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Alle Rezensionen zu Friedrich Carl Gottfried Arnold
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Carl Arnold: Piano Concerto · Piano Sextet
Torleif Torgersen: Hammerklavier · Bergen Filharmoniske Orkester · Rinaldo Alessandrini: Dirigent
( 2020, Simax /Grappa PSC1344 , Einspielung: Nov 2018, Mai 2019 )

Das Albumcover führt Unwissende auf eine etwas falsche Fährte: Das markante Profilportrait zeigt nämlich nicht den in großen Buchstaben angekündigten Carl Arnold, sondern den deutlich kleiner erwähnten klassischen Pianisten Torleif Torgersen aus dem norwegischen Bergen und ebenda Professor an der Grieg-Akademie. Bei Carl Arnold handelt es sich laut diversen Webseiten und Verzeichnissen um einen norwegischen Komponisten, doch ist diese Zuordnung ebenfalls ein wenig irreführend: Friedrich Carl Gottfried Arnold wurde 1794 Neunkirchen (Bad Mergentheim) in Württemberg geboren, und bis 1848 lebte und arbeitete er als Pianist, Organist und Komponist vorwiegend in Deutschland, wo er auch die beiden Werke dieser Einspielung verfasste. Nachdem ihn Konzerte durch Deutschland und Mitteleuropa geführt hatten, lebte er während der zweiten Hälfte seiner Zwanziger (1820 bis 1824) in St. Petersburg, wo er anscheinend der beste Pianist und Pädagoge der Stadt wurde. Im Anschluss zog er nach Berlin, und ab 1835 wurde er Musikdirektor in Münster.

1846 unternahm er mit seinem ältesten Sohn, einem professionellen Cellisten, eine ausgedehnte Arbeitsreise über St. Petersburg, Stockholm und Göteborg, bevor er sich 1848, im Alter von 54 Jahren, auf Einladung der Philharmonischen Gesellschaft, in Oslo, damals Christiania genannt, niederließ, wo er als Dirigent und ab 1858 als Organist an der Dreifaltigkeitskirche arbeitete. Da Arnold in seinen 25 Jahren in der norwegischen Hauptstadt einen großen Einfluss auf die städtische Musik- und Kulturszene hatte, die erste Orgel- und Komponistenschule ins Leben rief, als Lehrer nachhaltige Spuren hinterließ und rund 90 Werke in dieser Zeit schrieb, führen ihn die Bücher seither als norwegischen Komponisten. Auch einige renommierte Aufträge fallen in diese Zeit, etwa 1860 eine Kantate für die Krönungszeremonie von Karl XV. Das renommierte norwegische Klassiklabel Simax schreibt gar, Arnold »bildete die Grundlage für die professionelle Musikszene in unserem Land«.

Diese CD möchte nun zwei markante, jeweils halbstündige Werke aus seiner früheren Phase in Deutschland neu bekannt machen, und die Besonderheit dieser Einspielung besteht darin, dass Torleif Torgersen das 1819 in Warschau uraufgeführte Klavierkonzert und das Klaviersextett aus dem Jahr 1825 erstmals auf dem zeitgemäßen Hammerklavier einspielte. Arnold zeigt sich hier fest in der klassisch-romantischen Tradition verankert, zumal er bis heute gerne mit dem Satz charakterisiert wird, er habe »den Geist Beethovens nach Norwegen gebracht«. Torgersen hat sein Œuvre bereits seit einiger Zeit studiert und sich um dessen Neuentdeckung bemüht, hat 2011 ein Album mit Ersteinspielungen von Arnolds Solo-Klaviermusik veröffentlicht. (ijb)

Mit folgenden nordischen Komponisten und Werken:
Klavierkonzert Op.16 (1819) · Klaviersextett Op.23 (1825)



Siehe auch:
Johan Svendsen

Friedrich Carl Gottfried Arnold: Carl Arnold: Piano Concerto · Piano Sextet



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