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Lange Rezensionen 11 - 20 von 20 im Genre »Rock« und Land »Grenzgänger« (insgesamt 25)

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Phased: A Sort Of Spasmic Phlegm Induced By Leaden Fumes Of Pleasure
( 2009, Elektrohasch 13 )

Dass Gewalt und Meditation bestens miteinander harmonieren, musste einmal demonstriert werden. Und Rohheit und Konzentration. Oder sogar Psychedelik und Deathrock? Ist alles möglich, denken sich Phased und machen sich unerschrocken zum verlassenen Außenposten am Rande der zivilisierten (Rock)Welt auf, wo Doom, Metal und Stoner Rock wie ein Rudel Kojoten durch windzerzauste, karge Steppenlandschaften streifen und sich dann zusammentun, wenn es sich lohnt, vereint Beute zu machen. Das Basislager von Phased befindet sich seit Ende der 90er Jahre in der Schweiz. Die Besetzung besteht nach einigen Wechseln aus einem Schweden, einem Scheizer und einem Finnen. »A SORT OF SPASMIC PHLEGM« ist bereits die vierte Veröffentlichung des Trios. In nur neun Tagen eingespielt und abgemischt, stehen Unmittelbarkeit, Härte und undbedingte Experimentierlust im Mittelpunkt dieser musikalischen Höllenfahrt.

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Gesangs-Parts sind bei dieser Aufnahme am mittelmäßigsten ausgefallen, Durchschnittsware. Richtig aufregend wird es dann, wenn es rein instrumental wird. Wenn in bester Progressive- und Postrock-Tradition im endlosen Ausufern, im ständigen Wiederholen musikalischer Leitmotive durch minimale Veränderungen eine hypnotische Sogwirkung entsteht. Richtig atemlos macht diese Tour de Force dann, wenn die Band bei Songs wie »Maelstrom« oder »I Come Toulouse« ins disziplinierte Jammen, ins hochkonzentrierte Improvisieren gerät und der Abgrund, in den man stürzen könnte, jederzeit in Sichtweite ist. Das Herz schlägt immer dann schmerzhaft, wenn es gefährlich wird. Phased riskieren viel. Und stürzen nicht ab. Was unbedingt für sie spricht. (emv)



Mehr CDs von Phased

 Phased: A Sort Of Spasmic Phlegm Induced By Leaden Fumes Of Pleasure

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Peter von Poehl: Going To Where The Tea Trees Are
( 2006, Herodes /Edel 4260109-0100-4-1 )

Da hat die Marketingabteilung wohl Feierabend gehabt. Peter Von Poehl – nicht gerade ein Name wie aus dem Vermarktungslehrbuch. Das Cover, wie zu guten alten Zeiten binnen zehn Sekunden manuell zusammengeflickt. Was daherkommt wie ein leidlich inspiriertes Demo, hat es aber faustdick in der Rille. Geradezu als wäre das CD-Case nur dazu da, es schnellstmöglich auszupacken und das Debüt des Deutsch-Schweden im Spieler zu verstauen.

Da erwartet einen dann verschleppte Popmusik mit Schönklangbonus, die eigentlich mit der Standardausrüstung Akustikgitarre und Putzlumpenfrisur auskommt, aber eben so viel mehr bietet. Nicht nur poetisch passt da neben Wehmut und Rastlosigkeit viel Tiefgang in den Stauraum. Aber auch musikalisch wartet Peter mit diversen Instrumenten auf, ohne dass das halbe Orchester in irgendeiner Form aufdringlich wird. Er probiert es mal mit Gemütlichkeit. (maw)

Peter von Poehl: Going To Where The Tea Trees Are

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Andrea Schroeder: Void
( 2016, Glitterhouse /Indigo GRCD 880 )

Sagen wir's ohne Umschweife vorneweg: Mit ihrem dritten Album hat Andrea Schroeder einen großen Wurf vorgelegt, die von den Vorgänger-CDs geweckten Erwartungen erfüllt. Die Vergleiche mit Nick Cave und Nico sollten damit erledigt sein; Frau Schroeder ist mit »VOID« bei sich angekommen. Ob dazu der Wechsel von »Walkabout« Chris Eckman zum schwedischen Produzenten Ulf Ivarsson (Sivert Høyem, Hedningarna, Paatos) mit ausschlaggebend war... wer weiß? Nachdem das vorige Album im »Ocean Sound Recordings«-Studio auf der norwegischen Insel Giske entstand, nahmen Schroeder und ihr musikalischer Partner Jesper Lehmkuhl diesmal in Stockholm und Kreuzberg auf, und Ivarsson (der neben Gitarren und Bass auch »Atmospheres« beisteuerte) sorgte für einen ebenso voluminösen wie reichen Rocksound, mit flirrenden Streichern, kraftvollen Gitarren und dem einen oder anderen geschickt eingesetzten Tasteninstrument.

Der deutliche deutsche Akzent ist natürlich geblieben; auch die passioniert und beschwörend vorgetragenen Texte sind nach wie vor eher schlicht, überschreiten jedoch nie die Grenze zum Einfältigen oder Peinlichen, wie bei vergleichbaren deutschen, aber ins Englische übertragenen Noir-Chansons oft der Fall. In elf rundum gelungenen, vielschichtig arrangierten und produzierten, rau und charismatisch interpretierten Eigenkompositionen variiert Andrea Schroeders eindringliche Präsenz, auch ohne eine versierte Sängerin zu sein, die Stimmungen und Schattierungen ihrer zartmystischen Songs. »VOID« ist keine plumpe Bad-Seeds-Kopie, keine durchschnittliche Denglisch-Rockscheibe, sondern ein mit Nachdruck zu empfehlendes Werk einer spannenden Wanderin zwischen Berlin und Skandinavien, nicht weit von Tindersticks und Marianne Faithfull. Stark. (ijb)



Mehr CDs von Andrea Schroeder



Siehe auch:
Hedningarna
Paatos

Sivert Høyem

Sällskapet


Andrea Schroeder: Void

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Strom & Wasser: Reykjavík
( 2016, Traumton)

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint: Mit dem hehren und ehrenwerten Ziel der Völkerverständigung haben sich Heinz Ratz und sein Bandprojekt Strom und Wasser nach Reykjavík aufgemacht. Auf der Suche nach Spuren der großen humanistischen Vision in Europa. Gemeinsam mit den isländischen Musikern Ragga Gröndal und Egill Olafsson und weiteren Mitstreitern von der Atlantikinsel ist das Doppelalbum »REYKJAVIK« entstanden. Man strebt nichts Geringeres an als eine musikalische Konversation europäischer Kulturen. Herausgekommen ist leider ein unausgegorener Stilmix, dem jeder rote Faden fehlt. Statt funkelndem Austausch gibt es sehr irdische Plattitüden zu hören. Isländische Elfenklänge treffen rauhbeinige Germanen und sitzen händchenhaltend am Feuer? Funktioniert leider nicht, eine solche Verbrüderung auf Kirchentags-Niveau. Trotz der fabelhaften Stimme von Ragga Gröndal.

Wenn der isländische Nationalcharakter im Opener »Lisn« mit »Scharfe Bräute, nette Leute« eingeführt wird, dann beginnt das Fremdschämen recht früh. Isländische Feenstimmen mit deutschen »Funk-Hip-Hop-Blues-Polka-Tango-Beats« kombinieren: Das Ergebnis überzeugt nicht. Romantisches deutsches Liedgut mit böse-Buben-Rammstein-Rock kontrastieren, mit orientalischen Percussion-Sounds garnieren, den Geist von Heinrich Heine beschwören und das »Lavamädchen« auf den Plan rufen. Aua, Overkill! Mitunter beschleicht einem hier das Gefühl: So klingt es, wenn bei Gutmenschen die Gäule durchgehen! (emv)



Siehe auch:
Ragga Gröndal

 Strom & Wasser: Reykjavík

Video-Link Offizielle Website

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Verschiedene: Gothic Romance 2
( 2 CDs, 2010, Golden Core /ZYX GCR 81028-2 )

Kuschelrock für Gothics: Wem die Sampler aus der »GOTHIC SPIRITS«-Serie nicht kuschelig genug sind, für den gibt's jetzt satte zweieinhalb Stunden »GOTHIC ROMANCE 2«. An der 32 Song starken Romantikfront steht's unentschieden für Norwegen gegen Finnland: Für erstere garantieren überwiegend Frontfrauen Kerzenlichtstimmung mit Theatre Of Tragedy, Liv Kristine, Sirenia und Tristania; fürs Tausendseenland schmachten abgesehen von Nightwishs Annette Olzon Sänger ins Mikro, wie bei Negative, The 69 Eyes oder Poisonblack. Außerdem hat es noch die länderübergreifende Kapelle Leaves‘ Eyes mit »Irish Rain« auf das Doppelalbum geschafft.

Ansonsten geben sich hier überwiegend deutsche Bands ein Stelldichein, eine Überdosis Michelle Darkness inklusive, sowie Lacuna Coil, die unverwüstlichen Paradise Lost und sogar »Porno Peter« Steele und seine Mannen alias Type O Negative haben es mit »Die With Me« auf die zweite Scheibe geschafft. Wer explizit romantische Gothic-Liebeslieder sucht, der befindet sich hiermit im Paradies – wem das alles zu kitschig ist… der wende sich den hier nicht vertretenen Schweden und Dänen zu: Die rocken scheinbar lieber. (nat)



Siehe auch:
Poisonblack
Leaves' Eyes

Negative

Nightwish


 Verschiedene: Gothic Romance 2

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Verschiedene: Gothic Romance 3
( 2 CDs, 2010, Golden Core /ZYX GCR 81035-2 )

Fortsetzung folgt: Hier liegt nunmehr die dritte Ausgabe Kuschelrock für Gothics vor. Die Golden Core-Leute scheinen dabei auf bewährte Zugpferde zu setzen: Schon wieder mit dabei sind die norwegischen Theatre Of Tragedy, Liv Kristine und Tristania, die länderübergreifende Band Leaves‘ Eyes, sowie die finnischen Poisonblack und Nightwish – mit der Sonnenfinsternis-Hymne »Sleeping Sun« aus dem Jahre 1999.

Brandneu auf den Sampler schafften es dagegen, ebenfalls aus dem Land der Tausend Seen, Indica mit »Islands Of Light«. Tiamat vertreten als einzige die schwedische Nation. Ansonsten tummeln sich hier die üblichen Verdächtigen von Lacuna Coil über Mono Inc., Lacrimas Profundere, die unvermeidlichen End Of Green bis zu Zeraphine. Freunde romantischer Klänge können somit satte 150 Minuten den Gothic-(Liebes)liedern frönen. Die Länge des Doppelalbums mag ein Kaufargument sein – die ewig gleichen Bands nicht. (nat)



Siehe auch:
Indica
Poisonblack

Nightwish

Tiamat


 Verschiedene: Gothic Romance 3

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Verschiedene: Gothic Spirits 10
( 2 CDs, 2009, ZYX GCR 81026-2 )

Erneut stellen die Finnen auf dem Sampler die »nordische Mehrheit«: Wie schon auf der siebten Ausgabe der Düster-Compilation sind Nightwish, The 69 Eyes, Amorphis und Dark The Suns mit von der Partie, außerdem Eternal Tears Of Sorrow. Die Norweger bringen es auf drei Bands (Theatre Of Tragedy, Sirenia, Trail Of Tears) plus Leaves' Eyes um Fronterin Liv Kristin. Aus Schweden schaffen es nur die Deathstars auf »GOTHIC SPIRITS 10«. Den Löwenanteil der 32 Stücke schnappen sich deutsche Gruppen von Saltatio Mortis über Bury Me Deep bis Megaherz, doch auch Bands aus der Schweiz, Polen, Italien, Portugal, Kroatien, Großbritannien oder den Niederlanden erobern sich hier einen Platz.

In kaum einem anderen Genre finden sich so viele Sängerinnen wie im Gothic-Bereich; so eröffnen auch Epica um Simone Simons die erste Runde mit »Unleashed«, die erst nach 70 Minuten mit Nightwishs »Whoever Brings The Light« endet. Ihre Landsmänner, die Helsinkier The 69 Eyes starten die zweite Runde, die, welch Zufall, mit den finnischen Eternal Tears Of Sorrow ausklingt. Das Doppelalbum zeigt die gesamte Bandbreite der schwarzen Musik: Von Mittelaltermusik über Industrialrock bis zu Gothic Metal, von Frischlingen wie The Raven bis zu Urgesteinen à la Paradise Lost – genau deshalb ist sie nicht nur etwas für eingefleischte Szenejünger. (nat)



Siehe auch:
Gothic Spirits 7
Eternal Tears Of Sorrow

Theatre Of Tragedy

Leaves' Eyes


 Verschiedene: Gothic Spirits 10

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Verschiedene: Gothic Spirits 7
( 2 CDs, 2008, Golden Core /ZYX GCR 81016-2 )

Ob sich alle Bands auf diesem Sampler selbst das »Gothic«-Etikett anhefteten, sei dahingestellt. Erweitern wir diese Rubrik doch einfach um »Düsterrock-/ Keyboard-Combos, über welche ein Hauch Gothic weht«. Nightwish eröffnen »GOTHIC SPIRITS 7« mit »Bye Bye Beautiful«, die 69 Eyes lassen das Doppelalbum mit »Shadow Of Your Love« ausklingen. Dazwischen tummeln sich jede Menge Nordlichter wie die schwedischen Industrialrocker Deathstars, ihre Landsmänner Draconian oder die Norweger von Tristania und Midnattsol. Pain aus Schweden covern Björks »Play Dead«.

Doch bilden die Finnen eindeutig die Mehrheit aus den nordischen Ländern: Außer den schon erwähnten Truppen flanieren hier Dark The Suns, Negative, Passionworks, Sinamore sowie Amorphis auf dunklen Pfaden. Ein Drittel »nordische Musik(er)« also, ein gutes Drittel aus dem deutschsprachigen Raum plus Bands aus Russland, Belgien, Rumänien, USA, Großbritannien oder den Niederlanden, wie Delain um den Ex-Keyboarder von Within Temptation. Wer sich einen ersten Eindruck über die aktuelle europäische Düster-Szene verschaffen will, der liegt hier richtig. (nat)



Siehe auch:
Nightwish
69 Eyes

Björk

Tristania


 Verschiedene: Gothic Spirits 7

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Verschiedene: Nordic Notes Vol. 1 – Some Kind Of Rock/Pop Notes From The North
( 2006, Nordic Notes /Broken Silence NN003 )

Ein alle skandinavischen Länder abdeckender Rock-Pop-Sampler auf einer CD? Geht das? Im repräsentativen Sinne muss das Projekt natürlich zwangsläufig scheitern, denn fehlen wird immer was. Betrachten wir daher diese Midprice-CD daher einfach als gut durchgemischtes Mix-tape, mit dem uns ein guter Freund eine Freude machen will – dann kann man jede Menge Spaß damit haben. Neben eher bekannten Leutchen wie den norwegischen Country-Clowns HGH (ein Seitenzweig der Motorpsycho-Familie), dem schwedischen Singer/Songwriter David Fridlund und seinen Citizens oder dem existenzialistischen Joycehotel in Dänemark findet man etliche unbekannte Perlen. Zum Beispiel die Garagenrocker Röövel Ööbik aus Estland oder die Isländer Úlpa, die mit ihrem Song »Sexy Dick« kein Blatt vor den Mund nehmen.

Auch die Hippie-Fraktion ist vertreten, die mal sphärisch abdriften (Hypnomen, Finnland), mal rotzig wütend ihre Instrumente verprügeln (Dungen, Schweden). Erwähnenswert auch die noisig-experimentellen Kunst-Rocker Kimono aus Island oder deftigen Endsechziger-Rock’n’Roll von den norwegischen Formationen Helldorado und Ricochets. Und: Schtimm. Falls dem Leser unbekannt, dann unbedingt deren kantigen Lofi-Pop anhören! Kurz: eine spritzige Underground-Auslese. (peb)



Siehe auch:
HGH
Úlpa

Helldorado

Schtimm


 Verschiedene: Nordic Notes Vol. 1 – Some Kind Of Rock/Pop Notes From The North

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Verschiedene: Punk N Roll A Licious Volume Two
( 2005, Punk 'N Drunk Recordings /Rough Trade PND 10008-2 )

»Gibt es etwas Besseres als schnelle Autos und guten Punk'n'Roll?« Fragt Lutz Vegas, Sänger und Chef der Schweinerock-Autofreaks V8 Wankers, der diese Sammlung zusammen gestellt hat. Vertreten sind – natürlich? – neben seiner eigenen Truppe jede Menge Skandinavier: Chuck Norris Experiment aus Göteburg etwa rocken doppelt so »asskicking« wie die die (internationale) Noise Conspiracy und die Hellacopters zusammen, während The Bones ihre Heimat in der Schnittmenge der Ramones und Motörhead gefunden haben.

»Härter, schneller, lauter« lautet auch das Motto der Punk'n'Roller Cosmic Ballroom, die ihre eher durchschnittlich rüpelnden Kollegen Psychopunch aus dem schwedischen »Detroit« namens Västerås locker übertrumpfen. Den finnischen Abschluss bilden Bad Machine nach dem Motto: »heavy drinking, easy loving and wild rocking«. Die restlichen, vorwiegend aus Deutschland, Amerika und England stammenden Bands ergänzen das 23 Songs währende Punk-Treiben, das naturgemäß auf unterschiedlichem Niveau rangiert, jedoch immer wieder positive Überraschungen offenbart. (peb)



Siehe auch:
Cosmic Ballroom
Psychopunch

Bad Machine

The Chuck Norris Experiment


 Verschiedene: Punk N Roll A Licious Volume Two

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