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Alle Rezensionen zu Peeter Vähi (geb. 1955)
(Genre »Klassik«, Land »Verschiedene«)

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Maria Magdalena – Oratorio by Peeter Vähi based on the Coptic Codex
Sevara Nazarkhan, Sopran · Priit Volmer, Uģis Meņģelis, Bass · Peeter Volkonski, Erzähler · Juris Jēkabsons, Tenor · Eduards Fiskovič, Bariton · Mixed Choir Latvija · Riga Dom Cathedral Boys Choir · Latvian National Symphony Orchestra · Risto Joost, Dirigent
(SACD, 2012, Estonian Record Productions/Sony ERP 5412, Einspielung: 2011)

Peeter Vähi ist Jahrgang 1955 und damit rund eine Generation jünger als sein noch vor dem Krieg geborener Landsmann Arvo Pärt; und dieser Unterschied in Alter und gesellschaftlicher sowie kultureller Prägung spiegelt sich in dem vollkommen unterschiedlichen Verständnis ihrer jeweiligen Kunst wieder. Für beide ist das Komponieren essenzieller Ausdruck ihrer subjektiven Auseinandersetzung mit Spiritualität. Doch wo Pärt die große, Bach'sche Einfachheit sucht und mit einer von christlich-religiöser Klarheit geprägten und (auch) in die Vergangenheit blickenden Stilistik ein großes Publikum anspricht, ist Vähis Werk »hyper-modern« und komplex, eben wie die Welt der Gegenwart. Sein Œuvre ist von stilistischer Vielseitigkeit geprägt, und seine Sprache verbindet orientalische und westliche Elemente, Akustik und Elektronik, Avantgarde, Archaik und Barock.

In der Verbindung von Nahost und Russland ist das 2010/2011 entstandene Oratorium »Maria Magdalena« ein zwar nicht gerade einfach zugängliches Werk, schon allein inhaltlich-textlich, denn Vähi wählte ein Libretto in koptischer Sprache – aber eben auch ein durchaus passender Einstieg ins Schaffen dieses (heraus-)fordernden Komponisten, der hierzulande noch sträflich unbekannt ist.

Perkussion spielt eine wesentliche Rolle in diesem siebensätzigen Werk. Da kommen Donnerbleche, Klangplatten und ägyptische Trommeln und Rasseln (Sistrums) zum Einsatz, die das Kultische der Musik zum Ausdruck bringen, aber auch Naturklänge und andere Tonaufnahmen (Wind, Donner, Glocken, Wasser, koptische Liturgie). Trotz Eklektizismus und Grenzüberschreitungen ist Vähis »Maria Magdalena« ein erstaunlich unterhaltsames und zumeist eingängiges Oratorium, das im Vergleich mit ähnlichen neutestamentarischen Werken besonders Liebhabern zeitgenössischer Chormusik spannende und erfrischende sechzig Minuten bietet. (ijb)



Siehe auch:
Martin Kuuskmann
Arvo Pärt


Peeter Vähi: Maria Magdalena – Oratorio by Peeter Vähi based on the Coptic Codex

Offizielle Website      http://www.peetervahi.com



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