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Alle Rezensionen zu Jan Gunnar Hoff
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Fly North
(2014, Losen Records/New Arts International LOS119-2/NO2NJ1419)

Ist der Titel eine Einladung oder eine Aufforderung? Jan Gunnar Hoff, einer der bekanntesten nordnorwegischen Jazzer bzw. Pianisten, begeisterte bei Odd Gjelsnes' Label Losen Records zuletzt mit dem 2012 in Spanien eingespielten Trioalbum »BARXETA«, doch im gleichen Jahr durfte er beim »Bodø Jazz Open« in seiner Geburtsstadt ein Auftragswerk komponieren, das in der CD-Fassung nun unter dem Aufruf »Flieg in den Norden« erscheint, wie in Bodø im Quartett mit den Jazzstars Anders Jormin, Marilyn Mazur und Arve Henriksen, verewigt im Spätherbst 2013 im Osloer Rainbow Studio.

Die panskandinavische Begegnung zwischen Schwedens Bass-Altmeister, der dänischen Schlagwerk-Koryphäe und dem ins schwedische Exil geheirateten mittnorwegischen Trompeten-Genie war für den sanften Tastenvirtuosen eine offenkundige Sternstunde – und selbiges ist »FLY NORTH« ohne Einschränkung auch für jeden Liebhaber nordisch getragener Jazzmusik. Einige der Stücke variierte Hoff auf seinem letzten Album, dem solo am Flügel aufgenommenen »LIVING«, und so verhalten sich diese berückenden Quartettversionen wie faszinierende dialogische, sich gegenseitig zum stetig neu entdecken einladende Gegenüber. Wie in der Soloversion beeindruckt auch Jan Gunnar Hoffs Musik auch im Quartett durch lyrische Introspektion und eingehende melodische Erkundungen statt durch forsche Energiesprünge. (ijb)



Siehe auch:
Hoff Ensemble
Anders Jormin
Arve Henriksen
Marilyn Mazur

Jan Gunnar Hoff: Fly North

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jangunnarhoff.no

   

Stories
(SACD, 2016, 2L/Naxos 2L-131-SACD + BluRay)

Ein Pianist, ein Flügel und eine Kirche als Aufnahmeort. Nach dem Solo-Debüt »LIVING« und dem (nur als Download erhältlichen) Weihnachts-Album »STILLE LYS« können wir den Norweger Jan Gunnar Hoff nun zum mittlerweile dritten Mal in diesem Setting erleben.

Erneut überwiegen bei dieser Einspielung die ruhigen Momente. Durchbrochen wird der lyrisch-romantische Duktus, der einer europäisch-abendländischen Lied-Tradition näher steht als dem Jazz, lediglich durch drei eher expressionistische Kurz-Improvisationen, die Hoff »Figments« nennt. Dennoch handelt es sich bei »STORIES« um ein sehr gut durchhörbares Solo-Piano-Album, das ganz nebenbei zeigt, dass dieser eher intime Rahmen viel besser zu Hoff passt als andere, größere und scheinbar energiegeladenere Line-Ups (etwa bei den Barxeta-Sessions).

Die stilistische Nähe zum Vor-Vorgänger-Album ist aber unverkennbar; wer also »LIVING« schon hat, kann auf »STORIES« eher verzichten, wer als Neuling aber in den hoff‘schen Kosmos eintauchen mag, dem sei zum Anfang durchaus dieses Album empfohlen. Und wer über die technischen Möglichkeiten verfügt, kann es auch gerne im 5.1- oder gar im Dolby-Atmos- bzw. Auro3D-Format hören. Es ist in jedem Falle ein klanglicher Genuss. (stv)



Siehe auch:
Per Mathisen, Jan Gunnar Hoff & Horacia Hernandez
Jan Gunnar Hoff, Anders Jormin & Audun Kleive
Jan Gunnar Hoff Group featuring Mike Stern

   

Living
(SACD, 2013, 2L/Musikkoperatørene 2L-092-SABD, 2 Discs)

»Endlich,« wird manch eine(r) sagen, hören wir Jan Gunnar Hoff mal ganz allein und intim am Flügel – in angemessen exzellenter Lindberg-Klangqualität sogar, aufgenommen in der Sofienbergkirche, einem häufig für kristalline Aufnahmen genutzten Ort mitten in Oslo. Dass der Nordnorweger mit Mitte fünfzig erst sein Solodebüt aufnimmt, überrascht erst einmal; überaus viele Platten als Leader und Sideman gehen bereits auf sein Konto.

Hoff destilliert alles, was ihm lieb und teuer ist, in diese vierzehn (auf der LP-Version allerdings nur zehn) Stücke, die sich, obgleich eindeutig als Jazz erkennbar, sanft in Richtung Romantik neigen, als ob er gerne eine Zeitreise in ein früheres Jahrhundert, naturverbunden und nicht wenig verträumt, unternehmen würde. Schön sind daher die persönlichen Notizen, die der Künstler fürs Beiheft schrieb, wo er zu vielen Liedern Hintergründe und Details ergänzt. Ein paar davon hat Hoff anschließend zu Quartettversionen mit Trompete, Bass und Schlagwerk arrangiert und ein Jahr später auf der Nachfolge-CD veröffentlicht. (ijb)



Siehe auch:
Acuña • Hoff • Mathisen

Video-Link

   

Magma
(2008, Grappa/Galileo GRCD 4272)

Eine absolute All-Star-Band hat Tastenmann Jan Gunnar Hoff für sein »MAGMA«-Projekt gewonnen: Audun Kleive und Bjørn Kjellemyr bilden seit vielen Jahren ein geniales Rhythmusteam, Helge Norbakken (perc) kann auf Karl Seglem und Mari Boine verweisen, Trompeter Mathias Eick ist ein »Rising Star« in der norwegischen Szene, Eivind Aarset schwebt als Gitarrengott über den Fjorden. Dazu noch die portugiesische Stimmakrobatin Maria João und Mike Stern, der u.a. auf dem Klassiker »WE WANT MILES« (Davis) gitarristisch glänzt.

Womit schon auf die Stilistik verwiesen sei. »Life« könnte mit seinen knackigen Grooves und Eicks Solo dort gut passen. »Journey Home« hingegen ist eine Ballade wie aus dem Fusion-Lehrbuch. Mit leichten Ambient-Sounds schmeichelt sich »Stone« ein, bis Stern die Idylle mit flinken Fingern stört, dabei aber ausgeblendet wird. Vorhang auf für Maria João: Mit ihr wird's gleich viel interessanter, »Winds« und »Earth Song« halten, was die Titel versprechen. Hoff hat hier ein nicht überzeugendes Solo, bis Aarset übernimmt und dabei wie Rypdal klingt. Der Rest der CD plätschert so dahin; kompositorisch fordert Hoff seine Startruppe nämlich nicht – schade, da wäre viel mehr möglich gewesen als eine handwerklich supersaubere, aber doch leicht sterile und letztendlich fade Fusion-CD. (tjk)



Siehe auch:
Audun Kleive
Karl Seglem
Mari Boine
Eivind Aarset

   

Crosslands
(1998, Curling Legs CLPCD-44)

Der norwegische Pianist Jan Gunnar Hoff (geb. 1958) gehört zu den Größen der dortigen Szene, hat einige bemerkenswerte Gruppen geleitet und auch schon mit Pat Metheny konzertiert. In seinem neuen Quartett hat er renommierte Musiker versammelt: Bjørn Kjellemyr und Audun Kleive sind seit Jahrzehnten eines der besten Bass-Schlagzeug-Gespanne Europas, auch Tenorist Tore Brunborg zählt spätestens seit Masqualero zu den Hochkarätern.

So recht mag sich Hoff aber nicht entscheiden zwischen akustischem Jazz und Fusion-nahen Synthesizer-Klängen, obwohl die Antwort nicht schwer fällt: Die akustische Variante ist absolut vorzuziehen; hier gelingen ihm sehr schöne Momente: die Ballade »Long Time Since« etwa, mit einem zärtlichen Brunborg. Mit Synthi packt Hoff jedoch gerne den Sound der Band in Watte, oder er driftet arg in Gedudel ab. (tjk)



Siehe auch:
Masqualero



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