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Alle Rezensionen zu Jan Sandström (geb. 1954)
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

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Accentus & Eric Ericson: North
Chœur Accentus · Eric Ericson (Chorleiter)
(2 CDs, 2005, Naïve V5037, Einspielung: 1999/2001)

Unter »NORTH« wird hier, das ist undogmatisch und erfreulich, ein ebenso ambitioniertes wie sympathisch ideologiefreies Programm von Komponisten fast aller skandinavischer Länder versammelt. Der Schwerpunkt liegt, speziell auf der ersten CD, mit einer kleinen Übermacht von Werken der Herren Sibelius, Rautavaara und Kuula latent auf Finnland, doch Schweden holt mit gleich fünf Komponisten stark auf, wobei Jan Sandström als der jüngste der vertretenen zu verbuchen ist. Knut Nysted aus Oslo und Jørgen Jersild aus Dänemark dienen als Repräsentanten der verbleibenden Länder; Island bleibt ausgespart. Nysted und Jersild haben nahezu das komplette 20. Jahrhundert erlebt und gehören mit ihren Geburtsjahrgängen fast exakt dem der berühmten schwedischen Chorleiters Eric Ericson (*1918) an.

Obwohl - weitestgehend - quer durchs vergangene Jahrhundert hindurch entstanden, gelingt der zweistündigen Zusammenstellung durch die Auswahl und Interpretation von Ericson und dem französischen Chor Accentus ein erstaunlich homogenes Gesamtbild. Wer Neue Musik sucht, ist mit dieser Auswahl vollkommen falsch beraten; klassizistische und (post)romantische Werke bilden klar den Schwerpunkt. Oft vergisst man gar die recht unterschiedlichen Herkünfte, Entstehungszeiten und Charakterzüge der Werke und ihrer Autoren. Das kann so positiv wie negativ gewertet werden; schließlich entsteht so ein fast andächtiger Grundton, dem über die Länge von zwei CDs freilich auch ein wenig der Elan abgeht. Gerne hätten oftmals ein paar mehr Kanten, ein wenig mehr Dynamik, womöglich gar mehr Wärme in der Interpretation sein dürfen. Spielt uns hier das eisige Titelfoto einen Streich oder haben Ericson und Accentus das »Norden« zu sehr als tiefwinterliche Richtungsangabe ihrer Aufnahme verstanden? (ijb)

Mit folgenden Werken:
Jean Sibelius (1865-1957): Sydämeni laulu · Rakastava · Drömmarna · Sortnut ääni
Einojuhani Rautavaara (*1928): Och glädjen den dansar · Sommernatten · Die erste Elegie
Toivo Kuula (1883-1918): Auringon noustessa · Siell’ on kauan jo kukkineet omenapuut ·
   Minun kultani kaunis on · Tuuti lasta Tuonelahan · Nuku
Wilhelm Stenhammar (1871-1927): Tre körvisor: September · I Seraillets Have · Havde jeg,
   o havde jeg en Dattersøn
David Wikander (1884-1955): Kung Liljekonvalje · Förvårskväll
Hugo Alfvén (1872-1960): Uti vår hage · Aftonen
Kurt Nystedt (*1915): O Crux
Jorgen Jersild (1913-2004): Min Yndlingsdal
Jan Sandström (*1954): Två Körpoem: Anrop · Två japanska landskap
Lars Johan Werle (1926-2001): Canzone 126 di Francesco Petrarca



Siehe auch:
Eric Ericson: Europäische Chormusik

Jan Sandström: Accentus & Eric Ericson: North

Offizielle Website      www.jansandstrom.com

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Christian Lindberg conducts Jan Sandström
Isländisches Sinfonieorchester · Christian Lindberg, Dirigent
(2011, BIS BIS-CD-1748, Einspielung: 2008)

In Schweden gehört der 1954 geborene Jan Sandström zu den bekanntesten und meistgespielten Komponisten zeitgenössischer Musik; hunderte Aufführungen und zahllose CD-Veröffentlichungen seiner Werke zeugen davon. Doch hierzulande ist wenig von diesem Status zu erahnen, vermutlich weil sein Stil aus unserer Sicht weder »typisch nordisch« noch spektakulär und radikal anders ist, also dem Publikum keine konfrontativen Zumutungen bietet, sondern vielmehr elegant an die emotional griffigen Strömungen des letzten Jahrhunderts anknüpft.

Jan Sandströms Schwerpunkt liegt auf Vokal- (Lieder, Opern, Chormusik) und Orchesterwerken, und für die Erstbegegnung mit seinen Orchesterkompositionen bietet die vorliegende CD einen sehr guten, auch vielseitigen Querschnitt: Angefangen bei seinem ersten Orchesterstück »Éra« (altgriechisch für Erde), das er Ende der Siebziger Jahre als 25-Jähriger schrieb, über »Indri«, 1988 im temporären Exil auf Capri entstanden, über das zur selben Zeit fürs schwedische Fernsehen entstandene Ballett »En Herrgårdssägen«, einer Romanadaption nach Selma Lagerlöff, hier in Form der 2004 zusammengestellten, knapp halbstündigen Suite für Orchester vertreten ist, bis hin zum 1999 komponierten »Ocean Child« - wobei eher sperrige Aspekte, etwa Sandströms jahrelange Beschäftigung mit spektraler Musik, auf dieser CD nicht hervortreten.

Dem ältesten und dem jüngsten dieser Stücke ist gemein, dass Kindheitsträume aufgegriffen werden, in »Éra«, das zudem auf den Ikarus-Mythos verweist, erinnert sich der im nördlichsten Teil Schwedens Geborene an Alpträume aus seiner eigenen Kindheit, während für »Ocean Child« eine Taucherfahrung mit seiner Tochter den Auslöser gab und er den Versuch unternahm, kindliche Naivität, Neugier und Musikträume der Kindheit einzufangen. Jan Sandström strebt gern das Einfache aber Vitale, eine Buntheit und zugleich Klarheit an, die ihn beim Konzertpublikum offenkundig beliebt gemacht hat. »Ocean Child« nennt er »eine Hommage an das Leben«.

Der international höchst aktive Dirigent Christian Lindberg, als Posaunist selbst Widmungsträger von Sandström-Werken (nachzuhören auf der Schwester-CD »Lindberg plays Sandström«), ist seit vielen Jahren mit dem Komponisten und seinem Oeuvre vertraut und leitete souverän das Isländische Sinfonieorchester in Reykjavík im Mai 2008. (ijb)

Mit folgenden Werken:
Indri / Cave Canem (1988) · Éra (1979-80) · Ocean Child (1999/2004) · En Herrgårdssägen (A Minor Saga) – Suite for Orchestra (1987/2004)



Siehe auch:
Lindberg dirigiert und spielt Ole Olsen
Lindberg dirigiert Allan Pettersson

Erik Westbergs Vokalensemble

Isländisches Sinfonieorchester spielt Jón Nordal


Jan Sandström: Christian Lindberg conducts Jan Sandström

Offizielle Website      www.jansandstrom.com

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Erik Westbergs Vokalensemble: Pater Cælestis · Terra Mater · Vox Humana
(3 CDs, 2010, Studio Acusticum SA 01/01-03)

Jeder, der auch nur ein wenig Interesse an Chormusik hat, möge sich dieses Album zulegen. Es gibt nichts Einschränkendes zu erwähnen. Erik Westberg hat mit seinem Vokalensemble so etwas wie eine »kleine Anthologie« nordischer Chormusik des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts angestrebt, und er hat sich nicht verhoben.

Die fünfzehn Werke variieren in Umfang, Entstehungszeit und Stil: das älteste bildet den Abschluss des erschöpfenden 3-CD-Sets, Wilhelm Stenhammars (1871-1927) »Vårnatt« von 1912; der jüngste Komponist ist Marcus Fjellström (1979 in Luleå geboren) mit einem von insgesamt vier vom Ensemble in Auftrag gegebenen Kompositionen, »Doloroso«, extravagant ambitioniert mit Texten von Poe, Baudelaire und Burroughs. Dazwischen gleich zwei mal der große Sven-David Sandström (leise und innerlich mit »To See A World« von William Blake) und sein Namensbruder Jan Sandström, beide mit den jüngsten, auf 2008 datierten Werken, letzteres einem komplex gewobenen Dreisätzer »An einem Strand, auf einer Insel, in einem Meer« für Chor und Akkordeon; aber auch Gösta Nyström (1956), Sven-Eric Johansson (1974) und Traditionelles, die von Bo Holten arrangierte »Nordische Suite«, werden geboten.

Die drei CDs sind thematisch unterteilt in »Vater im Himmel«, »Mutter Erde« und »Mannes Stimme«, wobei man der Gliederung nicht übermäßig viel Gewichtung beizumessen braucht. Höhepunkte gibt es viele, eigentlich ausschließlich - über Geschmack lässt sich ohnehin streiten. Um Missverständnissen vorzubeugen sei erwähnt, dass »nordische« Komponisten hier auch den Schotten James MacMillan und die Balten Augustinas, Pärt (erfreulicherweise mit einem eher unbekannten Werk, »Dopo la Vittoria«) und Tormis mit einschließen, sowie - naheliegender natürlich - den jungen Norweger Ola Gjeilo und den dänisch-amerikanischen Morten Lauridsen. Eine Bereicherung für jede Musiksammlung und voller inspirierenden Anregungen für die Repertoires von Chören weltweit. (ijb)

Mit folgenden Werken:
Vaclovas Augustinas (*1959): Hymne à Saint Martin (1996)
Sven-David Sandström (*1942): Four Songs of Love (2008); To See a World (2008)
Ola Gjeilo (*1978): Tota pulchra es (2006)
Arvo Pärt (*1935): Dopo la Vittoria (1996)
Morten Lauridsen (*1943): Lux Aeterna (1997)
James MacMillan (*1959): After Virtue (2007)
Marcus Fjellström (*1979): Doloroso (2007)
Sven-Erik Johansson (1919-1997): Fancies I, II (1974)
Jan Sandström (*1954): Vid en strand, på en ö, i ett hav (2008)
Bo Holten (*1948): Nordisk Suite (trad.)
Gösta Nyström (1890-1966): Tre havsvisioner: Havets hand (1956)
Veljo Tormis (*1930): Sûgismaastikud (1964)
Jan Carlstedt (1926-2004): Gränsmark (2001)
Wilhem Stenhammar (1871-1927): Vårnatt (1911-12)



Siehe auch:
Wilhelm Stenhammar
Gösta Nyström

Jan Sandström

Marcus Fjellström


Jan Sandström: Erik Westbergs Vokalensemble: Pater Cælestis · Terra Mater · Vox Humana

Offizielle Website      www.jansandstrom.com

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Jan Sandström: Från Mörker Till Ljus (nach Gedichten von Folke Isaksson)
Norrbotten Kammerorchester · Petter Sundkvist, Dirigent · Peter Mattei, Bariton · Sven Wollter, Rezitation
(2007, Swedish Society Discofil SCD1136)

Inspiriert von der mittelalterlichen Kirche im schwedischen Gammelstad schrieb Folke Isaksson seinen Gedichtband »Från mörker til ljus« (Von der Dunkelheit zum Licht) – eine Mischung aus Alltagsbeobachtung und religiöser Betrachtung, angeregt von Details in der Kirche. Jan Sandström hat diese Texte nun sehr behutsam vertont – und bei einigen von ihnen sogar ganz auf Musik verzichtet. Die liest Sven Wollter mit feierlicher, sonorer Stimme, die anderen singt der hervorragende Bariton Peter Mattei, begleitet vom Norrbotten Chamber Orchestra.

Das Orchester rahmt die Textteile mit schlanken, locker an romantischer Tonalität orientierten Instrumentalteilen – die sich immer wieder schwelgerisch und zutiefst emotional ballen. Diese Emotionalität trägt auch Mattei in seiner Stimme. Er schafft so den Spagat zwischen schlichter Beobachtung und religiöser Verzückung, ohne dass es peinlich würde. Text, Gesang, Musik – so vorsichtig und so gelungen verwoben gelingt das selten in der Neuen Musik. Auch wenn die Tonsprache von Sandström eher im 19. Jahrhundert ihre Wurzeln hat. (sep)

Jan Sandström: Jan Sandström: Från Mörker Till Ljus (nach Gedichten von Folke Isaksson)

Offizielle Website      www.jansandstrom.com

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Jan Sandström: Från Mörker Till Ljus (nach Gedichten von Folke Isaksson)
Norrbotten Kammerorchester · Petter Sundkvist, Dirigent · Peter Mattei, Bariton · Sven Wollter, Rezitation
(2007, Swedish Society Discofil SCD1136)

Inspiriert von der mittelalterlichen Kirche im schwedischen Gammelstad schrieb Folke Isaksson seinen Gedichtband »Från mörker til ljus« (Von der Dunkelheit zum Licht) – eine Mischung aus Alltagsbeobachtung und religiöser Betrachtung, angeregt von Details in der Kirche. Jan Sandström hat diese Texte nun sehr behutsam vertont – und bei einigen von ihnen sogar ganz auf Musik verzichtet. Die liest Sven Wollter mit feierlicher, sonorer Stimme, die anderen singt der hervorragende Bariton Peter Mattei, begleitet vom Norrbotten Chamber Orchestra.

Das Orchester rahmt die Textteile mit schlanken, locker an romantischer Tonalität orientierten Instrumentalteilen – die sich immer wieder schwelgerisch und zutiefst emotional ballen. Diese Emotionalität trägt auch Mattei in seiner Stimme. Er schafft so den Spagat zwischen schlichter Beobachtung und religiöser Verzückung, ohne dass es peinlich würde. Text, Gesang, Musik – so vorsichtig und so gelungen verwoben gelingt das selten in der Neuen Musik. Auch wenn die Tonsprache von Sandström eher im 19. Jahrhundert ihre Wurzeln hat. (sep)

Jan Sandström: Jan Sandström: Från Mörker Till Ljus (nach Gedichten von Folke Isaksson)

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