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Alle Rezensionen zu Humcrush (Strønen/Storløkken)
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Rest At Worlds End
(2008, Rune Grammofon/Cargo RCD2081)

Es ist das dritte Album des formidablen Duos Humcrush mit Ståle Storløkken an den Tasten und Thomas Strønen an Drums und Knöpfchen. Die beiden haben längst einen Sound entwickelt, den man nach Sekunden erkennt: technoid, hoch präzise, verschroben. Und jetzt hat der Klang dazu noch eine Wärme entwickelt, die neu ist.

Immer noch zischen und klicken, rumpeln und treiben die Drums, bei denen analoge und elektronische Ebene derart verwoben sind, dass man sie nicht trennen kann. Immer noch spricht Strønen eine Rhythmussprache, die ebenso Melodie ist, aufgebaut aus allerlei »sounding devices«. Und immer noch klingen Storløkkens Synthesizer wie eine klingende Ausstellung zur Geschichte elektronischer Musik: erdig, nach alten SciFi-Filmen, nach Pioniergeist.

Neu ist, dass sich nun in die Insektenmusik eine Sehnsucht schleicht, die entfernt nach dem groflen, strahlenden Pathos der Supersilent-Improvisationen klingt – aufgestäubt in Partikel zwar, aber nichts desto trotz da. Diese großen Bögen überspannen all das kleine, so beängstigend präzise Gefrickel – und machen das bisher beste Humcrush-Album zu einem Stück Musik, die manchmal einfach nur schön ist. (sep)



Siehe auch:
LabField
Thomas Strønen
BOL

 Humcrush (Strønen/Storløkken): Rest At Worlds End

   

with Sidsel Endresen: Ha!
(2011, Rune Grammofon RCD2114)

»HA!« ist bereits das vierte Album des norwegischen Keyboard- und Elektronik-Duos, doch diesmal haben sich Humcrush ein wenig erweitert. Nach gemeinsamen Tourneen mit Sidsel Endresen schien es konsequent, auch mal ein paar Konzerte als Trio aufzunehmen. Eines davon, vom Schweizer Willisau Jazzfestival, ist nun auf dieser CD erhältlich. Wer Humcrushs bisherige Alben kennt, weiß genau, was ihn erwartet: eine Mischung aus improvisiert-assoziierender Jazz-Elektronik mit hohem Verschroben-heitsfaktor in Rhythmus und Klangideen. (Man lese hierzu Sebastian Pantels bisherige Rezensionen.)

Wegen der Kombination aus Vokalimprovisationen und elektronischem Klangbild erinnert »Ha!« stark an das vor einigen Jahren mit Christian Wallumrød und Helge Sten entstandene Trio-Album »Merriwinkle«. Doch vor allem, wenn in Tempo und Expressivität ein, zwei Gänge raufgeschaltet wird (z.B. im exquisiten »ha! 4«), wird es richtig spannend. Für Fans ist »Ha!« ein tolles weiteres Kapitel norwegischer Sound- und Stimm-Avantgarde. Allen anderen sei jedoch empfohlen, anderswo einzusteigen, mit »Rest at World's End« etwa oder Endresens bisherigen Solo-Alben. Für Fortgeschrittene. (ijb)



Siehe auch:
Sidsel Endresen
Sidsel Endresen & Bugge Wesseltoft
Sidsel Endresen & Christian Wallumrød
Strønen, Storløkken & Tone Åse

   

Hornswoggle
(2006, Rune Grammofon/Cargo RCD2055)

»HUMCRUSH« war der Titel des Debüt-Albums und ist nun der Name des Duos Ståle Storløkken (Keyboard) und Thomas Strønen (Drums und Live Elektronik). Auch der Titel ihrer zweiten, deutlich elektronischer geprägten CD wirft wieder einigermaßen Rätsel auf. »Woggle« ist das englische Wort für »Halstuchknoten«, »Horn« irgendetwas zwischen »Geweih«, »Signalhupe« und »Trichterlautsprecher«. Ähnlich verschroben klingt die Musik, angereichert mit rhythmisierten Digital-Schnipseln, die ähnlich wie bei Autechre in hoher Dichte herumschwirren.

Der Titelsong fetzt gehörig los, doch ansonsten ist das Album feinnerviger und weniger rau und wild als das Debut. Dafür gibt es eine zart geräuschhafte Ballade namens »Roo«, aber auch ein Stück wie »Grok«, das sich scheinbar noch in einem chaotischen Urzustand befindet: Haltlos tickern und klackern digitale Partikel und Steeldrums durcheinander, ohne sich zu einer Struktur zu ballen. Ein bisschen mehr von der rohen Energie des Debuts hätte »Hornswoggle« ruhig haben können. Doch auch so bewegt sich das Album mühelos auf dem hohen Rune Grammofon-Niveau. (sep)

   

Humcrush
(2004, Rune Grammofon/Universal RCD2039)

»HUMCRUSH« ist wohl das beste Wort, um die Musik dieses atemberaubenden Debüts zu beschreiben. »Hum« heißt soviel wie »summen« oder »brummen«, »crush« sowohl »Gewühl« wie auch »zerquetschen«. Ståle Storløkken, Keyboarder von Supersilent, und Thomas Strønen, Drummer bei Food, liefern auf der CD unheimlich symbiotische Studio-Improvisationen zwischen roh kreischendem und knarzendem Sound der ersten Supersilent-Platten, treibend fetzigen, aber trotzdem vertrackten Rhythmus-Gewittern und seltsam ungeschliffenen Keyboard-Melodien, die nach 70er-Sci-Fi und Atari-Spielen klingen.

Die beiden großartigen Improvisatoren verschmelzen ihre Parts unauflösbar; das Ergebnis ist eine Art verschrobener Instrumental-Aphex Twin mit einer Prise Freejazz. Augenzwinkernd streuen die Beiden kleine Assoziationshilfen ein: Balkan-Bläsersound in »Marked East«, entfernt Fernöstliches in »Japan«. Noch so ein Motto-Titel ist »Spectral Rock«: Strønen und Storløkken spalten musikalische Elemente in die kleinsten Bestandteile auf, um sie dann zu einem unverwechselbar neuen Sound zusammenzukleben. Für Rune Grammofon- und Warp-Freunde gleichermaßen ein Album, für das Kaufzwang besteht. (sep)



Siehe auch:
Supersilent
Food
Elephant9
Parish



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