Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Holmes
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Burning Bridges
(2012, Black Star Foundation/Cargo)

In der Kunst der Verlangsamung streben Holmes nach Vollendung. Auf seinem dritten Album »»BURNING BRIDGES« nähert sich das halbe Dutzend Provinzschweden einer Ästhetik an, wie sie in Jim Jarmuschs todessehnsüchtigem Western »DEAD MAN« auf höchstem Niveau gepflegt wird. Diese Assoziation wird noch dadurch verstärkt, dass Sänger Kristoffer Bolander stimmlich sehr an Neil Young erinnert, der den Soundtrack zur dieser letzten Reise eines dekorativ sterbenden Johnny Depp beisteuerte. Eine rauchzarte Melancholie treibt durch Songs wie das nostalgisch reduzierte Balladenstückchen »Night Bright Night«. Ohne das beseelte Akkordeon von Larisa Ljungkrone geht bei diesen schüchternen Landeiern gar nichts, und ohne das einfühlsame Piano fühlte man sich hier schnöde alleingelassen.

Trotz aller Lippenbekenntnisse zu folkigen Americana und countryesker Seelenschwere flirrt bei Holmes häufig eine gitarrenflirrende Poppigkeit mit, die so gar nicht nach Kuhdung riecht. Und immer wieder flirten die Schweden mit den großen Gefühlen wie im zur großen Geste ausholenden »Captain Weakheart«, die schon fast ins Isländisch-Postrockige abdriftet. Ohne allerdings die schmerzende Intensität ihrer Landsleute von Solander zu erreichen. Wir können hier Seele und Herz im blauen Dämmerlicht eine ausgedehnte Auszeit nehmen lassen. Aber damit bewahren wir doch immer wieder den Status Quo. (emv)



Siehe auch:
Solander

 Holmes: Burning Bridges

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.haleri.se/holmes

   

Have I Told You Lately That I Loathe You
(2010, Black Star Foundation/Cargo BSF040)

Es regnet mal wieder draußen. Die Freundin ist mit dem besten Freund abgehauen. Das Konto ist gnadenlos überzogen, und eine halbvolle Whiskyflasche steht im staubigen Küchenschrank. Vor der Veranda steht Dein Pferd, Du sitzt im Saloon von Vänersborg. Es ist Zeit für die Musik von Holmes. Denn Kollegen wie Wilco, Kristofer Åström, Tim Buckley oder Minor Majority singen längst noch nicht traurig genug. Dafür aber Holmes, diese liebenswert träumerische Band mit einem Leadsänger, dessen Falsett tief ins Herz schneidet.

Reminiszenzen an die verflossenen norwegischen Melancholiker Midnight Coir werden da wach, die ja ebenfalls eine starke Vorliebe für Americana hegten. An Reife haben Holmes mittlerweile deutlich gewonnen, sie sind jetzt endlich weit genug, sich auch außerhalb ihrer Landesgrenzen durchsetzen zu können. Dass es ihnen gelingt, wünschen wir von ganzem Herzen. (peb)

   

So Far, So far
(2007, Häleri)

»Manche Bands mögen es schnell. Anders als Holmes, die sich viel Zeit lassen und langsam wie ein verwundetes Tier voran bewegen.« So schreibt das Infoblatt, und besser könnte man es nicht ausdrücken, wenn eine Band mit Schwermut und Slow Motion kokettiert. Das 2002 im »dunkel-schwermütigen« (ebenfalls Infotext!) Vänersborg gegründete Septett setzt auf simple Songs und melancholischen-gemütlichen Folkrock mit Referenzen bei Decemberists und Neil Young – wenn er nicht wütend ist.

Manches klingt wie ein Spaghetti-Western (bei »Mr. Boom« sieht man förmlich die kugelförmigen Steppenläufer durch die Vänersborger Straßen wehen); andere Songs wiederum lehnen sich bei Van Morrison oder Whiskeytown an. Das alles kommt wunderbar gemütlich daher und passt bestens zu gebrochenen Herzen an kuscheligen Herbsttagen, doch ab und zu wünscht man sich dann doch mal etwas mehr Tempo und Wut – sonst bleibt eine Wirkung zurück wie schlaffer Händedruck. (peb)

   

I Thought Of The Law
(EP, 2006, Häleri)

Auf ihrer 4-Track-EP hatten sie noch mehr Feuer im Arsch. »Dead Soul Of A City Boy« startet als flott Beat-Nummer mit sonnigen Vocals. Die obligatorische Lap Steel flirrt durch den Raum; die Drums scheiben kräftig an. Ein kleiner Ohrwurm mit der Halbwertszeit einiger Tage. Die Folgenummer »Like Ice To My Heart« versucht daran anzuknüpfen, doch mit wenig Erfolg.

Bei »All In Against The Law« dürfen dann Sänger und Lap Steel Gitarre schwelgen, und es wirkt, als hätten sie schon viel zu lange darauf gewartet. »Upstairs, Upstairs« schließlich hat einen Groove, der einen bis zum Horizont laufen lässt, prägt sich aber zu wenig ein, als diese EP ihren Zweck erfüllt: nämlich neugierig auf die volle CD zu machen. (peb)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel