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Lange Rezensionen 171 - 180 von 421 im Genre »Rock« und Land »Schweden« (insgesamt 691)

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The Hives: Lex Hives
(2012, Columbia)

Spiels nochmal, Sam! Dass die Schweden auf ihrem fünften Album alle gängigen Klischees des Dicke-Lippe-Garagenrock bedienen, kratzt nicht an ihren Super-Egos. Hauptsache, der Coolness-Faktor stimmt und Schweiß und Testosteron werden massenhaft ausgestoßen! Fast fünf Jahre lang haben sich die am stylishsten gekleidetenRocker um Über-Derwisch Screaming Pelle Almqvist Zeit gelassen mit dem neuen Werk »LEX HIVES«. In guter alter Tradition werden hier keine Gefangenen gemacht: Das Tempo ist hoch, die Energie heftig, und das revolutionäre Potenzial aus dem Hinterhof ungeheuer. Sich mit jedem Album neu zu erfinden ist die Sache der Hives nicht.

Dass sich die Hives im Grunde nur selbst zitieren, wird angesichts der pulsierenden Lebendigkeit nur schmallippige Puristen wirklich stören. Lustvoll zitieren die Mannen aus Fagersta in »Wait A Minute« die großen Slade oder wechseln mit »Without A Money« gekonnt ins glaubensfeste Soul-Lager über. Aber ihre eigentliche Sache ist das großspurige Rocken im atemlosen Schnelldurchgang wie in »If I Had A Cent«. Nach knapp dreißig Minuten ist der Spaß schon wieder vorbei. Ob man dafür eine halbe Dekade Vorlaufzeit braucht, mögen die Krittler entscheiden.
(emv)



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The Hives: Lex Hives

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Holiday With Maggie: Welcome To Hope
(2006, Wall Of Sound WR38 )

Im Blindtest wäre hier wohl jeder durchgefallen. Ein bisschen Pop-Punk, ein bisschen typisches Emo-Gesäusel und der über Jahre gleichbleibend klingende Collegerock. Klar, den Verschnitt einer amerikanischen Emo-Band kennt man seit den Erfolgen von Something Corporate, Fall Out Boy, Amber Pacific und all den austauschbaren Soundklonen zu Genüge. Dass manche Labelchefs bei ihren Bands noch durchsteigen, hat wohl eher mit Zufall zu tun als mit Aussehen oder Klangkostüm der Bands. So wie bei dieser.

Und hätte man vom Cover auf den Inhalt dieses Album schließen sollen, dann wäre man kläglich mit seinem Voting fürs Singer/Songwriter-Genre gescheitert. Kann ja auch keiner ahnen, dass sich hinter diesem Namen ein zum Duo geschrumpftes Quartett aus Gävle versteckt, dass so manches Original von den Playlisten der US-Collegeradio-Stationen verdrängt hat. Tausendfach bewährt, höflich und unaufmüpfig erzählen sie von Herz und Schmerz – das berührt aber selten und tut noch weniger weh. Und bis sich das ändert, müssen sie sich damit zufrieden geben, die amerikanisch klingendste Emo-Band außerhalb der USA zu sein. (maw)

 Holiday With Maggie: Welcome To Hope

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Holmes: Burning Bridges
(2012, Black Star Foundation /Cargo )

In der Kunst der Verlangsamung streben Holmes nach Vollendung. Auf seinem dritten Album »»BURNING BRIDGES« nähert sich das halbe Dutzend Provinzschweden einer Ästhetik an, wie sie in Jim Jarmuschs todessehnsüchtigem Western »DEAD MAN« auf höchstem Niveau gepflegt wird. Diese Assoziation wird noch dadurch verstärkt, dass Sänger Kristoffer Bolander stimmlich sehr an Neil Young erinnert, der den Soundtrack zur dieser letzten Reise eines dekorativ sterbenden Johnny Depp beisteuerte. Eine rauchzarte Melancholie treibt durch Songs wie das nostalgisch reduzierte Balladenstückchen »Night Bright Night«. Ohne das beseelte Akkordeon von Larisa Ljungkrone geht bei diesen schüchternen Landeiern gar nichts, und ohne das einfühlsame Piano fühlte man sich hier schnöde alleingelassen.

Trotz aller Lippenbekenntnisse zu folkigen Americana und countryesker Seelenschwere flirrt bei Holmes häufig eine gitarrenflirrende Poppigkeit mit, die so gar nicht nach Kuhdung riecht. Und immer wieder flirten die Schweden mit den großen Gefühlen wie im zur großen Geste ausholenden »Captain Weakheart«, die schon fast ins Isländisch-Postrockige abdriftet. Ohne allerdings die schmerzende Intensität ihrer Landsleute von Solander zu erreichen. Wir können hier Seele und Herz im blauen Dämmerlicht eine ausgedehnte Auszeit nehmen lassen. Aber damit bewahren wir doch immer wieder den Status Quo. (emv)



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Solander

 Holmes: Burning Bridges

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The Horror The Horror: Wired Boy Child
(2008, Tapete TR121 )

Die Zerrissenheit ist da. Das Verlorensein, die Sehnsucht, die Suche nach dem richtigen Ausdruck. The Horror The Horror versuchen es wieder mit zwei gegenläufigen Gitarren, einem spritzigen Bass und einem Sänger, der das typisch schwedische Retro-Timbre aus seiner Kehle atmet. Diese Schule ist bewährt und bekannt, klammert aber inzwischen alles Hipstermäßige aus – sind doch die angesagten Klangideale der Rockwelt derzeit anders gelagert.

»WIRED BOY CHILD« knüpft fast nahtlos an seinen Vorgänger an, ohne dessen Hitpotenzial noch einmal zu erreichen: Auf den Punkt gespieltes Slackertum, etwas gesetzter vielleicht, und mit dem ein oder anderen Moll-Akzent mehr auf dem Notenblatt. Die Single » (Yes) I'm Coming Out« zeigt ein freundliches, an Traditionalismen angeknüpfendes Gesicht. Es geht um Selbstaktivierung und ewige Themen. »It Was Everything, Everything! « klaut den Strokes wieder einmal die Gitarren, und der Titeltrack geht gekonnt übers Wasser und quer durch Jahrzehnte des Gitarrenpops. Es scheint, als ob The Horror The Horror dabei sind, ihre eigene Nostalgiewelt zu erschaffen. (maw)



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The Horror The Horror: Wired Boy Child

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Houston: Houston
(2010, Rocket Songs ROCKET002 )

Houston, Houston, Houston … gab's vor 30, 40 Jahren nicht schon mal so was Ähnliches namens »Boston«? Klangen die nicht so ähnlich? Und wie sah noch mal deren Logo aus? Fragen über Fragen … Die Musik der schwedischen Debütanten klingt auf »HOUSTON« jedenfalls stark nach oben erwähnter Epoche, nach Bands wie Foreigner, Boston, Survivor oder gar Bon Jovi.

Das Duo, bestehend aus Sänger Hampus »Hank« Erix und Schlagzeuger Freddie Allen, bedient sich kräftig in den guten alten Zeiten, setzt auf idiotensichere Kompositionen und Arrangements. Dabei unterstützen sie diverse Gastmusiker mit süßlichem Keyboardgeklimper, hundertfach-gehörten Gitarrenmelodien und Gastgesang. Um die fehlende Individualität zu vervollkommnen, packen die Schweden auch noch schmalzige Texte wie »Give Me Back My Heart« obendrauf. So wird dieses Werk zu einer wunderbaren Hilfskrücke für ältere Semester: Für eine sentimentale Zeitreise zurück in deren Jugend. Alle anderen lassen besser die Finger davon. (nat)

 Houston: Houston

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Sofia Härdig: Changing The Order
(2018, Filthy Records /Broken Silence FILTHREC008 BS01728 )

Nach ihrem kraftvollen, bluesigen Gitarrenalbum wechselt Sofia Härdig den Gang bzw. die »Ordnung«, wie der Titel ihres neuen Albums verheißt. Gemeint ist: »CHANGING THE ORDER« wurde zumeist ähnlich energisch wie der Vorgänger, doch der Sound ist ein gänzlich anderer. Gitarren sind vorwiegend synthetisch verfremdet oder wie in »Hellacopter« tief im Mix vergraben, klassisches Rock-Schlagzeug fällt durch fast vollständige Abwesenheit auf (Knut Finsrud gastiert bei zwei Songs). Viele Synths, Beats, programmierte Drums und Soundscapes verbindet Härdig mit kräftig pulsierenden Bässen, schwelenden Klangbildern, Effekten und dem ein oder anderen versteckten Cello. Es dauert bis zum neunten Stück, bis druckvolle, verzerrte Gitarren einmal die Oberhand gewinnen, und auch hier entsteht mehr der Eindruck eines fieberhaften Klanglabors als der gewöhnlicher Rockmusik.

Katrine Amsler (Television Pickup, Shitney) und Gitarrist John Essing steuern »additional synths« bei; Simon James Phillips sitzt am Flügel, doch gehen seine Beiträge doch etwas unter in dem sehr eigenwilligen elektronischen Gesamtbild. So sind die Stücke häufig mehr Tracks als Songs, was der Platte vielleicht den Eindruck eines Übergangswerks verleiht. Schön aber, dass Sofia Härdig (wie zuvor) den Mut behält, Brüche und intuitives Songwriting ungeglättet stehen zu lassen, denn »CHANGING THE ORDER« ist zwar kein einfach zugängliches, aber ein sehr starkes Album, das man, einmal gepackt, für seine Energie und Fantasie leidenschaftlich lieben kann. (ijb)



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Siehe auch:
Simon James Phillips
Katrine Amsler


Sofia Härdig: Changing The Order

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I Got You On Tape: Spinning For The Cause
(2009, Tigerspring 382649 )

I Got You On Tape waten metertief in der Melancholie und kommen nur schleppend voran, wobei die Gitarren durchaus etwas mehr lärmen und schneller laufen dürfen als noch zuletzt. Und doch bleibt diese Mischung ein reiner Anachronismus: Düsterer Neo-Wave mit männlichem Timbre in der Machart von Interpol und den Spurenlesern der 70er-Jahre-Avantgarde ist heute kaum mehr als eine blasse Erinnerung an die Vergangenheit und ziemlich entkoppelt vom derzeitigen Geschehen in der Popwelt. I Got You On Tape kommen zu spät oder eben noch viel zu früh, um international aufhorchen zu lassen.

In diesem Fall darf man aber der Uncoolness anheim fallen. »Spinning For The Cause« lädt geradewegs dazu ein. Da sind die dunkel-harmonischen Melodien, die getragen werden von übersichtlich geschlagenen Gitarren und lockeren Synthie-Einwürfen, die in nächtliche Sphären entschweben und die einmalige graugekörnte Stimme Jacob Bellens (singt auch bei Murder) in Position setzen, die perfekt und unverwechselbar über den Songs thront. Pluckernde, minimale Songs, gepaart mit ruppigen und fast aufbrausenden Tracks, die die Spielbreite auskosten, die ihnen die Referenzbands einräumen, liefern die notwendige Abwechslung. Und spätestens bei »The Blacksmith« ist dann auch wieder diese Hymnenhaftigkeit da, die gerade auch beim wunderbar reduzierten Song »Polkadots« und dem herausragenden »Talk About The Treadmill« ins Herz schleicht und danach auch nicht mehr gehen will. Ergreifend ist wohl das richtig Wort dafür, wenn man bei »Beggars And Bangers« die Traurigkeit fast schon körperlich zu spüren vermag. Und es dabei trotz großen Gesten und Pathos galore nie kitschig wird. I Got You On Tape versprühen den Zauber des Moll. (maw)



Siehe auch:
Murder
Kasper Bjørke


 I Got You On Tape: Spinning For The Cause

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Immanu El: They'll Come, They Come
(2007, And The Stars Records ATS002 )

Vielleicht trauen wir uns das im Leben nur einmal: so verträumt, romantisch, ernsthaft, naiv und hingebungsvoll zu sein. Vielleicht nur mit 19 Jahren wie die Strängberg-Zwillinge Claes und Per, die beiden kreativen Köpfen hinter dem Quartett aus Göteborg. Mit ihren gefühlsbetonten, aber nie ins Überkandidelte oder Süßliche abdriftenden epischen Klanggebilden treten sie eine Reise in das unbekannte Land hinter dem Horizont an – wie die Ritter auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Das kann durchaus ein spiritueller Weg sein, aber mit oberflächlichem Esoterik-Getue haben diese ausufernden und unschuldigen Songs nichts zu tun. Es geht hier um Wichtigeres: um den Versuch, sich der größtmöglichen Form von Schönheit anzunähern – im Wissen um die Vergeblichkeit eines solchen Unterfangens

Wer Immanu Els Musik verorten will, stößt zunächst auf den Postrock und eine gewisse künstlerische Nähe zu EF. Eine sanfte Form von Postpop (gibt's das?) träfe die Sache eher. Sehnsüchtige Gitarren und ein empfindsames Piano mäandern und vereinigen sich zu einem mächtigen Strom, und das Cello von Jonatan Hammar bricht Herzen. Und darüber die helle, zurückgenommene Stimme von Claes Strängberg. »THEY'LL COME; THEY COME« ist ein Kleinod in dieser lauten Welt. Einfach nur schön. (emv)

 Immanu El: They

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Imperial State Electric: Reptile Brain Music
(2013, Psychout Records /Soulfood - )

An die niederen Instinkte appellieren Imperial State Electric mit ihrem Album »REPTILE BRAIN MUSIC«: Das Reptiliengehirn alias Stammhirn ist evolutionsgeschichtlich der älteste Hirnteil. Er regelt die primären Lebensfunktionen wie Atmung, Herzschlag und Nahrungsaufnahme, steuert die ältesten Mechanismen wie Überlebenssicherung, Angriff- und Selbstverteidigung. … mal sehen bzw. hören welchen Reflex der Drittling des schwedischen Quartetts Andersson, Egge, De Borst, Eriksson auslöst.

Der 34-Minüter der Truppe um Nicke Andersson (The Hellacopters, The Solution, Entombed) startet in bester Hellacopters-Manier: Stampfend, groovend, mitsingtauglich. Auf mehrere Midtempo-Nummern folgt das antreibende Titelstück »Reptile Brain«, in dem Basser Dolf De Borst (The Datsuns) den Leadgesang übernimmt. Der Anspieltipp des Albums ist allerdings nicht dieses, sondern »Born Again«, mit lässigen Melodien und satten Rhythmen. Und warum der Album-Name? De Borst: »We want people to bypass some of their pseudo intellectual abilities when it comes to music and art«. Also nicht denken, sondern genießen: Ein dreckiges Dutzend guter Laune-Lieder zwischen Rock und Roll, mit einigen balladesken Momenten. (nat)



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Siehe auch:
The Hellacopters
The Solution

Entombed


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Industri Royal: Tacky Skills
(2009, Alleycat Records /Soulfood ALC016 )

»Warum so ernst«? möchte man viele junge Rocker fragen. Jungs, schaut doch nicht immer so Coldplay-mäßig weltschmerzig daher! Lächeln, bitte! Wir finden euch trotzdem cool! Industri Royal haben mit hehren Zielen nichts am Hut, sondern sind bekennende Spaßgaragenrocker mit einem guten Schuss Pop-Fröhlichkeit. Schreiben höchst tanzlustig machende Mitsinglieder. Das tun Kapellen wie Sportfreunde Stiller auch, aber das schwedische Quartett rockt nicht mit dumpfer und berechnender Attitüde ab, sondern mit unverschämt ansteckender Lust an der Sache. Bis ihnen die Zehen in ihren stylishen Slackerschuhen bluten.

Die vier aus Umeå sind keine feinsinnigen Virtuosen oder akribischen Schönspieler, sondern wie alle respektlosen Garagistas seit Joe Strummer echte Anarchisten, die sich mit Ungestüm ihren Weg bahnen. Glasvegas machen im Grunde nichts groß anderes und werden dafür gefeiert. »Na und?«, werden sich Industri Royal denken. »Dafür passen wir bestens in alle abgeranzten Rockschuppen dieser Welt und bilden uns eben darauf was ein«. (emv)

 Industri Royal: Tacky Skills

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