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Lange Rezensionen 1 - 10 von 20 im Genre »Rock« und Land »Grenzgänger« (insgesamt 25)

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Aigi: Hilat
(2009, Eigenverlag)

Liebe Produzenten der nächsten Serie zu den Helden der nordischen Mythologie, sucht nicht länger nach dem passenden Soundtrack: Die Sami-Folkrocker Aigi bieten auf ihrem Debütalbum »HILAT« eine gefällige Mischung aus Ethno-Sounds und einer sehr entschärften Metal-Variante, die man getrost auch Kindergarten-Kids zumuten könnte. Bisschen mystisch, bisschen gothic, bisschen Walle-Walle: Das passt doch bestens zum geheimnisvollen Charme der skandinavischen Götterwelt! Die Bandmitglieder stammen aus Norwegen und Finnland. Sängerin Anne Gro Gaup aus dem dem nordnorwegischen Weiler Kautokeino ist hörbar mit der Tradition des samischen Kehlkopfgesang Joik aufgewachsen. Ihre Joik-Einflüsse sind auf Hilat ohrschmeichlerich arrangiert.

»HILAT« heißt übersetzt aus dem Samischem »Glut«, und das Quartett macht auf dem Erstling unmissverständlich deutlich: Da ist Feuer unterm Eis! Bei allem Respekt vor dem Versuch, samische Folklore mit modernen Dark Rock- und Metalsounds zu verbinden: Leider ist das Ergebnis sehr brav ausgefallen. Die Songs ähneln einander wie ein Schneehuhn-Ei dem anderen. Gitarrist und Komponist Olav Johan Aura will hörbar nirgendwo anecken. Auf dem Wave-Gothic-Treffen in Leipzig dürften Aigi gleichwohl sehr gut beim Publikum ankommen. (emv)

 Aigi: Hilat

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Anguish: [ohne Titel]
(2018, RareNoiseRecords RNR100/RNR100LP )

Zum zehnjährigen Jubiläum bringt das in jüngerer Zeit immer mehr internationale Aufmerksamkeit erfahrende New Yorker Label RareNoiseRecords ihre Nummer 100 heraus. Für dieses Ereignis konnten die beiden Labelmacher eine geradezu spektakuläre und vor allem grandiose Truppe internationaler Musiker gewinnen. Der Begriff »Supergroup« wird ja oftmals allzu leichtfertig für Gruppen genutzt, die weder »All-Stars« noch superbe Künstler sind. Das ist hier anders: Anguish setzt sich nämlich zusammen aus Mitgliedern der enorm einflussreichen deutschen Band Faust (Hans Joachim Irmler), der US-amerikanischen Hip-Hop-Gruppe Dälek aus Newark), New Jersey (Will Brooks und Mike Mare) und den beiden Schweden Mats Gustafsson und Anders Werliin, die nicht nur auf »Nordische Musik« mit ihren zahlreichen Bands zwischen Rock und Jazz wie FIRE! / Fire! Orchestra, The Thing, Wildbirds & Peacedrums, The End usw. hohes Lob erfahren haben.

Als Anguish verbinden die Quintettmitglieder nun eben diese verschiedenen stilistischen Einflüsse zu einem energetischen, mitreißenden Strom aus Ideen und Intensität; rauer Hip-Hop mit elektronisch verfremdeten Gitarren trifft auf Gustafssons variables Tenorsaxofon trifft auf den rollenden Synth-Krautrock der Faust-Schule trifft auf schwebende Industrial-Sounds und Noise-Rock. Und doch bleiben die neun Stücke des Albums stets eingängig, selbst in den feinen experimentellen Kanten fast Pop Art. An drei Tagen im Sommer 2018 wurde diese Scheibe in Irmlers Faust-Studio im schwäbischen Scheer an der Donau eingespielt und erinnert in ihrer Power und der Kreuzung aus gegenwärtigem elektrischem Jazz und elektronisch durchsetztem Rock auch an David Bowies letztes Album mit der Band von Saxofonist Donny McCaslin, das immerhin ebenfalls von Hip Hop beeinflusst war. Vergleichbares muss man lange suchen; allenfalls das Projekt 13 & God der US-Hip-Hopper Themselves und der süddeutschen Pop-Jazz-Indie-Band The Notwist kommt in den Sinn. (ijb)



Siehe auch:
Fire! Orchestra
The End

Mats Gustafsson & Sonic Youth With Friends

Wildbirds & Pracedrums


 Anguish: [ohne Titel]

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Blues Pills: Blues Pills
(2014, Nuclear Blast - )

History repeating. Nehmen wir die Mode: Die 90er haben die 70er wiederbelebt, die 00er die 80er, und die 2010er wiederum die 90er, die die 70er … Nichts anderes passiert in der Musik: Sei es das derzeitige Thrash-Revival, das den End-80ern huldigt – oder die Bluesrocker, die sich an weißen Kapellen der 60er und 7-er orientieren, die sich wiederum von den schwarzen Bands der Jahrzehnte davor inspirieren ließen. Mit den Blues Pills liegt nun der dritte oder vierte Genre-Aufguss vor, dieses Mal als länderübergreifende Kooperation mit Hauptwohnsitz im schwedischen Örebro.

Im Jahre 2011 stolperte die schwedische Sängerin Elin Larsson in Kalifornien über zwei Halbbrüder Iowa, aus Zack Anderson (Bass) und Cory Berry (Schlagzeug). Auf Garagen-Jam-Sessions folgte kurz drauf die erste EP, doch der Stein kam erst richtig ins Rollen, als Zack und Cory auf einer Tour mit ihrer Band Radio Moscow den 16-jährigen französischen Gitarristen Dorian Sorriaux kennen lernten. Komplettiert durch das Bandküken und zwei EPs später ergatterte die Multikultitruppe einen Vertrag mit Nuclear Blast und debütiert im Sommer 2014 mit »BLUES PILLS«. Außer neu den arrangierten Stücken der EPS (wie »Devil Man«) finden sich auf dem 43-Minüter diverse Neukompositionen. Um das retro-Feeling auch produktionstechnisch auszuleben, hat das Quartett die Scheibe komplett analog aufgenommen und sogar Gitarre, Bass plus Schlagzeug live eingespielt, später ergänzte es weitere Gitarrenspuren und den Gesang. Auch die Illustration des Covers atmet den Geist der späten 60er und stammt aus der Feder der Künstlerin Marijke Koger-Dunham (The Beatles, Cream). Ein paar psychedelische Promobilder dazu, schon ist das Vintage-Paket geschnürt.

Und die Musik? Nun … Sängerin, Bluesrock, 60er, 70er – wie wäre also ein Vergleich mit Janis Joplin? Schlecht. Elin Larsson ist von Janis Joplin so weit entfernt wie Saturn von Uranus. Sagen wir, Blues Pills liegt in der Schnittmenge aus Jefferson Airplane, Free und diversen Combos, die – mehr oder minder berauscht – auf der Bühne des Woodstock Festivals standen. Und genau das ist das Problem: Alles schon mal dagewesen. Hier fehlt die deutliche Duftmarke, wie sie beispielsweise die Black Crowes (zumindest mit ihren ersten beiden Alben) im Retro-Bluesrock-Genre setzen konnten. Pluspunkte gibt es für die sehr gute Stimme Larssons, den unglaublich fingerfertigen Sorriaux an der Gitarre, die technisch makellose Rhythmustruppe sowie die erdige Produktion. (nat)

 Blues Pills: Blues Pills

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The Don Darlings: The Shortest Straw
(2010, Alleycat Records /Soulfood ALC 020 )

Der Teufel lebt in Dallas. Endlich haben wir Gewissheit. Aber wie es mit dem Teufel so ist, er lässt sich trotz fester polizeilicher Meldeadresse nicht via Google Maps verorten. Treibt sein faustisches Spiel zwischen Prärie, Sandwüste, Saloon und nächtlichen Kirchhöfen. Die Don Darlings wissen das genau und zeigen einen gehörigen Respekt vor dem Herrn mit dem Pferdefuß. Mit geziemendem Ernst distanziert sich das schwedische Quintett auf seinem Debütalbum »THE SHORTEST STRAW« entschieden von der angepassten, bambiäugigen Country-Tradition und schlägt sich bewusst auf die dunkle Seite, die Verliererseite. Heimeligkeit ist es hier nicht. Johnny Cash und Lee Hazlewood nicken zustimmend vom Himmel herunter, Tom Waits und Nick Cave nehmen noch einen Schluck Southern Comfort. Das Getränk hieße in diesem Fall besser Southern Anxiety. Draußen geht der Teufel um.

Dämmerig, fast schon dunkel ist es in der Welt der Don Darlings. Trost findet man hier nur im Alkoholkonsum und der Gewissheit, dass Satans Gegenspieler den Kampf noch nicht aufgegeben hat. Den Schweden gelingt es, eine perfekte Balance zu halten zwischen untergründigere Ironie und selbstbewusster Ernsthaftigkeit. Sie vertrauen der Kraft des Blues und kombinieren sie mit einer gehörigen Achtung vor den grundlegenden Dingen des Lebens. Schmerz. Getriebensein. Fallen. Aufstehen, irgendwie. (emv)



Mehr CDs von The Don Darlings

The Don Darlings: The Shortest Straw

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Lars Duppler: Rætur
(2010, Earache /Edel 0206178 )

Auch nach zwei Wochen »Rætur« ist sich der Rezensent unschlüssig. Ohne Frage ist das alles hier sehr gekonnt, sauber musiziert – manchmal groovt es, andernorts werden ambitioniert Klänge geschichtet und gebastelt, und die zwölf Kompositionen spannen einen Bogen aus dem 17. Jahrhundert bis zu drei aktuellen Duppler-Eigenkompositionen – und es soll absolut als Kompliment zu verstehen sein, dass man das beim besten Willen nicht hört: Das Album ist aus einem Guss, trotz der vielen Stimmungen. Duppler, Sohn einer Isländerin und eines Deutschen, ist 35 Jahre alt, und das Eröffnungsstück wirkt tatsächlich, als wäre es genau so alt: Da wird auf die Zwölf und ohne schlechtes Gewissen dem Rockjazz, Jazzrock, Progrock der Siebziger gefrönt – mit Fender Rhodes, Moog und Seventies-Gitarrero. Jazz ist das nicht. Allenfalls Gelegenheitsjazz für den retro-orientierten Rockfan der Sorte »Ich mag ja eigentlich keinen Jazz, aber ...« Ist das nun halbherzig oder clever? Dann gibt's auch noch zwei sauber produzierte Popsongs mit dem isländischen Rockstar Pétur Ben, die die ganze Chose noch mehr in Richtung Angepasstheit ziehen.

Es wird einfach kein Schuh draus. Fast alle Lieder gehen links rein und rechts raus. Wenn Lars Duppler hier sein Gesellenstück abliefern wollte, wird leider trotz Ambition und Strebens nach technischer Perfektion deutlich, dass es der Musik an Prägnanz fehlt. Als Beispiel kann jedes Stück dienen: Man höre etwa die Version von Björks »Venus As A Boy«, ach so fantasievoll wie unmotiviert mit Autohupen im Sound-Design. Läuft die CD beim Autofahren mit, denkt man jedes Mal, man sei gemeint und schaut sich um. Und doch hört man »Rætur« einen Tag später noch einmal an, um herauszufinden, ob da nicht doch irgendwo Substanz oder eine gut komponierte, in Erinnerung bleibende Melodie dabei war. Trotz all dieser Vorbehalte ist das kein schlechtes Album, und man will ihm nicht so richtig böse sein. Vielleicht wird das nächste ja richtig stark. Aber vielleicht auch nicht. Irgendwie scheint es egal zu sein. Nur bitte nicht unter »Jazz« einsortieren! (ijb)

Lars Duppler: Rætur

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Havnes.Järymr.Serries: Distant Curving Horizon. The Primal Passage. Beneath The Scorching Sun.
(2018, Midira Records MD049 )

Das Avantgarde-/Rock-/Noise-Label Midira Records kommt nach fünf Jahren bereits bei der 50. Veröffentlichung an. Doch die Nummer 49 ist erst einmal das namenlose Trio der beiden Gitarristen Eirik Havnes (Norwegen) und Dirk Serries (Belgien) mit dem aktuellen Motorpsycho-Drummer Tomas Järmyr (Schweden). Wie die Band so trägt auch das Album nicht wirklich einen Namen, nur die drei Titel der epischen Stücke der CD, die sich gleichwohl in einem langen Track von knapp 55 Minuten auf der CD befinden. Järmyr und Havnes waren 2014 bereits als Saw aktiv, Serries und Järmyr als The Void Of Expansion. Während beide Duos neue Aufnahmen ins Auge fassten, entschied man sich schließlich, es gleich zu dritt zu versuchen. Das Ergebnis dieser ersten Triobegegnung, aufgenommen vor fast drei Jahren in einem Kellerstudio in Trondheim, bildet nun dieses Album.

Die frei improvisierte Natur merkt man dem streckenweise zögerlichen Finden einer gemeinsamen Stimme zwar an, doch darin liegt auch eine schöne Qualität der Aufnahme. Das in einer limitierten Auflage von 250 Stück veröffentlichte Album zählt zu den besseren Postrockprojekten – flirrend, schillernd, schwebend, streckenweise halluzinogen. Epischer Drone-Postrock, der langsam aus der Stille entsteht, kraftvolle Passagen von faszinierend vielfarbigen Gitarrenklangbildern durchwandert und über die knappe Stunde hinweg schöne Kontraste ausspielt. (ijb)



Siehe auch:
B/B/S/
Eirik Havnes mit Natalie Sandtorv

Tomas Järmyr mit Motorpsycho

Tomas Järmyr mit Arne Torvik


 Havnes.Järymr.Serries: Distant Curving Horizon. The Primal Passage. Beneath The Scorching Sun.

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Hellacopters Rockabilly Tribute: Dancing On Your Graves
(2010, Wild Kingdom KING056CD )

Die wunderbaren Hellacopters sind leider seit ihrem Abschiedswerk »HEAD OFF« vor zwei Jahren Geschichte – nun tanzt eine Horde Rockabillies auf ihrem Grab. »DANCING ON YOUR GRAVES« startet mit der Camtwisters-Version des punkigen Klassikers »(Gotta Get Some Action) Now!« vom »SUPERSHITTY TO THE MAX«-Frühwerk (1996). Doch auch spätere Titel, wie der Opener des 2005er »ROCK & ROLL IS DEAD«-Albums finden ihren Werk auf die Compilation: »Before The Fall« interpretieren die Rockabillians neu.

Der Geist der Fünfziger haucht den dreizehn ausgewählten Stücken neues Leben ein, vom angejazzten »By The Grace Of God« bis zum Blues-Rock'n'Roller »No Angel To Lay Me Away«. Wer Rockabilly-Sound UND die Hellacopters mag, sollte unbedingt diese Neuauflagen ihrer Kulthits mit Kontrabässen, Rock'n'Roll-Gitarren, Klavier und treibendem Schlagzeug anhören. Großer Spaß. Und jetzt: Schnippt mit den Fingern, klatscht in die Hände, schwingt die Hüften, schüttelt die Schultern und tanzt bis die Wände wackeln! (nat)



Siehe auch:
Hellacopters

 Hellacopters Rockabilly Tribute: Dancing On Your Graves

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KUU!: Lampedusa Lullaby
(2018, ACT /Edel ACT 9857-2 )

Zwar spielt bei KUU! lediglich ein nordeuropäischer Musiker mit, doch was der finnische Gitarrist Kalle Kalima hier mit dieser Band (der Name ist auch finnisch und bedeutet Mond) veranstaltet, ist schlichtweg grandios - sind Jazzer doch die besseren Rocker?

Langsam, langsam: KUU! entziehen sich erfolgreich jeder Kategorisierung. Die Musik ist extrem energiegeladen, doch hinter dem Rock-Gewand verstecken sich jazzige Artistik, punkige Rotzigkeit und alle möglichen skurrile Einfälle. Aber vor allem sind es Songs – Songs von großer Klasse und großer Emotionalität, die sich den Hörer sofort erobern und nach 46 Minuten die Repeat-Taste drücken lassen.

Wie man das vom Hauptkomponisten Kalle Kalima kennt, überrascht er immer wieder: Hier mit der Besetzung von zwei Gitarren, Drums und Sängerin. Jelena Kuljić ist ein Ereignis, ihre Stimme bricht sich den Weg durch die Membranen der Boxen. Auch sonst ist die gebürtige Serbin ein Naturereignis, mit Punk- und Jazzhintergrund ist sie als Schauspielerin Mitglied der Münchner Kammerspiele. Unglaublich ihre Kraft, sie spielt gekonnt mit Stimmungen – und sie hat einige Texte geschrieben, hier surrealistisch, dort beobachtend. Auch die beiden übrigen Musiker verdienen Lob: Christian Lillinger am Schlagzeug treibt die Band an, mit viel Dynamik changiert er zwischen kreativer Pause und Explosion. Frank Möbus schließlich an der zweiten Gitarre bildet einen klanglichen Kontrast zu Kalima, beide sind ausgewiesene Sound-Tüftler und bilden zusammen ein fantastisches Gitarren-Duo. Insgesamt eine Band wie eine Lawine! (tjk)



Siehe auch:
Kalle Kalima

 KUU!: Lampedusa Lullaby

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Laakso: My Gods
(2005, V2 /EMI VVR1032958P )

Der Zeitraffer zeigt: Es hat sich einiges getan im Hause Laakso. 1999 trafen sich die Gründer in einer Studenten-Kantine in Uppsala. Damals wurde ausschließlich in finnisch gesungen, auf dem Debüt noch finnisch/englisch, jetzt ausschließlich auf englisch. Schließlich agiert man nun international. Nicht nur, dass die Band durch zwei Schweden ergänzt wurde – auch der Labelwechsel zu V2 zeugt von gestiegenen Ambitionen.

Auf musikalischer Seite wurde viel entfranst, die – immer noch herrlich akzentbeladene – Stimme begradigt und mit zusätzlichen Synthesizern eine neuer Facettenreichtum entdeckt, der trotzdem das Album wie aus einem Guss erscheinen lässt, allerdings dem Charme abträglich ist. Auch wenn einige Songs nicht die Größe des Vorgängers erreichen, reißt der Spannungsbogen nie ab, reicht von entspannt bis aufgewühlt und dramatisch. Schmerzlich und verzweifelt scheinen die Begegnungen auf der Hamburger Reeperbahn verlaufen zu sein, glücklicher so manche Herzensangelegenheiten. Die verschwurbelte Glockenspiel-Single »High Drama« stellt den Höhepunkt eines Albums dar, das mit Gefühlen, Songwriting und Eigenständigkeit nicht geizt. (maw)



Mehr CDs von Laakso

 Laakso: My Gods

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Metal Ghost: 1
(2013, QQ5/JSM /Rough Trade 4250788800224 )

Nach zwei Phasen als Noiserocker 18th Dye (1991-1999 und 2005-2010) haben die Musiker des deutsch-dänischen Trios endgültig eingesehen, dass sie miteinander nicht (mehr) klarkommen. Doch zwei Drittel der Band (Heike Rädeker und Piet Bendtsen) kamen schon bald danach wieder zusammen, nahmen in 2010 Århus und 2011 Hamburg zehn neue Nummern auf und nennen sich nun, weitere zwei Jahre später, Metal Ghost. Den Allerweltsnamen wird sich nicht jede/r merken können (»Irgendwas mit Metal, glaub ich...«), aber das ist nicht schlimm, denn auch die Songs prägen sich nicht unbedingt ein.

Was nicht heißen soll, dass sie schlecht wären. Im Gegenteil, »1« ist eine durch und durch sympathische Scheibe, die sich das Prädikat »Remember the Nineties« auf die Fahne geschrieben hat und gut unterhält. Es wird munter indie-alternative-schrammelig gerockt und gefeiert, wobei niemandem auffällt, dass Matal Ghost nur zwei Leute sind und - laut CD-Info - gar keine Gitarre spielen, sondern nur aus Bass und Schlagzeug bestehen. Übrigens: Noisy wirds trotz schönen Verzerrern nicht wirklich, und mit Metal haben die Ghosts auch nicht das geringste am Hut. »Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg Kulturbehörde« [sic]. (ijb)



Siehe auch:
The Raveonettes

 Metal Ghost: 1

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