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Alle Rezensionen zu Islaja
(Genre »Avantgarde«, Land »Finnland«)

 

Meritie
(2004, Fonal Records FR-032)

Folgen wir Merja Kokkonen ins Dickicht, wo alle befestigten Wege enden. Oder in ein victorianisches Schauergemäuer, wo sich endlose Flure bedrohlich im Dunklen verzweigen. Oder auf eine verlassene Hochebene voller mysteriöser Steingebilde, wo seltsame Rituale stattfinden könnten. Die junge Sängerin, die ihr erstes Album »MERITIE« (Meergasse) im Alleingang zuhause in Tampere aufgenommen hat, ist sehr anders. Sehr seltsam. Sehr spröde. Ihre Musik klingt so, als hätte die Kleine Hexe bewusstseinserweiternde Drogen eingenommen oder als trieben Kobolde im Kinderzimmer ziemlich beunruhigenden Schabernack. Beim nächtlichen Hören dieser Platte sollte man stets ein Licht im Zimmer anlassen.

Lo-fi Beats und Spielzeugmusik, schräge Geräusche und eine eigensinnige Gitarre, wildes Geblubber und eine naive Dorfkirchenorgel. Seltsam traurig, immer suchend, meistens beunruhigend. Und darüber schwebt diese irrlichternde Frauenstimme, die klingt, also ob sie blute. Versuche einer Einordnung Islajas in die Freak-Folk-Ecke greifen viel zu kurz. Dazu steckt zuviel spirituelle Kraft in diesen Songs. Frei nach William Butler Yeats wird hier eine schreckliche Schönheit geboren. (emv)



Siehe auch:
AGF & Various

 Islaja: Meritie

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.islaja.com/

   

Keraaminen Pää
(2010, Fonal Records FR-72D)

Merja Kokkonen hat den Wald verlassen und ist in die Stadt gegangen. Und das war keine wirklich gute Entscheidung. Denn obwohl auch das urbane Dickicht überaus beunruhigende Geräusche hervorbringen kann, hält sich die bislang so eigenwillig zwischen beunruhigendem Freakfolk und wunderlichen Klangexperimenten herumirrlichternde Sängerin und auf ihrem vierten Album »KERAAMINEN PÄÄ« (Keramikkopf) eher an die beleuchteten Wege im Stadtpark. Heißt vulgo: experimentiert mit Elektronikspielkram und Klangsamples. Fürchten muss man sich hier nicht mehr. Höchstens frösteln, weil die Grundstimmung kalt ist.

Irgendwie kommen diese Songs so existenzialistisch daher, so schwarz-bebaskenmützt, so weißgesichtig und rotlippig. So überlegt, so diszipliniert, so bemüht. Aber inmitten dieser freiwilligen Reduziertheit sind das Verspielte und das Unberechenbare verloren gegangen. Und die Abwechslung. Die auf drei Kontinenten eingespielten neun Songs der heute in Berlin lebenden finnischen Künstlerin lassen viele inhaltliche Merkwürdigkeiten aufblitzen. Aber wirken dabei in der Form seltsam uniform und temperamentlos. Veränderung ist gut. Fast immer. Hier nicht. (emv)

   

Ulual Yyy
(2007, Fonal Records FR-49)

Auf ihrem dritten Album »ULUAL YYY« erinnert Islaja an eine Folk-Ausgabe der stimmgewaltigen Isländerin Björk – doch das allein wäre zu einfach. Die als Merja Kokkonen 1979 in Helsinki geborene Sängerin/Songwriterin lockt in einen unglaublich dichten, rätselhaften Dschungel, führt auf verschlungene Wege, welche überraschende Wenden nehmen.

Der Hörer stolpert über vertrackte Rhythmen, verliert sich in mystischen Melodien und opulenter Instrumentierung. Er verbringt vierzig bedrohliche, aufregende und faszinierende Minuten. Und wenn die Finnin nicht auf Solopfaden durch dieses Dickicht wandelt, so musiziert sie in den Kapellen Avarus, Kemialliset Ystävät oder dem Trio Hertta Lussu Ässä. (nat)



Siehe auch:
Björk



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