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Lange Rezensionen 1 - 5 von 147 im Genre »Folk« und Land »Finnland« (insgesamt 250)

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Saaga Ensemble: Polku
(2014, Sibelius Academy /Forte Distribution SAAGACD 001 )

Das Saaga Ensemble ist eine veritable Folk-Supergroup, alle Mitglieder sind von anderen Bands bekannt oder selbst Stars: Sängerin Soila Sariola ist bei Rajaton, Vilma Timonen (kantele, voc) hat eigene Bands, Milla Viljamaa (p, harmonium, voc) brillierte schon in vielen Konstellationen und solo. Tommi Asplund (vi) spielt bei Frigg, Roope Aarnio (g, mand) bei Johanna Juhola, Bassist Jaakko Kämäräinen bei Samuli Edelmann und Mikko Hassinen trommelt bei Värttinä – natürlich sind alle noch anderswo zugange.

Sariola und Timonen zeichnen für die Stücke verantwortlich, die Arrangements macht die ganze Band. Manchmal klingen sie wie eine weniger karelische Schwester von Värttinä: Auch beim Saaga Ensemble stehen drei kraftvolle Sängerinnen im Vordergrund, allerdings ist Soila Sariola die klare vokale Nummer 1. Die Band ist wunderbar präzise und spielfreudig, da begeistern schon die ersten Takte von »Silloin Laulan«. Allein das grandiose »Ihminen Tottuu Mihin Vaan«, das mit Reggae-Rhythmik spielt und einen unschlagbaren Mitsing-Refrain hat, ist Grund genug diese CD zu erwerben. Genauso faszinierend »Piloinen Piika«, in dem Asplunds Violine fliegt. »Varjele« beweist, dass sie auch Balladen können, auch »Kiitollisuutta« ist allerliebst mit seiner einfachen Melodie. Die Supergroup macht eine super CD! (tjk)



Mehr CDs von Saaga Ensemble



Siehe auch:
Rajaton
Milla Viljamaa

Johanna Juhola

Värttinä


 Saaga Ensemble: Polku

Offizielle Website

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Aallotar: Ameriikan Laulu
(2018, /Broken Silence NN111 )

Der finnisch-amerikanische Kulturaustausch klappt bestens! Zwar trennt ein Ozean die Fiedlerin Sara Pajunen und die Akkordeonistin Teija Niku. Und ein Jahrhundert! Die Vorfahren der beiden Musikerinnen lebten in Westfinnland. Sprachen dieselbe Sprache und spielten dieselbe Musik. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wanderten die Verwandschaft von Sara Pajunen allerdings in die USA aus. Auch die Familie von Teija Niku emigrierte zwischenzeitlich in die Neue Welt, kehrte aber noch vor dem ersten Weltkrieg wieder nach Finnland zurück. Heute machen sich die beiden Künstlerinnen, die in Helsinki und Minneapolis leben, zusammen auf Spurensuche. Entdecken das gemeinsame Erbe der finnischen Folkmusik auf beiden Seiten des großen Teichs. Und erschaffen anmutige, beschwingte Klänge, welche die beiden unterschiedlichen Kulturen widerspiegeln.

Mit »AMERIIKAN LAULU« (das Lied von Amerika) legen Aallotar ihr zweites Album vor und punkten mit zartem Kammerfolk und wunderbaren Harmoniegesängen. Die Musikerinnen singen auf Finnisch und Englisch. Das Thema Auswanderung nimmt auf großen Raum ein: Der Titeltrack bezieht sich auf ein Lied, das Teijas Urgroßmutter Amanda Jemina Helenius gewidmet ist, die sich als 16jährige ganz allein in die USA einschiffte! In Zeiten, in denen überall neue Zäune zwischen Ländern hochgezogen werden, ist das Album eine kleine Hoffnung darauf, dass uns viel mehr Dinge einen statt trennen! (emv)

 Aallotar: Ameriikan Laulu

Offizielle Website

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Niiles-Jouni Aikio: Niiles-Jouni Aikio
(2002, Saamen Siida Ky NJA-001 )

Lasst Euch vom Cover nicht abschrecken, einer billig gemachten Verfremdung mit Hilfe eines Relief-Filters. Der finnische Joik-Sänger hat nämlich zumindest musikalisch keine billigen elektronischen Tricks nötig und setzt sie nur mit Bedacht ein. Begleiten lässt sich Niiles-Jouni Aikio oft nur mit dezenten Keyboards, einer Trommel oder maximal beiden zusammen. Ab und an lässt eine Geige von sich hören; meist assistieren aber nur geschrammelte Gitarre und eine abgrundtief wummernde Trommel die manchmal etwas wacklige Stimme des Joikers.

Und damit wären wir beim Problem: Die theatralische Darbietung und die bisweilen in übertriebenen Hall-Wellen versinkende Schamanenmusik wirken bisweilen noch etwas unausgegoren. Manchmal kann man diese holprigen Unsicherheiten als naiven Charme werten, manchmal aber auch schlicht nur als mehr oder weniger liebenswerten Dilettantismus. Sorry, Niiles-Jouni, aber so erzeugen Deine Gesänge keinen hypnotischen Sog. (lha)

Niiles-Jouni Aikio: Niiles-Jouni Aikio

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Aino Ojakoski & Kimmo Mattila: Satumaa
(2010, Eigenverlag FI-MIT-10-00001-0001 )

Bratsche und Akkordeon ist eine eher ungewöhnliche Kombination, aber der im Vergleich zur kleineren Geige vollere und dunklere Klang der Viola passt sehr gut zum Akkordeon. Zumal wenn zwei wahre Meister am Werk sind: Die Bratschistin Aino Ojakoski hat ebenso an der Sibelius-Akademie studiert wie Kimmo Mattila, beide trafen sich dort und treten seit 2007 zusammen auf, unter anderem im Herbst 2010 auf einer von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft organisierten Deutschland-Tournee.

Ojakoski und Mattila wählten den Titel »SATUMAA« natürlich nicht zufällig aus – das Stück von Unto Mononen ist der berühmteste Tango Finnlands und auf gefühlten tausend CDs enthalten. Hier ist es das letzte Stück, auf das zu warten lohnt. Doch auch die übrigen Stücke gefallen: »Hurmio« beginnt, wie der Titel verspricht, mit Leidenschaft, »Kehtolaulu« von Armas Järnefelt und »Vuorenpeikkojen Iltasoitto« von Heino Kaski zählen eher zur finnischen klassischen Musik. Eine besonderes Talent haben sie für Potpourris: drei finnische Volkslieder werden ebenso verknüpft wie Filmmelodien und Schlager – jeweils sehr gelungen. Auch der argentinische Tango ist mit drei bekannten Stücken vom Gottvater des neuen Tango Astor Piazzolla vertreten: »Oblivion« gehen sie mit viel Respekt an, in »Libertango« zeigen sie Virtuosität und Energie. Und dann kommt ja noch »Satumaa«, aber da ist der Hörer schon längst im Märchenland des Tango. (tjk)

 Aino Ojakoski & Kimmo Mattila: Satumaa

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Akkajee: [o.T.]
(2013, Eigenverlag AKKA 001 )

Klären wir doch erstmal den Namen: Akka ist ein leicht abwertender Begriff für eine durchsetzungsstarke und scharfzüngige Frau mit bestimmendem Wesen. Das –jee führt dann zu so etwas wie Frauenpower oder Girl Power. Treffend gewählt, denn das 2010 gegründete Duo Akkajee besteht aus Meriheini Luoto, die singt und Nyckelharpa spielt, und Iida Savolainen, die singt und Viola spielt. Mehr braucht es nicht, um eine ziemlich verschärfte weibliche Variante von Volksmusik zu spielen.

Sämtliche Stücke auf diesem Debut haben sie selbst geschrieben, sowohl die Musik wie die sehr originellen Texte für die beiden Lieder: In »Nikunakuneitoset« wissen zwei Mädchen nicht, was anzuziehen, machen sich dann nackig und lösen damit eine weltweite Nudistenwelle aus. »Velisurmaaja« ist ernster: ein Dialog eines Jungen, der gerade seinen Bruder erschlagen hat, mit seiner Mutter. Musikalisch halten Akkajee ihre Füße in den finnischen Traditionen, modernisieren diese aber von innen heraus, improvisieren auch streckenweise. Akkajee spielen erdig und minimalistisch, haben aber einen starken unterschwelligen Groove. Viola und Nyckelharpa klingen zusammen manchmal sehr harmonisch, können sich aber auch kräftig reiben. Dieser Gegensatz findet sich auch optisch im Cover und Booklet: So archaisch das Cover wirkt, so modern-futuristisch-technisch-bizarr sind die Fotos der beiden im Booklet oder auf der Homepage – Frauenpower macht’s möglich! (tjk)



Siehe auch:
Enkel
Utmarken


 Akkajee: [o.T.]

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