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Alle Rezensionen zu Terje Winge
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Organism
( 2016, 2L /Naxos 2L-123 , Einspielung: April 2015 )

Dass bislang niemand auf den Gedanken gekommen zu sein schien, ein Orgelalbum »ORGANISM« zu betiteln, überrascht dann doch. Ob Terje Winges Projekt eigentlich eine Verbindung zwischen dem Titel und den drei porträtierten Komponisten herstellt, sei dahingestellt, faszinierend und nicht zuletzt klanglich außergewöhnlich ist sein 2L-Debüt in jedem Fall. Der 1950 geborene Winge ist Professor für Kirchenmusik und Orgel an der Norwegischen Musikakademie in Oslo, und er spielte auf einer der größten Orgeln seines Heimatlandes, der Jörgensen-Rieger-Orgel in der Kirche zu Ålesund, drei ausdrucksstarke Werke dreier seiner Landsleute und Zeitgenossen (alle gehören seiner Generation an, sind nur wenige Jahre älter), die zwar aus verschiedenen Orgeltraditionen komponieren, doch sie eint die Liebe zum sakralen Teil des Orgelkanons und zur Gregorianik. Anspruchsvoll mag dieses Programm sein, doch es ist keineswegs schwer zugänglich.

Denn wer könnte dem berauschenden, vielschichtigen Klang der Pfeifenorgel in einer geräumigen Kirche gegenüber distanziert oder gleichgültig bleiben? Und dazu benötigt es keine Jahrhunderte alten Hymnen aus dem Kirchenbuch, es nimmt einen bereits das Spiel eines versierten Organisten, mit den musikalischen Gedanken nordischer Gegenwartskomponisten auf eine kraftvolle Reise. So ist Morten Lindbergs audiophiler, alle Register ziehender Raum- und Surroundklang seines 2L-Labels geradezu perfekt für ein Programm wie dieses. Und es klingt hervorragend auch auf einem gewöhnlichen Stereogerät. Das Gefühl einer großen Kirche transportiert sich hier ebenfalls. Gänsehaut garantiert.

Kjell Mørk Karlsens Sonate »De Profundis« setzt einen dramatischen, höchst (klang-)dynamischen Anfang, und Winge zieht alle Register seines Könnens (und des Instruments). In Trygve Madsens 2003 geschriebenem »Le Tombeau de Dupré« geht es etwas moderater und deutlich melodischer zur Sache, ein guter Einstieg für Leute, die sich nicht gleich ans große Drama wagen wollen. Das mit über 25 Minuten längste Opus der rund 70 Minuten langen SACD bzw. Super Audio BluRay Disc, Kjell Flems »Ecclesia in mundo«, spielt auf schillernde Weise mit dem Klangarsenal der Orgel und punktet mit atmosphärischer Komplexität. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
Kjell Mork Karlsen (geb. 1947): Sonata »De profundis« opus 143 (2003)
Trygve Madsen (geb. 1940): »Le Tombeau de Dupré« opus 62 (1989)
Kjell Flem (geb. 1943): »Ecclesia in mundo« (1997)



Siehe auch:
Terje Winge & Jan Fredrik Christiansen
Nils Henrik Asheim


Terje Winge: Organism



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