Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Flannelmouth
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Rain Inside
(2004, Gridrecords GDR2)

Schöner fallen mit Flannelmouth. Worum geht es hier? Um Verzweiflungsanfälle, trotziges Aufbegehren und vor allem darum, so lebendig zu sein, dass es schmerzt. Das Quintett aus Helsinki macht energiegeladenen Gitarrenpowerpop mit melodramatischen Untertönen, die in Herz und Beine gehen. Wer genau hinhört, dem kann nicht entgehen, dass die Jungs früher die Depeche-Mode-Platten rauf- und runtergedudelt haben müssen, aber das gehört wohl zu pubertären Initiationsriten wie der verklemmte erste Kuss im Jugendclub.

Die Band hat sich nach diversen Auswechslungen des Leadgitarristen reichlich Zeit gelassen mit dem Debütalbum »RAIN INSIDE«. Das Warten hat sich gelohnt, denn Flannelmouth haben eine leidenschaftliche Dringlichkeit entwickelt, die das wohlige Gefühl vermittelt: »Ja, so ist es eben mit dem Scheitern in der Liebe, und die scheinen wirklich viel davon zu verstehen.« Tuomo Kuusi singt die urbanen Hymnen mit einem solch reinen Ernst, als ob sein Seelenheil davon abhinge. Optimistischer Depri-Pop: Das soll den Finnen mal einer nachmachen! (emv)

 Flannelmouth: Rain Inside

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.flannelmouth.com

   

The Heart Cannot Hold
(2010, Jäänsärkijä Records JSCD001)

Zum Wesen des Pop gehört die Leichtigkeit. Wirklich? Flannelmouth strahlen eine Erdenschwere aus, die wie Lehmknollen an den Schuhen klebt. Zelebrieren eine stille Ernsthaftigkeit, eine schüchterne Feierlichkeit. Da sind Dinge vorgefallen, die wehtaten, offenkundig. Nicht der letzte Kuss ist fatal, sondern der erste, das lernen wir hier.

Das Sextett hat sich sechs Jahre Zeit gelassen mit seinem Zweitling »THE HEART CANNOT HOLD« und einige Zu- und Abgänge in der Besetzung verbucht. Ist sich erfreulicherweise treu geblieben mit seinen Bekenntnis zum unspektakulär-innigen Bescheidenheits-Indiepop. Auftrumpfen tun hier neuerdings nur die Keyboards. Sänger Tuomo Kuusis Stimme ist auf wunderbar eckige Weise dringlich. Hell wird es hier nicht. Froh wird man hier nicht. Aber auf eine wärmende Weise sonderbar getröstet. (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel