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Lange Rezensionen 141 - 150 von 153 im Genre »Metal« und Land »Norwegen« (insgesamt 315)

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Ulvhedin: Pagan Manifest
(2004, Einheit Produktionen EP I )

Zur Einstimmung knödelt vermutlich John Lind die ersten Takte des Openers »Element Of Sorrow« so künstlich, gezwungen tief, wie es sonst 69 Eyes Fronter Jyrki mit Vorliebe macht – da laut Booklet die »Grim Vocals« auf John Sigvald Carrs Kappe gehen. Und genau von diesen speit er im Verlaufe des Langspiel-Debüts genügend aus, verhilft dem Viking / Pagan Metal von Ulvhedin zu einem schwarzmetallischen Anstrich. Das Quartett aus Haugesund bemüht sich mit »PAGAN MANIFEST« redlich aus dem Schatten der weitaus bekannteren (Ex)Bewohner Enslaved, Einherjer und Tundra zu treten.

Wenngleich gewisse Einflüsse der beiden erstgenannten Kapellen samt einem Schuss Borknagar nicht zu leugnen sind, agiert der Vierer dennoch hinlänglich eigenständig. Die Norweger bleiben meist im Midtempo-Bereich – sporadisches Geknüppel wie in »Maanelys« nicht ausgeschlossen – und kreieren düstere, frostige Pagan-Hymnen mit einem Hauch Dramatik, denen im Grieghallen Studio der letzte authentische Schliff verpasst wurde. Die Texte ranken sich dem Albumtitel entsprechend gerne um die nordische Mythologie, reichen von Odin (»One Eyed God«) bis zu den Nornen (»Echo Of The Goddesses Voices«). Ein feines Scheibchen. (nat)



Siehe auch:
The 69 Eyes
Enslaved

Einherjer

Borknagar


 Ulvhedin: Pagan Manifest

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Ulvhedner & Galdrer: Ferdasyn / Trolldomsanger
(2006, Northern Silence Productions 784-875 )

Black Metal im Doppelpack: Ulvhedners Demo-Debüt und Galdrers bis dato unveröffentlichtes Material teilen sich den knapp dreiviertelstündigen Silberling. Ildaar gründete Ulvhedner Anfang der 90er, als Black Metal schwer in Mode kam und Kirchen abfackeln zum guten Ton gehörte. Doch erst 2005 finden Sänger/Gitarrist Ildaar, Gitarrist Vingvar, Bassist Tenghel, Keyboarder Sigbjodn sowie Schlagzeuger Hoftun zusammen; die erste Hälfte dieses Longplayers ist eben jenes erstes Demo »FERDASYN«, das an die frühen Satyricon/Dimmu Borgir erinnert. Natürlich erfindet das Quintett bei solcher Konkurrenz aus dem eigenen Land den Musikstil nicht neu, aber liefert einen anständig produzierten, ordentlichen Einstieg.

Galdrer gründet sich dagegen erst 2004, als sich Blekjesdrotten, Kjeppulf und Naglapungen mit ihren Akustikklampfen treffen. Gemeinsam mit Schlagzeuger Thorlja entsteht »TROLLDOMSANGER« – norwegischer Folk begegnet nordischem Black Metal. Auch diese Kombination ist nicht neu, doch gelingt dem Quartett ein eigenständiger Sound. Summa summarum ein interessantes Paket, mit Kraftreserven für die Debüt-Alben. (nat)



Siehe auch:
Dimmu Borgir
Satyricon


 Ulvhedner: Ferdasyn / Trolldomsanger

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Unspoken: Requiem Aeternam Deo
(2013, Deathrune Records ? )

Die ersten beiden Songs auf »REQUIEM AETERNAM DEO« dienen Unspoken als Aufwärmphase: Das kurze, Black Metal-lastige »Baptised At The Altar Of Rats« sowie der angeschwärzte Deather »Redemption Scars« ... in dem Fronter Kent Are Sommerseth (Varulv, Unconsecrated) seine Stimmbänder auf das vorbereitet was noch kommt. Ab Lied Nummer drei legen die Norweger dann richtig los: Der langsame, aber wuchtige Achtminüter »Death Of A Dynasty« besticht mit einer perfekten Mischung aus schweren Riffs und melodischen Einschüben, sowie einer absolut überzeugenden, bösartigen Mikroleistung.

Das Osloer Quintett versteht es Melodie und Ausbrüche gezielt in den zehn Stücken zu platzieren, die sich langsam von bedrohlich-düster zu aggressiv-ballernd entwickeln. Kent, Gitarrist Jonas Leidland, Basser Julian Ofsdal Berg und Schlagzeuger Jostein Lien zelebrieren mal Midtempo-Orgien, mal feuern sie Nackenbrecher (»Void Of Eden Pt II«) ab, doch immer mit einem fetten Groove. Unspoken gelingt es altbekannte Zutaten – (modernen) Death plus Black Metal-Elemente (Gitarren, Drumming) – gekonnt zu kombinieren und technisch / songwriterisch perfekt umzusetzen, Paradebeispiel: »Leviathan Rise«. Ein durchdachter und überzeugender Zweitling, vom Artwork bis zum letzten Ton. (nat)

 Unspoken: Requiem Aeternam Deo

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Ved Buens Ende: Written In Waters
(2006, Candlelight CANDLE0-75CD )

Die Teilnehmer des Avantgarde Metal-Projekts Ved Buens Ende spiel(t)en sonst in Arcturus und Ulver. 1995 debütieren sie mit dem fast einstündigen »WRITTEN IN WATERS«, später wieder aufgelegt via Candlelight. Gleich vorweg: Das Album trifft nicht jedermanns Geschmack und hat überdies mit den beiden erwähnten Combos wenig gemein. Lediglich Arcturus' »LA MASQUERADE INFERNALE« ist ein kleiner Fingerzeig. Ved Buens Ende spielen avantgardistischen, progressiven (Black) Metal, mit vielen Details und verschachtelten Arrangements. Der Hörer braucht Zeit um sich in ihr Debüt hineinzuhören und hineinzufühlen, einzutauchen in ihre rätselhafte Klangwelt.

Die Norweger offerieren Black Metal der hitzigeren Art à la »Den Saakaldte« oder »Remembrance Of Things Past«, garnieren »Autumn Leaves« mit weiblichem Gesang samt gesprochenen Passagen - aber bleiben aufgrund ihrer gesamten Interpretation immer anstrengend. Gerade das Schlagzeug irritiert zutiefst, die Stöcke scheinen wahllos, willkürlich zu fallen, wirken aber dennoch nie unpassend. Gemeinsam mit einem dominanten Bass, einer fast konventionellen Gitarre und Gesang von klar bis schwarzmetallenem Kreischen garantieren sie eine permanent seltsame Stimmung. Erst anhören, dann erwerben. (nat)



Mehr CDs von Ved Buens Ende



Siehe auch:
Arcturus
Ulver

Aura Noir


 Ved Buens Ende: Written In Waters

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Verschiedene: Myrkgrav: »Sjuguttmyra« / Voluspaa: »Ferden Går Videre« – Split
( EP, 2011, Einheit Produktionen ? )

Nur zwei Lieder sind auf dieser Split-EP zweier Einmann-Kapellen aus Norwegen: Myrkgravs Beitrag »Sjuguttmyra« beginnt sehr folklastig mit dem heimischen Nationalinstrument, der Hardanger Fiedel, gespielt von Gastmusiker Olav Luksengård Mjelva. Dann prügelt das Schlagzeug den Song in Richtung Black Metal, Gastsänger Bernt Fjellestad faucht gegen den melodischen Lars Einar Jensen ins Mikro, schließlich endet er in einer harmonischen Gitarrenmelodie.

Voluspaa, alias Freddy Skogstad, rast dagegen von Anfang an schwarzmetallisch durch»Ferden Går Videre«: Dämonische Riffs begleiten das grimmige Schlagzeug, gefolgt von Skogstads bösem Fauchen. Immer wieder unterbrechen gewaltige, melodische Passagen mit teils klarem, dunklem Gesang oder Chören das Lied, das sich zu einer mächtigen (Viking)Hymne entwickelt.

Myrkgrav und Voluspaa, deren Bandköpfe sich nicht nur diese Scheibe, sondern häufig auch das Studio teilen, haben ein majestätisches Stück nordischen Folk-Black Metals geschmiedet, das jeden Fan dieser Richtung begeistern wird – wenn er denn eine der EPs ergattern kann: Die Auflage ist auf 500 Stück limitiert. (nat)



Siehe auch:
Quadrivium

 Verschiedene: Myrkgrav: »Sjuguttmyra« / Voluspaa: »Ferden Går Videre« – Split

Offizielle Website

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Verschiedene: Norwegian Metal Connection Vol. 1
(2012, Trøndercore Records - )

Trøndercore Records aus dem norwegischen Trondheim präsentiert: »NORWEGIAN METAL CONNECTION VOL. 1«. Dieser Sampler bietet Songs von 24 norwegischen Bands, sowohl mit als auch ohne Plattenvertrag – und ist als kostenloser Download erhältlich. Mehr als 100 Minuten bietet er einen guten Einblick in die vielfältige, lebhafte Metalszene Norwegens. Einige Namen kennt der Hörer möglicherweise dank regulärer Veröffentlichung, wie Exeloume, Purified In Blood oder Diskord, andere von den »NORSK URSKOG«-Samplern wie beispielsweise No Dawn, doch der Großteil dürfte für ihn Neuland sein.

Der Metal-Mixling bietet jede Menge Death und Thrash, aber auch Metalcore / Melodic Death Metal von Shadowmind, Hard Rock von Matanzick oder Hardcore (mit Rockabilly-Schlagseite) von Drain The Blood. Eine Bewertung ist schwierig, da Qualität, Interpretation, Klang und Produktion von Band zu Band recht unterschiedlich ausfallen. Fazit: Eine interessante Auswahl, bei der Freunde norwegischen Metals dank des »Preises« nichts falsch machen können und unbedingt reinhören sollten. (nat)



Siehe auch:
Exeloume
Purified In Blood

Diskord

Norsk Urskog


 Verschiedene: Norwegian Metal Connection Vol. 1

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Vesen: This Time It's Personal
(2012, Soulseller Records SSR052 )

Vesen wurden 1998/1999 in Skogbygda mit der Absicht gegründet, dreckigen Black / Thrash Metal zu spielen. Wenn man das mittlerweile vierte Studioalbum »THIS TIME IT'S PERSONAL« hört, sind die Norweger diesem Vorsatz treu geblieben – zumindest bis zu den Klargesängen im vierten Stück »Where The Children Go To Die«. Ansonsten dominieren Krächzgesang und überwiegend thrashige Gitarren den 47-Minüter; schleppende Melodien wie in »We Walk Alone« bleiben die Ausnahme.

Herrlich wie sich das fett groovende »Pressure« oder das eingängige »Triumph« in die Ohren fräst. Abwechslungsreiches Songwriting mit vielen Tempo- und Stimmungswechseln und nur wenigen Längen, handwerklich gut umgesetzt, angemessen produziert: Die Mannen um Sänger/Gitarrist Thomas Ljosåk (der wie Gitarrist/Sänger Ronny Østli auch bei Devil sein Unwesen treibt) liefern eine ansprechende Scheibe ab. Wer das Black'n'Thrash-Genre und/oder Bands wie Aura Noir mag, sollte hier reinhören. (nat)



Siehe auch:
Devil

 Vesen: This Time It

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Vredehammer: Vinteroffer
(2014, Indie Recordings INDIE131CD )

»Vrede« (Zorn) ist Anwärter auf das Wort des Jahres 2014: Die schwedische Band Nivlhel nummerierte alle Songtitel des Debüts von »Vrede I« bis »Vrede IX« durch und Vredehammer stecken den Zorn ebenso in ihren Namen wie ihre Landsleute Midnattsvrede. Passenderweise sind alle drei Kapellen im Black Metal-Bereich angesiedelt, wenngleich der 2009 ins Leben gerufene Zorneshammer auf seinem Debüt noch eine ordentliche Ladung Death dazu packt.

Wen wundert’s, tummelt sich der Gründer Per Valla (Gesang, Gitarre) immer noch bei den angedeathten Schwarzheimern Allfader. Von dort holte er sich auch die nötige Verstärkung für sein ehemaliges Solprojekt, in Form der beiden Allfader-Mitstreiter John Erik Andersen (Bass) und Cato Skivik (Schlagzeug); Kristoffer Hansen an der Gitarre komplettiert die Besetzung. Das Quartett aus Mo i Rana (nur wenige Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises) strebt auf dem 54-Minüter nach technischer Perfektion, mit viel Saitengefrickel und präzisem, aber sterilem Drumming. Die Stärke der Scheibe liegt definitiv in der Gitarrenarbeit (gelungene Riffs, schöne Melodien), die Schwächen im über weite Strecken emotionslosen Songwriting. Anspieltipp: Der Hochgeschwindigkeits-Mosher »Sykdom« in Landessprache – mit einer Viking-Schunkelpassagen-Auszeit. (nat)



Siehe auch:
Nivlhel
Midnattsvrede


 Vredehammer: Vinteroffer

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Vreid: Milorg
(2009, Indie Recordings INDIE019CD )

Bei Vreid herrscht erneut Krieg, genauer gesagt: der Zweite Weltkrieg: »Some Men Fight For Freedom, Some Men Die For You« faucht Sture im abschließenden Titelsong. Mit »MILORG« erinnert das Quartett an die im Mai 1941 gegründete »militær organisasjon«, die größte norwegische Widerstandsgruppe im Zweiten Weltkrieg – und versetzt den Hörer fast vom ersten Takt an in Alarmbereitschaft: Nach einer ruhigen, doomigen Minute heult im Opener eine Sirene und die Nordmänner metzeln schwarzmetallisch los. Binnen der neun Minuten Dauer von »Alarm« agieren sie äußerst facettenreich, drosseln das Tempo, wexeln zu epischen Passagen, Sture keift mal zornig, singt mal wehmütig klar.

Der Opener kennzeichnet perfekt den Weg, welchen die »pechschwarze Brigade« auf dem »I KRIG«-Nachfolger beschreitet: Melodiös, vielfältig, atmosphärisch arrangieren Sture, Ese, Hváll und Steingrim die acht Lieder, streuen in ihr Extrem Metal-Gewitter immer wieder progressive Parts. Finsterer Gesang trifft auf intelligente, teils mehrstimmige Leadgitarren wie in »Blücher« (seines Zeichens ein schwerer Kreuzer mit kurzer Lebensdauer: Bereits beim erste Kampfeinsatz am 9. April 1940 im Oslofjord kenterte das Schiff). Das anschließende instrumentalen »Blücher Pt. II« startet mit ähnlicher Saitenarbeit, endet aber in Akustikgitarren und Orgelklängen. Ja, der norwegischen Black Metal ist noch lange nicht ausgereizt – wie Vreid mit ihrer bis dato originellsten Scheibe beweisen. (nat)



Mehr CDs von Vreid


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 Vreid: Milorg

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Vulture Industries: The Malefactor's Bloody Register
(2010, Dark Essence Records KAR056 )

Vorhang auf für die nächste avantgardistische, experimentelle Metalband aus Norwegen: Vulture Industries, die wie so viele ihrer Landsleute die Wurzeln im Black Metal hat. Auf dem zweiten Album »THE MALEFACTOR'S BLOODY REGISTER« ist davon jedoch nichts mehr zu spüren. Verspielt bis hektisch stolpern die Bergener um Sänger Bjørnar E. Nilsen durch komplexe, theatralische, manische Sphären. Sicherlich gibt es jede Menge experimentelle Kapellen in ihrer Heimat: Die progressiven Borknagar, die kreativen Enslaved, die abgedrehten Animal Alpha oder die völlig übergeschnappten Atrox.

Doch was das Quintett hier fabriziert, ist schon sehr erstaunlich, wenn nicht bis dato ungehört. Blitzschnelle Rhythmus-, Geschwindigkeits- und Stimmungswechsel bilden das Fundament, darüber torkeln bisweilen groteske Keyboard und Gitarrenmelodien, über allem schwebt schließlich der »Gesang«: Tiefes Grunzen, Flüstern, dramatisch opernartige Höhenflüge. Wem das immer noch zu langweilig ist, der lausche dem Saxofon auf Stippvisite in »Hangman's Hatch« oder den umherflirrenden Gästen an Geige, Cello, Hammondorgel – übrigens gespielt von Enslaveds Herbrand Larsen. Viel Spaß! (nat)



Siehe auch:
Borknagar
Enslaved

Animal Alpha

Atrox


 Vulture Industries: The Malefactor

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