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Alle Rezensionen zu Cats On Fire
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

All Blackshirts To Me
(2012, Cargo Records 37912)

Das dritte Studioalbum von Cats On Fire erschien in ihrer finnischen Heimat bereits Ende März – der Rest der Welt muss sich bis Anfang Mai gedulden. Fans der Band aus Vaasa werden auf »ALL BLACKSHIRTS TO ME« keine Überraschungen erleben – böse Zungen könnten es »keine Weiterentwicklung« nennen. Doch wieso sollte das Quintett um Sänger / Akustikgitarrist Mattias Björkas seinen Stil ändern?

Die zwölf Stücke sind intelligenter Indie-Pop – und noch viel wichtiger: zeitlos. Da gibt es das 50-er Jahre angehauchte »My Sense Of Pride«. Das vom Klavier getragene »1914 And Beyond«, das einzige, vom neuen Bandmitglied Iiris Viljanen (Keyboard, Hintergrundgesang) komponierte Lied. Das verspielte, zart groovende, teilweise gepfiffene »Smash It To Pieces«. Das leicht in Richtung Country schielende »It's Clear Your Former Lover«. Das etwas schnellere »After The Fact. Das einzige Instrumental »Finnish Lace«, das zeigt, das Cats On Fire auch ohne Texte und Gesang wirken.

PS: Bleibt nur eine Frage offen – was bedeutet der Titel des Albums? (nat)

 Cats On Fire: All Blackshirts To Me

Offizielle Website

Offizielle Website      www.catsonfire.net

   

Our Temperance Movement
(2009, Johanna Kustannus / Megamania/Cargo RAMCD 3162)

Cats On Fire sollte man an einem verregneten Frühlingsnachmittag hören, wenn sanfte Regentropfen das Fenster herunterlaufen. Etwas Zeitloses, Zurückgenommenes haftet dem zweiten Longplayer »OUR TEMPERANCE MOVEMENT« an. Eine nicht wirklich greifbare Melancholie, die traumwandlerisch auf der feinen Grenze balanciert, wo die traurigen Gedanken noch nicht so richtig wehtun und sich nur ein unbewusst sehnsüchtiges Ziehen im Herzen breitmacht. Elegant, dandyhaft und mit einem deutlichen Schlenker Richtung Sixties-Bossanova unterläuft Chef-Crooner und Sänger Mattias Björkas alle Erwartungshaltungen, die durch flottere Indie-Schlenkereien auf dem Vorgängeralbum entstanden sein könnten. Ironisch, lustvoll die großen Smiths zitierend, mit großem Understatement cool.

Der Cats-Zweitling ist eines dieser typischen Alben, die mit dem Hören wachsen. Die Freude an der Verspieltheit und Intelligenz der Band entwickelt sich mit der Geschwindigkeit gehender Hefe. Bewusste Zurückgenommenheit als die neue Tugend im Pop. Nicht die Schlechteste in dieser lauten, prahlerischen Welt. (emv)

   

The Province Complains
(2007, Marsh-Marigold Records Mari26)

Leichtigkeit mit intellektuellem Anspruch zu kombinieren – das ist eine der größten Hürden, die der Indie-Gitarrenpop zu bieten hat. Angenehme Melancholie mit süffisanter Selbstironie zu verbinden und tanzbar zu sein – da wird es echt schwierig. Cats On Fire nehmen diese Hindernisse auf »THE PROVINCE COMPLAINS« so souverän, das es schon fast atemberaubend ist. Von ihrer EP haben sie die Sahnestücke mitgenommen – aber Wiederhören macht hier Freude, und die neuen Stücke wie »If You Must Tell Him« oder »I Am The White Mantled King« entschweben wie Luftballons in den Pophimmel.

Die Smiths stehen am Firmament der Cats immer noch als Fixstern, aber das geht klar. Sänger Mattias Björkas kann es an gepflegt-elegantem Weltschmerz mit Herrn Morrissey aufnehmen. Jessika Rapo von Le Futur Pompiste singt wunderbare Backing-Vocals. Und im Booklet über Kaffeesorten zu sinnieren und zierliche Fußnoten zum Text einzufügen bringt nur Björkas fertig. Schön! (emv)



Siehe auch:
Le Futur Pompiste

   

Draw In The Reins
(EP, 2006, Fraction Discs Fraction 002)

Blasse, schmale junge Männer, die auf Parties lieber tiefsinnige Gespräche in der Küche führen als sich selbstverliebt-balzend auf der Tanzfläche zu produzieren, haben es schwer bei den Frauen. Es sei denn, sie sind schlau und gründen eine Band und singen genau über dieses Phänomen. Steven Patrick Morrissey ist der Held all dieser unverstandenen, intellektuellen Anfangszwanziger, und sein Einfluss wirkt bis heute nach. Mattias Björkas, Sänger und Mastermind des Quartetts Cats On Fire, hat sich von der süffisant-ironischen Leiderei der Smiths und des 80er-Jahre-Gitarrenpop inspirieren lassen und mit der EP »DRAW IN THE REINS« eines der viel versprechendsten Debüts des Jahres aus der Popecke vorgelegt. Und da ist noch viel Luft nach oben drin.

Lakonisch und präzise auf den Punkt gebracht kommen die fünf Songs daher, geprägt durch die sensible und variantenreiche Stimme von Björkas. Es sind intelligente Stücke, bei denen immer diese Grundtraurigkeit mitschwingt, was beim Hören höchst angenehme Herzschmerzen hervorruft. »I just can't get along with myself«, singt Björkas in »Higher Grounds» und setzt damit das Leitmotiv für die Platte. Das kennen wir doch alle. Bitte bald mehr. (emv)



Siehe auch:
Burning Hearts



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