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Alle Rezensionen zu Ketil Bjørnstad (geb. 1952)
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

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Ketil Bjørnstad & Erik Hillestad (Text): Messe For En Såret Jord
Oslo Kammerkor · Grete Helgerød: Leitung · Randi Stene: Gesang
(1992, Kirkelig Kulturverksted FXCD 112)

Mit der »Messe For En Saret Jord« knüpft Erik Hillestad (diesmal mit Ketil Bjørnstad als Partner) quasi nahtlos an sein (Vorgänger-) Album »A Mass For People On The Move« an. Als Thema wählte das Gespann das ökologisch-religiöse Thema vom Konflikt zwischen Mensch und Natur. Melancholische, hymnisch-eingängige Melodien (mal von Solo-Streichinstrumenten, mal von Solo-Stimmen eindrucksvoll in Szene gesetzt) wechseln wie gewohnt mit ausgezeichnet arrangierten, mitunter dynamischen Passagen ab.

Der gelungene Gesamteindruck ist nicht zuletzt auch ein Verdienst des stimmgewaltigen Oslo Kammerkor. Als herausragend erweist sich etwa das hochdynamische »Gloria«, das als gelungene Symbiose zwischen angenehm aufgepeppten Pop-Klängen und geistlichem Chorgesang changiert. »Befreiende« Kirchenmusik jenseits der bloßen Trivialität findet man leider nur allzu selten. Texter Hillestad und Komponist Bjørnstad beweisen, dass es dennoch möglich ist. (ano)



Siehe auch:
Jazz- & Pop-CDs von Ketil Bjørnstad
Krüger & Hillestad

Oslo Kammerkor

Kirkelig Kulturverksted



Zum Artikel über Ketil Bjørnstad

Ketil Bjørnstad: Ketil Bjørnstad & Erik Hillestad (Text): Messe For En Såret Jord

Offizielle Website      http://www.ketilbjornstad.com

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Ketil Bjørnstad: A passion for John Donne
Håkon Kornstad: Tenorsaxofon, Flöte, Gesang · Ketil Bjørnstad: Piano · Birger Mistereggen: Percussion · Oslo Chamber Choir, Dirigent Håkon Daniel Nystedt
(2014, ECM/Universal ECM2394 602537959853, Einspielung: März 2012)

Direkt im Anschluss an seine fantasievolle Kantate »Sunrise« nach Texten von Edvard Munch schrieb Ketil Bjørnstad ein weiteres Chorwerk gleichen Umfangs, diesmal für das Internationale Kirchenmusikfestival im März 2012 und den Oslo Kammerkor, der einige Tage später, nur ein paar Straßen weiter im Rainbow Studio »Sunrise« zur CD-Veröffentlichung aufnahm. In der Sofienberg-Kirche jedoch, ebenfalls von Jan Erik Kongshaug bei der Uraufführung erstklassig aufgezeichnet, sang der Kammerchor unter Håkon Daniel Nystedts Leitung eine »Passion« nach Texten des (laut Wikipedia) bedeutendsten metaphysischen Dichters John Donne, der 1572 bis 1631 in London lebte und Predigten, religiöse Gedichte, Elegien, Lieder und Sonette verfasste.

Donne und Bjørnstad und ECM passen freilich bruchlos zusammen, sind quasi geistesverwandt: »Auch nach über zwanzig Jahren der Arbeit mit Texten von John Donne finde ich immer noch neue Zugänge zum Verständnis seiner Schriften, und ich finde darin überall Musik. Sie steckt in der Sprache, im Rhythmus, in der Stille zwischen den Sätzen – eine leidenschaftliche Suche nach Sinn und Versöhnung.« Für die Verse des Briten fand der Norweger bereits musikalische Umsetzung in Form von drei Liedalben, »The Shadow« (1990), »Grace« (1999) und »The Light« (2008). Mit »A PASSION FOR JOHN DONNE« nahm er Donnes Texte nun erstmals zur Grundlage eines großen Chorwerks, begleitet von Håkon Kornstads Saxofon und Flöte, was punktuell – und nicht ganz überraschend – ein ein wenig Jan Garbareks ätherisch-neoklassisches Oeuvre in Erinnerung ruft. Der Komponist selbst sitzt am Flügel, und Birger Mistereggen steuert zarte Percussion bei. Der besondere Auftritt indes: Dies ist nicht nur Håkon Kornstads (erstaunlich spätes) ECM-Debüt, sondern auch sein Debüt als Tenor, nach drei Jahren Opernstudiums an der staatlichen Kunsthochschule in Oslo.

Zwölf Chorlieder und drei Zwischenspiele bilden ein abendfüllendes Opus, das den metaphysischen Dimensionen auch ohne bewusstes Folgen der Texte gerecht wird. Komponist, Texter und vor allem auch die durchweg sensiblen Interpreten lassen »A PASSION FOR JOHN DONNE« zu einem eindringlichen Genuss werden, einem thematisch angemessen sphärisch-feinnervigen Werk und womöglich mehr noch als »Sunrise« ein Triumph schnörkelloser, zugleich zu Herzen gehender Eleganz. (ijb)



Siehe auch:
Håkon Kornstad
Oslo Kammerkor

Birger Mistereggen / Trio Mediæval

Jan Garbarek



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Ketil Bjørnstad: Ketil Bjørnstad: A passion for John Donne

Offizielle Website      http://www.ketilbjornstad.com

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Ketil Bjørnstad: Sanger om Tilhørighet
Tora Augestad: Mezzosopran · Håkon Kornstad: Tenor, Saxofon, Flöte, Elektronik · Anja Lechner: Cello · Birger Mistereggen: Perkussion · Ketil Bjørnstad: Klavier · Nidarosdomens Oratoriekor · Petra Bjørkhaug: Leitung
(2016, Grappa GRCD4517, Einspielung: 26. Juli 2014)

Je älter er wird, desto mehr macht Ketil Bjørnstad, hat man den Eindruck. Gerade erst kamen auf ECM seine Kantate »Sunrise« nach Munch-Texten und seine »Passion für John Donne« heraus, da gibt es, neben zwei CDs mit älteren Klavierstücken bei Grappa zwei weitere große Werke mit Chor und Gesang, die 17 Lieder der Suite »Frolandia« nach und mit Ole Paus und ein modernes Oratorium namens »SANGER OM TILHØRIGKEIT«.

Diesmal stammen sogar Musik und Text aus der Feder des Romanautors Bjørnstad: »Vor 15 Jahren schrieb ich gemeinsam mit Stein Mehren das 'Tusenårsoratoriet' ['1000-Jahr-Oratorium']. Es war eine schwierige Zeit für die Welt, mit viel Angst und Sorge um die Zukunft. Und die Welt ist seitdem kein sichererer Ort geworden. Im Gegenteil. Ich möchte sowohl mit dem Text als auch der Musik darüber reflektieren, was womöglich das wichtigste Element unserer Leben ist, ganz gleich, wo auf dem Planeten wir uns befinden: das Empfinden, sich einer Sache oder jemandem zugehörig zu fühlen.«

Die 16 »Lieder über die Zugehörigkeit« (wobei die englische Übersetzung »Songs of Belonging« mehr Poesie ausstrahlt) entstanden als Auftragswerk für die Olavsfestdagene, das »St Olav Festival« in Trondheim, und die dortige Uraufführung des Werks im Nidarosdom im Juli 2014 ist die auf dieser CD zu hörende Aufnahme, abgemischt und gemastert von Jan Erik Kongshaug. Bjørnstad schrieb für die Mezzosopranistin Tora Augestad und den Tenor Håkon Kornstad, der, bekannt geworden als innovativer Saxofonist, sich an der renommierten Kunsthochschule in Oslo zum Operntenor ausbilden ließ und zuletzt bereits als Solist in der stilistisch genau in die gleiche Richtung gehenden, aber ungleich überzeugenderen »Passion für John Donne« auftrat.

Während die soliden Gesangssolisten etwas angestrengt wirken, hinterlassen indes die Instrumentalisten einen prägnanteren Eindruck: Kornstad am Saxofon (unterstützt von seiner typischen, zart eingesetzten Elektronik), die souverän agierende Cellistin Anja Lechner, der sensible Perkussionist Birger Mistereggen und, quasi als Ruhepol unter allem agierend, der Komponist am Flügel. Eindringlich tritt auch der Nidarosdomchor in Erscheinung. Das Opus selbst bleibt leider etwas zu gleichförmig und getragen; es fehlt an erzählerischer und kompositorischer Dynamik und Spannung. Wie des öfteren auch in seinen Klavierstücken verweilt Bjørnstad, offenbar im Bestreben, klassisch und eingängig zugleich zu schreiben und Volkstümlichkeit, Modern Jazz und Konzertmusik zu verbinden, hier zu häufig im Rahmen des Erwartbaren, weshalb die 16 Lieder, so sympathisch sie individuell auch sein mögen, in braver Gemächlichkeit enden. (ijb)

Mit folgenden Werken:
La meg ta deg med · Ved begynnelsen · Intermezzo no. 1 · Nattvals · Møte deg · Vær ikke red · Verden · Intermezzo no. 2 · Skogen stanset opp og spurte · Tegninger · Lyng · Svart teppe · Alt som våkner · Menneske · Intermezzo no. 3 · Sang om tilhørighet



Siehe auch:
Ketil Bjørnstad & Ole Paus
Håkon Kornstad

Tora Augestad mit Trygve Seim



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Ketil Bjørnstad: Ketil Bjørnstad: Sanger om Tilhørighet

Offizielle Website      http://www.ketilbjornstad.com

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Ketil Bjørnstad: Sunrise - A cantata on texts by Edvard Munch
Kari Bremnes, Gesang · Aage Kvalbein, Cello · Matias Bjørnstad, Saxofon · Bjørn Kjellemyr, Kontrabass · Hans-Kristian Kjos Sørsensen, Percussion · Ketil Bjørnstad, Piano · Oslo Kammerchor, Dirigent Egil Fossum
(2013, ECM/Universal ECM2336 | 374 5479, Einspielung: April 2012)

Ketil Bjørnstad kann wie kaum ein anderer in verschiedensten Genres Erfolge und Meisterwerke verbuchen – als (klassischer) Komponist, als Jazzmusiker, im Pop- und im Folksegment, aber auch als Kurator. Nicht zu vergessen ist darüber hinaus sein umfangreiches Werk als Schriftsteller. Mit diesem Auftragswerk für den 70. Geburtstag des Nordstrand Musikkselskap-Chors im Jahre 2011 verfasste der zu jenem Zeitpunkt knapp 60-Jährige einen Brückenschlag zwischen all diesen Facetten. Auf den ersten Blick ein folkloristisch angehauchtes, neoklassisches Chorwerk (von Egil Fossum arrangiert), wartet die 19-teilige Kantate auch mit freejazzigen Stücken und poetischen Intermezzi (Saxofon, Cello, Kontrabass, Percussion) sowie mit von Kari Bremnes gesungenen Liedern auf.

Im Fokus dieses vorrangig dunklen, indes teils andächtigen und bewegenden Opus' steht, unterstrichen von Bjørnstads bedachtsamen Pianomelodien, natürlich der Kammerchor, stets fließend zwischen in der (europäischen) Musikgeschichte verankertem Traditionsbewusstsein und zeitlos-gegenwärtiger Liedkunst. Auffällig ist, wie schnörkellos und bezaubernd Bjørnstad diese vielen Aspekte verbindet, ohne je zum Virtuosencharakter zu greifen. Damit wird er dem geehrten Künstler Edvard Munch durchaus gerecht, der hier, für viele sicher eine echte Entdeckung, als Autor poetischer Texte die Basis für die Stücke gab, nicht als Maler.

Der Titel »SUNRISE« und der Holzschnitt auf dem Cover deuten es schon an: Munchs Ringen mit den Kräften des Lebens und mit der (nordischen) Natur bilden Inspiration und Rahmen der Kantate. Dabei stehen seine eindringlichen Texte den berühmten und nach wie vor aufwühlenden Bildern nicht nach. Der Komponist vermeidet jedoch direkte musikalische Illustration, sondern nutzt die textlichen Vorlagen zu einem reflektierenden, teils hymnischen Songzyklus, der gleichermaßen biografische wie poetische Passagen aufweist und so in einer Reihe mit ähnlich angelegten ECM-Werken über Pasolini, Tarkowskij oder Bjørnstads eigener Antonioni-Hommage »La Notte« steht. Dabei kann er auf lebenslange Erfahrung als Autor zurückgreifen, im Besonderen seines Anfang der 1990er Jahre entstandenen dokumentarischen Romans »Historien om Edvard Munch«. Das Leben des großen Künstlers hat ihn nicht losgelassen und führte daher zu einem weiteren Höhepunkt in Bjørnstads umfangreichen Lebenswerk. (ijb)



Siehe auch:
Kari Bremnes
Oslo Kammerkor

Bjørn Kjellemyr



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Ketil Bjørnstad: Ketil Bjørnstad: Sunrise - A cantata on texts by Edvard Munch

Offizielle Website      http://www.ketilbjornstad.com

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Ketil Bjørnstad: The Light
Randi Stene (Mezzosopran), Lars Anders Tomter (Bratsche), Ketil Bjørnstad (Piano)
(2008, ECM/Universal 175.7977)

Freilich wissen wir, dass Ketil Bjørnstad in Jazz und Klassik gleichermaßen zuhause ist, dass sich sein musikalisches und geschriebenes Schaffen immer stärker vermischt und er ein Meister vollmundiger Melodien ist. »THE LIGHT« ist jedoch darüber hinaus eines der konzeptionell geschlossensten Alben des Osloer Pianisten geworden. Obwohl teils komplett von ihm geschrieben (zum Beispiel »Fire Nordikse Sanger«), teils vertonte John Donne-Lieder (die Liedersammlung »The Light«) wirkt Bjørnstads Zyklus über nordische Nächte wie aus einem Guss.

Zusammen mit der Mezzosopranistin Randi Stene und dem Bratschisten Lars Anders Tomter lässt sich der »Meister der wenigen Noten« durch den »Summersang« treiben, schlendert durch sein bekanntes »Sommernatt Ved Fjorden«, sehnt sich »The Sun Rising« entgegen und findet einen würdigen Schluss mit »A Hymn To God The Father« . Was macht es da schon, dass man manche melodische Wendung schon von früheren CDs kennt? Wir finden hier Romantik pur, für verliebte Fjordbummler, für Osloer Straßencafes und überhaupt ... (peb)



Siehe auch:
Ketil Bjørnstad & Svante Henryson
Erik Hillestad & Ketil Bjørnstad

Jazz-CDs von Ketil Bjørnstad



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Ketil Bjørnstad: Ketil Bjørnstad: The Light

Offizielle Website      http://www.ketilbjornstad.com



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