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Lange Rezensionen 1 - 10 von 74 im Genre »Folk« und Land »Grenzgänger« (insgesamt 90)

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Accordion Tribe: Accordeon Tribe
(1998, Intuition /SMD INT 3220-2 )

Man mag es kaum glauben, doch eine Band bestehend aus fünf Akkordeonisten ist richtig spannend! Zumindest wenn sie Accordion Tribe heißt und aus keinen geringeren als Maria Kalaniemi (Finnland), Bratko Bibic (Slowenien), Lars Hollmer (Schweden), Otto Lechner (Österreich) und Guy Klucevsek (USA) besteht; letzterer spielt auch mit Bill Frisell und wählte als Initiator dieser wahrlich ungewöhnlichen Kollaboration die Übrigen aus, weil diese auch speziell für das Akkordeon komponieren.

Diese CD ist eine Kompilation, die Lars Hollmer anlässlich der 1996er Tour des Quetschkommoden-Fünfers zusammenstellte. Neben Solo-, Duo- und Trio-Aufnahmen der verschiedenen Mitglieder (wobei Maria Kalaniemi auch sehr gut singt!) sind die Höhepunkte hier sicher die Live-Mitschnitte eines Konzertes in Stockholm zu werten, wo die Einzigartigkeit dieser Gruppe deutlich wird – klanglich wie musikalisch. Freilich muss man sich als Hörer darauf einlassen – aber auch die Musiker hatten anfangs ihre Probleme mit Konzept und Ideen der jeweils anderen, wie Maria Kalaniemi in verschiedenen Interviews bestätigte. (tjk)



Mehr CDs von Accordion Tribe



Siehe auch:
Maria Kalaniemi
Lars Hollmer


 Accordion Tribe: Accordeon Tribe

Offizielle Website

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Acoustic Sense: Absorption
(2010, Gateway Music AJSCD-01 )

»This album is dedicated to the spirit of creation« steht im Innencover dieses Erstlings von Acoustic Sense – das lässt Schlimmes befürchten! Wer hier spiritualitätsgeschwängerte New Age-Klänge (vulgo: esoterischen Quatsch) vermutet, liegt zwar nicht völlig falsch, aber zum Glück auch nicht ganz richtig. Aber gemach: Erst hören! Die Band von und um John Sund ist bereits mit der von »REACHING OUT« ident, Gäste kommen allerdings nicht vorbei. Wie schade.

Die Stücke heißen »Agama Suite Part 1« (Teil 2 gibt’s natürlich auch), »Like A Breeze« oder »An Evening Song«, sind allesamt ziemlich lang und komponiert von »John Sound« - sehr witzig, hahaha. Das Titelstück baut sich behutsam auf, erst ein ganz interessantes Kontrabass-Solo, gefolgt von einem Cello-Solo, in das sich langsam die ganze Band einschleicht. Zusammen pluckert man dann mal sanft, mal mittelflott durch Zeit, Raum und wenige Akkorde. Sund zeigt seine beachtliche Virtuosität auf der akustischen Gitarre – spielen können sie alle, aber das Solieren wird maßlos übertrieben. Stringenz ist dieser Band völlig fremd, scheinbar ziellos fließt alles dahin. Jazz für Meditation? Nein. Musik für Massagen (statt dem dort üblichen Gesäusel und Gezirpe). (tjk)



Siehe auch:
Acoustic Sense & Glas
John Sund

Sund · Shashank · Phalgun


 Acoustic Sense: Absorption

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Acoustic Sense & Glas: Reaching Out
(2014, Gateway Music AJSCD-03 )

Eigentlich verwehren wir uns ja ein wenig gegen eine saubere Unterteilung in Genres und Crossover bzw. Fusion. Soll man denn auch ins Crossover-Fach alles reinwerfen, was sonst nirgends richtig reinpasst? Ist Fusion nicht ohnehin ein Begriff, der aus den Siebzigern so stark geprägt ist, dass man dagegen als Schreiberling nicht ankommt? Hier allerdings passt beim besten Willen keine unserer Schubladen, »Crossover« wäre die beste Wahl, auch wenn es um die Wahl des Herkunftslandes geht.

Bandleader und Komponist John Sund stammt jedenfalls aus Dänemark, und die Platte wurde im Kopenhagener Studio »The Village« aufgenommen. Damit wären die Eindeutigkeiten aber bereits erschöpft. Die Band Acoustic Sense, die der Gitarrist Sund mit Morten Lundsby (kb), John Ehde (vc) und dem Ghanaer Ayi Solomon (perc) führt, besteht seit 2002. Rhythmus spielt bei ihnen eine ziemlich wesentliche Rolle, speziell was Einflüsse afrikanischer Musik betrifft. Doch hier kommen erstens Gäste an Klarinette und Vibrafon sowie ein Schlagzeuger aus Kuba zum Ensemble; und zweitens – und entscheidender – ein weibliches Gesangsseptett, das Sund 2011 per Empfehlung »entdeckte« und das eine ganz ungewöhnliche Farbe mitbringt. Normalerweise singen die Damen (drei Sopranistinnen und je zwei Stimmen im Mezzosopran und Kontra-Alt) a cappella, doch im Zusammenspiel mit dem Instrumentalseptett ergibt sich ein Ensemble, wie man es wohl nie zuvor zu Gehör bekommen hat.

Ursprünglich wollte Sund, dass die Sängerinnen komplett textlos singen, doch schließlich ergab sich, dass einige Texte ideal zum Thema des Albums, des »wundersamen Zaubers« unseres Planeten, der uns prägenden Natur und des größeren Geistes passten. Was der Komponist hier ausgefuchst hat, klingt frisch und zeitlos zugleich, eine Art mit afrikanischer Rhythmik durchsetzter Jazz, traditionelle Elemente aus Süd und Nord(europa) und sich assoziativ abzeichnende Anmutungen Alter Musik. An einem Punkt dürfen die Damen auch mal schrill und geräuschhaft werden. Komplex, ambitioniert, faszinierend und reich. (ijb)



Siehe auch:
Acoustic Sense
Sund · Shashank · Phalgun

John Ehde

Morten Lundsby


 Acoustic Sense & Glas: Reaching Out

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Marco Ambrosini & Ensemble Supersonus: Resonances
(2019, ECM /Universal ECM 2497 | 7763608 )

Mit der traditionellen schwedischen Nyckelharpa bzw. Schlüsselfiedel und der in Finnland und Estland beheimateten Kantele oder Kannel, einer griffbrettlosen Kastenzither, kommen wir ganz tief in die »nordische Musik«. Marco Ambrosini sorgt mit seinem international besetzten Ensemble Supersonus dafür, dass die verschiedenen Instrumente keinesfalls im Volkstümlichen steckenbleiben. Der italienische Geiger, Komponist und Arrangeur mit Hauptwohnsitz in Deutschland ist bei ECM zwar keiner der ganz bekannten Namen; man konnte ihn allerdings bereits auf einigen Alben erleben: im Ensemble des norwegischen Lautenisten und Gitarristen Rolf Lislevand, der ebenfalls daran arbeitet, volksmusikalische Einflüsse auf eine sehr zeitgenössische Weise weiterzugestalten; auch auf dem Liederalbum von Giovanna Pessi und Susanna Wallumrød, in Einspielungen der Musik von Helena Tulve und zuletzt mit Akkordeonist Jean-Louis Matinier auf der Duo-CD »INVENTIO« beeindruckte sein Können.

Für sein erstes eigenes (Ensemble-)Album bei ECM hat sich der 55-Jährige mit der Münchner Obertonsängerin Anna-Maria Hefele, der Estin Anna-Liisa Eller, einer Schülerin von Rolf Lislevand, die 2011 beim internationalen Kantele-Wettbewerb in Helsinki den ersten Preis gewann, der auf Renaissance- und Barockmusik spezialisierten Eva-Maria Rusche (Cembalo und Tafelklavier) und nicht zuletzt dem Wiener klassischen Gitarristen Wolf Janscha, seit 25 Jahren auf die Maultrommel fokussiert und damit ein wichtiger Name in der internationalen Volksmusik, nach Lugano begeben. Drei der fünf Beteiligten steuerten eigene Stücke bei, dazu hören wir eine Sonate von H.I.F. Biber, ein schwedisches Volkslied und Kompostionen von u.a. Girolamo Frescobaldi (1583-1643) und Hildegard von Bingen.

Diese gesammelten Informationen verdeutlichen bereits, dass wir es hier weder mit einem gewöhnlichen »Folk Music«-Projekt noch mit einem typischen Programm »Alter Musik« zu tun haben. Vielmehr scheint das Ensemble seinen musikalischen Ursprung in einer Art surrealer Parallel-Musikgeschichte zwischen diesen beiden Genres zu wandeln, wobei vor allem der subtile Gesang Anna-Maria Hefeles, die auch Harfe spielt, und Wolf Janschas oftmals tonangebende Maultrommel an der ungewohnten klanglichen Gesamtstimmung Anteil haben. Die streckenweise fremdartige Kombination der Instrumente und der fesselnden Kompositionen in Verbindung mit zurückgenommenen Improvisationen verleiht »RESONANCES« eine oftmals archaische Kraft und spirituelle Note. (ijb)



Siehe auch:
Rolf Lislevand
Helena Tulve

Giovanna Pessi, Susanna Wallumrød u.a.

Erik Rydvall


Marco Ambrosini: Resonances

Audio-Link Offizielle Website

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Emilia Amper: Trollfågeln – The Magic Bird
( SACD, 2012, BIS /Klassik Center Kassel BIS-SACD-2013 )

Geschichten erzählen, das kann Emilia Amper; mit ihrem Instrument, der Nyckelharpa, mit ihrer Stimme, mit ihren eigenen Liedern und Arrangements. Eine ungemein vielseitige und facettenreiche Reise durch ihr ganz persönliches Universum, ihr Leben, ihre Liebe zur Musik und zum Norden sowieso bieten die 14 Stücke auf »TROLLFÅGELN« (»Der Zaubervogel«). »Hier ist die Musik, für die ich brenne,« schreibt die 1981 in Südschweden geborene Amper, die mehrere Jahre in und bei Trondheim studierte und lebte (aber auch in Helsinki und Stockholm hat sie Abschlüsse) und bereits mit dem Spellemannspris-gekrönten »In Folk Style« auf CD zu hören war.

Und dieses Feuer überträgt sich vollkommen aufs Publikum. Dabei spielt es keine Rolle, welche der Lieder auf traditioneller Überlieferung basieren und welche von Emilia Amper geschrieben wurden; den Unterschied hört man schlichtweg nicht. Ob in intimen oder melancholischen Solostücken, jazzig oder tanzbar arrangiert im Quartett mit Gitarre, Cello, Percussion oder im Ensemble mit Streichern der Trondheim-Solists klassisch angehaucht, jede Facette dieser wunderbaren Stunde Musik begeistert.

Ein ganz besonderer Höhepunkt der CD kommt ganz zum Schluss in Form des neun Minuten langen Duetts »Walzer aus Valsebro« mit Cellist Anders Löfberg, das nicht nur das gesamte Album in einem anderen Licht erstrahlen lässt, sondern wie ein ganzer Kosmos in sich erscheint. Ein überaus bewegender Schlusspunkt eines vielleicht perfekten Albums zwischen Vergangenheit und Gegenwart. (ijb)



Siehe auch:
Helge Norbakken / Batagraf
TrondheimSolistene

Gjermund Larsen

Olov Johansson


Emilia Amper: Trollfågeln – The Magic Bird

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Aquabella: Nordlichter
(2011, Jaro 4306-2 )

»Klanggewordene Sagen« lautet der Utertitel dieser deutsch-skandinavischen Spurensuche. Mit teils selbst komponierten Liedern, teils aus Island, Norwegen, Schweden oder Holland stammenden Traditionals widmet sich das rein weibliche A Cappella-Quartett ganz dem hohen Norden. Und hier stimmt alles: der makellose Vortrag und die leidenschaftlich arrangierten Lieder, das liebevoll mit Aquarellzeichnungen illustrierte Booklet und die sowohl in Originalsprache als in deutscher Übersetzung abgedruckten Texte.

Zentrale Gestalt ist die isländische Riesin Grylla, die mit ihren 13 Trollsöhnen in der Vorweihnachtszeit die Menschen heimsucht. Geschickt und (viel-)stimmig gruppieren die vier Sängerinnen ihr Song-Repertoire um diese nordischen Sagengestalten und haben ihren Heidenspaß daran, zu gackern und blöken und zu kichern und zu kieksen. Aquabella - bestehend aus zwei Deutschen, einer Französin und einer Holländerin - hatten sich seit jeher der Weltmusik verschrieben. Mit ihrer wie aus einem Guss wirkenden »NORDLICHTER«-Songsammlung haben sie sich anscheinend einen Herzenswunsch erfüllt – sonst wäre die CD wohl kaum so eindringlich und berührend ausgefallen. (peb)

 Aquabella: Nordlichter

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Auļi Un Tautumeitas: Lai Māsiņa Rotājās!
(2018, CPL-Music /Broken Silence CPL022 )

Frauenpower! Männerpower! Das lettische Folkmusikensemble Auļi Un Tautumeitas beweist bei seinem ersten Gemeinschaftswerk, dass sich die Geschlechter bisweilen bestens ergänzen. Es geht in »LAI MASINA ROTAJAS« um ein zeitloses Sujet: Mädchen und Junge treffen sich, verlieben sich, heiraten und starten ins gemeinsame Eheleben. Übersetzt lautet der Albumtitel übrigens: »Lass uns die Schwester herausputzen«! Und, Überraschung: Auļi Un Tautumeitas schaffen es, dem Thema durchaus feministische Facetten abzugewinnen. Die Dynamik zwischen den Geschlechtern ist aufregend: Der »männliche« Klang von Dudelsäcken und Trommeln gibt einen wunderbaren Kontrast zum kraftvollen mehrstimmigen Frauengesang ab! Und temperamentvoll sind diese Klänge sowieso!

Das Folk-Ensemble Auli ist seit dem Jahr 2003 aktiv, besteht aus sechs Dudelsack-Spielern, drei Schlagwerkern und einem Bassisten und überzeugt mit seiner Mischung aus traditionellen und modernen Elementen. Tautumeitas sind Newcomer in Lettland: Das stimmgewaltige Frauenensemble fühlt sich der Tradition des polyphonen Gesangs seiner Heimat verpflichtet. Tautumeitas brigens »Glück« auf Lettisch! Gemeinsam sind Frauen und Männer unschlagbar. Eine Hochzeit auf dem Lande ist eine ausgelassene Angelegenheit. Und um zu verstehen, worum es hier geht, braucht man keinerlei tieferen lettischen Sprachkenntnisse! (emv)

 Auļi Un Tautumeitas: Lai Māsiņa Rotājās!

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Jon Balke | Siwan: Siwan feat. Amina Alaoui
(2009, ECM /Universal ECM 2042 | 178 0151 )

Ups. Ein großes, ein ambitioniertes Projekt. Nord trifft Süd, alte Musikkultur wird heute wieder belebt. Es gab eine Zeit, als die Muslime in Spanien noch in friedlicher Nachbarschaft mit Christen und Juden lebten. Doch dann kam die Inquisition, die das traditionelle Gleichgewicht der Kulturen brutal ins Wanken brachte – was sich natürlich auch auf die Musik auswirkte. Der norwegische Keyboarder Jon Balke versucht mit »SIWAN« zu ergründen, welche Musik sich ohne diese brutale Zäsur nach dem 14. Jahrhundert entwickelt hätte, im Dialog von europäischem Barock, arabischen und al-andalusischen Motiven und moderner Improvisation.

Als Begleiter hat er die denkbar besten Freigeister gewählt: Der multikulturell interessierte Drummer Helge Norbakken spielt farbenreich und unaufdringlich, die raumgreifende Stimme der marokkanischen Sängerin Amina Alaoui reibt sich mit den Lauten des algerischen Geigers Kheir Eddine M‘Kachiche, und Jon Hassell hält wie ein Schlangenbeschwörer alles mit fließenden Trompeten-Sounds zusammen. Nicht zu vergessen: ein zwölfköpfiges Barock-Orchester! Wie Balke die Tradition der algerischen Gharnati-Musik – der Name stammt von einer alten arabischen Bezeichnung der Stadt Granada – für unsere heutige Zeit hörbar macht, sucht seinesgleichen. Auch klangtechnisch übrigens. (peb)



Mehr CDs von Jon Balke & | Siwan



Siehe auch:
Jon Balke solo
Bjarte Eike & Barokksolistene

Jøkleba (Jørgensen, Kleive & Balke)

Jon Balke Magnetic North Orchestra


Jon Balke: Siwan feat. Amina Alaoui

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Baltic Crossing: Baltic Crossing
(2008, Gofolk GO0508 )

Die Wahrscheinlichkeit, in Kokkola bei einem Volksmusik-Kongress auf ein paar Vertreter der Familie Järvelä zu stoßen, liegt bei 100% – ist doch Kaustinen, die kleine Hauptstadt der (west-)finnischen Folklore, nicht weit, und dort heißen fast alle Järvelä und spielen Violine. So geschah es auch dem dänischen Fiedler Kristian Bugge und seinem britischen Kumpel Ian Stephenson (g). Antti und Esko (spielen auch bei Frigg zusammen) sind die beiden Järvelä-Kousins, die sich ihre Bässe, Violinen, Mandolinen, Banjos etc. packten, dazu kam Andy May mit ein paar Dudelsäcken, schon war Baltic Crossing auf dem Weg.

Bald merkten sie, dass die Folklore ihrer unterschiedlichen Heimatländer gar nicht so unterschiedlich ist (dies gilt nur für Westfinnland!), und dass sich diese Unterschiede trefflich zu einer frischen, neuen, kraftvollen »baltischen« Folklore verschmelzen lassen. So spielen sie nun frisch und froh Polkas (»Original Polka Set«) und Schottische, mal melancholisch (»Sir John Fenwick’s«), mal mit viel Drive (»Sextour«), mal mit Gypsy-Swing-Flair (»Space Cowboys«). Wenn sie zusammen spielen wollen, muss mindestens einer die Ostsee überqueren – auch wenn man dabei nicht wirklich Rom entdeckt: Spaß macht diese CD allemal, zum Tanzen taugt sie auch. (tjk)



Mehr CDs von Baltic Crossing

 Baltic Crossing: Baltic Crossing

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Tuulikki Bartosik: Storied Sounds
(2017, Nordic Notes /Broken Silence NN091 )

Hoch lebe die estnisch-finnisch-walisische Freundschaft! In Zeiten, in denen Slogans wie »mein Land aber bitteschön zuerst und dann lange nichts!« ziemlich salonfähig geworden sind, bereitet diese musikalische Völkerverständigung eine besondere Freude! Die estnische Akkordeonistin Tuulikki Bartosik hat sich auf »STORIED SOUNDS« mit dem Finnen Timo Alakitola am Klavier, dem estnischen Landsmann ille Talsi an der Mandoline sowie dem walisischen Gitarristen Dylan Fowler zusammengetan. Tuulikki Bartosik ist Absolventin der renommierten Sibelius-Akademie in Helsinki und interessiert sich schon seit Studientagen dafür, wie man traditionelle Klänge mit modernen Lebenswelten verbindet. Sie war die Erste, die estnische Volkslieder für das Knopfakkordeon adaptierte! Die musikalischen Mitstreiter kennt sie bereits aus Studientagen!

»STORIED SOUNDS« ist fast rein instrumental eingespielt und überzeugt mit einer souveränen Mischung aus ruhigen, meditativen Klängen, experimentellen Ausflügen wie in »Moon Salutation« und gefühligen Polkas. Also so bunt und vielschichtig wie das Leben selbst! Besonders warmherzig ist »Karins Brudpolska«, eine traditionelle Volksweise, die von Tuulikki Bartosik einfühlsam neu arrangiert wurde. Auch die reiche estnische Natur kommt hier zu Wort, wnn die Musikerin Feldaufnahmen rauschender Bäche wie im Track »November« einfügt oder ganz zart mit Vogelrufen lockt. Das Album ist übrigens eine einzige Liebeserklärung an die vielfältige Landschaft der kleinen Baltenrepublik: Die Musikerin lässt hier ihre Kindheit aufleben: Sie erinnert sich an sorglose Sommerferientage an weißen Ostseestränden, an die endlosen estnischen Wälder, die dunklen skandinavischen Winternächte und sogar an die hässlichen baulichen Hinterlassenschaften der einstigen Sowjetmacht. Diese Songs sind mit liebevollem Pinselstrich gezeichnete Momentaufnahmen fern aller verklärenden Nostalgie! (emv)

Tuulikki Bartosik: Storied Sounds

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