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Alle Rezensionen zu Skúli Sverrisson
(Genre »Avantgarde«, Land »Island«)

 

Seremonie
(1997, Exergy/EastWest XCD-039)

Welche Zeremonie der isländische Bassist Skuli Sverrisson hier feiert, ist schwer zu sagen. Irgendetwas Düsteres, Geheimnisvolles, Kompliziertes. Die neun Tracks seiner Solo-CD sind recht abstrakte Ballungen elektroakustischer Klänge, deren Ausgangspunkt, die Bassgitarre, meist im Nebel der Bearbeitung verschwunden bleibt.

Keine Frage, diese Musik hat eine etwas ungemütliche Faszination – aber wo führt sie hin? Kunstfertig klimpert und rasselt es über ineinandergeschobenen, sphärischen Flächen; ein Beat taucht auf und verschwindet wieder, Reste einer Ballade, die Ahnung eines Akkords. Mal ist die Kälte dieser Musik eher mechanischer Art, mal organischer: mal Eiswürfelmaschine, mal Knacken eines gefrorenen Sees. »Audio-Snapshots aus der inneren Architektur der Klänge« nennt Sverrisson seine Musik. Neun noch so tiefgründige Schnappschüsse machen aber noch keinen Bildband. (sep)



Siehe auch:
Skuli Sverrisson & Anthony Burr
Terje Isungset
Hildur Guðnadóttir
Jóhann Jóhannsson

Skúli Sverrisson: Seremonie

   

Sería II
(2010, Sería Music)

Die Reise in lichtblaue Sehnsuchtswelten fortsetzen. Bruchlos dort anknüpfen, wo die schwebende Gralssuche von »SERIA« endete. Natürlich ohne den Gral zu finden, denn eigentlich geht es hier um das Schaffen fragiler, sehnsüchtiger Klanggebilde, die über kargen Landschaften taumeln wie Nebelfetzen. Ruhige Schönheit erzeugen, die von sensiblen Gitarrenimprovisationen und elektronischen Tagträumereien geprägt sind.

Auf »SERIA II« holt Skúli Sverisson seine bewährten Mitstreiter von Ólöf Arnalds über Anthony Burr bis zu Blonde-Redhead-Gitarristen Amedeo F. Pace ins legendäre Sundlaugin-Studio, den Heimathafen von Sigur Rós. Mäkler könnten anführen, dass auf dem zweiten-»SERIA-«Album keine erwähnenswerte musikalische Weiterentwicklung zu verzeichnen ist, höchstens ein kleiner Schlenker Richtung folkiger Nuancen. Sie mögen schweigen, denn Tagträumen gehört zu den Grundvoraussetzungen menschlicher Existenz. Sverisson erinnert uns sachte daran. (emv)

   

Seria
(2006, 12 Tonar 12T034)

Ein traumwandlerisches Album, das Sverrisson hier vorlegt – obwohl die zahlreichen Gäste daraus ein kollektives Kunstwerk machen: isländische Musiker wie Hildur Ingveldardóttir Guðnadóttir, Jóhann Jóhannsson, Hilmar Jensson oder Ólöf Arnalds, aber auch Größen wie Laurie Anderson und Anthony Burr.

Minimal ist der Klang, schwebend und schön; wippende und wiegende Gitarren-Motive meist, die minutenlang herumkreisen. Ólöf Arnalds singt bei drei der 13 Tracks; ihre Stimme passt sich wunderbar ein in die fein gewebten, lichten Strukturen. Damit ist »SERIA« das genaue Gegenteil zur dunkel-komplexen Albtraumreise von »SEREMONIE« – und funktioniert als helles Gegenstück geschlossener als der Vorgänger – und trotzdem so flüchtig, dass man die Platte sehr oft hören muss, damit ihr Eindruck hängen bleibt. (sep)



Siehe auch:
Jóhann Jóhannsson
Ólöf Arnalds
Gaia



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