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Lange Rezensionen 6 - 10 von 150 im Genre »Folk« und Land »Finnland« (insgesamt 255)

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Akkajee: [o.T.]
(2013, Eigenverlag AKKA 001 )

Klären wir doch erstmal den Namen: Akka ist ein leicht abwertender Begriff für eine durchsetzungsstarke und scharfzüngige Frau mit bestimmendem Wesen. Das –jee führt dann zu so etwas wie Frauenpower oder Girl Power. Treffend gewählt, denn das 2010 gegründete Duo Akkajee besteht aus Meriheini Luoto, die singt und Nyckelharpa spielt, und Iida Savolainen, die singt und Viola spielt. Mehr braucht es nicht, um eine ziemlich verschärfte weibliche Variante von Volksmusik zu spielen.

Sämtliche Stücke auf diesem Debut haben sie selbst geschrieben, sowohl die Musik wie die sehr originellen Texte für die beiden Lieder: In »Nikunakuneitoset« wissen zwei Mädchen nicht, was anzuziehen, machen sich dann nackig und lösen damit eine weltweite Nudistenwelle aus. »Velisurmaaja« ist ernster: ein Dialog eines Jungen, der gerade seinen Bruder erschlagen hat, mit seiner Mutter. Musikalisch halten Akkajee ihre Füße in den finnischen Traditionen, modernisieren diese aber von innen heraus, improvisieren auch streckenweise. Akkajee spielen erdig und minimalistisch, haben aber einen starken unterschwelligen Groove. Viola und Nyckelharpa klingen zusammen manchmal sehr harmonisch, können sich aber auch kräftig reiben. Dieser Gegensatz findet sich auch optisch im Cover und Booklet: So archaisch das Cover wirkt, so modern-futuristisch-technisch-bizarr sind die Fotos der beiden im Booklet oder auf der Homepage – Frauenpower macht’s möglich! (tjk)



Siehe auch:
Enkel
Utmarken


 Akkajee: [o.T.]

Offizielle Website

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Alamaailman Vasarat: Käärmelautakunta
(2003, Silence Records /Bonnier SLC 014 )

»Wir sind eine finnische Band«, schreiben mir Alamaailman Vasarat, »die punkige Brazz-Musik für Geheimagenten spielen. Oder koscheren Kebab-Jazz. Oder von Metal beeinflusste Filmmusiken.« Ach, ich solle doch einfach zu hören, dann würde ich schon sehen. Und dann lassen sie mich damit allein.

Gesagt, getan, und schon verstehe ich die Jungs um den Saxophonisten Jarno Sarkula. Jede Eingrenzung ihres Treibens in eine Schublade wäre in der Tat eine unzulässige Verkürzung. Wenn man auch nicht aufhören kann, irgendwie Bezugspunkte zu dem zu suchen, was man eben kennt und damit im Griff zu haben glaubt. Es ist schlicht die ungeheuere Kraft, die aus den neun Stücken strömt, die einen sprachlos macht (passenderweise wird auch nicht gesungen).
Eben noch agieren die zwei Celli wie schwerste E-Gitarren, dann wieder eröffnen die Blasinstrumente eine tieftraurige Weise, wie man sie von Roma- und Sinti-Beerdigungen erwartet. Im nächsten Moment schleppt sich eine Elegie verstört dahin, worauf eine angejazzte Großstadtmelodie folgt – eindringlichste Momente halt aus dem Leben einer finnischen Band. (frk)



Mehr CDs von Alamaailman Vasarat



Siehe auch:
Charon
Höyry-kone

Verschiedene: Tervetuloa Kioskiin Vol.3


 Alamaailman Vasarat: Käärmelautakunta

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Eva Alkula & Tomoya Nakai: Youkihi
(2009, Texicalli Records TEXCD 097 )

Augen zu und durch? Natürlich verführt die Besetzung, sich zurück zu lehnen und sich dem wunderbaren Flow der sieben Stücke hinzugeben, oder aus anderem Betrachtungswinkel die CD in die Esoterik-Ecke neben Vollenweider zu stellen. Beides hat eine gewisse Berechtigung, wird aber insgesamt dieser Musik nicht gerecht. Deshalb also erst mal: Ohren auf und rein, eintauchen in ein einzigartiges Klanguniversum – Tomoya Nakai spielt 25-saitige Koto, das harfenähnliche japanische Nationalinstrument, hat dies an der Tokyo Universität studiert und entwickelt seither Spielweise und Musik weiter, öffnet sich zeitgenössischer außerjapanischer Musik. Eva Alkula studierte an der Sibelius-Akademie Kantele, lehrt dort inzwischen, ging aber dank Stipendien mehrfach nach Japan und lernte dort Koto spielen und Tomoya Nakai kennen, Folge waren einige Festival-Auftritte und »YOUKIHI«.

Kaum zu glauben, aber Koto und Kantele – das passt! An sich sind sich die Instrumente ähnlich, und doch immer unterscheidbar. Beide tragen Melodien, die sich aus kleinen Sprengseln entwickeln, begleitet vom anderen, die Rollen werden getauscht, verschwimmen, Alkula und Nakai greifen kräftiger zu, türmen Akkorde, ja ganze Wände von Klang zu Gewitterwolken auf, sie lassen Kaskaden von Tönen regnen – insbesondere in den langen Stücken »Izutsu« und »Youkihi« erzählen Alkula und Nakai wundersame, dramatische Geschichten. (tjk)

Eva Alkula: Youkihi

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Ancient Bear Cult: Sounds From The Past
(2008, Presence Records /Nordic Notes KID 953 )

In der Hochtechnologie-Nation Finnland ist das Heidentum erstaunlich populär. Die Hinwendung zu mythisch überhöhten Mittelalter-Sehnsuchtswelten und angeblich so oppressionsfreien Druiden- und Weisen-Frauen-Rückzugsräumen teilt das finnische Folk-Ensemble Ancient Bear Cult mit allen begeisterten Lesern von Marion Zimmer Bradleys »Nebeln von Avalon«. Echt muss es sein, denn das Unverfälschte, das fehlt uns doch so sehr, wenn wir morgens wie die Lämmer zur Schlachtbank der fremdbestimmten Lohnarbeit trotten. Echt müssen deshalb auch die Instrumente sein, die das Ensemble auf seinem zweiten Album »SOUNDS FROM THE PAST« benutzt: Die Wiking-Leier hat folgerichtig mehrere hundert Jahre auf dem Buckel.

Benannt haben sich die vier Musiker plus Unterstützer nach einem nordfinnischen Volksstamm, der dem Kult der Bärenanbetung huldigte. Schon Tacitus hat von diesen Wilden berichtet. Brav, sehr brav kommen diese neuen Heiden hier daher. Die Frauen sind züchtig und edel, die Männer mutig und stark. Instrumental eingespielte Titel wechseln sich mit Saga-Gesängen ab. Im Ergebnis entwickeln die neuen Bärenjünger eine naive Ernsthaftigkeit, eine selbstbewusste Abgeklärtheit, vor der es durchaus den Hut zu ziehen gilt. Eine Sache ernst zu nehmen ist die eine Seite. Ihr aber kreative Interpretationen abzuringen und neue Wege zu gehen, eine andere. Im Blick zurück können die Dinge nicht neu entstehen. (emv)

 Ancient Bear Cult: Sounds From The Past

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Angelin Tytöt: Dolla
(1992, Mipu Records MIPUCD 102 )

Bei der ersten Veröffentlichung der Mädel aus Angeli waren sie noch ein Damentrio: Keine geringere als Ulla Pirttijärvi war noch mit von der Partie; sie hat später eine erfolgreiche Solo-Karriere gestartet. Weitere bekannte Namen finden sich in Produktion und Technik: Sari Kaasinen von Värttinä und Janne Viksten.

Weitgehend »naturbelassen« sind die Lieder auf »DOLLA« (Feuer); die drei Stimmen werden nur von Trommeln begleitet, die Rhythmen muten archaisch an. Ulla Pirttijärvi, Tuuni und Ursula Länsman joiken fast die gesamte CD hindurch mit einer Kraft und Inbrunst, die aus den Boxen strömt und direkt greifbar ist. Bei aller tradionellen Singweise steckt die optimistische Frische mancher Joiks sofort an (»Norma Jovnna«). Gelegentlich kommt sogar eine akustische Gitarre zum Einsatz; bei ihrem Hit »Dana Maija«, aber auch unbegleitet beeindrucken die Sängerinnen auf diesem frühen Meisterwerk. (tjk)



Mehr CDs von Angelin Tytöt



Siehe auch:
Angelit
Ulla Pirttijärvi

Värttinä


 Angelin Tytöt: Dolla

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