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Alle Rezensionen zu I Walk The Line
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Black Wave Rising!
(2008, Rookie Records/Cargo 33570)

Atem holen werden I Walk The Line in diesem Leben nicht mehr: Zu ungestüm entfachen sie auf ihrer dritten Veröffentlichung »BLACK WAVE RISING!« das prasselnde Punkrock-Feuerchen mit wavigem Einschlag und einer guten Portion Ska. Joe Strummer winkt freundlich von seiner schwarzen Wolke hinunter nach Helsinki. Die gute Nachricht ist, dass das Quintett um Rauhbein-Sänger Ville genügend Energie hat, um die Turbinen mittelgroßer Stadtwerke rotieren zu lassen und mächtig schweißtriefende Tanzlust macht. Die schlechte ist, dass weltweit etwa 1.697 Kapellen diese Kunst mit ähnlicher Spielfreude beherrschen.

Eine große musikalische Weiterentwicklung ist nicht zu vermelden – höchstens, dass den Fünfen klar geworden ist, dass zum coolen 60ies-Einschlag mit fetten Keyboards unbedingt das Melodram gehört und das gebrochene Herz Einzug in die Songs hält. Diese Prise Pathos kommt gut. Den Innovationspreis werden die Finnen mit dem Drittling nicht gewinnen – dem Spaßfaktor aber tut das keinen Abbruch. Da heulen die Wölfe gerne dazu. (emv)

 I Walk The Line: Black Wave Rising!

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.fireinsidemusic.com/iwalktheline

   

Language Of The Lost
(2010, Rookie Records/Cargo RR085)

Schnitzel mit Pommes ist ein Standardgericht, das die Speisekarte jeder Dorfkneipe adelt. Wenn nicht, würde etwas fehlen. So ähnlich verhält es sich mit I Walk The Line. Das Quintett aus Helsinki hält auf seiner vierten Veröffentlichung »LANGUAGE OF THE LOST« die Tugenden des guten alten Punkrock hoch: gradinig, rotzig, aufmüpfig, kurz gebraten. Ist offen genug, sanfteren Popeinflüssen mit dick aufgetragenem Keyboardeinsätzen nicht dogmatisch den Stinkefinger zu weisen. Von wegen wir sind nicht sensibel!

Gerade mit dem Song »Kill Your Friends« beweisen die rauhbeinigen Finnen, dass sie wehleidigkeitsfern eine burschikose Melancholie pflegen können. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass sich I Walk The Line nach all den Jahren adrenalingetriebenen Abrockens kaum einen Zentimeter von ihren Anfängen entfernt haben. Ein bisschen härterer 80ies-Wave kommt dazu, ab und zu. Ansonsten bleiben sie beim Bewährten. Schnitzel mit Pommes eben. Immer wieder gut, aber so überraschungsfrei wie die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten. (emv)

   

Desolation Street
(2006, Combat Rock Industry CRI032)

Samstag Abend die Lederjacke überwerfen und in die verräucherte Rockkneipe schlappen. Sich an einem verschrammten Tisch niederlassen und ein Bier bestellen – und dazu könnte auf der Bühne I Walk The Line spielen: selbstbewusst, abgebrüht und nicht sonderlich innovativ. Aber mit einer überzeugenden Durchschlagskraft, wie sie nur Veteranen vieler Auftritte in mehr oder weniger abgeranzten Rock- und Punkclubs mitbringen. Eine unverwechselbare Duftmarke setzt der wunderbar fette Orgelsound von Keyboarderin Anna.

Sänger Ville kann auf dem zweiten Album »DESOLATION STREET« noch an Feinheiten des Ausdrucks arbeiten, aber das Quintett punktet mit einem feinen Instinkt für klare Rockrhythmen und griffige Refrains, mit leidenschaftlich-rotzigem Retro-Punk und einem Bass mit Biss. Das wird die Musikwelt nicht aus den Angeln heben, aber – hey! – ein schweißtreibender Abend hat auch was! (emv)



Siehe auch:
Endstand



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