Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Cæcilie Norby
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Silent Ways
(2013, ACT/Edel ACT9725-2)

Mit ihrem zweiten ACT-Album setzt Cæcilie Norby ein (noch) eindeutigeres Statement als mit dem Debüt: Klares Bekenntnis zur Popmusik, keine Klassik-Nummern mehr zwischendurch. Produziert wurde wieder mit Lars Danielsson, der mehrere Instrumente spielt, die Band diesmal ein multinationales, aber schnörkelloses Quartett mit E-Gitarrist Nguyên Lê, Pianist Leszek Możdżer und Schlagzeuger Robert Mehmet İkiz. Plus als Gast Marius Neset am Saxofon. Renommierte Jazzmusiker spielen erlesene Pop- und Rockhits.

Schade ist, dass Cæcilie Norby durch ihren recht kantenlosen Gesang alle Stücke zu einer gleichförmigen Mainstream-Rutschbahn glättet. Ob sie nun Hits von Soundgarden (»Black Hole Sun«), Paul Simon (»Hearts and Bones«) oder den Temptations (»Papa Was a Rolling Stone«) interpretiert, klingt es doch alles sehr ähnlich. Auch ist es nicht gerade zu Norbys Vorteil, dass die meisten Lieder durch äußerst markante Männerstimmen in der Musikgeschichte verankert wurden: Bob Dylan, John Fogerty, Tom Waits oder den sogar zwei (immerhin wenig bekannten) Leonard-Cohen-Kompositionen kann sie nichts wirklich Eigenes gegenüberstellen. Deshalb ist es am Ende sogar besser (für sie), wenn der Hörer die Originale nicht kennt; was zumeist extrem unwahrscheinlich sein dürfte. Musikalisch ist alles ACT-typisch sauber, geschmackvoll, fast zu schön eingespielt - Nguyên Lês Spiel kommt in »Like a Rolling Stone« gefährlich nah an Supermarktmusik. Und was in aller Welt will Norby mit Trent Reznors »Hurt«? Zu viel Geschmack kann auch geschmacklos sein. Glücklicherweise bleibt dies der einzige Totalausfall. (ijb)



Siehe auch:
Lars Danielsson & Leszek Możdżer
Robert M. İkiz

Cæcilie Norby: Silent Ways

Offizielle Website

Offizielle Website      www.caecilienorby.com

   

Arabesque
(2010, ACT/Contraire 9723-2)

Ihre ganze Karriere und Kindheit als Tochter klassischer Musiker will Cæcilie Norby auf diesem Album reflektieren, Einflüsse aus Jazz, Pop und eben auch Klassik sind also enthalten. Selbstverständlich ist neben ihrem Ehe-Bass-Mann Lars Danielsson eine Starmannschaft dabei, Wesseltoft, Wakenius, Mikkelborg und Ulrik, dazu die Pianistin Katrine Gislinge, die bei den klassisch angehauchten Songs agiert. Sehr gelungen das Abbey Lincoln-Cover »Wholly Earth«, als laszive Funk-Nummer überrascht »Bei Mir Bist Du Schön«. Schön auch das Flamenco-angehauchte »Women Of Santiago«.

Weniger überzeugen die „klassischen“ Stücke wie »Pavane Opus 50« und manche der Pop-Nummern, »Scheherazade« macht einen eher müden Eindruck. Generell geht der CD ab der Hälfte ziemlich die Luft aus, bis mit »Forever You« noch eine Balladen auf hohem Niveau sanft aus einer CD herausführt, die ein wenig zu viele Stile beinhaltet, ein wenig zu ruhig und ein wenig zu lang ist, um wirklich mitzureißen. Schade, wo sie doch eine solch grandiose Sängerin ist. (tjk)

   

Slow Fruit
(2007, Enja 9185-2)

Cæcilie Norby hat alle Songs ihrer neuen CD selbst geschrieben: Vielleicht liegt hier die Ursache, dass »SLOW FRUIT« nicht das Niveau früherer Aufnahmen der dänischen »Vocal queen« erreicht. Obwohl sie wieder auf hochkarätige Begleiter wie Ehemann Lars Danielsson (b, p, acc), Hans Ulrik (bs), Ulf Wakenius (g), Morten Lund (dr) und Startrompeter Randy Brecker zurückgreifen kann.

Der Funke mag nämlich nicht so recht überspringen. Zwar überzeugt sie stimmlich durchaus, aber die Songs erreichen nicht den üblichen Norby-Standard, und die Arrangements plätschern eher dahin – besonders auffällig und schade bei den moderneren und groovigeren Titeln wie »Circus Circus«. Aber auch bei den Balladen wie »Afterglow« schleicht sich in die zweifellos vorhandene Eleganz etwas Langeweile. Freilich gibt es feine Momente, der Titelsong ist ein solcher. Aber Cæcilie Norby kann es viel besser. (tjk)



Siehe auch:
Hans Ulrik
Ulf Wakenius

   

First Conversation
(2002, Blue Note/EMI 5406222)

In kleineren Besetzungen hat Cæcilie Norby ja schon längst bewiesen, dass sie zur absoluten Spitze zählt, und hier tut's nicht mal eine normale Big Band: ein ganzes Orchester mit allem, was dazu gehört, darf Madame begleiten. Frage also: Viel hilft viel?

Die Arrangements, geschrieben von Bassist und Ehemann Lars Danielsson, schrammen aber auch so haarscharf an »zu viel«, »zu kitschig«, »zu kühl« vorbei, dass man an sich nichts kritisieren kann – höchstens, dass Musiker wie Carsten Dahl (p), Jacob Fischer (g) oder Tore Brunborg (sax) nicht zur Geltung kommen, weil es kaum Soli gibt. Sogar Jon Christensen (dr) spielt sensationell konventionell!

Prima kommen »For Heaven's Sake« oder »You Must Believe In Spring«; auch dem alten Schmachtfetzen »Gentle On My Mind« wird neues Leben eingehaucht, aber Stings »Tea In The Sahara« ist doch schon ziemlich abgekühlt. Die Antwort lautet also: Weniger (Musiker) ist mehr (Spannung). (tjk)

   

Queen Of Bad Excuses
(1999, Blue Note/EMI 5223422)

Teufel auch, kann die singen! Und Songs schreiben! Quer durch alle Stile, von Bossa (»Cuban Cigars«), Balladen (»Fly«) über moderne, leicht abgedrehte Fusion (»Psycho Pippi«) und astreinem Dancefloor-Pop (»Thick Blue Glass«) bis zum swingenden »Milkman«: Der Dame scheint nichts unmöglich. Wobei sie sich im Vergleich zu früheren Aufnahmen immer weiter vom »klassischen« Jazz entfernt, aber natürlich in Phrasierung und Attitude immer Jazz-Sängerin bleibt.

Was die Besetzungsliste verspricht – ein John Scofield (g) »at his best«, dazu Hans Ulrik (sax, fl), Lars Jansson und Ben Besiakov (p), Billy Hart u.a. (dr), Anders Bergkrantz( flh) –, hält die Aufnahme auch. Die Arrangements stammen von Bassist Lars Danielsson, der auch hier und da mit Loops und an Drum&Bass erinnernde Sounds die Grenze zur elektronischen Musik sehr geschmackvoll streift. Cæcilie Norby selbst schreibt Texte und Kompositionen auf hohem Niveau; sie singt dabei so stilsicher und lasziv, dass man sich dem Cover entsprechend locker in eine Luxus-Hotel-Lounge träumen kann, wo Madame am Flügel lehnt. Bad Excuses hat diese Vokal-Queen also definitiv nicht nötig! (tjk)



Siehe auch:
Lars Danielsson
Carsten Dahl
Nina Forsberg
Verschiedene: Northern Lights – String Of Fire III

   

My Corner Of The Sky
(1996, Blue Note/EMI 8534222)

Wohl der Sängerin, die bei einer großen Plattenfirma ist, welche mal schnell Side(wo)men wie Joey Calderazzo und Dave Kikoski (p), Terri Lyne Carrington (dr) oder die Brecker Brothers aus dem Budget schütteln kann: Da kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen!

Schließlich ist Cæcilie Norby eine großartige Sängerin, zumindest was Jazz im herkömmlichen Sinne betrifft. Und mit Lars Danielsson (b) und Niels Lan Doky hat sie auch Produzenten, die ihre Stimme ins rechte Licht rücken: »African Fairytale« (aka »Footprints« von Wayne Shorter) und »Just One Of Those Things« kann kaum eine Sängerin besser interpretieren. Ihre Ausflüge in Pop-Gefilde sind jedoch zwiespältig: swingend-groovig und klasse etwa »Set Them Free« von Sting; auch David Bowies »Life On Mars« ist herrlich lyrisch. Dem »Spinning Wheel« von Blood, Sweat & Tears fehlt jedoch der Drive, und der Schmachtfetzen »Calling You« sollte eh aus allen Büchern gestrichen werden. (tjk)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel