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Alle Rezensionen zu Scraps Of Tape
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Sjätte Vansinnet
(2014, A TenderVersion/Alive TVR040)

Irgendwo zwischen anarchisch lärmenden Gitarrenausbrüchen und postrockiger Endloseschleifen-Empfindsamkeit: In diesem lichtgrauen Grenzland zwischen den Stilen bewegens ich Scraps of Tape seit vielen Jahren, ohne sich wirklich fassen zu lassen. Was »SJÄTTE VANSINNET«, das fünfte Album des Quintetts aus Malmö, zu einem aufregenden Lauschabenteuer macht, ist seine souveräne Dringlichkeit. Und die Gabe, in scheinbar desolaten postindustriellen Klanglandschaften eine dunkle, intensive Schönheit entstehen zu lassen. Ohne dabei auf ihren Spieltrieb verzichten zu müssen: Wie im Opener »We, The Lefthanded«, durch das psychedelische Zitate flirren wie ironische Fragezeichen.

Sieht so der sechste Wahnsinn aus, auf den im Albumtitel hingewiesen wird? Wenn ja, dann ist das kein Zustand, vor dem einem bange werden müsste. Denn diese ebenso leichtfüßigen wie energiegeladenen Songs sind von kluger Sensibilität, entspannter Nachdenklichkeit und berechtigter Empörung. Festlegen lassen will man sich sowieso nicht, wenn man im fein eingesungenen »Hands in Hands« schon fast ins Poplager wechselt. Mit offenen Ohren unterwegs sein und sich von niemandem vorschreiben zu lassen, was man zu tun hat: Scraps Of Tape tun das ohne intellektuellen Hochmut. Was ihnen in Zeiten der zwanghaften Selbstinszenierung nicht hoch genug anzurechnen ist.

Bandmitglied Johan Gustavsson beschreibt den »sechsten Wahnsinn« übrigens so: »Das ist das unglaubliche Geschenk, das uns zuteil wurde und uns wahrscheinlich zerstören wird. Aber bis dahin werden wir das alles genießen, auf den Wellen des Sturms reiten, bis er uns abwirft«. Dem ist nichts hinzuzufügen.
(emv)

 Scraps Of Tape: Sjätte Vansinnet

Offizielle Website

Offizielle Website      http://scrapsoftape.com

   

Grand Letdown
(2009, Tender Version TVR015)

Wir sind empfindlich, eigensinnig und einsam. Wohin wir wirklich wollen, das wissen wir nicht genau, aber eines ist klar:Wir werden nicht den einfachen Weg einschlagen. Scraps Of Tape wechseln auf ihrer dritten Veröffentlichung »GRAND LETDOWN« souverän unentschieden zwischen postrockigen Ausbrüchen, poppigen Zwischenhochs, lärmigen Gitarrenattacken und sensiblen Piano-Vortastereien. Fest verorten lassen wollen sie sich nicht. Bedeutsame Neuerung sind die zurückgenommenen, gleichwohl hochemotionalen Vocals.

Das Sextett aus Malmö entwirft ein kühles, von Blautönen geprägtes, winterliches musikalisches Universum, in dem man sich besser in einen dicken Mantel hüllt, bevor man sich nach draußen wagt. Doch das lebendige Herz pocht warm. Produziert hat übrigens Matthias Oldén von Logh, und eine gewisse Seelenverwandschaft zu Loghs Klassiker »A SUNSET PANORAMA« ist zu erkennen. Auf poetische Weise wütend sein. Sehr menschlich, sehr verletztlich sein. Nicht genug zu wetrzuschätzen, das. (emv)

   

This Is A Copy Is This A Copy
(2007, Tender Version/Hausmusik)

Die Risse im Beton werden größer, die Zuversicht kleiner. Nur ab und zu keimt die Flamme der Hoffnung auf, um kurz darauf wieder mit Brachialität ausgepustet zu werden. Was die Scraps Of Tape aus Malmö abliefern, sind Epen über die Bedeutsamkeit des Daseins, die ganz großen Themen. Könnte man zumindest meinen, denn auf ihrem Zweitling umgeben sie sich fast nur mit Wortlosigkeiten.

Vier junge Schweden befreien sich von popmusikalischen Zwangsjacken, spendieren mit Vorliebe dem Rock die Vorsilbe »Post« und knüpfen avantgardistische Mäntel, unter denen sägende Endzeitstimmungen, aber auch lautmalerischen Zuckerklänge eine Behausung finden, die versöhnlich alle Klagen auskurieren und sanftwohlige Schauer über die Gänsehaut jagen. Immer konterkariert von der wohlgeformte Redundanz wie bei »Pickpockets View« oder den infernalischen Gewittern von »Death As It Should Be«. Und da sind wir erst bei Track drei. Die Reichhaltigkeit scheint grenzenlos und lauert nur so auf Entdeckung. Da draußen warten Abenteuer und Leidenschaften. (maw)



Siehe auch:
Solander



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