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Alle Rezensionen zu Nils Økland
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Bris
(2004, Rune Grammofon/Universal RCD2042)

Die Assoziationen von »Geige solo« sind nicht immer die besten. In meinem Fall sind es die Erinnerungen, als Kind den familiären Geigen-Vorführungen meines Cousins zuhören zu müssen, die etwa klangen wie ... nun ja, lassen wir das. Natürlich hat auch die Beschäftigung mit der Geigen-Tradition der Hardangermusik – aus der auch Nils Økland stammt – ihre Spuren in meiner Sozialisation hinterlassen. Doch während das Werk der Tradionalisten oft etwas plump und enervierend ausfällt, hebt der Erneuerer Økland die Hardanger-Fiedel gleichsam auf eine höhere Bewusstseinsstufe.

Still, scheu tastend und ganz unvorbelastet schreitet er voran mit einer luftigen Musik, die so gar nichts zu tun hat mit der bäuerlichen Sturheit Südnorwegens, sondern eher mit dem Grundprinzip des Zen-Buddhismus: Die Ich-Wahrnehmung verschwindet zugunsten einer Zeitlosigkeit. Überwiegend allein, aber bisweilen auch begleitet von u.a. Per Oddvar Johansens Perkussion und dem Kontrabass von Mats Eilertsen (Food) gelingt dem ehemaligen musikalischen Direktor der Ole Bull Akademie in Voss eine Art Ur-Musik: So oder ähnlich muss es geklungen haben, wenn Gott nach der Erschaffung der Welt hätte Musik hören wollen. (lha)



Siehe auch:
Nils Økland Band
Nils Økland & Sigbjørn Apeland
Lumen Drones
Food

Nils Økland: Bris

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.nilsokland.no/

   

Monograph
(2009, ECM/Universal 179.243-2)

Natürlich gehört Mut dazu, als Geiger ein Album solo einzuspielen. Doch der Mut relativiert sich, wenn man einige phantastische, nein: epochale Solo-Alben bei Rune Grammofon veröffentlicht hat und nun beim Münchner Label ECM eine Heimat gefunden hat, das solcherart stille und entrückte Musik ebenfalls fördert. Der studierte Violonist Økland hat sich intensiv mit der Hardanger Fiedel beschäftigt.

Was er jedoch mit diesem Instrument, einer Geige von »ungefähr 1700«, einem Bogen aus der Barockzeit und der mit Resonanzsaiten ausgestatteten Viola d'Amore zu Gehör bringt, ist eine Transformation der alten Stile, die mit der bisweilen eintönigen Hardanger-Tanzmusik nichts mehr zu tun hat. Die in der Olavskirche entstandenen Aufnahmen schöpfen aus dem Fundus traditioneller Harmonien und Ornamentik, folgen aber ansonsten meditativen Zen-Prinzipien und setzen auf »Re-Kreation« statt auf stoische Traditionspflege. (peb)

   

Straum
(2000, Rune Grammofon/Universal RCD2015)

Nils Øklands Instrument ist die Hardanger-Fiedel. Er streicht sie mit einer Zartheit, dass man unwillkürlich innehält und schaut, ob irgendwo ein Stück blauen Himmels zu entdecken ist. Bisher hat Økland in verschiedenen Ensembles gespielt und wesentlich die norwegische Folkfestival-Szene bereichert. Dann aber wollte er auch solo all seine Einflüsse verarbeiten: ein Studium der Geige, ein Studienaufenthalt in Budapest sowie die Beschäftigung mit dem Komponisten Franz von Biber (1644-1705) in Amsterdam.

Das Titelstück »Straum« greift den Impetus serieller Musik auf, »Var« öffnet sich umsichtig dem Jazz, »Gorrlaus« rockt den Folk. Begleiten lässt er sich dabei von traditionellen Folksängerinnen, von klassisch ausgebildeten Geigern bis hin zu Musikern aus dem Supersilent-Umfeld. Eine stille, meditative, entrückende Produktion, die zeigt, dass Folk keinesfalls im Mitklatschen enden muss. (frk)



Siehe auch:
BNB
Verschiedene: Runeology



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