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Alle Rezensionen zu Håkon Kornstad
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Symphonies in my Head
(2011, Jazzland/Universal 278 602 7)

Man muss kein Saxofon-Fetischist oder Free-Jazz-Liebhaber sein, um großen Gefallen an diesem Saxofon-Soloalbum zu finden, das Håkon Kornstad im Februar 2011 ganz alleine mit einigen Blasinstrumenten in der Osloer Sofienberg-Kirche, improvisiert, aufgenommen und produziert hat. Nur Thomas Hukkelberg war als Tonmeister beteiligt. Von Anfang an entsteht der Eindruck, dass man es mit einer kleinen Band zu tun hätte, denn Kornstad verwendet Loops und Overdubs, formt Rhythmen, mal offensichtlicher, mal subtiler Natur, führt Dialoge mit sich selbst — und gestaltet so eigentlich ein wunderbares Popalbum, das die (klangliche) Weite und die reflektive Atmosphäre der Kirche exquisit zu nutzen versteht.

Insofern sind der scheinbar etwas aufgeblasene Titel »Sinfonien in meinem Kopf« und das silbern verschnörkelte Design gleichermaßen irreführend wie zutreffend. Die Ambivalenzen, die diese visuellen und musikalischen Gestaltungselemente aussenden, machen Kornstads Kosmos gerade aus. Obgleich der Ansatz bei dieser CD noch ambitionierter gewesen sein muss als bei den bereits hervorragenden Vorgängern, schwebt der Saxofonist in vollkommen uneitlem und unangestrengtem Spielrausch durch die bewegenden, nuancen- und anspielungsriechen Kompositionen. Was ist hier aus dem Moment heraus entstanden - und was war vorher komponiert...? Wahrscheinlich weiß es der Meister nicht einmal selbst. (ijb)



Siehe auch:
Wibutee
Ola Kvernberg
Maria Kannegaard
Marhaug, Asheim, Hukkelberg

Håkon Kornstad: Symphonies in my Head

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kornstad.com

   

Tenor Battle
(2016, Jazzland)

Håkon Kornstad schafft es immer wieder, uns zu überraschen. Denn der Norweger ist nicht nur einer der prominentesten Saxofonisten seines Landes, sondern neuerdings auch noch klassisch ausgebildeter Tenor! Von einem Opernbesuch in New York war der Künstler so fasziniert, dass er Gesangsstunden nahm und im Jahr 2015 einen Master-Abschluss der norwegischen Opernakademie erlangte. Mit »TENOR BATTLE« stellt Kornstadt erstmal seine Doppelbegabung in den Mittelpunkt. Mit dem titelgebenden Kampf der Tenöre hat es Folgendes auf sich: Wenn zwei Saxofonisten während einer Session in den 50er Jahren um die Sieg oder Niederlage spielten, nannte man das ein »Tenor Battle«. In Håkon Kornstads neuem Ensemble treffen sich Tenorstimme und Tenorsaxophon jedoch nicht zum Austausch von Kampfhandlungen, sondern zum spielerischen Austausch!

Und so kommt es, dass Opernarien von Massenet, Gluck und Bizet und klassische Kunstlieder unmittelbar auf kühlen skandinavischen Jazz treffen. Das hat man so noch nicht gehört! Der Kampf der Tenöre geht hier selbstredend unentschieden aus, weil es einfach unmöglich ist, unparteisch zu entscheiden. Das bleibt selbstredend Geschmacksache! Dass sich hier ein Künstler auf neues Territorium vorwagt, ohne seine Wurzeln zu kappen: Das gibt ohnehin Pluspunkte! Unterstützt wird Kornstad von bestens aufgelegten Musikern aus Jazz, Folk und Klassik, darunter dem Cembalisten Lars Henrik Johansen und dem Schlagzeuger Øyvind Skarbø. Letzterer trommelt übrigens zu Arien, die niemals für Drums komponiert wurden! (emv)



Siehe auch:
Øyvind Skarbø

   

Dwell Time
(2009, Jazzland/Universal 06025 270971 07)

Der Osloer Saxofonist, bekannt durch seine Arbeit mit Wibutee und für Bugge Wesseltoft, Sidsel Endresen oder Anja Garbarek liebt das Improvisieren. Das wurde bereits auf dem Debüt »SINGLE ENGINE« deutlich, aber auch bei seinen Konzerten. Die bestreitet Håkon Kornstad wirklich allein – für einen Saxer sehr ungewöhnlich. Doch er nutzt Technik: Er speist seine eigenen Melodien in ein Echogerät und begleitet sich so selbst.

Und das klingt bei ihm überraschend schmeichelnd, obwohl er mit Ingebrigt Flåten schon reichlich bewiesen hat, dass er ein arger Lärmbolzen sein kann. "Bei »SINGLE ENGINE« wollte ich abwechslungsreich sein, jetzt wollte ich in eine bestimmte Stimmung kommen und darin verharren", erzählt er selbst. »DWELL TIME« hat in der Tat eine kontemplative, meditative Komponente, die es zu entdecken lohnt. Was das allerdings mit der Schneekanone auf dem Cover zu tun hat, muss jeder selbst ergründen. (peb)

   

Single Engine
(2007, Jazzland/Universal 06025 1734982)

Als Saxophonist bei Wibutee ist Kornstad tonangebend; jetzt hat er ein Soloalbum gemacht, das noch mehr aufhorchen lässt. Denn diese »SINGLE ENGINE« läuft nie leer – eine Solo-Platte so spannend hinzubekommen, ist schon eine Kunst. Kornstad experimentiert mit dem Ton: In »Sweden« macht er aus einem kleinen Doppeltöne-Motiv einen grinsend optimistischen Rundtanz, dann wieder loopt er sich selbst, wie er es auch live tut, und improvisiert über diese lässig kreisenden Schnipsel.

Ab und zu bleicht er den Ton aus; im unwirklich zarten »Ardal One Alpha« meint man eine lichte Version von Deathprods ausgewaschenen Endzeit-Klängen zu hören. Außerdem hat er sich für einzelne Tracks Gäste ins Boot geholt, und zwar ein »Who-is-who« der norwegischen Impro-Szene: Bugge Wesseltoft, Knut Reiersrud, Ingebrigt Flåten. Nicht dass er das nötig hätte – spätestens mit dieser ebenso wunderbaren wie gründlichen Klangerforschung seines Instruments hat sich Kornstad auf Augenhöhe zwischen die Großen des Genres gestellt. (sep)



Siehe auch:
Deathprod
Bugge Wesseltoft
Knut Reiersrud
Ingebrigt Flåten (The Thing)



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