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Lange Rezensionen 6 - 10 von 21 im Genre »Beats« und Land »Island« (insgesamt 27)

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East Of My Youth: East Of My Youth
(2017, West Of My Future)

Elektrop in üppigen Pastellfarben: Thelma Marín Jónsdóttir und Herdís Stefánsdóttir alias East Of My Youth schwelgen auf ihrer selbst betitelten Debüt-EP in großen Gefühlen und melodramatischen Aufwallungen. Sie tun dies leichtfüßig und luftig und haben in Dance-Tracks wie »Mother« keinerlei Scheu davor, dick auzutragen und die Synthies weit aufzudrehen. Die beiden jungen Frauen verstehen es dabei ausgezeichnet, leicht laszive Töne mit naiver Großäugigkeit zu verbinden! In der zarten Ballade »Stronger« setzen sie sogar auf romantische Pianoklänge, ohne dabei die Tanzfläche aus den Augen zu verlieren.

East Of My Youth spielen gerne mit Klischees und posieren in Hellblau und Rosa. Dabei spielen sie doch unbedingt Ausgehmusik für nächtliches Großstadtvagabundieren! Den großen Vorbildern James Blake und Grimes wollen sie nacheifern, sagen sie. Dass East Of My Youth noch lange nicht in dieser Liga spielen, tut dem Spaß hier keinerlei Abbruch! (emv)

 East Of My Youth: East Of My Youth

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Futuregrapher: Skynvera
(2014, Möller Records Helga027 )

Als Mitgründer von Möller Records und Teil des Weirdcore-Kollektivs steht Árni Grétar in direkter Traditionslinie von Biogen, dem in den Neunzigerjahren in Island einflussreichen Musiker und Labelmacher Sigurbjörn Þórgrímsson. Man kann seinen Einfluss (und den des 1990er-Techno) in diesem Album deutlich hören, da »SKYNVERA« zu einem guten Teil auf mittlerweile altmodische Sounds und Klangtexturen baut. Allerdings franst die Platte zu allen Seiten hin aus, wie ein Energiebündel, das nicht stillhalten kann. Die Sprunghaftigkeit der 12 Tracks hat eine sehr spielerische , spontane Qualität, wie bei AFX und seinen Rephlex Records, doch hört man die viele Studioarbeit ebenfalls heraus.

Hinter dem Albumtitel »SKYNVERA« verbirgt sich eine Art Selbstporträt, wie das Covermotiv deutlich unterstreicht. Das ebenso in sich ruhende, halb auf den nächsten Moment gefasste Foto von Grétar setzt sich von den gesichtslosen Designs ähnlicher IDM-Alben ab, obwohl die Musik selbst in maximal von unpersönlichen Computerstimmen bevölkerten Tracks zwischen Acid, Techno und auch mal Ambient changiert. Die Titel versprechen persönliche Geschichten (»Liebe ihn
«, »Val Kilmer berührt mich«, »Änderte ihr Profilbild
«), bleiben für den Hörer jedoch kryptisch. Erst zum Ende, in »Ray’s Pizza« hören wir Steinunn Eldflaug (DJ Flugvél) über Kindheit sprechen. »SKYNVERA« ist eine holperige Reise in die Vergangenheit, ins 20. Jahrhundert. (ijb)



Siehe auch:
Jón Ólafsson & Futuregrapher
Biogen, AFX

Stereo Hypnosis


 Futuregrapher: Skynvera

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Gus Gus: Arabian Horse
(2011, Kompakt CD89, 880319056123 )

Mit dem Wechsel zur deutschen Plattenfirma Kompakt hat für die Isländer offenbar eine kreative Renaissance begonnen. Wie oft hat man schon den Satz gehört, dass eine Band mit ihrem neuen Album zu ihren Anfängen zurückgekehrt sei und zu alter Form zurückgefunden habe? In diesem Fall allerdings trifft es zu. GusGus' siebtes Album klingt fast, als sei es direkt nach dem ersten, nach wie vor besten Album »POLYDISTORTION« von 1997 entstanden. Die wenigen Hörer, die in den Jahren dazwischen alle Abwege, Umwege, Experimente und Pop-Hits verfolgten, werden wissen, dass GusGus sich immer zwischen langen Techno- und Dancefloortracks und eingängigem Pop bewegt hat, mal ins eine Extrem tendierend (»Forever«), mal ins andere (»This Is Normal«). Der einzige Nachteil an »ARABIAN HORSE«: Auch diese Platte erreicht nicht »POLYDISTORTION. Es ist freilich ungerecht, eine Band immer am ersten großen Erfolg zu messen, zugegeben. Geschenkt. Wenn es doch nun mal so ist.

Die aktuelle Triobesetzung hat mit den Hippie-Anfängen im wild-kreativen Ensemblegeist nichts mehr gemein. GusGus klingen so kompakt wie es der Name ihres Labels vorgibt; sie sind heutzutage strukturierter, eleganter, angepasster - und ja, auch solide und zulässig. Mancher findet das glatt oder uninspiriert, aber man möge genau hinhören: Wie sich im Eröffnungsstück, einem eingängig pulsierenden Elektro-Track, die Streicher mit den analogen Synthesizern verbinden und am Ende überraschend Banjo und Akkordeon die Coda allein bestreiten, das ist schon sehr fein - und gibt die Richtung für die folgenden neun Stücke vor. Nur zwei der zehn Tracks – wohl die besten, »Selfoss« und »Benched« – sind instrumental. Die meisten, wie »Be with me« oder »Magnified Love«, entpuppen sich dagegen als eingängige, GusGus-typische Popsongs mit House-Grundierung, zwar weniger kraftvoll rhythmisch als etwa einst »Believe« oder »Ladyshave«, stattdessen klanglich ausgefeilt und veredelt. Bei drei Liedern ist sogar Urður »Earth« Hákonardóttir wieder am Mikrofon. Insgesamt also ein homogenes Album, ohne Ausreißer (das ist so gut wie schlecht gemeint), der Teufel steckt im Detail. (ijb)



Mehr CDs von Gus Gus



Siehe auch:
Daniel Ágúst

 Gus Gus: Arabian Horse

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Einar Indra: Unravel
(2017, Möller Records)

Einar Indra ist ein Zwitterwesen, das sich in der blauen Stunde zwischen Dämmerung und Dunkelheit besonders wohlfühlt. Der isländische Musiker mit der Falsettstimme hat sich seine eigene Nische zwischen elektronischen Sounds, Singer-Songwriter-Attitüde und soulige Anklängen gesucht. Indra wandert als empfindsamer Waldschrat durchs unwegsame Dickicht der Gefühle. Auf seiner dritten EP »UNRAVEL« zelebriert er entschleunigte Songs, die den Soundtrack für einen abendlichen Spaziergang durch nebllge isländische Landschaften bilden könnten. Wenn die deutschen Romantiker des 19. Jahrhunderts heute lebten, sie wären mit dieser Suche nach Schönheit und Geheimnis durchaus einverstanden. Kann schon sein, dass Einar Indra der blauen Blume schon auf der Spur ist!

Der Mann mit dem strähnigen Blondhaar lässt auf Songs wie »Take Me Down« sanft das Unheimliche einziehen und bewegt sich auf schwankenden Pfaden, wo sich die Gewissheiten allmählich in Wohlgefallen auflösen. Ein verstimmtes Piano irrlichtert durch Träume, die auch ins Schaurige kippen könnte. Mit Einar Indra machen wir uns auf in Welten, in denen sich Fiktion und Realität auf elegante Weise vermischen. Bloß so schnell nicht aufwachen! (emv)

Einar Indra: Unravel

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Kiasmos: Blurred
(2017, Erased Tape Records /Indigo ERAP062 )

Wenn die Grenzen zwischen Genres verschwimmen: Genau dann werden wir hellwach! Mit »BLURRED« legen Nu-Classic-Wunderkind Ólafur Arnalds und der färingische Musiker Janus Rasmussen, Kopf der isländischen Elektropopster Bloodgroup, bereits ihre zweite EP vor. Kluge, warme und sehr tanzbare Töne - mit verkopftem Gefrickel haben diese beiden Masterminds nichts am Hut! Dass in der isländischen Musikszene jeder jeden kennt, ist unbedingt ein Vorteil, denn die Wege in Reykjavík sind kurz. Und die Neugier auf das, was die Kolleginnen und Kollegen treiben, offenkundig groß! Dass Ólafur Arnalds früher als Soundingenieur unter anderem für Bloodgroup tätig war, überrascht nicht wirklich. Bei einer dieser Sessions entdeckten die beiden Musiker ihre gemeinsame Leidenschaft für minimalistische elektronische Musik. In den vergangenen Jahren war das Duo bereits weltweit auf Tour.

Empfindsame Klavier- und Streichertöne flirten bei Kiasmos auf hohem Niveau mit stilvoll mininmalistischen Beats. Das Titelstück ist ein in elegantem Understatement, auf das Nerds und Nachtschwärmer sich problemöos einigen können. Kopfüber ins Mitternachtsblau mit Kiasmos sozusagen! Auf der EP finden sich als Sahnehäuchen noch zwei Remixes von Bonobo und Stimming, die beide Künstler seit ihrer Jugend inspirieren. Passt! (emv)



Siehe auch:
Ólafur Arnalds
Bloodgroup


 Kiasmos: Blurred

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