow Up« naiv und ernsthaft den Kampf ansagt und ihre Fahrradklingel frech dazu auf Dauerrotation stellt. Frau Perers träumt unverdrossen von der schönsten Musik von allen und lässt sich durch feste Arbeitszeiten nicht vorschreiben, wie sie zu fühlen hat. Ein warmer Hauch von samtiger 60ies-Aufbruchstimmung überzieht dieses Album in liebevollen Sepiafarben, zu denen sich trefflich schmachten lässt. Wie in der gefühligen Ballade »Why, Oh Why«, zu der einem das Herz so weit aufgeht wie in den besseren Doris-Day-Filmen mit ihrer artigen Verspieltheit. Frau Perers ist ebenso elegant wie staunend großäugig. Wunderbare Mischung zum Träumen, Treibenlassen und sanften Seufzen, das! (emv)

 Big Fox: Big Fox

Offizielle Website

Zur ersten Rezension

Zurück

Lange Rezensionen 21 - 30 von 332 im Genre »Pop« und Land »Schweden« (insgesamt 576)

Weiter

Zur letzten Rezension



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel