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Alle Rezensionen zu Millencolin
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Pennybridge Pioneers
(2003, Burning Heart BHR100)

Muss eine Band mit dem vierten Album erwachsen werden – also ernsthaft, verantwortungsvoll, reflektiert und rational – oder welche Attribute einem sonst noch spontan zu diesem nebulösen Begriff einfallen? Die Antwort lautet selbstverständlich »uuuhm, bitte nein!« Auf »PENNYBRIDGE PIONEERS« (Pennybridge ist eine platte Übersetzung von Örebrö, der Heimatstadt von Millencolin) zeigt sich das Quartett rund um den quirligen Sänger Nicola Sarcevic alles andere als abgeklärt, sondern spielfreudig, rotzfrech und quietschlebendig. Diese Jungs wollen immer noch alles – wie es auf »Devil Me«, dem Song mit der überzeugendsten Durchschlagkraft auf dem Album, so schön heißt.

Dass selbst eine Band vom Format der Schweden dem arg überstrapazierten Genre des melodisch-tanzbaren Punkrock kaum neue Facetten abringen kann, tut hier nichts zur Sache. Produziert hat Brett Gurewitz von Bad Religion, der die spitzen Stachel im Millencolin-Sound kundig weiter anschärft. Autsch, das kann ja fast wehtun! Die einzige Strategie gegen mögliche Verletzungen ist ungestümes Tanzen, bis man wirklich nicht mehr kann. (emv)



Siehe auch:
Nikola Sarcevic
Satanic Surfers

 Millencolin: Pennybridge Pioneers

Offizielle Website

Offizielle Website      http://millencolin.com/start/

   

The Melancholy Connection
(2012, Epitaph Records EPIT 7200-2)

Millencolin sind im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens in de Phase angelangt, in der man solche Dinge wie eine Werkschau betreiben kann, ohne dabei schamhaft zu erröten. »THE MELANCHOLY CONNECTION« bietet also Zuckerstückchen für die treuesten Fans der schwedischen Skate-Punker: Mit jeder Menge Raritäten und B-Seiten plus einer DVD, die unter anderem ein Making Off ihres Durchbruch-Albums »PENNYBRIDGE PIONEERS« enthält. Wer auf neues Material hoffte, muss sich mit mickrigen zwei Songs trösten. Vielleicht sind die Mannen um Sänger Nikola Sarcevic derzeit zu stark mit diversen Soloprojekten beschäftigt.

Dass auf einem Millencolin-Album keine Gefangenen gemacht werden, versteht sich von selbst: Kaum ein Track überschreitet die Drei-Minuten-Grenze, gewohnt ruppig geht es zur Sache. »Out From Nowher« ist eine unwiderstehliche Mitgröhl-Hymne, das flotte »The Downhill Walk« lässt den Schweiß in Strömen fließen. Dass die Rauhbeine auch gefühlvoll können, beweisen sie mit »Junkie For Success«, wo augenwinkernd einer geradezu powerpoppigen Melodieverliebtheit gehuldigt wird. Spaßig und leidenschaftlich, das alles - aber ein neues Album lässt eben weiterhin auf sich warten. Schade eigentlich. (emv)



Siehe auch:
Nikola Sarcevic

   

Machine 15
(2008, Burning Heart BURN2057)

Nach drei Jahren Longplayer-Abstinenz bürgen Millencollin wieder einmal für eingängigen Punkrock Made In Sweden. Das siebte Studiowerk packt 15 leichte, teils poppige Songs in eine Dreiviertelstunde Spielzeit, in welcher das Quartett fröhlich experimentiert: Es streift mal die 60er im radiotauglichen »Detox« oder überrascht mit angriffslustigen Streichern in »Done Is Done«.

Statt Geschwindigkeit setzt die Truppe um den markanten Nikola Sarcevic auf Stimmungsvielfalt, verbreitet ebenso mühelos optimistische (Gesangs)Melodien wie schnörkellos kräftige, erdige Riffs. Wer Millencollin von einer ungewohnt heiteren Seite erleben möchte, der greife zu »MACHINE 15«. (nat)

   

Kingwood
(2005, Burning Heart/SPV BHR 197-2)

Die Anhänger der Band wissen genau, was sie an ihren Idolen haben. Und das ändert sich auch mit Album Nummer 6 nicht. Während in der Vergangenheit zum Ska gebrochen wurde, folgt der Vierer aus Örebro nun den Genre-Gepflogenheiten des Punkrock: schnell, umweglos und mit Singalongs galore. Also schnell das Skateboard unterm Bett hervorgekramt und mal wieder den »Melancholy«-Trick geübt. Schließlich ist dieser – in leicht abgewandelter Form – Schuld am hiesigen Bandnamen. Ob die Millencolin-Mitglieder trotz gestiegenem Alter den wohl immer noch beherrschen?

Indes knattern die neuen Songs keineswegs fußlahm oder kränklich. Im Gegenteil. Zwar werden auf »KINGWOOD« die Gitarren nie richtig böse, aber dafür auch nicht wirklich leise. Der Drive im Plektrum treibt den Schweiß ins Gesicht und folgt der Route zu poppigem, massenkompatiblem Potenzial. Natürlich immer noch in den oberen Tempogefilden und einem durchweg hochwertigen Digipack-Antlitz. (maw)

   

Home From Home
(2002, Burning Heart BHR 150)

Kein Akkord zuviel, ordentlich Schema Strophe-Refrain-Strophe bedienen und ein paar gutgelaunte Ohrwurmbatzen drüberkleckern. Fertig! Fast der Individualitäts-Skala gleichend, als ob man in einem beliebigen Land dieser Welt einen Hamburger bei Mc Doof bestellt. Mit einfachsten Mitteln möglichst schnell ans Ziel brettern – so lautet auch die Formel des »Burning Heart«-Aushängeschilds.

Während der Wiedererkennungswert eher medioker um die Ecke biegt, hat auch im zehnten Jahr der Bandgeschichte der Hedonismusfaktor Priorität in (fast) jeder Note. Die Weiterentwicklungen indes stocken trotz einiger melancholisch gedrosselter Songs in einem Aufguss von Altbekanntem, der ein ums andere Mal nicht recht zünden will. (maw)

   

For Monkeys
(1997, Burning Heart/SPV BHR 056)

»FOR MONKEYS« ist Station drei auf einer Reise, die mit einer Regelmäßigkeit geplant ist, dass man fast seinen Jahreskalender danach stellen kann. So weit, so gleich. Man variiert weiterhin gekonnt zwei Tempi (midtempo und schnell), baut Ska-Elemente ein und pocht auf den eigenen Status. Erdiger und rauer setzen die Vocals Akzente, während das Drumming energetisch weiterknüppelt.

200 Konzerte wurden zu diesem Album absolviert – ein Beleg für das Funktionieren der Punkszene Mitte der 90er Jahre. Nach einem Distinktionsgewinn strebt diese Band aber leider nicht, und so steht am Ende eine solide Punkrock-Platte im Regal. Einmal mehr. (maw)



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