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Alle Rezensionen zu Ólöf Arnalds
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Innnundir Skinni
(2010, One Little Indian TPL1065)

Von wegen, das Einfache sei bloß simpel. Ólöf Arnalds erschafft auf ihrem zweiten Album »INNUNDIR SKINNI« (Unter der Haut) kunstvolle Preziosen in Miniaturform, die gerade in ihrer scheinbaren Einfachheit funkeln wie frisch geschliffene Edelsteine. Die Komplexität und Kunstfertigkeit dieser vom verwunschen Folkpop inspirierten Mini-Dramen erschließt sich erst auf den dritten Blick. Flüchtigkeit ist das Element der isländischen Sängerin mit dem glöckchenklirrenden Sopran. Sie entschwindet wie eine Elfe immer wieder hinter Bäumen. Sehr erdhaft, trotzdem.

Inspirationen wehen wie Nebelfelder durch dieses musikalische Lummerland. Der französische Schlager der 70er, chinesisches Liedgut, der Fado. Sparsam, aber abwechsungsreich instrumentiert. Und mit mehr als nur a little help from my friends: Kjartan Sveinsson von Sigur Rós hat produziert. Zu den Gastmusikern zählt neben Bass-Legende Skúli Sverisson auch die sich in letzter Zeit sehr rar machende Björk, die in »Surrender« eindringliche Backing Vocals singt. Sogar ein unerwarteter Ohrwurm ist hier zu finden: »Crazy Car«, ein Duett mit dem Künstler Ragnar Kjartansson, ist einer der schönsten und herzerwärmend merkwürdigsten Songs des Jahres: Eine Beschwörung an eine liebe Freundin, ihr Glück doch nicht im Ausland zu suchen. »Please don´t go to America. Don´t go in the crazy car«. Sicher nicht der schlechteste Ratschlag. (emv)

Ólöf Arnalds: Innnundir Skinni

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.olofarnalds.com

   

Sudden Elevation
(2013, One Little Indian/Rough Trade TPLP1152CDP)

Ihr drittes Album sang die isländische Folk-Elfe erstmalig auf englisch und nicht wie bisher in ihrer Muttersprache. Das nimmt dem Zauber ihrer Musik nur wenig, aber etwas geht eben doch verloren. Dafür kommt »SUDDEN ELEVATION« klangtechnisch etwas voller und stilistisch einheitlicher daher als die Vorgänger und wurde erneut produziert von Bass-Legende Skúli Sverrisson.

Faszinierend ist es schon, dass Olöf Arnalds' brüchiges und kindliches, aber sehr charmantes Stimmchen markant genug klingt, um die stilistisch zwischen Tim Buckley, der frühen Joni Mitchell und portugiesischem Fado angesiedelten Folkminiaturen zu prägen. Trotz englischer Texte - ob die wirkliche den Markt weiter öffnen für die Isländerin? - noch immer zutiefst berührende Musik. (peb)

   

Við og við
(2007, 12 Tonar 12TO41)

Es ist die erste Soloplatte der Sängerin, die man auch bei Múm schon säuseln hörte, und sie balanciert gekonnt auf Messers Schneide. Denn instrumentiert sind die zehn Songs ungeheuer knapp, mit Gitarre und Harfe, mal hauchige Trompete, mal kaum unhörbare Orgel. Dazu dieses dünne, fast brüchige, kindliche Stimmchen von Ólöf Arnalds, das von jeder anderen Besetzung zerdrückt würde wie ein Schmetterlingsflügel. Doch so funktioniert es: die simplen Gitarrenfiguren, die träumerisch hingespielten, wie zufällig in die Songs hineingeratenen Begleitinstrumente, die tastenden Texte, und Harmonien, die sich nach stoischen Wiederholungen des immer Gleichen plötzlich wirr verschlingen und schlingern, kurz aus dem Lot geraten und traumwandlerisch unspektakulär wieder zurückfinden.

Genau wie der zweiköpfige Schwan, der das kleine Büchlein ziert, in das die CD eingesteckt ist. Seine beiden Hälse verschlingen sich zu wirren Knoten, tauchen durch die Seiten, ins Wasser und wieder hinaus – ein sehr treffendes Bild, um Ólöfs Songs zu beschreiben: genauso charmant, spielerisch, kindlich, intim und trotzdem unlösbar wirr. Am Ende der Wirren sind die beiden Köpfe wieder bei sich und schauen einander an. Eine wunderschöne CD, ein beachtenswertes Debut. (sep)



Siehe auch:
Múm



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