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Alle Rezensionen zu Ståle Kleiberg (geb. 1958)
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

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David and Bathsheba – an Opera-Oratorio in Two Acts by Ståle Kleiberg
Trondheim Symphonieorchester, Tõnu Kaljuste (Dirigent), Anna Einarsson (Mezzosopran), Johannes Weisser (Bariton), Nils Harald Sødal (Tenor), Fredrik Akselberg (Tenor), Lars Johansson Brissman (Bass), Trondheim Symphonie Vokalensemble
(SACD, 2012, 2L/Musikkoperatørene 2L-084-SABD, 2 Discs, Einspielung: August 2011)

Für die zweite Veröffentlichung mit Ståle Kleibergs Musik hat man bei 2L, nach der Grammy-Nominierung für »Treble & Bass« alle Register aufgefahren: Kein schnöder Konzertmitschnitt, sondern eine eigens in der Trondheimer Frikirke im Multikanalverfahren aufgenommene Hi-Fi-Produktion, erhältlich auf Super-Audio-CD und auf Pure Audio Blu-ray Disc wahlweise in Stereo, in 5.1 DTS (Dolby Surround) und nun auch in 7.1 DTS HD, also in acht Kanälen, jeweils natürlich in 24bit. Ach ja, mp3 gibt's wie gewohnt sicher auch.

Nun scheint man bei 2L den in 1958 in Stavanger geborenen Komponisten nicht nur zu schätzen, sondern eben auch seine Bekanntheit fördern zu wollen. Seine Kreuzung aus Oper und Oratorium wird als in mehrfacher Hinsicht zeit- und ortsentrücktes Werk angekündigt: in seinen orchestralen und harmonischen Farben jenseits unserer gegenwärtigen Konventionen, wie aus einer Fantasiewelt. Für die biblische Geschichte von David und Bathsheba ist dies einerseits keine abwegige Entscheidung. So möchte Kleiberg dieses erzählte, nicht gespielte Drama einerseits mythisch aufgeladen und nicht realistisch wiedergeben, andererseits aber auch ethische Fragen von politischem Handeln und dessen Folgen zu einer tieferen, allgemeingültigeren Wahrheit verhelfen.

Eine Brechtsche Oper in zwei Akten, könnte man also meinen. Ganz so unkonventionell, wie Kleiberg sein Werk gerne sehen möchte, ist es freilich auch diesmal nicht ausgefallen. Für wirklich Neue Musik kann man bei 2L bereits andere Komponisten finden, die fast eine Generation jüngeren Eivind Buene und Maja S. K. Ratkje beispielsweise (beide 1973 geboren) oder den ältereren, nach wie vor Maßstäbe setzenden Arne Nordheim (1931-2010). Kleiberg macht es sich eher zu gemütlich in einer relativ leichtgängigen Postromantik, die fast schon ein wenig Staub angesetzt hat, wären die verstorbenen Meister jener Jahre nicht noch immer so frisch und inspirierend in den Konzertsälen der Gegenwart. Immerhin, Kleiberg gibt seinen Interpreten Material für leidenschaftliche Performances.

Trotz nicht vollkommen überzeugender Komposition eine empfehlenswerte und nicht zuletzt klanglich gewohnt exzellente Entdeckung im gar nicht so weiten Feld zeitgenössischer Oper. Das Beiheft lässt mit dem (englisch gesungenen) Libretto Jessica Gordon und weiteren Erläuterungen ebenfalls keine Wünsche offen. (lha)



Siehe auch:
Eivind Buene
Arne Nordheim

Maja Solveig Kjelstrup Ratkje


Ståle Kleiberg: David and Bathsheba – an Opera-Oratorio in Two Acts by Ståle Kleiberg

Offizielle Website      http://www.stalekleiberg.no

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Treble & Bass – Ståle Kleiberg concertos
Marianne Thorsen, Göran Sjölin, Trondheim Symfoniorkester, Daniel Reuss
(SACD, 2009, 2L/Musikkoperatørene 2L-059-SACD, Einspielung: 2007/2008)

Der Norweger Ståle Kleiberg gehört zu den profiliertesten zeitgenössischen Komponisten Europas, er schreibt seit 1981 verschiedenste Werke und hat eine Professur für Komposition und Musikwissenschaft an der Norges teknisk-naturvitskaplege universitet (NTNU) in Trondheim. Mit dem dortigen Symphonieorchester hat er schon einige Werke eingespielt.

Das »TREBLE« im Titel bezieht sich auf das Violinkonzert, geschrieben 2005 und aufgenommen in Trondheim 2008. Wie in einigen Werken Kleibergs Orchesterwerken unterzieht er die melodischen Themen Metamorphosen, er kontrastiert Solopassagen mit polyphonen Strukturen. Marianne Thorsen ist die Solistin, auch sie ist Professorin am NTNU. Die in Trondheim geborene Violinistin hat mit vielen namhaften Orchestern und Dirigenten gearbeitet und eine Reihe CDs veröffentlicht.

Der »BASS« im Titel kommt vom Kontrabass-Konzert, erschienen 1999 und aufgenommen 2007 mit dem schwedischen Solisten Göran Sjölin. Kleiberg und Sjölin meistern die Problematik des Kontrabass als führendes Instrument vor einem Orchester: ein Kontrabass setzt sich kaum gegen mehrere andere Streicher durch. Kleiberg hat sowohl sonore Themen wie auch erstaunlich hohe, er verwickelt den Kontrabass in ein reizvolles Duett mit einem Fagott.

Daniel Reuss leitet beide Male das Trondheim Symfoniorkester, der Klang ist luftig und transparent. Kein Wunder daher, dass diese CD im Jahre 2009 für einen Grammy nominiert wurde. (tjk)

Mit folgenden Werken:
Concerto For Violin And Orchestra
Concerto For Double Bass And Orchestra

Ståle Kleiberg: Treble & Bass – Ståle Kleiberg concertos

Offizielle Website      http://www.stalekleiberg.no



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