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Lange Rezensionen 146 - 150 von 150 im Genre »Folk« und Land »Finnland« (insgesamt 255)

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Duo Milla Viljamaa & Johanna Juhola: Tango Diary
(2012, Eigenverlag /Sibelius Academy Folk Music Rc 135 / MMJJCD 001 )

Fünf Jahre nach ihrem Debut gehen Milla Viljamaa und Johanna Juhola den nächsten Schritt. Auf »TANGO DIARY« verzichten sie auf weitere Musiker und Fremdkompositionen. Die Pianistin Viljamaa und die Akkordeonistin Juhola erweitern gelegentlich das Klangspektrum mit Glockenspiel, Melodika und kleinen Percussion-Effekten, aber im Zentrum stehen ihre Hauptinstrumente. Ein traumwandlerisches Zusammenspiel haben sie sich in den letzten Jahren erarbeitet!

Beide haben jeweils die Hälfte der Stücke komponiert und wechseln sich immer ab. Juholas »Neljän Minuutin Rakkaus«, die 4-Minuten-Liebe, womit ein Tango gemeint ist, eröffnet diese CD mit furiosen Melodien und herrlichen dynamischen Sprüngen – ein tolles Stück, das auch fast 10 Jahre später Bestandteil ihres Live-Repertoires ist. Juholas Stücke sind die verspielteren, »Pikku Milonguera« ist auch ein grandioses Beispiel dafür. Viljamaa schreibt etwas ernstere Stücke, aber auch ihr gelingen feine Melodien, wie in »The City Of Fair Winds« oder »Taxi Dancer«. Atemberaubend gut ist dieser »TANGO DIARY« - selbigen gibt es als Zuckerl: Elina Lajunen hat ein Tagebuch über ihre Tango-Reisen nach Berlin und Buenos Aires geschrieben, diese sind in Finnisch und Englisch im Booklet abgedruckt. (tjk)



Mehr CDs von Duo Milla Viljamaa & Johanna Juhola



Siehe auch:
Johanna Juhola
Milla Viljamaa

Las Chicas Del Tango

Johanna Juhola Reaktori


Duo Milla Viljamaa & Johanna Juhola: Tango Diary

Offizielle Website

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Värttinä: 25
(2009, Westpark /Indigo 87171 )

Kaum zu glauben, dass es diese Band schon seit 25 Jahren (bzw. sogar schon etwas länger; die CD wurde in Finnland schon 2008 veröffentlicht) gibt, so frisch klingen sie auch heute. Aber Värttinä haben sich kontinuierlich und mit jedem Besetzungswechsel weiterentwickelt, sind seit gut 15 Jahren die Top-Stars der nordeuropäischen Szene und mit fast allen CDs in den World Music-Charts ziemlich weit oben.

22 Stücke haben sie für diesen wunderschönen Sampler zusammengestellt, wobei keine CD außen vor bleibt – auch nicht die ganz frühen, als Värttinä noch ein Chor mit mehr als einem Dutzend Sängerinnen war. Ab »OI DAI«, womit diese CD auch eröffnet, beginnt die eigenständige Värttinä-Musik. Tief in der karelischen Tradition, sowohl textlich wie musikalisch, entwickelten Värttinä mit der Zeit immer mehr Individualität, ab »AITARA« (auch dieser Titeltrack vertreten) mit »richtiger« Rhythmusgruppe und der stetigen Hinwendung Richtung World Pop – tanzbar, traditionsbewusst, zukunftsorientiert – deren Höhepunkt »KOKKO« war. Danach begann eine eher experimentelle Phase, immer noch hochenergetisch, mit grandiosen Musikern aus Jazz und Folk, mit Öffnung für außereuropäische Einflüsse; der heutige Värttinä-Sound ist ein phantastisches Konglomerat aus allem bisherigen. Von all dem ist auf »25« viel zu hören und zu spüren: frappierend immer wieder die unfassbare Präzision der Sängerinnen; wunderbar, wie die Band durch die Jahrzehnte musikalisch wuchs, immer besser wurde, von Anfang an groovte und auch ohne die Front-Ladies zur Crème de la crème gehören würde.

Ein bisher unveröffentlichter Song aus den »MIERO«-Sessions ist dabei, drei aus ihrer sehr empfehlenswerten Jubiläums-DVD »ARCHIVE LIVE« und 17 aus ihren bisherigen CDs. Ein sehr guter Querschnitt, mit vielen Fotos und Anmerkungen, über das bisherige Schaffen der besten finnischen Band der Welt. (tjk)



Mehr CDs von Värttinä


Zur DVD-Rezension über Värttinä


Zum Artikel über Värttinä

 Värttinä: 25

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Timo Väänänen: Matka / Voyage
(2001, Ondine Octopus OCTO 409-2 )

Was dem Kimmo Pohjonen sein Akkordeon, ist dem Timo Väänänen seine elektrische Kantele – wobei man jeweils Subjekt und Objekt problemlos vertauschen kann, so revolutionär und stilbildend sind beide Finnen für ihr Instrument. Väänänen, übrigens auch bei Loituma aktiv, geht allerdings nicht so radikal vor wie Pohjonen.

Knallig orangerot steht das vielsaitige Teil in einer Gasse einer katalonischen Kleinstadt, wo auch die Musik dieser CD entstand. Das Instrument an sich basiert auf der »klassischen« Kantele, ist jedoch eine Weiterentwicklung des Instrumentenbauers und Designers Hannu Koistinen und erlaubt Harfen- oder Gitarren-ähnliche Sounds ebenso wie richtige Kantele-Klänge. Väänänen lässt sich inspirieren von finnischer wie von südwest- und südosteuropäischer Folklore; er nimmt den Zuhörer mit auf die Reise (matka) in ganz eigene Klangräume und bleibt dabei durchgehend spannend. Anita Lehtola-Tollin singt bei zwei Stücken mit; fein produziert hat der große Kantele-Meister Matti Kontio. In einem der Bonus-Videos beweist zusätzlich Ville Hyvönen, dass sich Väänänens Musik trefflich remixen lässt. Für weitere Entwicklungen ist also noch genug Raum. (tjk)



Siehe auch:
Kimmo Pohjonen

Timo Väänänen: Matka / Voyage

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Wimme: Mun
(2010, Westpark /Indigo 87185 )

Endlich! Nach sechs Jahren wieder ein Lebenszeichen von einerm der progressivsten Joiker. So virtuos, wie der finnische Wimme auf seinen bisherigen CDs Samples und Sequencer mit traditionellen Joiks verschmolz, so verwundert es doch, dass er den ganzen Technik-Kram jetzt links liegen lässt. Doch es passt zu seiner Art, stets das Unerwartete zu tun, immer wieder eingeschlagene Wegen zu überdenken und zu korrigieren.

Mit »Mein« – so der übersetzte Titel dieser CD – konzentriert sich der Sänger auf akustische Instrumente ... und die Erfahrung seiner phantastischen und renommierten Begleiter, wie etwa Sängerin Ulla Pirttijärvi, Bassist Pekka Lehti oder Tapani Rinne und Juuso Hannukainen von der NuJazz-Band RinneRadio. Auf gewissen Weise klingt »MUN« dadurch eingängiger als bisherige Werke, wobei das Album eingefahrene Pop-Hörer noch immer mit seiner Experimentierfreude und stilistischen Offenheit vor den Kopf stoßen wird. (peb)



Mehr CDs von Wimme



Siehe auch:
Tapani Rinne
Ulla Pirttijärvi

Pekka Lehti


 Wimme: Mun

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Wimme & Rinne: Human
(2017, Westpark ZENCD 2164 / WP87338 )

Der Joiker Wimme Saari und der Bassklarinettist und »Techno-Jazzer« Tapani Rinne haben schon oft in ihren langen Karrieren zusammengearbeitet, sich etwa gegenseitig auf ihren Alben unterstützt. »HUMAN« ist ein Gemeinschaftswerk, und es ist bei aller aufs erste Hören samischer Musik aufscheinenden Fremdartigkeit ausgesprochen zugänglich. Wimme und Rinne haben hier sicher ein paar Zugeständnisse an den europäischen Markt gemacht, das Ergebnis ist aber in jedem Fall mehr als hörenswert, »HUMAN« wird bei jedem Hören besser.

Ein Kaleidoskop an Stimmungen findet man auf dieser CD, was nicht nur Englisch zu verstehen ist: »HUMAN« bedeutet auf Samisch »Ich spreche«. Man hört direkt aus den Boxen, wieviel Vergnügen es Rinne und die Produzenten Tuomas Norvio und Mikko Konstinen bereitet hat, alle mit einer Bassklarinette erzeugbaren Klänge zu verwenden, zu sampeln, zu verändern – sei es der tatsächlich gespielte Ton, das tonlose Hineinblasen oder das Geklapper der Tasten und Klappen. Das reicht häufig, um den Sound dieser CD zu definieren: nicht allzu üppig, und eher warm als arktisch kalt. Dazu kommen noch ein paar Gäste wie die norwegische Choreographin Elle Sofe Henriksen, die sich im nach ihr betitelten Opener als hervorragende Joikerin entpuppt, sowie Ilpo Väisänen (Pan Sonic) und DJ Slow. Sogar Iro Haarla hat sich bei »You« an den Flügel im Studio gesetzt.

»Rock« (hier in der Bedeutung Felsen) beginnt mit heftigen Schlägen, ganz anders das Liebeslied »You«, in dem Wimme textlose Gesangslinien fließen läßt und Rinne diese mit seinem Altsaxophon kommentiert. In »Spotted Crake«, einem Lied über das Tüpfelsumpfhuhn, ist auch Elle Sofe wieder dabei, die Stimmen von Wimme und ihr ergänzen sich perfekt. Das Titelstück wiederum spiegelt die fröhliche Stimmung auf einem arktischen Markt, unterlegt von so etwas wie Disco-Klängen – das sollte Giorgio Moroder mal hören! Ganz anders und kontemplativ klingt »Sounds Of Snow«, dem man gerne noch mehr als die knapp fünf Minuten gegönnt hätte. (tjk)



Siehe auch:
Wimme
RinneRadio

Tapani Rinne

Iro Haarla


 Wimme & Rinne: Human

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